Aprilscherze

Immer wieder wird verkündet, dass Aprilscherze gesetzlich verboten werden sollen. Dabei handelt es sich aber vielmehr um einen Dauer-Aprilscherz. Aus Sicht vieler sind die Tage der Aprilscherze auch ohne Intervention des Gesetzgebers gezählt, im Zeitalter der Fake-News. Das wird allerdings nicht so schnell passieren, denn Unternehmen erkennen die Aprilscherze als Chance, um in die Presse zu gelangen bzw. eine Viralkampagne zu initiieren. Und manchmal wird tatsächlich aus Spaß ernst.

Burger King versprach zum 1. April 2017 den Launch der Whopper Zahnpasta
Es soll Menschen geben, die so gerne Burger essen, dass Sie danach tagelang nicht ihre Zähne putzen, um den „guten“ (Nach-) Geschmack nicht zu verlieren. Und genau deshalb versprach Burger King, im Jahr 2017 die Whoppe Zahnpasta auf den Markt zu bringen. Die Werbeagentur Buzzman setzte diese Zahnpasta in einem Werbespot gekonnt in Szene und verzichtete dabei auf kein Klischee der klassischen Zahnpastawerbung. Köstlich!

IKEA versprach Paarberatung ab 1. April 2017
Dass ein Besuch bei IKEA leicht zu einem Beziehungstest werden kann, haben schon zahlreiche Kunden des schwedischen Einrichtungshauses selbst erlebt. Zu den zum Teil hitzigen Diskussionen zwischen Frauen und Männern kommt es am häufigsten in der Markthalle, wo Accessoires wie Teelichter, Kissenhüllen und Servietten angeboten werden. Dafür präsentierte IKEA 2017 eine passende Lösung: Rechtzeitig ab 1. April 2017 sollten vor Ort Paarberatung durch professionelle Therapeuten angeboten werden: „Als Experten für das Leben zu Hause wissen wir, was die Menschen bewegt. Unsere Vision ist es, den vielen Menschen einen besseren Alltag zu schaffen – dazu gehört auch ein besseres Einkaufserlebnis bei IKEA“.

Mit Nivea Muscle Creme auf „dicke Hose“ machen
Wie kann der Couch-Potato ein Six-Pack präsentieren, ohne täglich dafür trainieren zu müssen und ohne auf Kartoffelchips verzichten zu müssen? Nivea bot passend zum 1. April 2017 die passende Lösung, die Nivea Muscle Creme. Die dazu passenden Fotos können auch tatsächlich überzeugen. Mehr aber auch nicht 🙂

Google stellte am 1. April 2016 das Self Driving Bike vor
Seit vielen Jahren entwickelt Google das Self Driving Car und hat damit für viel mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Warum sollte Google deshalb nicht auch das Self Driving Bike entwickeln? Der Vorteil: Das Fahrrad hätte den Vorteil, dass man es auch ohne Fahrgast auf die Fahrt schicken könnte, um zum Beispiel den Besitzer abzuholen. Und man könnte mit dem Fahrrad auch seine Kinder sicher zu Schule bringen lassen. Natürlich sei die Niederlande das perfekte Land, um das Fahrrad zu testen. April. April.

Neue Sorte Ritter Sport Mett sollte 2014 auf den Markt kommen
Immer wieder werden bei Facebook & Co. Fakebilder von Ritter Sport Tafeln veröffentlicht. So veröffentlichte der User 555SCHUH ein Foto von der Sorte Ritter Sport „Mett“. Diesen Vorschlag griff das PR-Team von Ritter Sport auf und verkündete am 1. April 2014, diese Sorte bald auf den Markt zu bringen: „Im Fall der Sorte Mett war für uns eigentlich klar: Das kann nicht gut schmecken. Die unzähligen Zuschriften haben uns aber dazu veranlasst, wenigstens einen Testlauf mit dieser Kreation zu starten. Und unsere Produktentwicklung war selbst sehr überrascht – das geben wir offen zu – wie schmackhaft die Kombination von Mett und Schokolade ist. Im Mund entfaltet die Sorte einen wirklich leckeren, würzig-süßen Geschmack, der uns überzeugt hat, die Sorte als limitierte Sonderedition auf den Markt zu bringen.“ Sehr clever war auch, Rügenwalder Mühle als Kooperationspartner mit einzubinden.

Richard Branson stellte mit Virgin Volcanic die Reise zum Erdmittelpunkt in Aussicht
Natürlich nutzen auch die Marketinggiganten den 1. April, um neue Geschäftsideen zu präsentieren. So lud Richard Branson mit Virgin Volcanic am 1. April 2012 alle dazu ein, in naher Zukunft mit ihm zum Mittelpunkt der Erde zu reisen. Was Jules Verne in seiner Fantasie kann, das kann Richard Branson schon lange, zumindest am 1. April.

WestJet versprach am 1. April 2012, kinderfreie Kabinen anzubieten
Wer musste nicht schon einmal während eines Fluges neben einem plärrenden Kind sitzen. Das hätte vorbei sein können, wenn der Aprilscherz von WestJet auf genug Gegenliebe gestoßen wäre, Kinder in Zukunft nicht mehr mit den anderen Passagieren zu befördern. Das dafür erstellte Promo-Video zeigte allerdings sehr schnell, dass diese Idee nicht wirklich ernst gemeint war. Da das Problem aber nicht gelöst ist, sollten sich die Fluggesellschaften nochmals ernsthaft damit beschäftigen und endlich Lösungen anbieten.

Freiberger-Bierkonzentrat im Mischungsverhältnis 1:7
Gerade in Branchen, in denen der Absatz- und Umsatzrückgang seit Jahren zum Tagesgeschäft gehört, kann man neue Innovationen erwarten. So war es nicht verwunderlich, dass die Freiberger Brauerei am 1. April 2012 auf ihrer Facebook-Seite ankündigte, dass es bald ein Konzentrat im Mischungsverhältnis von 1:7 gäbe, damit auch die Bierfans unterwegs genug Freiberger Bier zu sich nehmen könnten, ohne sich abschleppen zu müssen. Gar nicht so schlecht die Idee, schließlich könnte dann jeder Bierkonsument für sich entscheiden, wieviel Kohlensäure seinem Getränk zugeführt wird.

Erlebnisgeschenke.de bot am 1. April 2012 ganz besondere Erlebnisevents an
Diese etwas anderen Erlebnisgeschenke wurden wie folgt angepriesen: „Ferrari selber fahren kann jeder und eine Tauchfahrt zur Titanic ist inzwischen auch ein alter Hut. Was Sie brauchen ist etwas Nervenkitzel, den Sie mit unseren frisch zusammen gestellten Erlebnisgeschenken-Specials auf jeden Fall haben werden!“. Zu schnell nach unserem Geschmack erkannten die Leser, dass es sich dabei um einen Aprilscherz handeln würden. Vielleicht hätten Sie ansonsten mehr „ernstgemeinte“ PR-Berichte generieren können.

Zalando verkündete am 1.4.2012, den Schuhautomaten „HighHeels2Go“ in deutschen Großstädten aufzustellen
Immer mehr E-Commerce-Anbieter dringen auch in das reale Handelssegment ein. Da wollte Zalando nicht nachstehen und vermeldete am 1. April 2012, bald in großen deutschen Städten Schuhautomaten aufzustellen. Das Beispiel zeigt, dass aus einer flippigen Idee, die ja schon die Basis für eine Geschäftsidee (Verkauf von Ballerina-Schuhen in Diskos) war, gedanklich weiterentwickelt und sehr wohl zur Geschäftsidee taugen kann. Passender hätten wir allerdings die Idee gefunden, wenn Zalando Rückgabeautomaten aufgestellt hätte, damit die hohen Rückläuferkosten bei Zalando eingedämmt werden.

Internet-Partnervermittlung für Tiere
Unsere Haustiere werden immer mehr vermenschlicht, wie wir schon an vielen Beispielen aufgezeigt haben, wie z.B. der Hundepension, dem Imbisswagen für Hunde etc. Eigentlich fehlt nur noch eine Internet-Partnervermittlung für Hunde, Katzen und andere Haustiere. Aber dieses Problem schien seit dem 1. April 2012 gelöst zu sein, weil Partnersuche.de an diesem Tag den Launch eines neuen Partnervermittlungsportales verkündete.

Der icade wird vom Aprilscherz zum potentiellen Topseller
Am 1. April 2010 bot der Gadget-Onlineshop Thinkgeek ein Gehäuse für den iPad an, der an die Spielhöllen der 80er Jahre erinnert. Die Resonanz war riesig. Viele Gadget-Fans bloggten und twitterten was das Zeug hielt. Obwohl schon am 2. April 2010 der Aprilscherz aufgelöst wurde, wurde auch noch Wochen später dieses Kultprodukt in Blogs angepriesen. Auf der weltgrößten Elektronik-Konsumgütermesse CES in Las Vegas wurde Anfang Januar 2011 dieses Jahres der „Aprilscherz“ als käufliches Produkt vorgestellt. Was für eine Story.

IKEA kündigte 2009 an, das erste eigene ökofreundliche Auto vorzustellen
Anfang 2009 verkündete der von Ikea beauftragte Designer Christophe Grozs, am 31. März das neue ökofreundliche Auto von IKEA „LEKO“ zu enthüllen. Dieses neue Auto sollte geringe Emissionen verursachen, sehr sparsam und für jeden verfügbar sein. Wie erwartet handelte es sich um einen Aprilscherz, aber gleichzeitig um den Launch einer Internet-Mitfahrzentrale. Gut gefallen hat uns, dass es sich um eine Aktion handelte, bei der viele (wochenlang) miträtseln konnten und zum Schluss der Scherz für einen Produktlaunch genutzt wurde.

Lila-Plakette für weibliche Autofahrer
Es gibt Autoplaketten für Anwohner und Frauenparkplätze in Parkhäusern. Warum sollte es deshalb nicht auch in Zukunft eine Lila-Plakette für Frauenparkplätze an frischer Luft geben? Mehr als 20 Radiostationen hatten mit dieser Idee ihrer Hörer in den 1. April 2009 geschickt. Und viele Hörer glaubten wirklich, dass diese Idee zeitnah umgesetzt werden würde. Warum eigentlich nicht?

Der Aprilscherz „Felsen putzen in den Alpen“ wurde zur Touristenattraktion
Es war im Jahr 2008 ein sehr gelungener Aprilscherz, als Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, via Presse erklärte, warum die wachsende Vogelpopulation aufgrund des anfallenden Kotes den Alpen schaden würde und dass deshalb Freiwillige und insbesondere Touristen die Felsen putzen sollten. Tatsächlich bot kurze Zeit später der findige Marketingexperte Modeste Jossen Felsputzkurse für deutsche Touristen in den Schweizer Alpen an.

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