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January 27, 2012

Gute Konzepte gegen Leerstände in Innenstädten sind gefragt

Filed under: Idee - Handel, Mutmacher, Trends — Burkhard Schneider @ 2:45 pm

Wir haben hier im Blog schon öfters darüber berichtet, dass es immer schwieriger wird, in Innenstädten geeignete Nachmieter für Ladengeschäfte zu finden, wenn Einzelhändler ihr Geschäft aufgeben. Aufgabe von Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung sollte es nicht nur sein, Nachmieter zu finden, sondern auch darauf zu achten, dass eine Angebotsvielfalt erhalten bleibt, damit die Innenstädte attraktiv bleiben. Das ist gar nicht so einfach. Da wirkt es schon fast hilflos, wenn Wirtschaftsförderungen Gründerwettbewerbe ausrufen und als ersten Preis ausloben, dass der Gewinner für ein Jahr mietfrei Geschäftsräume beziehen kann. Vielmehr sind nachhaltige Gesamtkonzepte gefragt.

Vor mehr als einem Jahr habe ich z.B. darüber berichtet, dass die Stadtverantwortlichen in Nort Tynside (Stadt im Norden von England) in den Schaufenstern der leeren Geschäfte Schaufensterkulissen aufbauten, die aufzeigten, welche Art von Geschäften dort sinnvoll wären. Bei mehr als 140 leerstehenden Geschäften war das eine sehr gute Idee. Damit wurden potentielle Einzelhändler gezielt angesprochen und zudem wurde dafür gesorgt, dass die Fensterfronten der geschlossenen Geschäfte nicht so düster und leer aussahen. Die Aktion kam so gut an, dass mittlerweile für die verschiedensten Geschäfte Kulissenfronten erstellt wurden, die nach Vermietung ins nächste leer stehende Geschäft gestellt wurden.

Eine gute Lösung sind auch PopUp-Shopkonzepte. Damit können sogar ECommerce-Anbieter angelockt werden, wie Hannes Treichl ausfindig gemacht hat. Er hat die Idee gleich weitergesponnen: “Du betreibst einen Online Shop den du bekannter machen willst? Oder möchtest du deine Webseite auf die Straße bringen? Geh zu deinem Bürgermeister! Sprich ihn auf die vielen toten Augen in der Stadt an. Er wird dir für ganz wenig Geld ein leeres Schaufenster schenken. Sofern du ihm deine Idee richtig verkaufst. Welche das sein könnte, verrät dir dieses Video. Eine hervorragende Möglichkeit, um dein Online Angebot bekannter zu machen. Direkt neben der Luxusboutique oder dem Telekom Shop. Für wenig Geld statt horrender Geschäftsmieten.”

Noch besser ist es natürlich, wenn nicht nur die Schaufenster wiederbelebt werden, indem Sie umfunktioniert werden, sondern indem auch die Geschäfte zu neuem Leben erweckt werden. Eine gute Idee ist z.B. der StartUp-Store in New York. In diesem Geschäft werden bis zu sechs Angebote von Produktherstellern, ECommerce-Anbieter und Co. für mehrere Monate präsentiert. Danach wird das Sortiment ausgetauscht und alles geht von vorne los. Der Vorteil ist, dass auch nicht internetaffine Menschen über neue Angebote informiert werden und auch realen Menschen Fragen stellen können. Der erinnert mich an die Idee des Erfinderladens, über den wir hier im Blog schon berichtet haben. Warum gibt es solche Geschäfte nicht in allen großen Städten, evtl. unterstützt von den Wirtschaftsförderungen vor Ort? Aus meiner Sicht sind aber auch die Immobilieneigentümer und Makler gefragt, um innovative Konzepte zu entwickeln. Warum gibt es noch keinen Makler, der sich auf die Vermittlung von PopUp-Shops spezialisiert hat?

Nicht nur Musiker sind gut darin, neue Einnahmequellen zu erschließen

Filed under: Was macht eigentlich? — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Die Welt verändert sich aufgrund der Internetrevolution dramatisch. Viele Macher in der Musikindustrie mussten das schmerzlich erfahren. Es dauerte sehr lange, bis sie erkannten, dass die Kunden nicht mehr in die Läden gehen und überteuerte Musik-CD´s kaufen, wenn man sich zu Hause am Computer zum Nulltarif die MP3-Downloads herunterziehen und sich seine Lieblings-CD selber zusammenstellen und pressen kann. Aber mittlerweile haben sich viele Verantwortliche im Musik-Business damit arrangiert und bieten endlich zu fairen Preisen das an, was die Kunden wollen bzw. sie haben ganz neue Einnahmequellen erschlossen.

Aber nicht nur in der Musikindustrie sind neue Geschäftsmodelle gefragt, um alle Beteiligten ernähren zu können. Auch Schauspieler sollten sich genau überlegen, wie sie die Zeiten überbrücken, in denen sie kein Engagement haben. Achtung: Das kann auch Topschauspieler treffen, wenn sie entweder “out” sind oder die Filmindustrie nicht schnell genug die Lehren zieht, die die Macher der Musikindustrie schon machen mussten. Nehmen wir das Beispiel William Shatner. Mit seiner Rolle als Captain Kirk im Raumschiff Enterprise (DEM ORIGINAL) war er ein gefeierter Schauspieler und konnte viel Geld verdienen. Doch irgendwann war sein Ruhm verblasst und die Rollenangebote blieben aus. Was tun?

William Shatner wurde das Werbegesicht von Priceline. Die Dotcom-Firma hatte vor 14 Jahren ein zukunftsweisendes Geschäftskonzept (Hotelbuchungsplattform), aber wenig Geld, um das Angebot bekannt zu machen. William Shatner half dabei, konnte aber als das Werbegesicht von Priceline nicht adäquat bezahlt werden. Die Lösung: Shatner erhielt Anteile am Unternehmen und ist dadurch reich geworden. Sein Vermögen wird heute auf mehrere hundert Millionen USD geschätzt. Nicht schlecht für einen Schauspieler, der aufgrund langer Jahre Arbeitslosigkeit nicht wusste, wie er seine Rechnungen bezahlen sollen. Es scheint, dass sich Ashton Kutcher von dieser Erfolgsstory hat inspirieren lassen :-)

Doch irgendwann muss man auch bei der Rolle seine Lebens “Good bye” sagen. Und genau das hat William Shatner jetzt gemacht. In seinem letzten Werbevideo für Priceline rettet er die Passagiere eines Busses, gibt ihnen noch den Tipp, sich günstig ein Hotel bei Priceline zu suchen, um dann mit dem Bus zusammen in eine tiefe Schlucht zu stürzen. Es sei ihm gegönnt, dass er mit 80 Jahren langsam in Rente geht. Er muss schon lange nicht mehr arbeiten. Aber wie bei Schauspielern, die es nicht lassen können, bin ich mir auch bei Shatner nicht sicher, oder nicht vielleicht doch von den “Toten wieder aufersteht” und als Werbefigur von Priceline weitermacht. Wir werden es sehen :-)

January 26, 2012

Wenn Secondhand-Waren teurer als die Neuwaren sind

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Handel — Burkhard Schneider @ 6:45 pm


Bildquellenangabe: Raphael Reischuk / pixelio.de

Die Welt wird immer verrückter. Während viele Europäer nach Asien reisen, um gefälschte Markenprodukte billig einzukaufen, reisen Chinesen nach Europa, um die Originale teuer einzukaufen. Wie ist das zu erklären? In keinem Land wie in China steigt die Zahl der Millionäre so rapide an (leider wird auch die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer), wie im Reich der Mitte. Und diese Millionäre wollen sich etwas leisten und auch nach außen zeigen, dass sie es sich leisten können. Zudem werden Luxusgüter, die nach China eingeführt werden, mit bis zu 50 % Zollaufschlag versehen. So ist es nicht verwunderlich, dass Chinesen ins Ausland reisen, um ein Schnäppchen zu schießen, dass illegal am Zoll vorbei eingeführt wird. Aber wie ist folgendes Phönomen zu erklären, dass Johnny Erling in einem Welt.de-Artikel aus dem letzten Jahr erläutert:

“Die Chefverkäuferin in der Milan-Boutique nennt sich „Maggie“. Sie preist eine beigefarbene Handtasche in der Glasvitrine: „Das ist unser bestes Stück, eine „Birkin“-Tasche von Hermès, Straußenleder, aktuelle Edition.“ In einer der drei Hermès-Filialen Pekings würde die nach Jane Birkin benannte Tasche umgerechnet 16.000 Euro kosten. Bei „Milan-Station“ im Sanlitiun-Village gibt es sie auch aus zweiter Hand. Dafür aber doppelt so teuer: „Für 288.000 Yuan (32.000 Euro) können Sie sie mitnehmen.“…Designertaschen von Hermès sind gebraucht doppelt so teuer, weil sie so begehrt sind, erklärt Maggie. Die französische Nobelmarke lasse selbst ihre VIP-Kunden in Paris sechs Monate warten, wenn sie eine „Birkin“ aus der aktuellen Serie wollen. In Peking sind es vier Jahre. Wer sie in China eher haben will „muss zu uns kommen. Es gibt genug Leute, die nicht warten wollen.“”

Das klingt nach einem sehr lukrativen Geschäft. Dieser Meinung ist wohl auch die US-Investorengesellschaft IDG, die sich im letzten Jahr mit 10 Mio. USD an einem der größten Betreiber von Second-Hand-Geschäften in China, der Firma Secoo, beteiligt hat. An Seeco ist interessant, dass die Gesellschaft u.a. via Franchise stark wächst. Noch interessanter erscheint aber, dass Seeco das ECommerce-Potenzial für sich entdeckt hat. Im gleichnamigen ECommerce-Shop werden Second-Hand-Luxusgüter zum Teil zum Neupreis verkauft. Das Geschäft ist so gut, dass man sich fragt, wofür die Gründer Investorenkapital einwerben müssen. Schliesslich verkaufen Sie 80 % der Waren in Kommission. Aber das Wachstum im stationären Einzelhandel kostet eben viel Geld und das steht in solch eine attraktiven Segment massenweise zur Verfügung. Wenn sich davon clever E-Commerce-Anbieter in Deutschland nicht inspirieren lassen :-)

Terminhinweis: AUFSCHWUNG inside Zukunftskongress am 26.03.2012

Filed under: Trends, V - AUFSCHWUNG-Messe, V - In eigener Sache — Burkhard Schneider @ 2:45 pm

Anlässlich des 5-jährigen Jubiläums der AUFSCHWUNG-Messe im Jahr 2011 fand am Vortag der Messe erstmalig der kostenpflichtige Kongress “AUFSCHWUNG inside” für Durchstarter statt. Echte AUFSCHWUNG-Fans (“Insider”) kamen auf der AUFSCHWUNG inside auf ihre Kosten. Der Erfolg hat Lust auf mehr gemacht. Deshalb geht die AUFSCHWUNG inside in Serie.

In diesem Jahr werden Zukunftsforscher und -experten die wichtigsten Zukunftstrends für Unternehmer und Business-Entscheider aufzeigen und wie die Teilnehmer davon profitieren können. Es geht um Mega- und Mikrotrends. Das Thema wird sein, wie wir morgen leben und welche Einflüsse das auf unser Business hat. Gerade Umbruchphasen, wie wir Sie jetzt erleben, stellen für findige Unternehmen einen optimalen Nährboden dar. Es gilt, die Chancen zu erkennen und jetzt zu nutzen. Weitere Infos zur Veranstaltung folgen hier im Blog zeitnah.

Der AUFSCHWUNG inside Zukunftskongress findet am Montag, den 26. März 2012 von 10.00 – 17.00 Uhr im Casino-Gebäude auf dem Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main statt. Bei Anmeldung bis zum 15.02.2012 gibt es Frühbucherkonditionen (149 EUR inkl. MwSt.). Die ersten zehn Interessenten, die sich bei mir melden, erhalten weitere 50 EUR (inkl. MwSt.) Nachlass, wenn sie mir kurz erläutern, warum ihr Unternehmen besonders zukunftsfähig ist.

Crowdfundingplattform Lucky Ant unterstützt Projekte von nebenan

Filed under: Crowdfunding, Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Finance, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 10:45 am

How Lucky Ant Works from Lucky Ant on Vimeo.

Crowdfundingplattformen sind nicht mehr wegzudenken, um Projekte, egal ob Profit oder Nonprofit, zu finanzieren (ob mit oder ohne Gegenleistung). Auf kickstarter, dem US-Crowdfunding-Marktführer, wurden allein im letzten Jahr von mehr als 27.000 Projekten knapp 12.000 erfolgreich durchfinanziert. Das Fundingvolumen lag im beachtlichen zweistelligen Millionenbetrag. Kein Wunder, dass sich von diesem Erfolg immer mehr Entrepreneure inspirieren lassen, die ebenfalls Crowdfunding-Plattformen aufbauen.

Der Schlüssel zum Erfolg für diese “Copy Cats” besteht in der Nischenpositionierung. Ein Beispiel dafür ist neu gestartete Crowdfunding-Plattform Lucky Ant. Ziel von Lucky Ant besteht darin, Crowdfunder von nebenan zu finden, also z.B. Bewohner einer Stadtteils in New York, die das neu gegründete Fitnessstudio um die Ecke finanziell unterstützen, damit es erfolgreich durchstarten kann. Die Idee besteht darin, das lokale Business via Crowdfunding zu unterstützen. I.d.R. erhält ein Crowdfunder eine Gegenleistung für seine finanzielle Unterstützung. Um diese Gegenleistung einzulösen, macht es beim lokalen Business nur Sinn, wenn der Crowdfunder in der Nähe wohnt oder arbeitet.

Der Vorteil von Lucky Ant besteht darin, dass die Crowdfunding-Idee auch außerhalb des Webs bekannt und salonfähig werden kann. Das bedingt, dass die Kapitalsucher auch offline Werbung für ihr Crowdfundingprojekt bei Nachbarn und Kunden machen. Und genau hier sollte Luck Ant ansetzen und Werbematerial erstellen, dass die Kapitalsucher ausdrucken und verteilen können. Damit könnten auch viele potentielle Crowdfunder auf Lucky Ant aufmerksam werden und über die Plattform auch andere Projekte unterstützen bzw. einstellen. Fazit: Die Crowdfunding-Bewegung wird immer größer, online wie offline.

January 25, 2012

Augmented Reality als Verkaufstreiber im stationären Handel

Filed under: Idee - Handel, Marketing 2.0, Trends — Burkhard Schneider @ 4:45 pm

Der letzte Artikel hat aufgezeigt, dass Shopping im eigenen Wohnzimmer via Augmented Reality mit Hilfe von iPhone, Kinetic-Box & Co. immer einfacher und bezahlbarer wird. Allerdings ist es noch ein weiter Weg, bis wirklich jeder die Technik zu Hause hat, die das passgenaue Shopping ermöglicht. Bis dahin haben stationäre Händler die Chance, mit innovativen Lösungen vor Ort zu punkten. Ich habe drei Beispiele ausfindig gemacht, die aufzeigen, dass Shopping vor Ort nicht langweilig und mühsam sein muss.

Der Klassiker ist die virtuelle Anprobe vor Ort. Dadurch kann man ohne großen Zeitaufwand ein Vorauswahl an Kleidungsstücken treffen, die zu einem passen können. Besonders hilfreich wäre, wenn einem nur Kleidungsstücke angezeigt werden, die auch in der passenden Größe vor Ort erhältlich sind und man diese ausgewählten Produkte gleich in die Ankleidekabine geliefert bekäme, ohne selber lange auf die Suche gehen zu müssen. Genauso genial wäre es, wenn man per Mail informiert werden würde, wenn nicht vorrätige Kleidungsstücke wieder im Lager sind. Und 3D-Körpervermessung sollte eigentlich auch schon zum Standard gehören.

Augmented Reality Bildschirme sind aus meiner Sicht ideale Kundenstopper. Kunden bleiben stehen und können für die angebotenen Produkte vor Ort begeistert werden, ohne dass ein Verkäufer sofort zur Stelle sein muss. Und sie fungieren optimal als “Wartezone”, bis der Verkäufer endlich für einen Zeit hat. Ein passendes Beispiel dafür ist obige Lösung ist Kosmetikbereich. Denn im Gegensatz zu den Kleidungsstücken möchte viele Kundinnen keinen Probiermarathon über sich ergehen lassen, um das passende Produkt zu finden.

Aber nicht nur stationäre Händler können vom AR-Trend profitieren. Auch Markenartikler sollten die Chance nutzen, dass sich die Kunden mit ihren Produkten in den Regalen der Händler intensiver beschäftigen. Heinz Ketchup bietet aus meiner Sicht ein ganz gutes Beispiel, wie für Smartphone-Nutzer Mehrwerte geschaffen werden können, indem Kochrezepte etc. präsentiert werden, nachdem die Ketchup-Flasche via iPhone “gescannt” wurde. Da geht noch mehr.

Augmented Reality als Verkaufstreiber im ECommerce

Filed under: Idee - ecommerce, Marketing - Probe, Trends — Burkhard Schneider @ 1:45 pm

Stationäre Händler stöhnen darüber, dass sich Kunden erst bei Ihnen vor Ort informieren und anschliessend im Internet prüfen, ob sie dort das Produkt nicht noch etwas günstiger bekommen können. Es läuft aber auch umgekehrt. Kunden informieren sich erst im Web und kaufen dann vor Ort ein, weil sie z.B. dort die Produkte anprobieren können und dann auch in Kauf nehmen, dass das Produkt im stationären Einzelhandel etwas teurer ist. Das ist den ECommerce-Anbietern natürlich ein “Dorn im Auge”. Und man hofft, dass Augmented Reality Innovationen dabei helfen, dass noch mehr Geschäft ins Internet verlagert werden kann. Wir haben bereits im Juni 2010 hier im Blog viele Beispiele im ECommerce-Segment aufgezeigt. Seitdem hat sich die Welt weiter gedreht.

Mittlerweile gehört es fast zum Standard, dass man die verschiedensten Kleidungsstücke und Accessoires virtuell anprobieren kann. Darauf sind wir im Posting aus dem Jahr 2010 schon sehr intensiv eingegangen. Neu ist nur, dass man diese Anwendungen nicht nur in den USA und Asien nutzen kann, sondern auch in Deutschland. Was ich hier noch nicht gesehen habe, ist die virtuelle Schmuckstückanprobe. Deshalb habe ich dieses Beispiel für diesen Artikel herausgepickt, damit sich entsprechende Anbieter in Deutschland davon inspirieren lassen.

Introducing Bodymetrics for Your Living Room from Razorfish – Emerging Experiences on Vimeo.

Gerade im Kleidungssektor reicht es heute nicht mehr aus, eine zweidimensionale virtuelle Anprobe per Internet anzubieten. Dank Kinetic Box & Co. sind die Vermessungstechnologien so günstig geworden, dass man sich auch zu Hause dreidimensional vermessen lassen kann und damit auch die Retourenquote der ECommerce-Shops deutlich senken kann. Denn letztlich geht es heute nicht mehr darum, Umsatz um jeden Preis zu machen, sondern auch gute Gewinne zu erzielen. Höhe Retourenquoten können hier einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Bodymetrix bietet eine passende Lösung für das Problem an, wie man oben im Video sehen kann.

Ein wichtiges Hilfsmittel für Augmented Reality Anwendungen in Zukunft ist das Smartphone. Besonders gut gefällt mir in diesem Zusammenhang die App uDecore. Mit dieser App kann man sein einzurichtendes Zimmer fotografieren und Möbel aus dem Anbieterkatalog auswählen, um zu prüfen, ob das Möbelstück wirklich ins Zimmer passt, sowohl was die Größe, die Form als auch die Farbe angeht. Das geht so verblüffend einfach, dass ich mich wundere, warum Apple nicht solche Anwendungen in Form von Werbespots präsentiert. Dadurch können aus meiner Sicht ganz neue Käuferschichten für das iPhone begeistert werden. Wer noch mehr Beispiele anschauen will, dem sei ein aktueller Artikel im etailment-Blog empfohlen.

Businesstrend-Watch List 2012: Augmented Reality

Filed under: Idee - Web, Idee - ecommerce, Marketing - Trends — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Der Begriff “Augmented Reality” ist so sperrig und weit umspannend, dass sich noch viele mit diesem Megatrend schwer tun. Der Definitionsversuch von Wikipedia ist ein gutes Beispiel dafür: “Unter erweiterter Realität (auch engl. Augmented reality, kurz: AR) versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Diese Information kann alle menschlichen Sinnesmodalitäten ansprechen.” Seid Ihr nun schlauer? Schaut Euch bei Wikipedia weiter unten die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten an und ihr merkt schnell, wie sehr AR schon Realität ist. Golem bringt es hinsichtlich der Definition besser auf den Punkt: “Als Erweiterte Realität oder Augmented Reality wird eine computergestützte Wahrnehmung bezeichnet, bei der sich reale und virtuelle Welt vermischen.” Aber noch besser: Golem präsentiert nach dem Definitionsversuch mehr als 30 Beispiele, damit alles griffiger wird. Wie es scheint, haben sich die Trendforscher mit Ihrem Kunstbegriff “Outernet” nicht durchgesetzt.

Und schon macht sich die Kritik breit: “AR ist ja alles und nichts.” Andere haben sich wieder schnell umgedreht, weil sich folgende Meinung schnell manifestiert hat: “Augmented Reality? Das ist doch, wenn im iPhone über dem Kamerabild noch ein paar Infos eingeblendet werden, wo die nächste Pizzeria ist? Oder auf dem Messestand ein virtuelles Plakat, wenn man durch das iPad kuckt? Eine Spielerei mit Oho-Effekt, nett, aber noch ohne Realweltanwendung für die breite Masse?” Das stimmt allerdings schon lange nicht mehr. Es gibt mittlerweile sehr viele Erfolgsbeispiele, die die Richtung vorgeben und einem die Gewissheit geben, dass AR nicht nur ein kurzweiliger Trend war. Und genau deshalb habe ich mich entschieden, diesen Trend auf meine Businesstrend-Watch List zu setzen.

Wie Ihr es von mir kennt, will ich Euch vor allem mit Praxisbeispielen begeistern, die aufzeigen, dass AR mehr als eine Spielerei ist, sondern das Business voranbringen kann. Wer nicht so lange warten kann, der kann sich hier schon einmal einen Überblick über 50 Augmented Reality Marketingideen verschaffen. Aber ich will auch via t3n Zahlen sprechen lassen: “Im Jahr 2010 warf das AR-Business 21 Millionen Dollar ab, also nicht einmal „Peanuts“. Im Jahr 2015 sollen es 1,5 Milliarden sein, 2016 dann 3 Milliarden. Die prognostizierten Zahlen mögen von Fall zu Fall schwanken, dennoch, sie spielen sich immer im Milliardenbereich ab und stammen von Analysten wie ABI, Juniper oder Gartner, nicht aus der Branche selbst, man kann sie also ernst nehmen.” Und wir sind in Deutschland gar nicht so weit hinterher. Eine der bedeutendsten AR-Konferenzen hat mit der InsideAR im letzten September in München stattgefunden.

January 24, 2012

trivago hilft mit dem Hoteltest, die Angebote der Hotels zu verbessern

Filed under: Crowdsourcing, Idee - Hotel — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Um die Servicequalität der Verkaufsstellen vor Ort zu testen, schicken die Zentralen von Handelskonzernen sog. Mystery Shopper in die Filialen und lassen sich die Ergebnisse übermitteln, um anschliessend vor Ort den Kundenservice durch gezielte Schulungen der Mitarbeiter zu verbessern. Diese Aktionen sind kostspielig und zeitaufwendig. Aber sie sorgen i.d.R. dafür, dass die Verkaufszahlen vor Ort signifikant ansteigen und sich somit die Investitionen lohnen. Davon hat sich wohl die Hotelvermittlungsplattform trivago inspirieren lassen und bietet aktuell einen sog. Hoteltest an.

Im Rahmen dieser Myster Guest Aktionen buchen Hotels Gäste, die dann ein dezidiertes Feedback zu ihrem Aufenthalt geben. Dabei handelt es sich um Hotelgäste, die über trivago das Hotel in dem vorgegeben Testzeitraum von 3 Monaten sowieso buchen und besuchen wollen. Nach dem Besuch beantworten die Hotelgäste einen Online Fragebogen, der von trivago validiert wird. Die 300 Fragen reichen von der Atmosphäre der Zimmerausstattung bis zur Wartezeit auf den Fahrstuhl. Neben dem ungefilterten Feedback der Gäste erhalten Hoteliers eine Stärken- und Schwächenanalyse.

Der trivago Hoteltest bietet den teilnehmenden Hotels gleich mehrere Vorteile. Zum einen zahlen die Hotels pro Tester nur 40 EUR. Dieser günstige Preis ist nur möglich, weil es sich um echte Gäste handelt, die das Zimmer im betreffenden Hotel sowieso buchen wolten und für ihre Zusatzarbeit quasi eine kleine Entschädigung erhalten. Bei insgesamt 40 Gästen entsteht so ein Aufwand von 1.600 EUR. Zum anderen erhält man dadurch besonders authentische Feedbacks, weil es sich um “echte” Gäste handelt. Und drittens werden die Hotels im Testzeitraum besonders prominent auf trivago platziert, damit die Zahl der buchenden Gäste in diesem Zeitraum steigt.

Das ist mal wieder ein gelungenes Beispiel für eine intelligente Crowdsourcingaktion, von der alle Beteiligten profitieren. Die Hotels erhalten eine umfassende Bewertung zu einem geringen Preis. Da heute Hotelbewertungen einen entscheidenden Einfluss auf das Buchungsverhalten der Kunden haben, ist diese Investition sehr umsatzfördernd. Die Hoteltester erhalten einen Teil ihrer Übernachtungskosten zurück. Und trivago positioniert sich als Anbieter, der viel Wert auf hohe Qualität legt. Das fördert dem Image und bei ausführlicher Berichterstattung auch die Bekanntheit. Davon sollten sich andere Initiatoren von Crowdsourcingaktionen inspirieren lassen.

Warum meine Influencer-Quote 0,9 % übersteigt

Filed under: V - In eigener Sache — Burkhard Schneider @ 2:45 pm


Bildquellenangabe: Gerd Altmann / pixelio.de

Der Zukunftsforscher Prof. Dueck hat auf der letzten Rupublica einigen Bloggern den Kopf gewaschen, als er ihnen vorgehalten hat, dass sie nur 0,9 % der Menschen mit ihrem Nischenmedium erreichen würden und sich nicht ganz so wichtig nehmen sollten. Aber Achtung: Nicht jeder Blogger verbreitet seine Informationen, Ansichten und Meinungen nur in seinem eigenen Blog. Vielmehr sind zahlreiche Blogger häufig auch als Redner, Berater, Foren-Moderatoren, Journalisten und Autoren in Büchern, Zeitschriften und anderen Medien aktiv. Einige clevere Blogger sind auch Medienpartnerschaften eingegangen, um ihre Infos in anderen, stark frequentieren Medien weiter zu verbreitern. Und zudem dienen viele Blogs den Journalisten als wichtige Inspirationsquelle.

Nehmen wir mich als Beispiel. Ich fing vor mehr als sechs Jahren an, diesen Blog “mit Leben zu füllen”. Zuvor kannten mich nur einige Gründer im Rhein-Main-Gebiet, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon viele Jahr in der lokalen Gründerszene aktiv war. Aber das war es dann auch. Durch meinen Blog sind auf einmal sehr viele Journalisten und Multiplikatoren auf mich aufmerksam geworden. Eine Konsequenz war, dass ich vor einigen Jahren für mehrere Monate eine wöchtenliche Gastkolumne bei einer großen Wirtschafts-Onlinezeitung geschrieben habe. Dadurch ist der Chefredakteur und Verleger der größten Gründerzeitschrift Deutschlands, StartingUp, auf mich aufmerksam geworden. Das Ergebnis:

Seit vielen Jahren stelle ich in jeder Ausgabe der Zeitschrift StartingUp, die eine Auflage von ca. 60.000 Stück hat, 20 coole Geschäftsideen vor. Damit erreiche ich schätzungsweise etwas mehr als 0,9 % der Gründerszene :-) Insofern denken viele PR-Verantwortliche zu kurz, die Blogger noch als Medienvertreter 2. Klasse ansehen, weil immer mehr von uns nicht nur in einem Medium veröffentlichen. Nicht nur viele Handelsexperten haben erkannt, wie wichtig eine Multi-Channel-Strategie ist, sondern auch immer mehr Blogger. Auch im Blog-Business gilt: Es ist ein People-Business. Und die Menschen sollte man nicht unterschätzen, denn sie entwickeln sich auch weiter und erobern immer mehr Plätze, auf denen sie sich mitteilen können (und zwar nicht nur im Web). Nur weil etwas klein anfängt, muss es nicht klein bleiben. Das gilt übrigens auch für immer mehr Blogs, die via Social Media eine immer größere Verbreitung finden.