Fast jeder meiner Leser hat schon einmal Möbel bei IKEA eingekauft. Der klassische Weg besteht darin, in den nächstgelegenen IKEA Markt zu fahren, sich die Wunschmöbel auszusuchen, zu kaufen, nach Hause zu transportieren und aufzubauen. Für den Onlineshopper von heute ist das viel zu umständlich. Er will sich die Möbel online anschauen, per Mausklick bestellen und sich direkt nach Hause liefern lassen. IKEA kann das mittlerweile auch, aber in zwei Punkten bleiben noch Wünsche übrig: Erstens kann man sich bei IKEA keine Möbel selber designen und zweitens ist die Qualität nicht immer so, wie man sich das wünscht.
Und genau diese beiden Lücken will der australische Onlineshop Evolvex seit kurzem schließen. Die Chancen, die Kunden mit ihrem Angebot zu begeistern, stehen gut. Denn hinter Evolvex steckt mit Luxmy in Sydney ein etablierte Möbelhersteller für den B2B-Bereich. Zu den Kunden von Luxmy gehören u.a. öffentliche Behörden, 3 M, Facebook und die Commonwealth Bank. Diese Kunden kann man nur mit guter Qualität zu fairen Preisen überzeugen. Und warum soll das nicht auch bei Privatkunden gelingen?
Mit Hilfe eines Konfigurators können die Kunden in wenigen Minuten ihr Wunschmöbelstück designen und bestellen. Der Vorteil besteht darin, dass man auch jederzeit etwas im selben Design nachbestellen kann, wenn etwas hinzugekauft werden oder aufgrund eines Schadens etwas nachbestellt werden soll. Zudem stimmt auch die Qualität. Und wer sich erst einmal einen Überblick verschaffen will, der kann auch im Onlinekatalog schauen, ob er etwas Passendes “von der Stange” findet.
Evolvex ist ein gutes Beispiel dafür, wie man ein bestehendes Angebot verbessern bzw. verändern kann und damit genau den gehoben Ansprüchen der Konsumenten gerecht wird. Die Chancen liegen deshalb gut, das Evolvex einen fliegenden Start hinlegen wird. Denn das IKEA-Prinzip kennt jeder, aber viele Kunden sind mittlerweile daraus herausgewachsen und wollen jetzt Möbel in besserer Qualität selbst designt bequem nach Hause geschickt bekommen. Das kann Evolvex bieten und Luxmy erobert damit gleichzeitig ein neues Kundensegment.
Bildquellenangabe: Illustration Marcus Stark / pixelio.de
In der letzten Woche habe ich den Augmented Reality-Trend auf meine Watchlist gesetzt und in diesem Zusammenhang Anwendungen präsentiert, die für den stationären Handel bzw. ECommerce Mehrwerte bringen. Aber auch in ganz anderen Bereichen helfen Augmented Reality – Anwendungen dabei, Probleme zu lösen. So haben niederländische Wissenschaftler eine 3D-Brille entwickelt, die die Spurensuche am Tatort eines Geschehens deutlich verbessert, weil damit die dreidimensionale Position von Objekten erfasst und diese bearbeitet werden können, ohne den Ort des Verbrechens durch ein persönliches Eingreifen zu “verunreinigen”. Auf pressetext.de wird die Anwendung wie folgt beschrieben:
“Im Gegensatz zu der vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen eingesetzten Spezialkamera arbeitet das System, das von Oytun Akmar und seinem Team an der Delft University of Technology entwickelt wird, mit mehreren Kameras. Diese sind an einer Brillenartigen Display-Konstruktion angebracht, die ihrem Träger eine millimetergenaue 3D-Videoaufnahme des Tatorts liefert. Durch den Einsatz von AR-Technologie lässt sich die real betrachtete Umgebung mit virtuellen Objekten manipulieren und für die weitere Analyse vorbereiten. Die Steuerung des AR-Systems erfolgt dabei über verschiedene Handgesten.”
“Ein besonderes Highlight stellt die Möglichkeit dar, mehrere Personen gleichzeitig forensische Analysen durchführen zu lassen. Wenn der Beamte, der das System vor Ort verwendet, Unterstützung braucht, kann er einen oder mehrere Kollegen anfordern, die ihm per Videostream “über die Schulter schauen”. Doch das Zuschauen alleine ist noch nicht alles: Falls ein Ermittler etwas Wichtiges entdeckt, was ein anderer übersehen hat, kann er seinen Fund jederzeit per Maus und Keyboard markieren und bearbeiten. Ob die neuartige AR-Brille auch in der Praxis hält, was sie verspricht, sollen bald erste Tests mit der niederländischen Polizei zeigen.”
Da fühlt man sich wie bei CSI-Miami und hofft, dass auch diese Technologie dabei hilft, die Arbeit der Ermittler zu verbesseren und vor allem dafür zu sorgen, dass nicht Unschuldige verhaftet oder verurteilt werden. Da es auch bei der Polizei Nachwuchssorgen gibt, sollten genau solche Anwendungen als Werbevideos gezeigt werden, um den Interessenten aufzuzeigen, wie die Polizeiarbeit von morgen ausmacht. Nicht nur im Business ist es wichtig, Visionen aufzuzeigen. Genauso wie bei militärischen Anwendungen sollten sich findige Unternehmer überlegen, für welche Zwecke diese 3D-Brillen noch eingesetzt werden können, um andere Probleme kostengünstig zu lösen.
Als nächstes Beispiel für eine gelungene Gamification-Anwendung habe ich mir LaunchNow herausgepickt. Das Ziel von LaunchNow ist es, den Gründungsprozess eines Unternehmen in ein Spiel zu verwandeln. Aber Achtung: Es handelt sich hier nicht um ein Onlineplanspiel. Vielmehr melden sich auf dieser Plattform die Vertreter echter StartUps an. Im Rahmen des Anmeldeprozederes müssen die Gründer einige Infos zu ihrer Geschäftsidee preisgeben. Dann stellen sie ihre nächsten Milestones auf der Plattform ein, wie z.B. Funding, Abschluss von Alpha- oder Beta-Produktentwicklungsphase, Erwähnung in der Presse, Break Even, Einstellung von Mitarbeitern etc und geben an, ob sie diese just in time erledigt haben.
Je nachdem, wie erfolgreich die Vertreter des StartUps die einzelnen Milestones absolviert haben und ob es just in time erfolgt ist, erhalten die StartUpler Punkte und es wird ein sog. Gamescore ermittelt, der auf Ihrem Firmenprofil auf LaunchNow angegeben wird. So können sich die Gründer mit anderen Gründern messen und sehen, wie sie im Vergleich darstehen. Wer sich nicht gleich diesem brutalen, öffentlichen Wettbewerb ausliefern will, kann auch im Private-Modus starten. Im Rahmen dieser Phase sieht noch keiner auf der Plattform, wer ich bin und wie erfolgreich ich die StartUp-Phase meistere.
Die Idee finde ich nicht schlecht, wenn sie für uns auch erst einmal befremdlich wirkt. Denn wir Deutsche sind zumindestens in der Planungsphase i.d.R. sehr öffentlichkeitsscheu. Aber aus meiner Sicht ist es wichtig, dass genügend Druck hinter einer Gründung steht und man sich auch mit anderen Gründern messen kann, um sich selber besser einschätzen und auch motivieren zu können. Noch wichtiger ist allerdings, dass ich über solch eine Plattform Gleichgesinnte finde, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und mit denen man Erfahrungsaustausch pflegen kann. Die Steigerung bestünde darin, dass man beim Erreichen bestimmter Punktzahlen kostenlos Zugang zu VC´s, Mentoren und anderen Gründungsförderern bekommen würde.
Der Start der Plattform, die seit einigen Monaten online ist, lässt sich ganz gut an. Bisher haben sich mehr als 750 StartUps angemeldet, die sich im Public-Modus mit den anderen öffentlich messen. Der gute Start lässt sich evtl. damit erklären, dass der CEO von LunchNow, Raymond Angel, auch mal Interims CEO von StartUpweekends war. Sehr skeptisch macht mich allerdings, dass Launchnow auf der Crowdfundingplattform Indie GoGo ein Funding von 5.000 USD eingestellt und bisher noch keinen Cent erzielen konnte. Was ist denn da los? Wie auch immer sich LaunchNow entwickeln wird, die Grundidee gefällt mir.
Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, als erstes Anwendungsbeispiel für Gamification keine Webanwendung zu präsentieren, die gerade so gehypt wird. Vielmehr habe ich mir ein Beispiel aus der realen Welt herausgepickt. Konkret handelt es sich um ein Videospiel, dass man auf der Toilette einer Bar spielen kann und dabei auch keinen Joy-Stick benötigt? Wie ihr Eure Spielfigur steuern könnt, könnt ihr dem obigen Video entnehmen. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Gefunden habe ich das Beispiel bei TNT via Trendhunter.
Installiert wurde dieses Pissoir-Video-Game vor einigen Monaten in der Exhibit Bar in London. Die Spiele haben so sinnige Namen wie “Clever Dick” und “On The Piste”. Mehr als drei Jahre haben die Kreativen der Agentur Captive Media daran gearbeitet, bis das etwas andere Videospiel einsatzbereit war. Im Gegensatz zu Displays, die nur Werbevideos abspielen, ist diese Art der Werbung interaktiver. Und warum sollte der HighScore-Inhaber nicht auch mit einem Incentive in der Bar belohnt werden?
Auf jeden Fall hat die Aktion für einigen viralen Wirbel gesorgt. Das obige Video wurde allein bei YouTube mehr als 100.000 mal angeschaut. Stellt Euch vor, das Video Eurer Bar würde so oft angeschaut werden. Eine bessere Werbekampagne kann ich mir fast nicht vorstellen. Wenn solch ein Videospiel natürlich in der 100. Bar in London angeboten wird, wird es schnell langweilig. Insofern unterstelle ich den Verantwortlichen von Captive Media, damit auch eher Werbung in eigener Sache gemacht zu haben.
Ganz neu ist die Idee natürlich nicht (Copycats gibt es nicht nur in der StartUp-Szene). Schon im Jahr 2007 haben wir hier im Blog über eine ganz ähnliche Idee berichtet. Die Frankfurter Agentur Saatchi & Saatchi stand damals vor der Herausforderung, für eine Taxi-Zentrale in Frankfurt eine kreative Werbekampagne zu erstellen, die gute Aussichten haben sollte, preisgekrönt zu werden. Die Idee wurde geboren, dass die Besucher einer Bar/Kneipe beim Pinkeln ins Pissoir spielerisch feststellen sollen, ob sie noch fahrtüchtig seien oder gleich ein Taxi rufen sollten.
Spätestens seit fourscare ist der Gamification-Trend in aller Munde. Konkret versteht man darunter, dass spieltypische Elemente und Prozesse in spielfremden Systemen angewandt werden. Oder anders ausgedrückt: Gamification ist die Anwendung von Spieledesignprinzipien und -mechaniken um Probleme zu lösen und Teilnehmer zu engagieren. Dadurch sollen z.B. Menschen, die eine eher monotone Arbeit zu verrichten haben, motiviert werden, diese Aufgaben zu verrichten. Dies erfolgt u.a. durch die Anzeige von Highscores, Rankings und Fortschrittsbalken sowie durch die Vergabe von Auszeichnungen und virtuellen Gütern. Gamification ist dabei mehr als eine Spielerei. Studien haben gezeigt, dass durch Gamification die Benutzermotivation, Lernerfolg, Kundenbindung, ROI oder Datenqualität deutlich verbessert werden kann.
Richtig, Gamification ist eigentlich uralt. Viele von uns haben schon zu Studienzeiten bei Planspielen mitgemacht, um z.B. spielerisch zu erlernen, wie man eine Bilanz erstellt und welche Auswirkungen bestimmte Entscheidungen auf den Finanzstatus des Unternehmens haben. Aber Gamification ist viel mehr als nur ein neues Wort für einen alten Trend. Durch die Computerspiele wurden ganz neue Standards geschaffen, die heute mit wenig Aufwand in alle Computer- und Webanwendungen integriert werden können. Das hat den positiven “Flächenbrand” ermöglicht. Mittlerweile ist Gamification in den Segmenten Werbung, Unterhaltung, Social Media und Crowdsourcing annähernd “state of the art”. Gartner geht sogar davon aus, dass der Gamification-Hype bald vorbei ist und erst nach einer längeren Ernüchterungsphase zum Standard wird.
Warum nehme ich den Gamification-Trend auf meine Watchlist in diesem Jahr, wenn Gartner meint, dass er bald (für längere Zeit “out” ist? Das hat drei Gründe: Erstens hinken wir in Deutschland immer etwas hinterher, d.h. der Höhepunkt der Hype liegt noch ca. ein bis zwei Jahre vor uns. Zweitens gibt es zwar in einigen Segmenten zeitnah eine Übersättigung, aber dafür erobert Gamification ganz neue Segmente, z.B. im Fitness- und Gesundheitssektor, in der Schul-, Aus- und Weiterbildung, im ECommerce etc. Drittens gibt es immer mehr StartUps, die Gamification zur Basis ihrer Geschäftsidee gemacht haben und spannende Trends in der Zukunft setzen können, wenn sie die Phase der Ernüchterung gut überstehen bzw. sich Nischen oder Anwendungsbereiche suchen, in denen gute Wachstumschancen auch in den nächsten Jahren vorhanden sind.
Eins ist für mich klar. Der Gamification-Trend ist nicht aufzuhalten, denn die heutige Jugend ist nahezu “spielsüchtig”. Wer es in Zukunft nicht schafft, sich darauf einzustellen, wird echte Schwierigkeiten bekommen, die jungen (und manchmal auch älteren) Erwachsenen für ihr Unternehmen zu begeistern, ob als Kunden oder Arbeitskräfte. Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, der langfristig orientiert ist, sich mit diesem Trend auseinander zu setzen, wenn man auch nicht jede Modeerscheinung mitnehmen sollte. Zum Einstieg empfehle ich Euch obiges Video, in dem Sebastian Detering interviewt wird, der sich hier in Deutschland sehr intensiv mit Phänomen “Gamification” wissenschaftlich auseinandersetzt. Wer etwas mehr Zeit hat, kann sich auch seinen einstündigen Vortrag auf der Republica im letzten Jahr anschauen (siehe Video unten). Wer danach auf dem neuesten Stand bleiben will, sei das englischsprachige Gamification-Blog empfohlen.
Ach ja, bleibt noch die Frage zu beantworten, welches Gamification-Best-Practice-Beispiel mir am besten gefällt. Da muss ist zugeben, dieses Beispiel ist fast uralt. Es handelt sich um Nike+. Nike hat es schon vor mehr als 5 Jahren mit Hilfe von Nike+ geschafft, dass Joggen zur spielerischen Herausforderung wird und ich dadurch länger “am Ball bleibe” und mich kontinuierlich weiterentwickle. Richtig, vor mehr als 5 Jahren habe ich darüber schon berichtet. Damals gab es den Begriff Gamification noch gar nicht. Aber das Beispiel zeigt gut, wie ein Trend entsteht. Zuerst gibt es ein Vorbild für die Adaption (Games-Branche). Als nächstes gibt es Erfinder, die daraus keinen wirtschaftlichen Erfolg machen. Dann gibt es Pioniere, wie z.B. Nike. Als nächstes gibt es einen Begriff für diesen Trend. Dann wird es zum Hype. Anschließend kann es keiner mehr sehen (kommt noch). Und dann ist es nicht mehr wegzudenken.
Man kann den Monatsrückblick hier im Blog durchführen, indem man die besten Ideen aus jeder Kategorie auflistet. Für diesen Weg habe ich mich im letzten Artikel entschieden. Aber man kann es auch in klassischer Form tun und folgende Fragen dabei beantworten: Über was habe ich in den letzten 31 Tagen berichtet? Welche Serien habe ich neu angestoßen? Welche Schwerpunkte habe ich gelegt? Was kann man daraus lernen? Und genau dafür ist dieser Monatsrückblick gedacht. Also fangen wir an und zwar konkret mit unserer Top-10-Serie, die ich Anfang des Jahres immer starte, um einen Rückblick des vergangenen Jahres zu wagen. Folgende Top-10-Rankings habe ich erstellt:
Das Gute an meinen vorgestellten Business-Ideen ist, dass sie i.d.R. zeitlos sind. Insofern war der Januar ein sehr guter Monat für meine Leser. Zusammen mit den anderen Artikeln habe ich im letzten Monat mehr als 100 Ideen vorgestellt, von denen sich meine Leser für das tägliche Geschäft inspirieren lassen können. Und es kommt noch besser. Für den Monat Februar kann ich ebenfalls garantieren, dass hier mehr als 100 umsetzbare Ideen vorgestellt werden, denn meine Top-10-Serie geht noch länger weiter, bis ich meinen Rückblick 2011 vollends abgeschlossen habe. In unserem Blog gibt es aber nicht nur Serien-Dauerbrenner. Auch eine neue Serie habe ich im Januar 2012 gestartet. Es handelt sich um die Businesstrend-Watch List 2012. Im Rahmen dieser Serie stelle ich Businesstrends vor, die ich im Blog in Zukunft verstärkt beleuchten will. Im Januar waren das konkret folgende Trends, die ich auf die Watchlist gesetzt habe:
Und noch ein neues Format habe ich gestartet, nämlich das Konzept der Plus-Minus-Analyse. Als erstes habe ich die Crowdinvestingplattform Seedmatch in dieser Form abgeklopft. Und zum Abschluss gab es auch ein Jubiläum hier im Blog zu feieren. Im Januar 2012 habe ich in den Amazon-Partner-Buchshop das 100. Buch eingestellt, das ich meinen Lesern als Lektüre empfehle. Es sind insgesamt elf Kategorien, in die ich meine Buchtipps aufgeteilt habe. Wer mehr darüber erfahren will, wird hier fündig.
Mein Social-Media-Fastenmonat Dezember 2011 hat mir viel gebracht. Zum einen habe ich feststellen können, dass ich noch nicht socialmediasüchtig bin. Aber noch viel wichtiger: Ich habe viele neue Ideen entwickelt, die meinem Blog zugute kommen werden. So habe ich im letzten Monat die Businesstrend-Watchlist eingeführt (mehr dazu könnt ihr im nächsten Artikel lesen, in dem ich einen Monatsrückblick wage). Als nächstes will ich heute damit beginnen, eine neue Tradition einzuführen. Ab jetzt stelle ich jeden Monat die besten Business-Ideen vor, die ich letzten Monat hier im Blog präsentiert habe. In folgenden Kategorien wurden für letzten Monat folgende Ideen gekürt:
Dieser Monatsüberblick der besten hier im Blog vorgestellten Ideen hat gleich mehrere Vorteile. Ihr erhaltet schnell den Überblick über die besten Ideen, auch wenn ihr nicht genug Zeit gefunden habt, alle meine Artikel im letzten Monat zu lesen. Es handelt sich quasi um die 2. Chance für meine Leser. Zudem bekommen neue Leser schnell einen Eindruck davon, welche Themenschwerpunkte ich hier im Blog behandle. Ich selber profitiere davon, dass die Erstellung meiner Top-10-Listen am Ende des Jahres deutlich schneller als bisher erfolgen kann. Und ich sehe schnell, welche Schwerpunkte ich länger vernachlässigt habe, um nach diesen Themen wieder verstärkt recherchieren zu können. Die Welt ist so einfach, wenn man sie etwas strukturiert
Am Inkassogeschäft verdienen darauf spezialisierte Firmen und Rechtsanwälte gutes Geld. Sie verlangen vom Forderungsinhaber i.d.R. eine Fixprämie und eine erfolgsabhängige Prämie, wenn sie die ausstehende Forderung des Auftraggebers erfolgreich einfordern. Das Problem ist nur, dass der Auftraggeber im Vorfeld nur schwer einschätzen kann, wie hoch die Erfolgswahrscheinlichkeit bzw. Inkassoquote ist. Die Inkassogesellschaften machen zwar meistens Prognosen, aber zusichern können sie einen bestimmten Inkassoerfolg nicht. Weiterhin ist unklar, wann das Geld eingefordert werden kann. Vor allem wenn ein Unternehmen insolvenzgefährdet ist, kann Zeit viel Geld bedeuten.
Das sieht bei der neu gestarteten Inkassoplattform smart-collect schon anders aus. Hier kann ein Dritter eine Forderung einer Firma aufkaufen, der er selber etwas schuldet. Da er die Forderung zu einem Abschlag kauft, hat er ein gutes Geschäft gemacht. Aber auch der Forderungsverkäufer freut sich, weil er schnell und zu fest vereinbarten Konditionen die Forderung verkauft hat. Und smart-collect freut sich auch, weil es im Vermittlungsfall eine Provision von 6 % erhält. So verdient smart-collect mit dem Prinzip des Dreiecksgeschäftes sehr gutes Geld. Auf der Webseite wird ein entsprechendes Erfolgsbeispiel beschrieben:
“Die Brauerei H schuldete dem Brunnenbaubetrieb A 24.800 €. In der SMART-COLLECT-Datenbank fand sie eine Forderung gegen A in Höhe von 19.800 € zzgl. 8% Zinsen, die seit 15 Monaten bestand. H verhandelte mit dem Forderungsverkäufer C und erwarb die Forderung für 14.000 €. Mit den aufgelaufenen Zinsen hatte die Forderung einen Wert von ca. 21.800 €. Die Brauerei erklärte gegenüber dem Brunnenbaubetrieb die Aufrechnung und musste nur noch 3.000 € in bar zahlen, um sich der gesamten Verbindlichkeit gegenüber A zu entledigen.”
Man kann sich aber noch einen anderen Fall vorstellen. Mal angenommen, man will bei einem Möbelhändler ein bestimmtes Möblestück, das im Schaufenster ausgestellt ist, günstig erwerben. Dann schaut man bei smart-collect, ob man dort eine Forderung gegenüber diesen Möbelhändler günstig erwerben kann. Dann geht man in das Möbelgeschäft und erwirbt zum Discountpreis das Möbelstück. Und schon hat man ein doppeltes Schnäppchen gemacht. Solche Geschäfte sind sehr lukrativ, aber auch sehr riskant. Denn wenn der Möbelhändler in der Zwischenzeit insolvent geworden ist, schaut man “in die Röhre”.
“Free is the radical price of the future”. Das ist das Dogma von Chris Andersen, einem der wichtigsten Vordenker der Neuzeit. Und fast täglich gibt es Beispiele, die die Richtung dieses Dogmas weisen. So hat der englische Textilhändler Topshop für die neue Eröffnung eines Geschäfts in Melbourne einen Doppeldeckerbus gemietet, der Touristen und Einheimische kostenlos durch die Stadt fährt. Der Bus hält nicht nur an Touristenattraktionen, sondern auch am neu eröffneten Geschäft von Topshop. Um die Touristen auch ins Geschäft zu locken, werden Rabattcoupons verteilt bzw. verlost. Wo der Bus als nächstes entlang fährt, kann man dem Twitteraccount von Topshop Australien entnehmen.
Die Idee erinnert an Butterfahrten. Hier werden die Kunden mit Bus oder Schiff zum kleinen Preis zu touristischen Attraktionen gefahren, um ihnen zwischendurch in Verkaufsshows überteuerte Produkte zu vertickern. Im o.g. Fall werden die Kunden allerdings nicht in die Verkaufsräume von Top Shop gezwungen. Zudem wird der Bus als mobile Werbewand genutzt, um auch den Fußgängern, die nicht mit dem Bus fahren, anzuzeigen, dass ein neuer Shop eröffnet wurde. Und warum bietet man nicht auch kostenpflichtige Touren an? Das Ticket könnte als Einkaufsgutschein in ausgewählten Geschäften eingelöst werden, die das Vorhaben mitfinanzieren.
Oder es könnten sich auch andere Anbieter davon inspirieren lassen. Wie wäre es z.B. wenn Gastronomen aus vier verschiedenen Stadtteilen ein “Driving-Dinner” anbieten würden, indem die Gäste kostenlos zu den einzelnen Restaurants mit dem Touristenbus gefahren werden und während der Fahrt an den wichtigsten Sightseeing-Orten der Stadt vorbeigefahren werden. Zusätzlich könnte man auch andere Fahrgäste mitnehmen, die für die Fahrt bezahlen. Das eine muss eben das anderen nicht ausschließen.
Es gibt Geschäftsideen, die sich in Kürze zahlreicher Copy Cats erfreuen. Es gibt aber auch Ideen, die schon lange erfolgreich funktionerieren, aber immer noch sehr wenige Nachahmer gefunden haben. Das macht aber nichts, weil hier im Blog auch ab und zu Ideen präsentieren, die schon etwas betagter sind. Bei uns wird alles präsentiert, das gut ist, egal ob jung oder alt. Und genau solch einen Oldie präsentiere ich heute. Es handelt sich um das Dinner Jumping, das in Sasbachwalden südlich von Baden Baden gebucht werden kann.
Dabei handelt es sich um ein Gruppenevent, das den Besuch von vier Restaurants an einem Abend beinhaltet. In jedem dieser Restaurants wird jeweils ein Gang zum abgestimmten Menu serviert. Nach jedem Gang wandert man zum nächsten Restaurant im Ort, das maximal 15 Minuten entfernt ist. Da bekommt das Wort “Verdauungsspaziergang” eine ganz neue Bedeutung. Damit man auf den nächsten Gang nicht zu lange warten muss, ruft der Gastwirt den nächsten an, wenn die Gruppe sein Restaurant verlässt.
Das Angebot ist ein Tourismus-Magnet. Im Jahr nehmen mehr als 1.500 Gäste daran teil und das schon seit vielen Jahren. Die Gäste freuen sich über ein sehr abwechslungsreiches Gastronomieerlebnis. Die Restaurantbesitzer haben die Chance, die Kunden so zu begeistern, dass sie wiederkommen und das nächste Mal ein ganzes Menu genießen. Und der kleine Ort wird weit über die Grenzen hinaus bekannt, was die Tourismusverantwortlichen freut. Es wundert nur, dass es so wenige Nachahmer gibt, noch.