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August 27, 2010

Verbessere nicht immer ein Produkt, sondern dessen Zubehör

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Produkt, Innovation — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Kennt Ihr das auch, dass Euer Notebook zu wenige USB-Ports hat? Ich persönlich habe an meinem Notebook drei USB-Ports. Einer scheint aber nach einem Jahr nicht mehr richtig zu funktionieren. Die anderen beiden USB-Ports, die noch funktionieren, liegen genau übereinander. Versucht mal, einen USB-Stick und einen UMTS-Stick gemeinsam anzuschließen. Das geht mit etwas Grips gerade noch so. Bei meiner Funkmaus hört es dann aber auf. Wie könnte man das Problem lösen? Ja, man könnte ein Notebook mit mehr USB-Ports kaufen. Gibt es noch eine günstigere Lösung? Ja, cleveres Zubehör ist häufig die Lösung:


Designer: Yi Fan Lin & Hong Yih Chu

Yanko-Design hat in den letzten Monaten zwei schicke Lösungen dafür präsentiert. In die jeweiligen USB-Stecker kann der nächste Stecker bzw. Gerät reingesteckt werden. Wenn man genau hinschaut, sind beide Ideen sehr ähnlich, aber doch unterschiedlich, was z.B. die Anordnung der Kabel angeht. In beiden graphischen Lösungsvorschlägen werden nur die einen Enden präsentiert. Wichtig ist natürlich auch, wie die andere Seite aussieht. Gibt es dort einen Stecker, der in ein USB-Gerät reingesteckt wird oder braucht es gleich ganz neue Geräte? Das ist jetzt die Herausforderung der Techniker und weniger der Designer.


Designer: Gonglue Jiang

Diese zwei Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie man durch intelligentes Zubehör Geräte besser machen kann. Und hier besteht die Chance auch für kleinere Unternehmer, Produkte erfolgreich in den Markt einzuführen. Überlegt doch selber einmal, worüber Ihr Euch an existierenden Produkten ärgert und wie das mit Zubehör gelöst werden kann. Und wenn ihr selber nicht genug Geld oder Know-How dafür habt, dann bietet doch einen Onlineshop genau für solch intelligentes Zubehör an. Es gibt fast immer mehr als einen Weg “nach Rom”.

August 8, 2010

Wie der Landwirt und Erfinder Krinner Anwohnerproteste für seinen Mega-Sonnenpark verhindern konnte

Filed under: Innovation, V - Unternehmer — Burkhard Schneider @ 6:45 pm


Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

Klaus Krinner war schon als Landwirt, nachdem er den Hof seiner Eltern übernahm, findiger als andere Bauern in seiner bayerischen Heimat. Statt Getreide baute er auf seinen Feldern Erdbeeren an und verkaufte sie direkt an Selbstpflücker. Billig-Importe aus dem Ausland machten das Geschäft immer unattraktiver. Da kam es ihm sehr gelegen, einen neuen Weihnachtsbaumständer erfunden zu haben. Bis heute verkaufte er mehr als 13 Millionen Baumständer, die auf Basis der Rundum-Ein-Seil-Technik beruhen. Inspiriert von diesem Erfolg entwickelte er u.a. ein Schraubfundament, mit dem man u.a. Solarpanels in wenigen Minuten auf weichem Boden befestigen kann. Damit schloss sich der Kreis wieder, weil einer der größten Solarparks Deutschlands auf seinen ehemaligen Erdbeerfeldern errichtet wurde. Im Spiegel-Interview verät Krinner, wie er Anwohnerproteste für dieses Megaprojekt im Keim ersticken konnte:

“Mit Klein-Klein allerdings hat sich der Allrounder noch nie zufriedengegeben. So entstand die Idee zum Straßkirchener Mega-Sonnenpark. Etwa 160 Millionen Euro hat die Anlage gekostet, finanziert von einem Joint Venture und jetzt im Besitz des Hamburger Emissionshauses Nordcapital. Krinner selbst gehört der Park nicht, aber er hat ihn ermöglicht. Weil die Anlage auf seinem Grund steht. Und weil er Anwohnerprotesten von vorneherein entgegenwirkte: Er konnte den Nachbarn versichern, dass auch sie etwas davon haben – denn bevor der Investor Anteile des “Solarfonds” an Anleger verkaufen konnte, musste er seinen Firmensitz nach Straßkirchen verlegen. Die Gewerbesteuer, das war Krinner wichtig, sollte an seine Heimatgemeinde gehen. Der Landwirt selbst verdient durch die Verpachtung des Landes 200.000 Euro im Jahr.”

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Die 3. EnergieEffizienz-Messe Frankfurt führt am 5. und 6. Oktober 2010 gezielt Entscheidungsträger von mittleren und größeren Unternehmen, der Immobilienwirtschaft und Kommunen in Hessen und Deutschland gebündelt an zwei Tagen in Frankfurt zusammen. Mehr Infos gibt es unter www.energieeffzienz-messe.de. ************WERBUNG*************************WERBUNG************

Klaus Krinner zeigte mit dieser Aktion, dass er trotz seiner Erfolge immer noch bodenständig genug ist und weiß, wie man Menschen für ein Projekt gewinnen kann. Jeder erfolgreicher Erfinder muss auch immer ein guter Unternehmer sein. Denn Erfindungen werden nur erfolgreich, wenn sie auch von den Menschen angenommen werden. Und da es nur selten gelingt, Lizenznehmer zu finden, die das Produkt erfolgreich vermarkten, muss man eben selber ran als Unternehmer und zeigen, dass die Erfindung wirtschaftlich erfolgreich vermarktet werden kann. Umso beachtenswerter ist, dass Klaus Krinner mit ganz unterschiedlichen Produkten und unterschiedlichen Zielgruppen unternehmerischen Erfolg vorweisen kann. Nicht nur unter Erfindern findet man solche Multientrepreneure sehr selten.

July 23, 2010

Macht das Teehaus Hälssen & Lyon TEA TO GO salonfähig?

Filed under: Innovation, Marketing - Verpackung — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Viele Ketten wie Mc Donalds und Starbucks leben sehr gut davon, dass viele Kunden die Speisen und Getränken nicht vor Ort genießen, sondern unterwegs zu sich nehmen. Auf wenig Platz kann so sehr viel Umsatz generiert werden und die Ertragszahlen der betreffenden Unternehmen entsprechend aufgepeppt werden. Von dieser Erkenntnis wollen nicht nur die Systemgastronomen profitieren, sondern auch pfiffige Lieferanten. Dazu gehört z.B. das Teehaus Hälssen & Lyon. Es hat vor einigen Jahren ein System unter dem Namen “TEATOGO” entwickelt.

Im Verkaufsset ist nicht nur ein Teebeutel enthalten, sondern auch ein Deckel, der auf die handelsüblichen Coffee-to-go-Becher passt. Er erlaubt dem Konsumenten, die Ziehzeit selbst zu bestimmen und kann unkompliziert entsorgt werden – er wird einfach zurück in den Deckel gezogen (siehe Bild oben). Die Teemenge im Teebeutel ist ideal für den Aufguss in Bechern (300-340 ml). Da Hälssen & Lyon ein breites Sortiment an Teesorten anbietet, ist für jeden Teeliebhaber etwas dabei.

Für diese Innovation gab es z.B. den Verpackungspreis im Jahr 2006. Wenn man sich allerdings die sehr kurze Übersicht der Vertriebspartner in Deutschland anschaut, kommt man ins Grübeln, ob TeaToGo wirklich angenommen wird. Vielleicht ändert sich das bald, denn seit kurzem gibt es TeaToGo im Erfinderladen in Berlin. Vielleicht werden dadurch genug Konsumenten auf diese Innovation aufmerksam und es finden sich endlich mehr Vertriebspartner.

July 8, 2010

Nächster Meilenstein: Solar Impulse absolviert 26-Stunden-Testflug

Filed under: Innovation, Trends — Burkhard Schneider @ 9:45 pm

Erstmals im September 2008 habe ich hier im Blog über das Segelflugzeug Solarimpulse berichtet. Es soll das erste Flugzeug sein, dass nur von Sonnenenergie angetrieben die Welt umsegeln soll. Nachdem im Juni 2009 nach mehr als sechs Jahren Entwicklungszeit der erste Prototyp vor mehr als 800 geladenen Gästen präsentiert wurde und am 7. April 2010 der erste längere Testflug über ca. 2 Stunde unternommen werden konnte, konnte heute der wichtigste Meilenstein auf dem Weg zur Weltumrundung erzielt werden: Die Solarimpulse absolvierte von gestern auf heute einen 26-stündigen Testflug inkl. einer ganzen Nacht, in der das Solarflugzeug nur von den Batterien, die tagsüber von der Sonne aufgeladen wurden, angetrieben wurde.

Gerne berichte ich immer wieder über die Fortschritte dieses visionären Vorhabens, denn jeder kann mithelfen, dass eines Tages jedes Flugzeug nur von der Sonne angetrieben wird. Im Rahmen des Supporter-Programmes kann jeder für einen einmaligen Beitrag von 200 CHF die Patenschaft für eine der 10.748 Solarzellen auf den Tragflächen des Flugzeuges übernehmen. Viele Promis, wie Al Gore, haben es vorgemacht. Wer mehr Geld ausgeben will, kann für 2.000 CHF an einer VIP-Führung teilnehmen. Und für 10.000 CHF wird der Name des Spenders auf dem Rumpf des Flugzeuges verewigt. Schon die Freiheitsstatue wurde auf ähnliche Art und Weise finanziert.

Zudem gibt es das Angel-Programm für Privatpersonen, die gegen Darlehen ab 100.000 EUR VIP-Vergünstigungen erhalten, wie z.B. die Teilnahme an einem Testflug. Und natürlich gibt es auch Großsponsoren, wie die Deutsche Bank, die viel Geld bereitstellen, damit die Vision zur Realität wird. Um solch eine Vision zu realisieren, braucht es zu Anfang Multimillionäre wie Bertrand Piccard, Großkonzerne als großzügige Sponsoren, flächendeckende mediale Berichterstattung und viele kleine Idealisten, die nicht nur Geld spenden, sondern immer wieder im Freundes- und Bekanntenkreis von diesem visionären Projekt berichten. Weil dieses Projekt auf so viele verschiedene finanzielle Füße gestellt wurde, bin ich sehr zuversichtlich, dass Piccard in wenigen Jahren seinen Traum verwirklichen und eine Weltumsegelung nur mit Hilfe der Sonnenkraft durchführen kann.

July 6, 2010

Anmeldeschluss für Red Dot Design Concept Award ist der 8.7.2010

Filed under: Idee - Produkt, Innovation — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Am 5. Juli 2010 wurden in Essen die Ret Dot Product Design Awards vergeben. Hier haben eher die etablierten Firmen wie Dyson, Daimler Benz, Apple und Co. abgeräumt. Das war weniger überraschend und inspierend. Viel spannender finde ich es, wenn Jungdesigner unverkrampft neue Designlösungen entwickeln, um das Alltagsleben etwas lebenswerter zu machen. Dafür gibt es den Red Dot Design Concept Award.

Wer noch schnell entschlossen ist, der kann sich bis zum 8. Juli 2010 unter www.red-dot.de für den diesjährigen Design Conecpt Award bewerben. Wer sich erst einmal inspirieren lassen will, kann sich in den entsprechenden Unterrubriken die Gewinner der letzten Jahre näher anschauen.

Oben seht Ihr z.B. den Entwurf des Siegerteams im letzten Jahr. Die asiatischen Designer haben sich Gedanken gemacht, wie man Abfalleimer so cool designen kann, dass sie ins Strandbild passen und man Lust darauf bekommen kann, den Abfall dort zu hinterlassen.

Wirklich reich wird man als Sieger mit 5.000 USD Preisgeld nicht, aber man erhält eine perfekte Bühne, um sich bekannt zu machen. Denn Designer werden langfristig auch nicht glücklich, wenn ihre Ideen nicht in die Tat umgesetzt werden.

June 30, 2010

Wenn Brückenbauer bei der Entwicklung neuer Sportschuhe helfen

Filed under: Innovation — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Im April durfte ich einem Vortrag mit anschließender Diskussion zwischen Herrn Dr. Debus, Leiter der ersten europäischen Niederlassung von Innocentive in München und zahlreichen innovativen Unternehmern hier in Frankfurt beiwohnen. Dr. Debus hat an zahlreichen Beispielen aufgezeigt, wie häufig die Lösung für ein bei ihnen eingestelltes Problem von branchenfremden Entwicklern und Experten präsentiert werden. Damit wollte er u.a. verdeutlichen, wie wichtig es ist, Querdenker in die Lösungsprozesse einzubinden. Deshalb lehnt es Innocentive u.a. ab, nur einigen ausgewählten Experten Problemstellungen zu präsentieren. Denn zu häufig beißen sich die internen Fachleute aufgrund einer nicht zu verhindernden Betriebsblindheit an bestimmten Problemen fest und finden auch keinen Weg aus der tiefen, dunklen Entwicklersackgasse.

Jetzt bin ich in den Notizen von Förster und Kreuz wieder auf ein schöne Lösungsidee gestoßen, die nicht möglich geworden wäre, wenn der Entwickler sich nicht von branchenfremden Experten hätte inspirieren lassen. Konkret handelt es sich um die Flywire Technologie, die beim Nike Hyperdunk Schuh angewendet wurde: “Der Nike-Flywire-Schuh hat einen papierdünnen, schmutzabweisenden Oberschuh, der alleine von Fasern getragen wird, die den Fuß umschließen wie Sehnen und die angeordnet sind wie die Tragekabel einer Hängebrücke. Da die Festigkeit nicht von einer mehrlagigen Oberfläche kommt, sondern von „Kabeln“, ist der Schuh auch enorm flexibel, was wiederum extrem angenehm und kraftsparend beim Laufen ist. Der Schuh wiegt bei großer Stabilität nur 92 Gramm – so viel wie eine Tafel Ritter-Sport, in die Sie einmal reingebissen haben.”

Die Innovationsforscher Oliver Gassmann und Ellen Enkel von der Uni St. Gallen und der Zeppelin-Uni Friedrichshafen sprechen in diesem Zusammenhang von „Cross Industry Innovation“ und schätzen, dass maximal 10 Prozent der innovativen Unternehmen in Deutschland diesen Ansatz wählen, um Problemlösungen zu erzielen. Aus meiner Sicht wäre das schon eine ganze Menge. In Zukunft wird der Prozentsatz aus meiner Sicht deutlich steigern, denn Plattformen wie Innocentive bieten einen relativ kostengünstigen Zugang zu einer breiten Zahl an Querdenkern und begleiten zudem den gesamten Lösungsprozess, von der Ausschreibung bis zur Bewertung und Ansprache der Experten. In einem separaten Posting werde ich auf die die aktuelle Arbeit von Innocentive näher eingehen.

June 29, 2010

Nicht nur die Weisheit der Massen kann intelligent genutzt werden

Filed under: Idee - Tech, Innovation — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Es gibt mittlerweile viele Geschäftsmodelle, die die Weisheit der Massen anzapfen wollen. Menschen geben aber nicht nur bereitwillig ihr Wissen ab, sondern auch menschliche Wärme. Das kennt jeder, der schon einmal mehrere Stunden in einer Konferenz gesessen ist und festgestellt hat, dass es immer wärmer wird, weil die Klimaanlage es nicht mehr schafft, gegen die menschliche Hitze anzukämpfen. Clevere Ingenieure wissen, dass man dagegen gar nicht ankämpfen muss, sondern diese Wärme sinnvoll nutzen kann. In Stockholm gibt es z.B. das Bürogebäude Kungsbrohuset, dass die menschliche Wärme nutzt, um das Bürokomplex zu beheizen. Im Gastronomie-Report wird das näher beschrieben:

“Das mehrstöckige, 27.000 Quadratmeter große Bürogebäude befindet sich unmittelbar am Stockholmer Hauptbahnhof und wird u.a. mit der Körperwärme der 250.000 Zugpendler geheizt, die täglich durch den angrenzenden Bahnhof eilen. “Je nach Aktivität erzeugt jeder Mensch zwischen 50 und 100 Watt Energie. Das ist ein Potenzial, das auch in großem Maßstab ausgenutzt werden kann”, heißt es bei Jernhusen, dem Betreiber. Die aufgewärmte Luft der Bahnhofshallen wird durch Ventilatoren zu großen unterirdischen Wassertanks geleitet und wärmt diese. Das aufgewärmte Wasser fließt dann ins Heizsystem des 100 Meter entfernten Bürogebäudes. Durch die “humane Heizung” kann nach Angaben von Jernhusen etwa ein Fünftel der jährlichen Heizkosten eingespart werden.”

Dieses Konzept funktioniert überall, wo sich große Menschenmassen befinden, also in Sportstadien, Bürokomplexen, Einkaufszentren und Co. Neu bei dieser Lösung ist, dass die Wärme eines angrenzenden Gebäudes (Hauptbahnhof) genutzt wird. Und das ist noch nicht alles: “Zur weiteren Reduzierung des Energieverbrauchs ist das Bürogebäude mit einer Doppelfassade versehen, die Sonnenlicht aufnimmt und isoliert. Um eine Überhitzung zu vermeiden wird die Raumklimatisierung mit dem Wetterbericht abgestimmt und das Kühlungssystem nutzt Wasser aus einem nahen See. Für die Mieter in dem Gebäude gibt es darüber hinaus Ladestationen für Elektroautos sowie eine überwachte Fahrradgarage mit Umkleideräumen und Duschen.”

May 12, 2010

ideasculture liefert 100 neue Ideen über Nacht

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Web, Innovation — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Früher war es sehr teuer, viele neue Ideen für sein Business zu bekommen. Dafür wurde früher ein Team zusammengestellt, das sich gemeinsam getroffen hat, um neue Ideen für den Auftraggeber zu entwickeln. Für solch einen Service konnte der Auftraggeber schnell 10.000 EUR und mehr bezahlen. Im Internetzeitalter geht das Dank vieler Ideenplattformen deutlich günstiger. Häufig schauen hier aber die Ideengeber aus der Wäsche, weil Sie für ihre Leistung nichts oder fast gar nichts erhalten. Das führt dazu, dass man viele Ideengeber nachhaltig nicht dafür begeistern kann, an Ideensessions teilzunehmen.

Yvonne Adele bietet mit Ihrer australischen Firma Ideas Culture mit dem Leistungspaket “Ideas while you sleep” einen Mittelweg an. Wenn ein Auftraggeber sein Problem bis 16:00 Uhr einreicht, erhält er bis 10:00 Uhr 80 – 100 Ideen, um sein genanntes Problem zu lösen. Das funktioniert, weil Ideas Culture bis 18.00 Uhr an ausgewählte Experten aus der ganzen Welt die Problemstellung via Twitter weiterleitet, die sich zwischen 15 und 30 Minuten Gedanken darüber machen, wie man das genannte Problem lösen kann. Dieser Service kostet für den Auftraggeber derzeit 495 USD (ca. 350 EUR).

Auch wenn ich das Vorgehen nicht perfekt finde, gibt es einige sehr interessante Ansätze. Als erstes finde ich es sehr interessant, dass der Auftraggeber in kürzester Zeit, also über Nacht, bis zu 100 Lösungsvorschläge bekommt. Schade finde ich, dass er dann damit “alleine gelassen wird”. Diesbezüglich würde ich mir Zusatzangebote wünschen, damit man bei der richtigen Auswahl der Ideen nicht alleine gelassen wird. Sehr gut finde ich dagegen, dass Ideengeber aus der ganzen Welt mitmachen, die vorher gezielt ausgewählt werden. Ebenfalls positiv ist, dass die Ideengeber nach vier Sessions 100 AUD Entlohnung erhalten.

April 29, 2010

Happy Birthday Post It: Erst Flop, dann Top

Filed under: Innovation — Burkhard Schneider @ 4:45 pm


(c) Pixelio / delater

Sie sind heute aus fast keinem Büro mehr wegzudenken. Die Post-it´s. Kaum zu glauben, dass sie 35-jährigen Geburtstag feiern. Dabei war es eine “sehr schwere Geburt”. Und eigentlich war es auch noch ein “Unfall”. Der Chemiker Spencer Silver von 3M wollte eigentlich einen neuen Superkleber entwickeln, der stärker als alle bekannten Klebstoffe sein sollte. Das Ergebnis seiner Versuche war aber nur eine klebrige Masse, die sich leicht auf großen Flächen auftragen ließ, aber genauso leicht wieder abzulösen war. Die findigen Marketiers von 3M fanden trotzdem ein Einsatzgebiet für diese neue Erfindung, hatten aber nicht viel Erfolg damit, wie DerHandel berichtet:

“Das einzige Produkt, das 3M daraus entwickelte, war eine Art Pinnwand, die ohne Pins auskam: Das Brett wurde mit dem Klebstoff bestrichen, so dass sich normale Zettel einfach hinkleben und wieder ablösen ließen. Ein Erfolg war diese Notizwand gleichwohl nicht: Sie wurde schnell wieder vom Markt genommen. So geriet die Erfindung von Spencer Silver in Vergessenheit. Bis sie Silvers Kollegen Art Fry 1974 auf eine Idee brachte: Als Sänger im Kirchenchor ärgerte er sich darüber, dass seine Merkzettel immer wieder aus dem Gesangbuch herausfielen. Im Labor besorgte sich Fry daher Proben des schwach klebenden Klebstoffs, schnitt kleine Zettel zurecht und trug ein wenig der Masse auf. Die neuen Gedankenstützen hafteten zuverlässig im Gesangbuch und ließen sich dennoch leicht ablösen, ohne die Notenblätter zu beschädigen.”

Die Post-it-Haftnotizen kamen im April 1975 auf den Markt. Heute werden allein in Deutschland pro Jahr rund 4,5 Millionen Post-it Blöcke verkauft. Und sie sind ein perfektes Beispiel dafür, dass man Ideen, mit denen man zuerst nichts anfangen kann, eher in die Schublade als in den Papierkorb werfen sollte. Denn aus vermeintlichen Abfallprodukten können schnell Topseller werden. Dafür braucht es aber meist Teamwork bzw. ein Staffellauf. Und zudem kann man viele gute Innovationen nicht erzwingen. Häufig braucht es auch Geduld und Zeit und auch das nötige Quentchen Glück. Dann aber kann es die Basis für viele neue Ideen sein. Die Post It´s werden fast jährlich “neu erfunden”. Happy Birthday.

April 23, 2010

Der Blumentopf, der mitwächst

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Produkt, Innovation — Burkhard Schneider @ 3:45 pm

Vor kurzem erst habe ich hier im Blog über die Napac-Blumentöpfe berichtet, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Reisspelzen und Chinachilf hergestellt werden und bedenkenlos mit der Pflanze in die Erde eingepflanzt werden können. Dadurch kann man den sog. “Wurzelschock” verhindern, wovon ich im Rahmen des Berichtes das erste Mal gehört habe. Damit ist die Beschädigung der Wurzeln beim Austopfen aus dem Pflanzentopf gemeint.

Nicht jeder will aber seine Pflanze in die Erde einpflanzen, sondern sich möglichst lange an ihr als Zimmerpflanze erfreuen. Auch hier besteht das Problem darin, dass die Pflanze immer größer wird. Neben dem Risiko des “Wurzelschocks” ist es auch sehr aufwendig, die Pflanzen immer umzutopfen. Und genau dafür hat der Designer JunBum Park im Rahmen einer Designstudie eine wie ich finde geniale Lösung gefunden, wie yankodesign berichtet. Wie Ihr oben im Bild sehen könnt, handelt es sich um einen designschönen Blumentopf, der mit der Pflanze mitwachst.

Konkret besteht der Topf aus einem Boden und einer flexiblen Kunststofffolie, die man zu einem Kreis biegen kann. Dadurch lässt sich der Topf in drei Größen einstellen. Genial wäre jetzt, wenn der Boden auch mitwachsen könnte, wofür bestimmt ein Tüftler auch bald eine Lösung finden wird. Wenn man nur nach der Anzahl der Berichte in den letzten Tagen geht, könnte diese Idee zum Topseller werden.