Nachdem ich im ersten Teil der Serie “Outsourcing als Chance für Gründer und Unternehmer” auf die Beweggründe für den Start dieser Serie und auf eigene Erfahrungen eingegangen bin, möchte ich heute einen ersten Anbieter im Outsourcing-Markt vorstellen. Es handelt sich um die internetbasierte Offshoring-Plattform twago. twago bedeutet „Teamwork Across Global Offices” (sinngemäß: Zusammenarbeit von Teams in weltweiten Büros). Ziel ist es, hochwertige Dienstleistungen weltweit über das Internet zu vermitteln. Grundsätzlich fokussiert twago sich auf die Vermittlung von Dienstleistungen, die an einem beliebigen Ort weltweit vor einem Monitor erbracht werden können. Die Spannweite der vermittelten Dienstleistungen umfaßt die konzeptionelle Erstellung von Webseiten und Programmierung von Software, Grafikdesign sowie administrative und Schreib-/Übersetzungsdienstleistungen.
Die Funktionsweise wird auf der Webseite wie folgt beschrieben: “Europäische Kunden stellen Projekte ein, Service-Anbieter weltweit geben Angebote ab, der Kunde vergleicht und entscheidet frei, welcher Anbieter für seine spezielle Situation am besten passt. twago unterstützt Anbieterauswahl und Projektdurchführung mit einer Vielzahl an Produktfeatures wie dem twago Projektmanagement-Tool, ausführlichen Unternehmensdarstellungen der Service-Anbieter mit Projekthistorie und –Bewertung sowie sicherer Zahlungsabwicklung. twago ist der größte Anbieter in Deutschland mit einer Wahlmöglichkeit für Kunden zur Zusammenarbeit mit hochqualifizierten deutschen Service-Anbietern oder alternativ der einfachen und sicheren Verlagerung von Aufträgen in aufstrebende Schwellenländer (Offshoring). Bereits heute nutzen Service-Anbietern aus 87 Ländern die Plattform zur virtuellen Zusammenarbeit mit Privat- und Geschäftskunden in ganz Europa.”
Was ist nun besonders an twago, da es schließlich schon für fast alles Ausschreibungsplattformen gibt? Zum einen hat man hier die Wahlmöglichkeit zwischen Home- und Offshoring. Bei einigen Dienstleistungen ist man eben besser im Inland aufgehoben, in anderen Bereichen wiederum bieten ausländische Partner das bessere Preisleistungsverhältnis an. Zum anderen gefallen mir die Servicefeatures besonders gut. So kann z.B. der Ausschreibende festlegen, dass der potentielle Auftragnehmer die komplette, detaillierte Projektbeschreibung erst einsehen kann, wenn er die Vertraulichkeitsvereinbarung unterschrieben hat und ausdrücklich freigeschaltet wurde. Hilfreich finde ich auch den Verifizierungsservice von Usern und Referenzen. Das erhöht das Vertrauen der Auftraggeber und verhindert, dass Betriebsspionage durchgeführt wird.
Gegründet wurde twago 2009. twago ist eine Marke der Bejali Internet GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin (Deutschland). Bejali Internet GmbH & Co. KG ist in Privatbesitz der drei Gründer Gunnar Berning, Maria Lindinger und Thomas Jajeh. Besonders konzeptstark finde ich, dass sich das twago-Team beim Aufbau seiner Plattform selber vieler Outsourcingpartner bedient hat. Durch eine Kooperation mit internationalen Service-Anbietern aus Deutschland, der Schweiz (Übersetzungen), Kanada (Webdesign), den Philippinen (Firmenlogo) und Russland (Programmierung) realisierte die Firma nach eigenen Angaben Einsparungen von über 60% und konnte sich damit vermehrt auf die Akquisition von Kunden fokussieren.
Um günstige Flugtickets ergattern zu können, muss man meist sehr früh buchen. Was soll man aber tun, wenn sich die Reisepläne aus welchen Gründen auch immer ändern und man die geplante Flugreise nicht antreten kann. I.d.R. kann man die günstig erworbenen Tickets nicht gegen Zahlung des vollen Preises an die Fluggesellschaft zurückgeben. Allerdings wäre es doch schade, wenn das Ticket einfach so verfällt, schließlich kann man über Ebay und Co. doch fast alles verkaufen, was man sich vorstellen kann.
Und genau deshalb gibt es seit kurzem die Plattform Re-ticket.com. Als erstes wird hier geprüft, ob das Ticket überhaupt und wenn ja zu welchen Kosten weiterverkauft werden kann. Nach Angaben von Re-Ticket sind ca. 40 % aller Flugtickets übertragbar. Allerdings entstehen häufig Kosten bei Namensänderung. Wenn die Tickets übertragbar sind, werden Sie in die Plattform zur Vermittlung eingestellt. Neben Flugtickets können auch Tickets von Bahn- und Fährverbindungen eingestellt werden.
Genau von dieser Idee können sich auch andere Gründer inspirieren lassen. Schaut doch einmal, wofür es noch keinen funktionierenden Zweitmarkt gibt. Nehmt anschließend mit den Verkäufern der “Ersttickets” Kontakt auf und prüft, ob eine Kooperation Sinn machen könnte. So könntet Ihr schnell von 0 auf 100 durchstarten. Denn eine Idee ist nur so gut, wie der Vertriebskanal, der dahinter steckt
Vor kurzem habe ich mit hotelsnapper und Vadingo zwei Hotelpreisverhandlungsportale vorgestellt, die den Hotels die Möglichkeit geben, Restkontingente zu vermarkten und den Gästen zu wahren Preisschnäppchen verhelfen wollen. Einen ganz anderen Weg mit gleicher Zielsetzung verfolgen die Macher der Hotelcard. Wer sich die Hotelcard zum derzeitigen Einführungspreis von 75 CHF kauft, kann bis Ende 2011 in den auf hotelcard.com registrierten Hotels in der Schweiz bis zu drei Nächte zum halben Preis übernachten.
Wenn man einer aktuellen Pressemitteilung glauben darf, können schon jetzt auf der Webplattform mehr als 300.000 Hotelzimmer zum halben Preis gebucht werden. Wenn man näher hinschaut und die Auflistung aller Hotels anschaut, stellt man fest, dass derzeit 220 Hotels Angebote zum halben Preis eingestellt haben. Da die Hotels mehrere Zimmer zu diesen Sonderkonditionen anbieten und das bis Ende 2011 kommen insgesamt mehr als 300.000 Hotelzimmer zustande. Sehr gut gefällt mir dagegen, dass man die Hotels nach Themen sortiert anschauen kann, wie z.B. Wellness, Familien, Haustiere, Designhotels etc.
Aber Achtung: Die Angebote auf www.hotelcard.com sind abhängig von den Verfügbarkeiten in den Hotels. Wenn Hotels zu bestimmten Zeiten gut ausgebucht sind, stellen sie natürlich keine freien Kontingente auf die Plattform ein. Trotzdem kann der Schnäppchenjäger fündig werden. Sind beispielsweise die Zimmer im Winter in Zermatt ausgebucht, so gibt dafür viel mehr Angebote im Tessin. Kongresshotels in den Städten haben meist am Wochenende leere Zimmer und sind dann auf der Suche nach Privatgästen. Und manche Privatpension wird vielleicht sogar in der Hochsaison noch das eine oder andere Zimmer frei haben.
Da die Hotels kostenfrei ihre Kontingente einstellen können, lohnt sich eine Teilnahme bei freien Kapazitäten sicherlich. Denn auch beim halben Preis fließt trotz Zusatzkosten (z.B. Reinigung der Zimmer) Geld in die Hotelkassen. Und zudem können ja durch die Restauration und Wellness-Angebote noch Zusatzeinnahmen generiert werden. Auf Kundenseite lohnt sich das Angebot besonders für Geschäftsreisende, die häufig in Schweizer Hotels für wenige Tage übernachten. Bei einem längeren Aufenthalt ist die Ersparnis nicht so groß, weil die 50%-Rabatte nur für die ersten drei Tage gewährt werden.
Im best-practice-business-Blog habe ich bisher mehr als 4.000 Business Ideen präsentiert. Trotzdem ist das hier nicht nur eine Ideendatenbank. Vielmehr ist es ein Blog, in dessen Rahmen bei jedem Beitrag Kommentare herzlichst erwünscht sind. Manchmal verflucht man das, in den meisten Fällen ist man aber glücklich, keine reine Einwegkommunikation anzubieten. So geschehen wieder vor wenigen Tagen, als ich die Hotelpreisverhandlungsplattform hotelsnapper vorgestellt habe. Denn in diesem Zusammenhang hat mich Klaus Swoboda auf eine ähnliche Plattform hingewiesen, die im Gegenteil zu hotelsnapper schon online ist.
Es handelt sich um die Plattform Vadingo. In der Rubrik “Über uns” beschreibt der Gründer Frank Mansfeld die Entstehungsgeschichte kurz und einprägsam: “Meine Frau und ich sind seit vier Jahren stolze Besitzer zweier Landhotels auf Mallorca und noch nie wurde von Urlauberseite her so viel gehandelt wie in diesem Jahr. Und gerade weil so viele Gäste mit uns feilschen wollten, kam mir die Idee eine professionelle Verhandlungsplattform für Hotels im Internet anzubieten. Allerdings wollte ich etwas erschaffen, das auch dem Hotelier zugute kommen würde. Deswegen erfand ich den Urlaubermarktplatz.”
Die Funktionsweise ist etwas anders als bei hotelsnapper: Nachdem man das Reiseziel (bisher sind Mallorca, Menorca und Ibiza abgedeckt), das Reisedatum, die Kategorie und den Wunschpreis eingegeben hat, erhält man von Vadingo eine Auswahl an Hotels, die genau oder ungefähr dem Wunschpreis entsprechen. Der User kann jetzt bis zu 10 Hotels aussuchen, nachdem er die ausführlichen Beschreibungen zu den Hotels studiert hat. Jetzt verhandelt vadingo mit den ausgewählten Hotels. Innerhalb weniger Stunden soll man dann die ausgehandelten Preise der ausgewählten Hotels erhalten, die für 24 Stunden verbindlich sind. Sollten mehrere Hotels den gleichen oder ähnlichen Preis angeboten haben, geht vadingo automatisch in die Nachverhandlung.
Spannend an diesem Konzept finde ich, dass ein Hotelier diese Plattform entwickelt hat. Insofern kann man davon ausgehen, dass er weiß, wie seine Kollegen ticken. Zudem muss ich im Gegensatz zu hotelsnapper nicht “die Katze im Sack kaufen”. Vielmehr kann ich nach der Verhandlungsphase aus bis zu 10 Hotelangeboten auswählen. Dabei muss ich mich nicht für das günstigste Angebot, sondern wirklich für das beste Angebot entscheiden. Nachteilig für die Hotels ist allerdings, dass sie die “Hosen runterlassen müssen”, ohne dass der Kunde bucht. Die Zeit wird es zeigen, welches der beiden Angebote sich durchsetzen wird.
Im letzten Beitrag haben wir ein klassisches Beispiel präsentiert, wie sich ein Domainkauf schnell bezahlt machen kann: Man kauft eine Domain und gründet einen lukrativen Onlinehandel. Solch eine klassische Erfolgsstory ist auch heute noch möglich. Allerdings wird es immer schwieriger, noch ein Schnäppchen zu machen. Denn die Verkäufer wissen oder glauben zu wissen, wieviel eine Domain heute Wert sein kann. Es gibt aber noch ganze andere Weg, rund um den Domainhandel gutes Geld zu verdienen.
Das Vorzeigebeispiel ist natürlich der Domain-Handelsplatz Sedo.de. Über eine Million Kunden handeln auf der Plattform. Mit über 15 Millionen bietet sie die weltweit größte Auswahl zum Verkauf stehender Domains. Die vier Gründer Tim Schumacher, Ulrich Priesner, Marius Würzner und Ulrich Essmann haben in den letzten neun Jahren ein Unternehmen aufgebaut, das von einem Internet-Start-Up zur weltweit größten Domain-Handelsplattform avanciert ist. Sedo beschäftigt derzeit über 150 Mitarbeiter aus 25 Nationen an den Standorten Köln, London (UK) und Boston (USA).
Bemerkenswert ist, dass Sedo nicht nur den Handelsplatz für Kauf und Verkauf von Domains anbietet. Mittlerweile werden auch Domain-Gutachten, Domain-Vermittlungen, Domain-Transfers und Domain-Parking-Programme angeboten. Davon können sich Web-Dienstleister hinsichtlich ihres Leistungsspektrums inspirieren lassen. Sedo ist schliesslich daran interessiert, Domains über ihre Handelsplattform zu verkaufen und möglichst viel Vermittlungsprovision zu verdienen. Vielleicht ist es aber viel günstiger, eine eigene Domain anzumelden oder eine günstige Domain zu kaufen und mit Hilfe von SEM-Aktionen aufzupeppen. Als unabhängiger Webdienstleister kann man unabhängiger auf der ganzen Klaviator des Webmarketings spielen.
Weniger als Berater, sondern vielmehr als “Veredler” kann man schnell reich werden. Ein Beispiel dafür ist der “Webflipper” Dave Hermansen, der zum vor vielen Jahren die Domain bird-cage.com für 1.800 Dollar drei Jahre später für schlappe 173.000 USD wieder verkauft hat. Sein Erfolgsgeheimnis ist, dass er sich Webseiten heraussucht, die ein Nischenthema fast konkurrenzlos besetzt haben und deren Key-Words in Suchmaschinen häufig gesucht werden. Dann pusht er die Webseiten in den Trefferlisten der Suchmaschinen hoch, hübscht sie auf und generiert gute Einnahmen z.B. via Google-AdSense oder Integration eines Online-Shops. Anschliessend verkauft er die Webseiten zu einem Vielfachen der Jahreseinnahmen und wendet sich dem nächsten Kaufobjekt zu.
Eine Alternative kann darin bestehen, Co-Investor zu werden oder sich am Verkauf der Domain beteiligen zu lassen, um im Gegenzug die Domain durch verschiedene Aktionen wertvoller zu machen. Damit wird der aktuelle Besitzer der Domain nicht evtl. mit Peanuts abgespeist. Andererseits geht der Veredler ein nicht so großes Risiko wie ein Webflipper ein, weil das Investment nicht so hoch ist und damit auch das Verlustrisiko deutlich geringer ist. Ich persönlich bin der Überzeugung, dass in Zukunft zahlreiche Webdienstleister genau diesen Weg gehen, um an den erzielten Mehrwerten durch ihre Dienstleistung gerecht beteiltigt zu werden. In diesem Segment ist die Konkurrenz auch nicht so groß und der Interessenkonflikt zwischen Kunde und Anbieter ist längst nicht so groß.
Die Gründer von hotelsnapper haben es erkannt: “Hotelzimmer sind eine verderbliche Ware: Wenn ein Zimmer am Abend nicht gebucht ist, hat der Hotelier seine Dienstleistung umsonst erbracht. Er kann die Nacht nicht irgendwann später verkaufen.” Deshalb könnte der Hotelmanager, der noch freie Raumkapazitäten hat, der Versuchung erliegen, in Last Minute Portalen seine Hotelzimmer zu Niedrigpreisen zu verscherbeln. Das kann allerdings schnell zum Bumerang werden, insbesondere wenn die Stammgäste, die zu Normalpreisen gebucht haben, davon “Wind bekommen”. Deshalb haben die Jungs von hotelsnapper einen anderen Weg gewählt, damit der Schnäppchenjäger und das Hotel zusammenkommen. Und das funktioniert so:
“Auf dem neuen Portal www.hotelsnapper.de geben Reisende ihre Anforderungen in die Suchmaske ein: „München-Schwabing, DZ, Anreise heute, zwei Nächte, vier Sterne, 70 Euro.“ Diese verbindliche Anfrage leitet Hotelsnapper an diejenigen seiner Partner-Hotels weiter, die grundsätzlich den Anforderungen in Bezug auf Lage oder Kategorie entsprechen. Hat der Kunde sein Anforderungsprofil und seinen Preis gewählt, gilt das Motto „first come, first serve“ – denn sobald das erste Hotel das Angebot akzeptiert, gilt der Deal als bindend, das Hotel kann dem Gast die Buchungsbestätigung senden. Dies ist auch der Augenblick, in dem der Gast erfährt, wo er tatsächlich wohnen wird.”
Damit dieses Vorgehen für den Kunden nicht zum Glücksspiel wird, sind nach Aussagen der hotelsnapper-Gründer ausschließlich Hotels zugelassen, die in den Gästebewertungen auf den einschlägigen Bewertungsportalen (zum Beispiel HolidayCheck) Top-Bewertungen aufweisen. Das finde ich einen guten Ansatz, wenn er auch ausbaufähig ist. Denn jeder Kunden hat individuelle Präferenzen und möchte, dass die berücksichtigt werden. Deshalb sollte der Kunden die Möglichkeit haben, seine Präferenzen in einem Auswahlmenu anzuklicken, damit die Vermittlung möglichst treffsicher wird. Und möglichst sollte er auch Hotels nennen können, die definitiv nicht in Frage kommen.
Dieses Feintuning wird sicherlich nach den ersten Erfahrungen und Feedbacks der Kunden noch erfolgen. Der Grundansatz ist schon einmal sehr gut. Sehr spannend finde ich noch einen anderen Aspekt, der in der Presseinformation von hotelsnapper erwähnt wird: “Das Hotel hat neben der Annahme des Angebots auch einmalig die Möglichkeit, ein Gegenangebot zu platzieren. Dem Hotelier sind 70 Euro zuwenig, 80 Euro könnte er annehmen? Dies teilt er dem Gast per Internet entsprechend mit. Der Gast kann nun wiederum seinerseits das erhöhte Angebot des noch anonymen Hoteliers annehmen und damit die Buchung für beide Seiten fixieren.”
Wer in obiges Video oder dieses wirklich geniale Layout-Puzzle reinschaut, der kann schon einen kleinen Blick in die Buchungsseite von hotelsnapper wagen. Auf den ersten Blick kann ich erkennen, dass ein Durchschnittspreis für die zu buchenden Hotelkategorie angezeigt wird, damit man als Kunden eine Orientierung hat, welcher Preis “normal” ist. Wenn der Kunden dann seinen Wunschpreis genannt hat, wird angegeben, wie wahrscheinlich es ist, dass er ein Hotelzimmer zu diesem Preis bekommt. Genau solche Orientierungswerte helfen dem Kunden, seinen Verhandlungsspielraum auszuloten und zu verhindern, dass unrealistische Preise angefragt werden. Solche Tools helfen, damit Nachfrager und Anbieter zusammenkommen.
Und nur wenn ein Deal zustandekommt, verdient auch hotelsnapper, die “nur als” Vermittler auftreten. Bei Hannes habe ich erfahren, dass die Vermittlungsprovision pro Deal bei 14 % des verhandelten Zimmerpreises liegen soll. Diese Provision ist natürlich im Preis für den Hotelgast schon eingepreist. Ich kann mir aber vorstellen, dass für größere Hotelketten hier noch ein Verhandlungsspielraum liegt. Denn um auch gute Angebote haben zu können, ist eine Zusammenarbeit mit namhaften Hotelgruppen elementar wichtig und auch schon gesichert. Somit steht dem Start des Portals im Herbst 2010 nicht mehr viel im Weg. Die Hausaufgaben sind aus meiner Sicht gemacht. Und natürlich könnt Ihr via Blog, Facebook und Twitter auf dem Laufenden bleiben.
Vor mehr als zehn Jahren kaufte der multinationale Softwarehersteller MicroStrategy, der Lösungen für Business-Intelligence, Reportgeneratoren, und Online Analytical Processing anbietet, die Domain alarm.com, ohne genau zu wissen, was damit anzufangen wäre. Deshalb wurde die Berufseinsteigerin Alison Slavin damit beauftragt, ein Business Konzept für eine Unternehmung zu erstellen, die es den Kunden ermöglicht, das eigene Haus via Handy zu überwachen. Das klang damals mehr als revolutionär, aber für Alison erschien es wie ein Abenteuer.
Mittlerweile hat alarm.com mehr als 400.000 Kunden und wurde im Jahr 2009 für knapp 28 Mio. EUR an einen Finanzinvestor verkauft. Ein Erfolgsgeheimnis für das enorme Wachstum lag darin, die Leistungen nicht über das Internet an die Endkunden zu verkaufen, sondern über mehr als 1.000 Sicherheitsfirmen vor Ort in den USA und Kanada an Mann und Frau zu bringen. Und natürlich gibt es heute auch ein passendes iPhone App. Wer noch kein Smartphone hat, kann sich auch sofort eine SMS zusenden lassen, wenn die Haustür geöffnet wird. Und man kann mittlerweile nicht nur via Internet und Handy sein Haus überwachen, sondern auch alle Elektrogeräte steuern.
Und was lernen Sie als Unternehmer daraus? Zuerst einmal brauchen Sie häufig viel Zeit, um die wahren Werte in ihrem Unternehmen zu heben. Zudem sollten Sie ruhig den Mut haben, Quer- oder Neueinsteiger die Chance zu geben, neue Projekte im Unternehmen zu starten, so lange sie nicht zum Kerngeschäft gehören. Und ganz wichtig: Prüfen Sie, welche verborgenen Werte Sie im Unternehmen haben, die noch nicht entdeckt bzw. “gehoben” wurden. Vieles, was noch vor Jahren als unmöglich erschien, kann heute mit Hilfe moderner Technologien wirtschaftlich umgesetzt werden. Lust but not least: Kaufen Sie ruhig ein paar Optionen. Man weiß nie, was daraus werden kann.
Wenn ich mit zahlreichen kleineren Handelsunternehmen spreche, schwören diese auf den Erfolg von Google-AdWords Kampagnen. Allerdings geben sie auch zu, lange zu brauchen, bis ihre AdWords-Kampagnen gut laufen. Zu Beginn agieren viele nach dem “Jugend forscht” bzw. “Try and Error”-Prinzip. Wer sich professionelle Hilfe holt, sammelt auch nicht immer gute Erfahrungen bzw. muss schnell feststellen, dass sein Kampagnenbudget für viele SEM-Spezialisten zu wenig attraktiv ist. Es schreit nach Lösungen, die dieses Dilemma lösen. Einen sehr interessanten Lösungsansatz bietet Trada, wie der google-oekonomie-Blog anschaulich erläutert:
“Trada ist eine Art Marktplatz für die Vermittlung bezahlter Suchanzeigen. Unternehmen mit Interesse an einer eher kleinen SEM-Kampagne werden mit Suchmarketing-Experten in Verbindung gebracht, die gerade an einem kleinen Auftrag interessiert sind. Typischerweise handelt es sich ihm zufolge um Aufträge im Bereich von 5.000 bis 50.000 Dollar monatlich. Der Werbekunde setzt über das System von Trada ein Modell auf und legt fest, wie viel er pro Klick oder pro Conversion bezahlen möchte. Ist einer der über 500 SEM-Experten in der Lage die Kosten zu senken, geht ein Teil der Einsparungen an den Experten und an Trada.”
Das klingt danach, mehr Erfolg und Transparenz in den SEM-Markt zu bringen. Und es würde natürlich auch den Erfolg von Google weiter fördern. Denn wenn sich mehr Kunden über den Erfolg von AdWords-Kampagnen freuen, beflügelt das auch das AdWords-Business von Google. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich Google Ventures mit 4,5 Mio. US-Dollar in der dritten Finanzierungsrunde an Trada beteiligt hat. Und ich würde mich nicht wundern, wenn es auch hier bald nur an Copy-Cats von Trada wimmeln würde. Denn hier handelt es sich um ein Mulitmilliardengeschäft, das die Basis für viele lukrative Geschäftsmodelle darstellt.
Immer mehr Buch- und Zeitungserlage kommen ins Trudeln, wie wir hier immer wieder thematisieren. Ein Rettungsanker stellt das eBook dar. Allerdings kommen diesbezüglich viele Verlage noch nicht in die Puschen. Ein StartUp aus Offenach will das ändern. Bookwire ist ein unabhängiger eBook-Vertrieb, der Verlagen einen Komplettservice aus einer Hand bietet. Vom Vertrieb der eBooks in alle Shops über das Reporting der Verkaufszahlen bis zur Abrechnung aller Verkäufe. Auslieferung und Abrechnung und auf Wunsch auch die Konvertierung erfolgen über Bookwire. Für den Verlag sind keine Investitionen in Software oder Infrastruktur nötig.
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Auf Wunsch DRM-/kopiergeschützes Digitalbuchangebot
Verlage bleiben Rechteinhaber und unabhängig
Hinter dem Konzept stehen zwei Medienmanager und zwei Fachanwälter für Medienrecht aus der Buchmessestadt Frankfurt. Sie wollen analog zum Goldrausch nicht nach Gold suchen, sondern die Schippen zur Verfügung stellen, mit denen man nach Gold sucht. Diese Strategie ist aufwendig, aber dafür meist sehr nachhaltig. Jetzt braucht es Erfoglsreferenzen, um gerade die Vertreter der Verlage, die nicht gerade als besonders innovativ verschrien sind, aus den dunklen Ecken zu locken.
Im Juli 2009 habe ich die Crowfundingplattform “Catwalk Genius” vorgestellt, die a la sellaband Startkapital für junge Modedesigner einsammelt, damit anschliessend deren erste Modekollektion herausgebracht werden kann. Wie prognostiziert, läuft das Geschäft sehr zäh an. Trotzdem mangelt es nicht an Gründer, die sich in diesem Markt tummeln und Modeschöpfer eine Plattform für ihren wirtschaftlichen Durchbruch schaffen wollen. Das österreichische StartUp Garmz ist vor kurzem an den Start gegangen und versucht ebenfalls sein Glück. Das Konzept dahinter ist etwas anders:
Junge Modedesigner können Ihre Entwürfe bei Garmz hochladen. Die User können über die einzelnen Entwürfe abstimmen. Von den Gewinner-Entwürfen werden anschliessend Prototypen hergestellt und die Fotos auf der Plattform abgebildet. Nach Ermittlung der Herstellkosten durch Garmz bei potentiellen Herstellern in Fernost und der Angabe des Gewinnaufschlages durch den Designer wird ein Verkaufspreis festgelegt. Zu diesem Preis können die User verbindliche Vorbestellungen durchführen. Wenn die Mindestzahl der Bestellungen erreicht wurde, geht der Entwurf tatsächlich in Produktion. Zahlreiche Experten sind skeptisch, ob sich er wirtschaftliche Erfolg von Garmz einstellt, wie z.B. Jao Belo.
Auch ich bin skeptisch, ob für genug Entwürfe die kritische Masse erreicht werden kann. Aus meiner Sicht müssten weitere Elemente eingebaut werden, damit die Idee zündet. Mein Stichwort “Jill Sobule”. Mehr will ich ohne Beratervertrag nicht verraten Jochen Krisch bemerkt einen anderen kritischen Punkt, den man ebenfalls nicht aus den Augen verlieren sollte: “Die Modewelt lebt vom Abkupfern und gegenseitigen Kopieren. Aber wie viele Designer werden damit leben können, dass ihre Ideen bereits vor der eigenen Produktion kopiert werden können, weil sie öffentlich einsehbar sind? Garmz setzt auf den zeitlichen Vorteil des eigenen Shops in dieser Frage, was mich nicht hundertprozentig überzeugt.”