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August 6, 2010

Habt Ihr heute schon Geld getwittert?

Filed under: Finanzen, Idee - Finance, Marketing 2.0 — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Vor mehr als einem Jahr habe ich Euch hier im Blog die “Mitmach-Bank” Fidor z.B. mit folgenden Worten vorgestellt: “Fidor belohnt User/ Kunden, die sich aktiv in FiCoBa und den anderen Communities von Fidor engagieren; und dies ist gleichbedeutend mit einem komplett neuen Banking-Verständnis – der Kunde “muss” nicht mehr stillschweigend das Angebot wahrnehmen, was die Bank vorgibt. Was die Bank “Gutes” für ihn in Petto hat. Sondern kann auf allen gängigen Kommunikationskanälen, aber auch über Business-Netzwerke à la XING, Facebook & Co die Vorstände direkt kontaktieren, in Dialog treten. Der Kunde erhält so auch die Möglichkeit, neue Finanzprodukte mit zu entwickeln – die sich an den Bedürfnissen des Kunden orientieren.”. Robbie hat das vor kurzem ausprobiert, anschließend dem Fidor-Bankvorstand Matthias Kröner einige Fragen gemailt, der diese wiederum per Video beantwortet hat. Die Antworten könnt Ihr Euch hier anschauen:

Matthias Kröner zeigt mit dieser Aktion sehr anschaulich, dass er die Social Media Klaviatur beherrscht. Und jetzt scheint für ihn die Zeit auch reif zu sein, um einen MedienBuzz zu initiieren. Eine aktuelle Fidor-PR-Meldung verrät, wie er sich bei den Massen bekanntmachen will: “Die FIDOR Bank AG ermöglicht als erste Bank eine sichere Überweisung via Twitter. Voraussetzung hierzu ist einerseits ein kostenlos angelegter Account bei dem neu entwickelten Echtzeit-Bezahlsystem des Bankhauses, der FIDOR Bank e-wallet. Andererseits benötigt der Nutzer einen Twitter-Account. Der adressierte Empfänger muss lediglich einen Twitter-Account besitzen, um in Echtzeit Geld geschickt zu bekommen.” Als kleinen Exkurs zur eWallet, die sich noch in der Beta-Testphase befindet und von 2.000 Usern genutzt wird, biete ich folgendes Video an:

Nach diesem etwas längeren Exkurs geht es jetzt mit der Erklärung weiter: “Die Überweisung via Twitter funktioniert denkbar einfach: Der Absender hinterlegt in seinem FIDOR Bank Community-Profil den eigenen Twitter-Account. Für eine Geldsendung trägt der Absender dann den Twitter-Namen des Empfängers in das Empfängerfeld der e-wallet Überweisung ein. Mittels mobileTAN bestätigt der Absender die Geldsendung. Der Empfänger erhält eine Benachrichtigung über den Geldeingang im genannten Twitter-Account und kann dann – nach Registrierung für die FIDOR Bank e-wallet – sofort über das Geld verfügen…Weitere Informationen zur Geldsendung und zum Geldempfang an Twitter-Freunde finden sich unter www.fidor.de/twsend und www.fidor.de/tw.” Und für den nötigen Buzz wird auch gleich gesorgt: “Zum Start der Twitter-Überweisung erhalten alle Follower des FIDOR Bank Twitter-Accounts (www.twitter.com/ficoba) einen kleinen Geldbetrag gutgeschrieben. So können sie die neue Möglichkeit der Web2.0-Überweisung direkt testen.”. Let´s buzz!

July 28, 2010

Mit billfloat können ECommerce-Kunden ihre Rechnung rechtzeitig bezahlen

Filed under: Finanzen, Geschäftsidee, Idee - Finance — Burkhard Schneider @ 2:45 pm

Früher hat der Konsument erst einen Blick auf sein Girokonto gewagt und nur bei einem ausreichenden Guthaben Waren oder Dienstleistungen bestellt. Im Kreditkartenzeitalter ist dies häufig anders. Wenn man etwas sieht was einem gefällt, dann kauft man, unabhängig wie stark man sich schon in den “Miesen befindet”. Am Ende ist man dann immer erschrocken, wie stark die Banken oder Kreditkartengesellschaften abkassieren. Und wenn man die Rechnung verspätet bezahlt, fallen meist hohe Mahngebühren an.

billfloat will für dieses Dilemma eine Alternative bieten und selber von den hohen Margen in diesem Multimilliardengeschäft ein dickes Stück vom Kuchen abbekommen. Konkret zahlt billfloat für einen die Rechnung und man muss den Betrag selber erst in maximal 30 Tagen zurückzahlen. Dafür bezahlt man mindestens 4,95 USD Gebühren an billfloat. Das klingt gerade bei Kleinstrechnungen sehr happig. Wenn man allerdings bedenkt, wie teuer einem die Alternativen kommen (sieh Graphik oben), dann kann das für alle eine gutes Geschäft sein.

billfloat wirbt damit, keine umfassende Kreditprüfung vorzunehmen. Trotzdem will man nach Aussagen der Macher das Ausfallrisiko im Griff haben. Ich vermute, dass es mit den mehr als 3.000 Partner von billfloat entsprechende Vereinbarungen geben wird, die das Risiko in Grenzen hält. Attraktiv ist, dass billfloat in den Onlinezahlungsabwicklungsprozess der 3.000 Partner eingebunden werden soll, so dass ein großes Werbebudget gar nicht nötig sein wird. Wahrscheinlich war PayPal, einer der Investoren von billfloat, hier behilflich.

Dieses Beispiel zeigt, dass immer mehr Quereinsteiger den Banken und Kreditkartengesellschaften das Geschäft wegnehmen wollen. Noch handelt es sich um kleine Summen, die verloren gehen. Es wird dann gefährlich, wenn diese Anbieter ihre Pole Position beim Kunden nutzen, um weitere lukrative Bankdienstleistungen anbieten, ob selber oder in Kooperation mit anderen Partnern. Noch merken die meisten Banker noch nicht, wie ihnen systematisch das Geschäft abgegraben wird. Und wenn sie es merken, wird es zu spät sein, um zu reagieren.

Gefunden bei techcrunch

July 5, 2010

peerTransfer will den internationalen Zahlungsverkehr revolutionieren

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Finance — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Noch lächeln die meisten Banken über die peer-to-peer-lending-Plattformen, die es ermöglichen, dass Privatpersonen anderen Privatpersonen Kredite geben können und damit die klassischen Kreditbanken überflüssig machen. Bisher sind die Kreditvoluminas, die über diesen Weg den Banken verloren gehen, relativ gering. Zudem ist das Kreditgeschäft auch mit hohen Ausfallrisiken versehen, weshalb die Banken mit der neuen Konkurrenz noch leben können. Allerdings entsteht nach dem peer-to-peer-Prinzip immer mehr Konkurrenz in anderen Stammgeschäften der Banken, wo bisher relativ sicher sehr gutes Geld verdient wurde. Ein Beispiel dafür sind die internationalen Geldtransaktionen. Privatpersonen und Unternehmen müssen meist hohe Fix- und Transaktionsgebühren bei den Banken bezahlen, um z.B. Geld von Deutschland in die USA zu überweisen. Die Firma peerTransfer, die gerade die Global Entrepreneurship Competition in Barcelona gewonnen hat, will in Zukunft ein dickes Stück von diesem Kuchen abhaben.

Das Prinzip von peertransfer ist relativ simpel, wie die obige Graphik zeigt: Die Geldbeträge werden nicht länderübergreifend überwiesen, sondern pro Land gesammelt und innerhalb des Landes überwiesen. Beispiel gefällig? Ein Amerikaner kauft bei der Firma A in Deutschland für 500 EUR Produkte ein und ein Deutscher kauft in den USA bei der Firma B Produkte im Gegenwert von ebenfalls 500 EUR ein. Der Deutsche überweist das Geld an peertransfer, das an die Firma A in Deutschland weitergeleitet wird. Umgekehrt überweist der Amerikaner sein Geld auch an peertransfer auf ein Konto in den USA, von wo aus es an die Firma B ebenfalls in den USA weitergeleitet wird. Für diesen Service muss der peertransfer-Kunde eine Fixgebühr von 4,95 USD und eine Transaktionsgebühr von 1 % bezahlen. Banken verlangen vergleichbar für int. Zahlungen mind. 10 USD und mind. 3 % Transaktionsgebühr.

Ist diese Idee revolutionär. Nicht wirklich, denn die Banken machen das schon seit Jahrzehnten. Allerdings geben sie diese Kostenvorteile durch interne Verrechnungen nicht weiter, sondern kassieren die Kunden kräftig ab. peertransfer hat dieses interne Verrechnungssystem jetzt nachgebaut, macht es für alle zugänglich und beteiligt damit auch die Kunden an den Kostenersparnissen dieses Systems. Damit sich das Angebot auch per peertransfer rechnet, müssen jetzt möglichst in allen wichtigen Ländern viele Kunden gefunden werden, damit die interne Verrechnung auch funktioniert. Es gibt sicherlich Transferüberhänge, die allerdings kostengünstig transferiert werden können, ähnlich wie das Banken auch machen. Noch nicht überzeugend finde ich die Erläuterungen zum Thema Sicherheit auf der Webseite von peertransfer. Hier würde ich empfehlen, ebenfalls eine Graphik abzubilden, die aufzeigt, dass die Überweisungen der Kunden auf spezielle Transferkonten fließen, auf die im Falle einer Insolvenz von peertransfer der Insolvenzverwalter keinen Zugriff hat.

June 24, 2010

BillMeLater, Ratepay & Co.: Wenn der Onlineshopper auf Rechnung oder in Raten zahlen will

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Finance, Idee - ecommerce — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Auch heute gibt es noch viele Hürden beim Onlineshopping, die dazu führen, dass der Besucher nicht kauft, ganz nach dem Motto: Nur schauen, nicht kaufen. Gestern haben wir in einem Artikel aufgezeigt, wie man die Conversion Rates (Verhältnis Bestellungen zu Besuchern) erhöhen kann, wenn man Tools anbietet, die das Onlineshopping zum Gemeinschaftserlebnis machen. Denn auch im realen Leben kaufen die wenigsten alleine ein, sondern mit Freunden, Bekannten, Familie und Co. Heute wollen wir uns damit beschäftigen, wie man die Conversion Rates erhöht, indem man die Kunden nicht dazu verpflichtet, per Kreditkarte oder Paypal zahlen zu müssen. Denn die Mehrzahl potentieller Kunden werden noch heute von Onlineshops ausgeschlossen, weil sie keine Kreditkarte haben oder grundsätzlich nur auf Rechnung zahlen wollen bzw. können.

In den USA gibt es für dieses Problem schon seit zehn Jahren einen Dienstleister, der es Onlineshops ermöglicht, Bestellung auf Rechnung anzubieten, ohne dass der Shopbetreiber das Zahlungsrisiko tragen muss. BillMelater heißt sinnigerweise diese Lösung in den USA. Seit 2009 gibt es in Deutschland die Billpay GmbH, die von Rocket Internet (Samwer-Clan) und Holtzbrinck Ventures finanziert werden. Mit Billpay können Online-Händler Ihren Kunden die Zahlungsart „Kauf auf Rechnung“ mit einem Zahlungsziel von 20 bis 30 Tagen (je nach Wunsch des Händlers) anbieten – ohne jedes Ausfallrisiko. Billpay übernimmt für die Online-Händler das gesamte Risiko- und Forderungsmanagement der Rechnungsforderungen. Der Online-Händler erhält sein Geld auch dann, wenn der Kunde die Rechnung nicht zahlt – dank Billpays Zahlungsgarantie!

Seit kurzem gibt es mit RatePAY einen weiteren Player am deutschen Markt, der ebenfalls einen großen Stück vom Kuchen abhaben will. Ebenfalls wie Billpay überprüft RatePay im Rahmen des Kundenbestellprozesses online die Identität und Bonität des Kunden und bietet bei positiver Bewertung die Zahlung per Rechnung an, ohne dass der Onlinehändler das Zahlungsrisiko trägt. RatePay geht aber noch einen Schritt weiter, indem bei positiver Bonitätsprüfung auch Ratenzahlungen angeboten werden. Das ist nur zu konsequent. Viele Einzelhändler und Offline-Versandhändler würden längst nicht so hohe Umsätze erzielen, wenn sie keine Ratenzahlungen anbieten würden. Mit RatePAY-Relax kann der Kunde sogar erst später entscheiden, ob er einmal oder per Raten bezahlen will.

Beide Anbieter aus Deutschland tun sich schwer damit, genaue Konditionen für die Onlinehändler auf ihrer Webseite anzugeben. Vielmehr sucht man das Gespräch per Telefon mit den Händlern. Im Rahmen solch eines Telefonats kann man eben besser erklären, dass trotz der Gebühren die Conversion Rates und damit die Gewinne des Händlers deutlich steigen können und schließlich Kreditkartenanbieter auch happige Gebühren verlangen. Durch den “Verkauf per Telefon” wolle Billpay und Co. eben ihre Conversionrates erhöhen. Wenn das nicht mal eine gute Anregung auch für andere Onlineanbieter ist. Aber nicht nur deshalb sind diese Geschäftskonzepte so lukrativ. Wer heute die Infrastruktur für die Onlinehändler verbessert und damit gewährleistet, dass sie mehr Geld verdienen, der hat eine rosige Zukunft vor sich, wenn ebenfalls starke Partner im Hintergrund hat, die das Risiko abfangen können.

June 14, 2010

Degussa Worksite Bank – Wenn der Banker beim Kunden sitzt

Filed under: Idee - Finance — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Zahlreiche Industrieunternehmen, wie Degussa und Metallgesellschaft, haben ihre eigene Banken gegründet, um das Stammgeschäft zu unterstützen. Natürlich standen diese Banken auch den hauseigenen Mitarbeitern und Rat und Tat zur Seite. Da war es eigentlich nur konsequent, auch Mitarbeitern anderer Firmen solche Leistungen anzubieten, wie man das schon lange von Krankenversicherungen kennt, die Büros in großen Firmen vor Ort haben. Die Degussa-Bank, die mittlerweile zur M.M.Warburg Bank gehört, hat sich schon lange auf das Worksite-Banking spezialisiert. Die Bankfililialen sind bei großen Unternehmen angesiedelt und bieten u.a. folgende Leistungen für die Mitarbeiter vor Ort:

  • Bankautomat in der Firma
  • Beratung (fast) am Arbeitsplatz
  • Arbeitgeberdarlehen zu Sonderkonditionen
  • Betriebliche Altersvorsorge zu Sonderkonditionen
Natürlich werden auch den Firmen vor Ort spezielle Dienstleistungen angeboten:
  • Werkskasse
  • Treasury Services/ Cash Management
  • Sozialverträgliche Privatisierung von Werkswohnungen
  • Mitarbeiteraktienprogramme
Das Konzept kommt an. Die Degussa-Bank findet man in zahlreichen Industrie-, Business- und Technologieparks sowie an Unternehmensstandorten wie z. B. BASF, Evonik, DuPont de Nemours, Henkel KGaA, Industriepark Höchst, Lurgi AG, Lufthansa AG, Fraport AG, Opel AG, Bayer AG und Siemens AG. In Abstimmung mit den Partnerfirmen vor Ort werden exklusive Lösungen für die Mitarbeiter entwickelt, zum Teil subventioniert durch die Arbeitgeber. Insofern spricht nicht der Standortvorteil für die Degussa-Bank, sondern auch die unschlagbaren, exklusiven Angeboten. Auf dieser Basis ist ein nachhaltiges, ertragsreiches Wachstum sehr wahrscheinlich. Und die Markteintrittsbarrieren für andere sind sehr groß.

Gefunden im consulteria-Newsletter

November 12, 2009

Neue Banker bekommt das Land

Filed under: Finanzen, Geschäftsidee, Idee - Finance — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Und sie zocken wieder, Banker in der ganzen Welt. Ganz so, als ob nichts passiert wäre. Nicht nur Journalisten fragen sich, ob die so gar nix gelernt haben. Auf der anderen Seite schauen immer mehr Gründer und Kleinunternehmer aus der Wäsche. Banker werfen Nebelkerzen und präsentieren Statistiken, um dies zu negieren. Tatsächlich ist das Volumen der Neukreditvergabe nicht wesentlich zurückgegangen. Dabei verkennt man allerdings, dass Kleinstkredite nicht volumenrelevant sind und Kredite an Kleinstunternehmer schon vor der Krise nur sehr restriktiv vergeben wurden. Deshalb steht eins fest: Neue Banker braucht das Land!

Es gibt tatsächlich Lichtblicke. So versucht Alexander Artope mit Smava, das Peer-to-Peer-Lending in Deutschland hoffähig zu machen, ganz nach dem Motto: “Wir sind die Bank”. Zudem drängen immer mehr nachhaltige Banken auf den deutschen Markt, wie Triodos und Co. Und einige Banker, wie der ehemalige DAB-Vorstand Mathias Kröner, versuchen sogar die Bank 2.0 aus dem Boden zu stampfen. Fidor will sich als Mitverdien-, Mitbestimm- und Mitbesitzbank positionieren und neue Standards setzen. Und jetzt tritt ein weiterer Macher an, der die Bankenwelt verändern will. Es handelt sich um Francois Jozic, dem Gründer der noa-Bank in Frankfurt.

Als ich das erste Mal das Foto von Francois Jozic gesehen habe, dachte ich, ein Model, Modeschöpfer oder Werber vor mir zu sehen. Er will nicht nur vieles anders machen als seine Bankerkollegen, sondern sieht auch anders aus. Das hilft ihm natürlich bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Denn Journalisten und Leser lieben Paradiesvögel. Dabei kennt sich der karismatische Gründer im Kreditgeschäft gut aus, obwohl er ein Quereinsteiger ist. Als Consultant hat er 1994 damit begonnen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Belgien finanzielle Hilfestellung zu leisten. Im Jahr 2004 hat er mit einem Geschäftspartner das Factoring-Unternehmen Quorum AG gegründet, das heute allein 500 KMU´s in Deutschland betreut.

Die Investoren und das Team um Francois Jozic haben für Ihr neues Vorhaben keine neue Bank gegründet, sondern am 25. Juni 2009 das Bankhaus Zwirn GmbH & Co. KG von der Investmentfirma Ivesco übernommen. Es war 1984 ursprünglich von Liechtensteiner Bankern als LTG-Bank in Deutschland gegründet worden und gehörte zwischenzeitlich dem amerikanischen Investmentfond-Unternehmen Invesco. Das Bankhaus Zwirn GmbH & Co. KG war zum Zeitpunkt des Erwerbes eine Bank ohne Depots, ohne laufende Kredite und ohne Personal. Nur so ist ein Neuanfang ohne Vorbelastungen und Verpflichtungen möglich, ohne eine lange Anlaufphase einplanen zu müssen.

Was macht nun die noa-Bank anders als die anderen? Sie konzentriert sich auf das Wesentliche: attraktive Zinsen für Anleger, Kredite für Unternehmen. Es sollen nicht nur mittelständische Unternehmen wieder den Zugang zu Bankkrediten bekommmen, sondern die Sparer sollen hohe Zinsen erhalten. So will die Noa Bank immer zu den ersten zehn Tagesgeldanbietern in Deutschland gehören. Hinzu kommen ein gebührenfreies Girokonto. 50 % der Gewinne sollen im Verhältnis zur Höhe der Einlagen an die Kunden ausgeschüttet werden. Auch bei der Verwendung der Einlagen sollen die Kunden mitsprechen können: Sie dürfen dürfen zwischen den vier Themenkonten “Region” (Unternehmen aus der Gegend), “Planet” (Erneuerbare Energien, Bio-Landwirtschaft, ökologische Bauwirtschaft), “Leben” (Gesundheit, Pflege) und “Kultur” (Kulturindustrie) wählen.

Durch diesen Paradigmenwechsel will die noa-Bank schnell wachsen und bald ein ernstzunehmender Konkurrent der anderen nachhaltigen Banken, Sparkassen und Volksbanken werden. Welt-Online bemerkt dazu kritisch: “Das alles sind viele Versprechen für einen Neuling. Kaum weniger ambitioniert klingen die Ziele: 500 000 Kunden sollen es in fünf Jahren sein. Die drei genannten sozial-ethischen Banken kommen nach vielen Jahren am deutschen Markt nicht einmal auf 200 000. Schon 2011 will Jozic in der Gewinnzone sein. 50 Mio. Euro an Einlagen reichten dafür. Was viele Privatanleger auch noch interessieren dürfte: Die Noa Bank bietet über den gesetzlichen Rahmen von bis zu 50 000 Euro hinaus keine weitere freiwillige Einlagensicherung.” Ich bin hinsichtlich der Ziele auch skeptisch, ob sie erreicht werden. Aber ich finde es elementar wichtig, dass es neue Banker in Deutschland gibt, die mit neuen Ideen und Ansätzen die Bankwelt verändern wollen. Mehr bitte davon.

November 1, 2009

Kiva hat die 100 Mio. USD-Grenze durchbrochen

Filed under: Finanzen, Idee - Finance, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 2:45 pm

Am 12. Oktober konnte die Micro-Lending-Plattform Kiva ihren vierjährigen Geburtstag feiern können. Keine drei Wochen später kann Kiva schon wieder die Sektkorken knallen lassen. Am 31. Oktober 2009 konnte die Kreditvolumengrenze von 100 Mio. USD geknackt werden. Da können ja auf der offiziellen Geburtstagsparty am 3. November in Berkley gleich zwei Anlässe gefeiert werden. Da das Wachstum so enorm ist, wird sicherlich bald wieder gefeiert werden können. Während im ersten Jahr des Bestehens gerade einmal eine Mio. USD Kreditvolumen generiert werden konnte, konnte in den letzten 12 Monaten mehr als 60 Mio. USD zusätzliches Kreditvolumen eingesammelt werden. Hier ist die aktuelle Statistik dieser wahnsinnigen Erfolgsstory:

  • Kreditvolumen: $100.033.685
  • Anzahl Kreditgeber: 583.935
  • Anzahl Kreditnehmer / Existenzgründer: 245.637
  • Anzahl Kredite: 142.305
  • Anzahl weibliche Kreditnehmer: 82,67%
  • Anzahl von Partnern vor Ort: 106
  • Anzahl Länder: 49
  • Rückzahlungsquote: 97,87%
  • Durchschnittlicher Kreditbetrag: $ 405,06
  • Kreditengagement (insgesamt) pro Kreditgeber: $ 171,18
  • Anzahl der Kredite pro Kreditgeber: 4,90

Da lautet doch die logische Frage: Welche Ziele verfolgt Kiva in den nächsten 4 Jahren? Und tatsächlich hat Kiva darauf eine Antwort in einem Blogposting am 1. Oktober 2009 gegeben, indem es seine 5-Jahres-Ziele veröffentlicht hat: Demnach sollen in 5 Jahren 1 Milliarde Kreditvolumen erreicht worden sein, damit 1 Mio. Existenzgründern in den Entwicklungsländern ein Start in die Selbständigkeit finanziell ermöglicht wurde. Das klingt ambitioniert, ist es aber aus meiner Sicht nicht. Denn die meisten Kiva-Kreditgeber reinvestieren die Zins- und Tilungszahlungen der Kreditnehmer wieder. Den Rest erledigt die Mundpropaganda und das Internet, das die Idee von Kiva in die ganze Welt verbreitet.

A Fistful Of Dollars: The Story of a Kiva.org Loan from Kieran Ball on Vimeo.

Mehr Artikel zu Kiva:

October 30, 2009

Islamic Banking in Deutschland auf dem Vormarsch

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Finance, Trends — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Fast jede Woche bekomme ich per Mail, Telefon oder persönlich die Frage gestellt, wie man die Idee für eine einmalige und erfolgreiche Geschäftsidee entwickeln kann. Grundsätzlich gibt es viele Wege “nach Rom”. Aber der nächsten Woche werde ich mich diesem Thema näher annehmen. So viel sei schon heute verraten: Ein erfolgreicher Weg besteht darin, sich mit seiner Zielgruppe, mit der man sich identifzieren kann, auseinanderzusetzen und herauszufinden, was diesen Menschen “zum Glück” noch fehlt. Beispiel gefällig?

In Deutschland leben vier Millionen Muslime. In fast allen Lebenslagen berücksichtigen Sie die Vorschriften des Propheten Mohammed. Viele Lebensmittelhändler haben sich längst auf diese Zielgruppe eingestellt, nur Banken scheinen diese Kunden noch links liegen zu lassen. Denn laut Mohammed gibt es ein Zinsverbot, wenn dem keine reale Gegenleistung gegenüber steht. Gelöst wird das in der islamischen Bankenwelt durch Beteiligungsmodelle und Handelsgeschäfte, bei denen zinsübliche Aufschläge verlangt werden. Zudem dürfen bestimmte Vorhaben, die gegen die Regeln Mohammeds verstossen, gar nicht finanziert werden, wie z.B. das Glücksspiel und die Sexindustrie.

Deutsche Finanzdienstleister, wie die Deutsche Bank und Allianz, haben entsprechend für die islamischen Länder spezielle Produkte entwickelt, die alle Regeln Mohammeds berücksichtigen. Dafür werden z.B. renommierte Islamgelehrte in sogenannte Scharia-Aufsichtsräte berufen, die bei der Entwicklung neuer Finanzprodukte helfen sollen und gleichzeitig die Freigabe geben sollen. Auch haben Banken, wie z.B. die Commerzbank, versucht, solche Produkte hier in Deutschland zu vertreiben, sind aber gescheitert. weil i.d.R. deutsche Mitarbeiter den Vertrieb durchgeführt haben. Das war einfach nicht authentisch genug.

Spiegel-Online vermeldet, dass jetzt langsam islamische Banken den deutschen Markt entdeckt haben und mit entsprechenden Angeboten auf den Markt drängen: “Anfang folgenden Jahres will die erste islamische Bank Scharia-konforme Produkte in Deutschland anbieten. Die Kuveyt Türk Beteiligungsbank wird in der Mannheimer Innenstadt eine Zweigstelle eröffnen. Filialen in anderen Städten sind geplant. Anfang folgenden Jahres will die erste islamische Bank Scharia-konforme Produkte in Deutschland anbieten. Die Kuveyt Türk Beteiligungsbank wird in der Mannheimer Innenstadt eine Zweigstelle eröffnen. Filialen in anderen Städten sind geplant.”

Die Markeinführungsstrategie ist durchdacht und in anderen Ländern schon erprobt: “Die Finanzaufseher der BaFin haben der Tochter einer türkisch-kuwaitischen Bank vor kurzem eine eingeschränkte Lizenz erteilt. Sie darf nun Gelder einsammeln, die auf Islam-konforme Konten in der Türkei überwiesen werden. So bescheiden ging es einst auch in anderen Staaten los. Doch kaum zehn Jahre nach ihrem Start unterhalten in Großbritannien alle wichtigen Großbanken islamische Abteilungen, es gibt allein fünf britische Islambanken.”

Experten gehen davon aus, dass insbesondere Immobilienfinanzierungen nach islamischen Recht sich großer Nachfrage in Deutschland erfreuen könnte und zwar nicht nur bei Muslimen. Dabei handelt es sich um Mietkaufmodelle in abgewandelter Form. Ich selber gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren auch zahlreiche unabhängige Finanzdienstleister auf den Markt drängen werden, die ihre isamlischen Mitmenschen in Finanzdingen beraten wollen. Es kommt Bewegung ins Islamic Banking in Deutschland.

August 21, 2009

Warum die KarstadtQuelleVersicherung auf ihrer Webseite auch Kfz-Tarife der Konkurrenz empfiehlt

Filed under: Idee - Finance, Marketing - Online — Burkhard Schneider @ 4:45 pm

In meinem Blogposting “Warum traditonelle Firmen-Webseiten deutlich an Bedeutung verlieren werden?” habe ich vor über zwei Jahren folgende Aussagen vom Webguru Jeremiah Owyang zitiert, die Jörg Weisner netterweise ins Deutsche übersetzt hatte: “Die Unternehmens-Website ist eine unglaubliche Ansammlung von übertriebenem, künstlichen Markenbewusstsein und für das Unternehmen sprechenden Inhalten. Eine Folge davon ist, dass Entscheidungen, denen man vertraut, an anderen Orten im Internet getroffen werden. Owyang prophezeite in seinen Ausführungen, dass auf der Firmenwebseite in Zukunft auch Informationen über direkte Wettbewerber enthalten sein werden und auch auf diese direkt verlinkt wird. Nur durch solche Maßnahmen wird es möglich sein, dass Ihre Kunden Ihre Website wieder als die erste Adresse ansehen, die sie besuchen werden, wenn es um Informationen geht. Derzeit machen sie das nämlich immer häufiger nicht mehr und besuchen erste Ihre Homepage, wenn sie sich schon vorher in Communities etc. ihre Meinung gebildet haben.

Mehr als zwei Jahre musste ich warten, bis von einem konservativaten Versicherungskonzern folgende Mitteilung veröffentlicht wurde: “Das gab es bislang noch nie: Als erster Versicherer empfehlen KarstadtQuelle Versicherungen ihren Kunden auch die Tarife der Konkurrenz, sofern diese günstiger sind. Interessierte Verbraucher können auf kqv.de einen unabhängigen Kfz-Tarifvergleich nutzen und sofort den jeweils günstigsten Tarif – egal von welchem Anbieter – online abschließen. KarstadtQuelle Versicherungen arbeiten bei diesem Service mit Aspect Online, dem führenden unabhängigen Internetportal für Versicherungen und Finanzdienstleistungen, zusammen und stellen damit den Kfz-Kunden objektive und neutrale Informationen zur Verfügung”.

Auch wenn dieses Vorgehen aufgrund der o.g. Entwicklungen nur konsequent und logisch ist, finde ich es mutig, dass der Versicherungsanbieter aus der ERGO-Gruppe eine solche Vorreiterrolle einnimmt. Das liegt natürlich auch daran, dass KQV aufgrund von Marktanalysen weiss, dass ihre Angebote die Konkurrenz nicht scheuen müssen. Und da sich immer mehr Kunden nicht nur über das Web über Versicherungsangebote und -tarife informieren, sondern auch gleich über das Web abschliessen, wenn das Vorteile bringt, kann KQV den typischen Versicherungsvergleichportalen vielleicht bald Paroli bieten. Dafür muss die Gesellschaft aber noch weiter gehen, als nur Vergleichstarife aufzulisten. Jeremiah Owyang hat dazu folgendes geschrieben:

“Die effektivsten Webseiten werden einen ausbalancierten Blick aus Sicht des Produkt-Teams wie auch aus Kundensicht bieten – sogar dann, wenn sie Probleme mit dem Produkt haben. Sie werden nicht länger der Einzige sein, der Inhalte auf Ihrer Website veröffentlicht, Kunden, Interessenten und andere Mitglieder Ihrer Community werden direkten Zugriiff haben und Inhalte auf Ihrer Website veröffentlichen.” Das zeigt, dass der Weg von KQV nicht nur lange, sondern auch schmerzhaft sein wird. Die richtige Richtung ist jedoch eingeschlagen worden. Das Gegenbeispiel hat vor kurzem Allianz gezeigt, indem sie ihre Onlineaktivitäten runterfahren mussten, weil die Allianz-Vermittler “Sturm” gelaufen sind. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich gerade in der Musikindustrie.

May 4, 2009

Gast beim Frankfurter Junior Expert Service am 13.5.2009: Mark Rüegg, Gründer und CEO vom Wetterderivateanbieter Celsius Pro

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Finance — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Eines der genialsten Veranstaltungsformate bei den Wirtschaftsjunoren bei der IHK Frankfurt ist der Junior Expert Service. Hier stellen mehrmals im Jahr junge Unternehmer Ihr StartUp vor und erhalten von den anwesenden Jungunternehmern ein ehrliches Feedback und Verbesserungsvorschläge. Alle Beteiligte nehmen extrem viel mit und deshalb gibt es dieses Format bei den Frankfurter Junioren schon mehr als 10 Jahre. Qualität setzt sich eben auch langfristig durch. Besonders stolz bin ich, dass einer der beiden Gastgaber, Kay Rathschlag, der sich selber mit seinem Biotech-Startup in den Startlöchern befindet, durch den best-practice-business-Blog auf dieses Veranstaltungsformat aufmerksam geworden ist und es jetzt selber “rockt”. Im folgenden könnt Ihr den Einladungstext von Kay zum nächsten Event lesen:

Am Mittwoch, den 13. Mai um 19.30 Uhr, wird Mark Rüegg, Gründer und CEO von Celsius Pro aus Zürich zu Gast sein. CelsiusPro ist nach eigenen Angaben der erste europäische Wetterderivateanbieter, beidem maßgeschneiderte Absicherungen gegen Wetterrisiken online strukturiert und gekauft werden können. Mit einer Mindestprämie von EUR 3‘100 erlaubt CelsiusPro auch kleinen und mittelständischen Unternehmen die finanziellen Risiken von ungünstigen Wetterbedingungen einfach zu transferieren. Zu besonders Wetterabhängigen Branchen zählen: Energie, Landwirtschaft, Einzel- und Großhandel, Openair Events, Tourismus, Transport und Bau.

Die zunehmende Volatilität des Klimas als Folge des Klimawandels, vergrößert die Volatilität des Gewinns von Wetterabhängigen Unternehmen. Die Wet-terzertifikate von CelsiusPro helfen diese Gewinnschwankungen zu senken und den Unternehmens-wert nachhaltig zu steigern. CelsiusPro hat eine strategische Partnerschaft mit dem Rückversicherer Swiss Re. Auf der Webseite bietet das Unternehmen Bespielkalkulationen für die oben aufgeführten Branchen an, wie z.B. hier für ein Open-Air Konzert. Für externe Distributoren von Wetterzertifikaten bietet CelsiusPro ‚White Labelling‘ sowie ‚Introducing Broker‘ Lösungen an. Distributoren können via Internetverbindung direkt auf den online Preisrechner und die Transaktionserfassung von CelsiusPro zugreifen und ohne Rücksprache Zertifikate verkaufen.

CelsiusPro strukturiert Wetterderivate auf folgende Basiswerte:

  • Temperatur
  • Regen
  • Schnee
  • Wind
  • Sonnenstunden
  • Globalstrahlung
Mehr Infos zu Mark Rüegg, Gründer und CEO von Celsius Pro: Mark Rüegg hat die Firma im Februar 2008 gegründet. Mark Rüegg bringt langjährige Erfahrung aus einer führenden Investmentbank mit sich, speziell im Bereich FX Cash und Collateral Trading. In seiner letzten Position war er Direktor bei der UBS Investmentbank in London, wo er im FX Prime Brokerage Sales, Hedgefunds und Broker/Dealer Firmen in Risiko Management, Prozessen und Handelsplatformen beraten hat. Er hat einen Abschluss als Executive MBA der Universität Rochester/Bern und ist als Kandidat für CFA Level III registriert.