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August 10, 2010

Crowdsourcingplattform Solvster will Konsumenten und Produkthersteller verbinden

Filed under: Crowdsourcing, Geschäftsidee, Idee - Crowd, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Es gibt mittlerweile sehr viele Crowdsourcing-Ideenplattformen im Internet. Die wirkliche Herausforderung besteht allerdings darin, aus Ideen wirklich neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Und die Krönung ist es, wenn dieser gesamten Prozess webbasiert von den Crowds begleitet werden kann. Auch hieran versuchen sich zahlreiche Anbieter, allerdings stellen sie fest, dass dieses Unterfangen deutlich komplexer ist. Und wenn es erfolgreiche Konzepte, wie z.B. tchibo-ideas, gibt, sind diese sehr limitierend. Das möchte Dietmar Egelhofer mit solvster ändern.

In drei Schritten sollen aus Ideen Produkte entstehen. Innerhalb des TrendQuest formulieren Unternehmen, Experten und Konsumenten mögliche Trends, die im TrendQuest zur offenen Diskussion stehen. Im Rahmen des IdeaQuest können die Crowds anhand vorformulierter Kriterien der beauftragenden Unternehmen Produktideen vorschlagen. Im Anschluss daran werden die besten fünf Ideen in den ShopQuest uebergeführt. Hier wird die Community gefragt, welches Produkt sie zu welchem Preis kaufen würden.

Die Besonderheit ist, dass man in jeder Phase sog. “Shells” erwerben kann. Wenn man sich anmeldet, neue User gewinnt, an Abstimmungen im TrendQuest teilnimmt oder Ideen im IdeaQuest dazusteuert, erhält man Shells. Mit diesen Shells kann man dann virtuell in den Solvster-Shops einkaufen. In diesen Shops werden jeweils fünf Produktideen der teilnehmenden Unternehmen vorgestellt, nachdem sie durch die ersten beiden Phasen durchgelaufen sind. Wenn man das Produkt virtuell gekauft hat, dass das Unternehmen als potentiellen Topseller ausgewählt hat, erhält man wiederum anteilig Shells.

Dieser etwas komplizierte Prozess innerhalb des ShopQuest wird hier näher erläutert. Nachdem Dietmar Egelhofer schon mehr als 7.000 Community-Mitglieder gewinnen konnte, kommt jetzt die größte Herausforderung, nämlich Unternehmen zu finden, die daran teilnehmen. Knapp 10.000 EUR soll die Beteiligung für die Unternehmen kosten. Dafür soll gewährleistet werden, dass Produkte nicht mehr an den Interessen der Konsumenten vorbei entwickelt werden sollen. Ob dies mit Solvster gelingt, wird die Zukunft zeigen.

August 2, 2010

Bei WeinZwoNull kann jeder Mitwinzer werden

Filed under: Crowdfunding, Crowdsourcing, Geschäftsidee, Idee - Drink, Idee - Landwirt, Marketing 2.0 — Burkhard Schneider @ 2:45 pm


Bildquelle: RainerSturm / pixelio.de

Winzer, Weinhändler und Co. haben immer wieder innovative Ideen, um Kunden zu begeistern. Da gibt es z.B. Weinreben zum Grillen, Weinpatenschaften und Genussscheine im wahrsten Sinne des Wortes, Weinverkostungen per Post und virtuelle Weinproben in den verschiedensten Formen. In unterschiedlichen Kleinprojekten wagen sich Winzer und Weinhändler auch, das Web 2.0 zu erkunden. So richtig fehlte allerdings der Mut, umfassende Web 2.0 Projekte anzugehen. Jetzt bin ich durch Matias Roskos auf das “WeinZwoNull”-Projekt aufmerksam geworden. Das Ganze wird von Vinum.de als Medienpartner begleitet und auf deren Webseite wie folgt beschrieben:

“Welcher Weinliebhaber wollte nicht schon seinen eigenen Wein keltern? Entscheiden, wann die Traubenlese startet, oder ob der Wein „wild“ oder lieber mit Reinzuchthefen vergoren wird? Jetzt können Sie diese Entscheidungen treffen! Beim Web 2.0 wird das Internet interaktiv – bei „WeinZwoNull“ wird es der Wein. Denn Sie legen fest, wie der Weinberg bearbeitet wird und wie der Ausbau im Keller geschieht. Als Mit-Winzer können Sie bei unseren Internet-Abstimmungen Ihre Stimme abgeben. Informieren Sie sich im Vinum-Blog über den Stand im Weinberg, lauschen Sie dem Winzer, wenn er über die von Ihnen entschiedenen Arbeiten in Videos berichtet, schauen Sie sich Fotos „Ihrer“ Lage an – und genießen Sie am Ende einen trockenen Spätburgunder von einer absoluten Spitzenlagen der Ahr. Die Rebstöcke stehen im Devonschieferboden des steil terrassierten Mayschosser Mönchbergs, der vom VDP (dem Verband deutscher Prädikatsweingüter) für „Große Gewächse“ klassifiziert wurde.”

“Nach Ihren Vorstellungen an- und ausbauen werden den Wein Vater Wolfgang und Sohn Johann Hehle vom Weingut Deutzerhof, einem der besten Winzerbetriebe Deutschlands – vom Gault Millau Weinguide mit 4 von 5 Trauben ausgezeichnet. Als Mit-Winzer können Sie nach Anmeldung auch Ihren Wein direkt vom Fass probieren oder mit anpacken, wenn die Trauben des Weingutes gelesen werden… Einsteigen können Sie aber über das ganze Jahr. Denn über zwanzig wichtige Abstimmungen stehen an – die Winzer erklären die Pros & Contras, aber Sie entscheiden! Wie kann ich mitmachen? Einfach den Unterpunkt „Mitmachen“ aufrufen, und das Formular von „WeinZwoNull“ ausfüllen. Als Internet-Winzer subskribieren Sie 3,6 oder 12 Flaschen des fertigen Weins (á 20,- € / 35,- Franken) – Bei der nächsten anstehenden Abstimmung erhalten Sie dann eine Mail, in der Sie ohne Umstände ihre Wahl durch einfaches Anklicken treffen können. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Bis zur Füllung 2011 sind über zwanzig Entscheidungen zu treffen.”

Dies ist eines der ersten Projekte, das von A bis Z Hand und Fuß hat. Die Crowdwinzer werden tatsächlich in den ganzen Prozeß eingebunden, von den strategischen Entscheidungen über die (Vor-)Finanzierung bis zur Weinlese. Das erinnert mich ein bißchen an myfootballclub.com, nur bezogen auf Wein. Mit einem starken Medienpartner ist für eine gewisse Resonanz in der Öffentlichkeit gesorgt. Sicherlich werden auch noch zahlreiche andere Blogger, schließlich gibt es auch schon viele Weinblogger, das Thema aufgreifen und das Projekt promoten. Und natürlich werden die Mitwinzer das Projekt bekanntmachen, da man schließlich auch mitten im Projekt noch einsteigen kann. Clever! Und mit 66,50 EUR ist die Einstiegsschwelle so niedrig, dass sich viele adhoc entscheiden werden, einfach mit einzusteigen. Ich hoffe, dass sich davon auch andere Anbieter, z.B. Landwirte, inspirieren lassen und ebenfalls Mitmachprojekte initiieren.

July 25, 2010

Crowdsourcing- und Crowdfundingtrends im Journalismus

Filed under: Crowdfunding, Crowdsourcing — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Interview with crowdfunding expert Tanja Aitamurto from Ulrike Langer on Vimeo.

Ulrike Langer hat Tanja Aitamurto fast 20 Minuten zu den aktuellen Crowdsourcing- und Crowdfundingtrends im Journalismus interviewt. In ihrer Videokurzbeschreibung erläutert sie, warum Tanja die richtige Expertin dafür ist: “Tanja Aitamurto ist eine finnische Journalistin in San Francisco. Sie studierte Innovation Journalism in Stanford, sie bloggt für die Huffington Post, beschäftigt sich mit neuen Finanzierungsmodellen für Journalismus und schreibt momentan ihre Doktorarbeit über Crowdfunding und Crowdscourcing-Modelle. Am Beispiel von Spot.Us hat sie untersucht, was Journalisten und Spender motiviert, sich auf dieser Plattform zu engagieren. Darüber habe ich mich mit Tanja Aitamurto in San Francisco unterhalten.”

Schwerpunktmäßig beschäftigt sich Tanja in diesem Interview mit der Crowdfunding-Plattform Spot.us. Mit Hilfe dieser Plattform können Journalisten für ihren nächsten Artikel Crowdfunder suchen, die genug Geld spenden, damit der Artikel recherchiert und veröffentlicht werden kann. Ziel von Spot.Us ist, dass der unabhängige Qualitäts-Journalismus nicht vor die Hunde geht. Viele gute Artikel finden heute aber keine Abnehmer mehr, weil die meisten Verlage um ihr Überleben kämpfen und sich einfach darauf beschränken, Content zu bieten, der hohe Werbeeinnahmen erzielt.

Natürlich geht Tanja im Interview auch auf andere Crowdfunding-Modelle für Journalisten vor und grenzt sie zu Spot.Us ab. Da wäre z.B. Kachingle. Ziel von Kachingle ist es, dass Blogger und andere Webjournalisten Spenden von den Lesern bekommen. Wie hier in Deutschland kennen das CopyCat Flattr. Im Gegensatz zu Spot.Us wird via Kachingle für den Journalisten und nicht für einen einzelnen Artikel gespendet. Auf den Geschmack gekommen. Dann nehmt Euch 20 Minuten Zeit und schaut Euch obiges Video an. Wenn Ihr mehr über Spot.Us erfahren wollt, findet Ihr im Video unter diesem Text mehr Infos.

Spot.Us – Community Funded Reporting Intro from Digidave on Vimeo.

July 16, 2010

Die Crowdsourcing-Landscape versucht den Überblick zu schaffen

Filed under: Crowdsourcing — Burkhard Schneider @ 2:45 pm

Wenige Monate nach Start des Blogs am 11. August 2005 habe ich über das erste Crowdsourcing-Projekt mit dem Namen “Innocentive” berichtet, das mich begeistert hat. Seitdem hat mich dieser Business-Trend in den Bann gezogen und ich habe heute über mehr als 200 Crowdsourcing- und genau 100 Crowdfunding-Projekte berichtet. Es wird Zeit, dass ich langsam etwas Struktur reinbringe, damit noch mehr Leser begreifen, dass jedes Unternehmen Crowdsourcingelemente integrieren sollte, um langfristig am Markt bestehen zu können.

Ross Dawson hat jetzt eine echte Benchmark für dieses Vorhaben gesetzt. Er hat die erste Crowdsourcing-Landscape veröffentlicht. Leider vermisse ich extrem viele gute Projekte aus Europa. Es scheint mir alles sehr USA-lastig zu sein. Aber es ist ein guter Anfang. Und für mich ist es der Ansporn, auf jeden Fall über einige Projekte aus der Übersicht zu berichten, die sich bisher noch nicht auf meinem Bildschirm befanden.

Weiterhin vermisse ich Crowdsourcing-Projekte, die schon abgeschlossen wurden, aber eine echte Benchmark für die Zukunft darstellen. Deshalb will ich in naher Zukunft erst einmal damit beginnen, anlässlich des 100. veröffentlichten Beitrags zum Thema Crowdfunding und weil mich zu diesem Thema gerade eine Journalistin richtig ausgequetscht hat, eine kleine Crowdfunding-Reihe zu veröffentlichen. Mal schau´n, was sich daraus noch entwickeln kann.

Garmz will jungen Modedesignern nicht nur eine Vermarktungsplattform bieten

Filed under: Crowdfunding, Crowdsourcing, Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Mode, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Im Juli 2009 habe ich die Crowfundingplattform “Catwalk Genius” vorgestellt, die a la sellaband Startkapital für junge Modedesigner einsammelt, damit anschliessend deren erste Modekollektion herausgebracht werden kann. Wie prognostiziert, läuft das Geschäft sehr zäh an. Trotzdem mangelt es nicht an Gründer, die sich in diesem Markt tummeln und Modeschöpfer eine Plattform für ihren wirtschaftlichen Durchbruch schaffen wollen. Das österreichische StartUp Garmz ist vor kurzem an den Start gegangen und versucht ebenfalls sein Glück. Das Konzept dahinter ist etwas anders:

Junge Modedesigner können Ihre Entwürfe bei Garmz hochladen. Die User können über die einzelnen Entwürfe abstimmen. Von den Gewinner-Entwürfen werden anschliessend Prototypen hergestellt und die Fotos auf der Plattform abgebildet. Nach Ermittlung der Herstellkosten durch Garmz bei potentiellen Herstellern in Fernost und der Angabe des Gewinnaufschlages durch den Designer wird ein Verkaufspreis festgelegt. Zu diesem Preis können die User verbindliche Vorbestellungen durchführen. Wenn die Mindestzahl der Bestellungen erreicht wurde, geht der Entwurf tatsächlich in Produktion. Zahlreiche Experten sind skeptisch, ob sich er wirtschaftliche Erfolg von Garmz einstellt, wie z.B. Jao Belo.

Auch ich bin skeptisch, ob für genug Entwürfe die kritische Masse erreicht werden kann. Aus meiner Sicht müssten weitere Elemente eingebaut werden, damit die Idee zündet. Mein Stichwort “Jill Sobule”. Mehr will ich ohne Beratervertrag nicht verraten :-) Jochen Krisch bemerkt einen anderen kritischen Punkt, den man ebenfalls nicht aus den Augen verlieren sollte: “Die Modewelt lebt vom Abkupfern und gegenseitigen Kopieren. Aber wie viele Designer werden damit leben können, dass ihre Ideen bereits vor der eigenen Produktion kopiert werden können, weil sie öffentlich einsehbar sind? Garmz setzt auf den zeitlichen Vorteil des eigenen Shops in dieser Frage, was mich nicht hundertprozentig überzeugt.”

July 15, 2010

TCHO-Schokolade: Das Experimentieren geht weiter

Im letzten Posting habe ich darüber berichtet, wie Konsumenten eingebunden werden können, um eine neue Senfsorte zu kreieren. Das hat mich veranlasst, über den weiteren Werdegang von TCHO zu berichten. TCHO setzt sich aus den Wörtern Technoloy und Chocolate zusammen. Das kommt nicht von ungefähr. Die Macher des Projektes, darunter u.a. Louis Rossetto, Gründer des weltbekannten Wired-Magazins, hatten vor fünf Jahren die Idee, Schokoladenproduzenten zu werden und dabei ähnlich wie Softwareentwickler vorzugehen. Die Idee war, im Rahmen einer Beta-Test-Phase die Schokolade ständig zu verbessern und dabei die Kunden eng einzubinden. Letzlich wurde Ende 2008 die erste Schokoserie von TCHO auf den Markt gebracht. Wir haben im Dezember 2008 hier im Blog ausführlich darüber berichtet. Seitdem sind viele andere Blogger und Journalisten in Deutschland auf diese etwas andere Schokoladenmanufaktur aufmerksam geworden.

Besonders erwähnenswert finde ich, dass die Beta-Tester für jede Tafel, die sie ausprobiert haben, 4 USD bezahlt haben. Wenn man den Aussagen der Gründer von TCHO glauben darf, dann hat man sich auch deshalb für dieses Vorgehen entschieden, weil das Marketingbudget zu klein war, um für diese Marktforschung Geld zu bezahlen. Immerhin konnte man in der Beta-Testphase zwischen Ende 2007 und Ende 2008 mehr als 1.000 Beta-Tester finden, die gerne dafür bezahlten, um die beste Schokolade auf den Markt zu bringen, die man sich vorstellen kann. Zudem waren die Beta-Tester gleichzeitig Botschafter, die diese frohe Kunde in die Welt hinaus posaunten. So war es ebenfalls nicht nötig, hohe Summen für die Markteinführung aufzuwenden. Ansonsten traute man den Crowds wohl nicht mehr zu, denn z.B. das Design von der Verpackung bis zur Webseite stammt aus dem Hause EdenSpiekermann.

Sehr spannend fand ich auch, dass zum Launch vier verschiedene dunkle Schokoladensorten präsentiert wurden, die aufgrund der Verwendung verschiedener Kakaobohnen unterschiedliche Geschmacksrichtungen aufwiesen, von nussig über fruchtig bis zu schokoladig. Ähnlich wie beim Wein sollte somit auch der Schokoladenkenner die Möglichkeit bekommen, die verschiedenen Aromen der einzelenen Kakaobohen herausschmecken zu können. Insofern ist es auch nur konsequent, dass ein Onlineshop für Weinspezialitäten auch TCHO-Schokolade verkauft und für jede Sorte angibt, welcher Wein dazu am besten passt. Auf diesen Weg können Weinliebhaber auf den Schokoladengeschmack gebracht werden. Diese Kooperation macht Sinn.

Auch ansonsten zeigt sich TCHO sehr experimentierfreudig. Mittlerweile befindet sich die TCHO-Milchschokolade in der Beta-Test-Phase, da schließlich nicht alle Konsumenten dunkle Schokolade mögen. Schon regulär zu kaufen gibt es die TCHO-Drinkschokolade, Schokodrops zum Backen oder Mangestückchen, die von TCHO-Schokolade umhüllt sind. Zudem gibt es auch geröstete Kakaobohnenstücke, von TCHO-Schokolade umhüllt. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben sich die TCHO-Macher hier vom Erfolg von sweetriot inspirieren lassen. Aber auch die vier klassischen Sorten gibt es in verschiedenen Größen zu kaufen. So kann man z.B. für 180 USD eine Jahresration TCHO-Schokolade kaufen, bestehend aus 4 Dosen a 90 TCHO-8gramm-Täfelchen. Etwas vermisse ich in letzter Zeit wirklich neue Schokoladen-Innovationen, aber warum sollen nicht erst einmal die Produkte hergestellt und verkauft werden, die sich schon großer Beliebtheit im Schokoladenmarkt erfreuen?

Wer noch mehr über die Entstehungsgeschichte von TCHO erfahren will, erhält nicht nur auf der Firmenwebseite ausführliche Informationen, sondern auch in diesem Wired-Artikel aus 1/2010.

July 14, 2010

Bei UnserAller können alle ihren Senf dazugeben

Filed under: Crowdsourcing, V - Uncategorized — Burkhard Schneider @ 4:45 pm

Wer von Euch kennt den Mari-Senf? Ich kannte ihn ehrlich gesagt bis eben auch nicht. Doch das soll jetzt anders werden. Seit einigen Wochen führt die Innovationsagentur innosabi ein Social Product Development Projekt für den mittelständischen Senfhersteller aus Bayern durch. Mit Hilfe der Facebook-User soll eine neue Senfsorte auf den Markt kommen. Die User sollen in den gesamten Entwicklungsprozess mit eingebunden werden und via Facebook-Seite “Unser Aller” aktuell über den Projektablauf informiert werden.

In der ersten Phase, die bereits abgeschlossen ist, konnte man den Anlass wählen, wofür die neue Senfsorte verwendet werden soll. Die knappe Mehrheit hat sich für eine Dipvariante entschieden. Aktuell wird im Rahmen der 2. Phase der Geschmack des neuen Dip-Senfs von den Usern festgelegt. Dieser wird u. a. in Kochworkshops und mit Ausprobierpaketen ermittelt, die die Teilnehmer nach Hause geschickt bekommen. Bis zum 20 Juli können noch Vorschläge gemacht werden, welche Zutaten den Geschmack des neuen Produktes dominieren sollen. In der dritten Phase können die User das Aussehen des Labels bestimmen.

Sehr gut gefällt mir an diesem Crowdsourcing-Projekt u.a., dass endlich mittelständische Unternehmer den Zugang zur Weisheit der Massen bekommen sollen. Auch das Vorgehen in mehreren Phasen mit klarer Struktur ist nach meinem Geschmack. Besonders bemerkenswert finde ich, dass eine Facebook-Projekt-Fanpage der Innovationsagentur den Kommunikationsmittelpunkt darstellt. Denn hier erreicht man nicht nur die Massen, sondern es gibt auch die richtigen Tools, die für das nötige Involvement der User sorgen können. Ich bin gespannt, wie die Ergebnisse des Projektes aussehen, die im August veröffentlicht werden.

June 18, 2010

startnext – Crowdfundingplattform für Künstler made in Germany

Filed under: Crowdfunding, Crowdsourcing, Finanzen, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Vor kurzem habe ich Euch mit TrustArt eine Crowdfundingplattform für Künstler aus dem angelsächsischen Bereich vorgestellt. Jetzt präsentiere ich Euch ein brandneues Konzept made in Germany, indem ich Auszüge aus der Webseite hier präsentiere: Ziel von Startnext ist es Künstlern in Deutschland die Möglichkeit zu bieten, ihre Ideen und Vorhaben durch die finanzielle Unterstützung einer Community umzusetzen. Künstler können auf der Plattform ihre Projekte vorstellen und das benötigte Budget, eine Deadline und Gegenleistungen bei Zustandekommen des Projektes angeben. Die angemeldeten Nutzer können nun Punkte, die sie durch die Einzahlung von Geldern auf ein Treuhandkonto erhalten haben, unterschiedlichen Projekten zuteilen. Zur Vereinfachung der Transaktionen, werden die Punkte erst in Geld umgewandelt, sobald die Projektfinanzierung erfolgreich abgeschlossen wurde, ansonsten bekommen die Nutzer die Punkte auf ihr Startnext-Konto zurück überwiesen und können diese erneut verteilen.

Startnext funktioniert nach dem Crowdfunding-Prinzip: Fans, Freunde, Bekannte, Familie, Firmen und Mäzene finanzieren gemeinsam als Community eine Idee und bekommen dafür z.B.:

  • das fertige Produkt (Vorfinanzierung)Die Vision trägt Früchte
  • individuelle Geschenke (Anreize)
  • Medialeistungen (Sponsoring)
  • Kulturförderung (CSR)
  • oder eine Spendenquittung (Spende)

Darüber hinaus bekommen Supporter zusätzlich:

  • Emotionale Beteiligung am Projekt
  • Unterhaltung / Entertainment durch Projektverlauf
  • Wissensvorsprung durch interne Informationen nur für Unterstützer (VIP-Fans)
  • Das gute Gefühl großartige Talente zu entdecken und zu unterstützen

Folgende Funktionen kann startnext übernehmen:

  • Projektbeschleuniger im Bereich Kultur, Kunst, Medien und Event
  • Ticket-Verkäufer für Veranstalter
  • Marktrecherche-Instrument für Produzenten und Kreative
  • CSR/Kulturförderungs-Plattform für Unternehmen

Hinter Startnext verbirgt sich eine Unternehmensgesellschaft mit dem Namen Startnext UG (haftungsbeschränkt) i.Gr. startnext.de versteht sich als Plattform zur Kulturförderung. Die Macher haben sich zum Ziel gesetzt, nicht mehr als 10% eines Projekt-Budgetbedarfs für die technische Betreuung und öffentliche Bekanntmachung der Plattform zu nutzen, d.h. der Budgetbedarf des Projektinitiators, wird von Anfang an mit 110% angesetzt. Den sog. Startern entstehen zu keinem Zeitpunkt Kosten, noch sind die Projekt-Budgetanmeldungen mit einem Risiko verbunden. Die Aufladung der Unterstützer-Konten ist ab einem Betrag in Höhe von 101€ Verwaltungskosten frei. Auf alle Beträge unter 100€ (mind. 10€) wird eine geringe Verwaltungskostengebühr erhoben. Gleichzeitig können auf Seiten der Paymentanbieter geringwertige Transaktionskosten anfallen. Für Unternehmen gibt es kostenpflichtige Premiumprofile – und Premiumdienste. Derzeit befindet sich startnext in der sog. private beta Phase.

May 19, 2010

Diesel Cam macht die Anprobe zum Community-Erlebnis

Filed under: Crowdsourcing, Marketing - Probe, Marketing - Trends, Marketing - Viral — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Im März 2007 haben wir hier im Blog erstmals über die “virtuelle Anprobe” berichtet. Im Rahmen eines Feldversuchs des Shop-in-Shops Nanette Lepore im New Yorker Bloomingdale´s konnten sich die Kundinnen vor einen Spezialspiegel stellen und ausgewählte Designerstücke auf dem Spiegel einblenden lassen. Neben der Zeitersparnis konnte man die Fotos auf einer speziellen Webseite veröffentlichen lassen, damit sich Freudinnen die Ergebnisse anschauen und kommentieren konnten, ohne vor Ort sein zu müssen.

Mehr als drei Jahre später hat jetzt die Jeans-Firma Diesel eine ähnliche Idee umgesetzt. In mehreren spanischen Diesel-Shops könnt Ihr Euch im Ankleidebereich vor einer Diesel-Cam stellen und Fotos von der Anprobe machen lassen (siehe Film oben). Via Facebook Connect können die Fotos direkt in Facebook publiziert werden, damit die Freunde gleich ihren Kommentar abgeben können, ob die ausgewählten Kleidungsstücke wirklich zur Person passen.

Da auf jedem Anprobefoto rechts oben ein Diesel-Logo erscheint, will Diesel einen entsprechenden Viraleffekt entfachen. Als First Mover könnte die Rechnung auch aufgehen. Und Facebook erobert nicht nur das Internet, sondern immer mehr auch die Offline-Welt. Allerdings ist fraglich, ob die Diesel Cam in Serie geht. Denn über das Internet kann ich mir nicht nur Modetipps geben lassen, sondern auch günstigere Preise im Internet recherchieren.

Zudem will ich nicht unbedingt, dass jeder meine Anprobeversuche mitverfolgen kann. Da nehme ich vielleicht eher mein iPhone zur Hand und schicke die Ergebnisse an meine Freunde direkt. Oder ich schicke die Fotos an eine Community, die im Crowdsourcing-Stil Modetipps gibt und vielleicht auch Alternativvorschläge macht. Auf jeden Fall wird die virtuelle und reale Welt immer mehr verschmelzen.

Gefunden im andersdenken-Blog und im thomas-hutter-Blog via All Facebook Blog

May 11, 2010

Kickstarter ist die Crowdfunding-Plattform für kreative Projekte

Filed under: Crowdfunding, Crowdsourcing, Finanzen, Geschäftsidee, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 2:45 pm

Im letzten Artikel habe ich die Crowdfunding-Plattform kickstarter erwähnt. Auf diese Plattform möchte ich in diesem Artikel gerne näher eingehen. Machen wir zuvor eine kleine Zeitreise. Im Februar 2006 habe ich über die Crowdfundingaktion der südafrikanischen Sängerin Verity hier im Blog berichtet. Sie hatte damals das Ziel, im Vorfeld 5.000 Käufer ihrer ersten noch nicht produzierten Musik-CD zu finden, um ihren Traum von einer Musikkarriere zu verwirklichen. Das Projekt funktionierte.

Noch begeisterter war ich von der Crowdfundingaktion von Musikerin Jill Sobule. Sie brauchte im Gegensatz von Verity nicht Jahre, sondern nur zwei Monate, um insgesamt 75.000 USD einzusammeln. Zudem reichten Ihr 600 Supporter. Das Geheimnis lag neben ihrer schon vorhandenen Bekanntheit und Fancommunity daran, dass Sie 11 verschiedene Angebote machte, von 5 USD (Spende ohne Gegenleistung) bis 10.000 USD (Spender durfte auf der CD mitsingen), um sie finanziell zu unterstützen. Und genau diese geniale Idee hat die Crowdfundingplattform kickstarter aufgegriffen.

Auf kickstarter kann man kreative Projekte unterstützen. Man erhält keine Beteilgung, wird aber trotzdem nicht ohne Gegenleistung abgespeist. Ja nach höhe der finanziellen Unterstützung können sich die Projektbetreuer individuell Dinge ausdenken, die sie als Gegenwert zur Verfügung stellen, ob das ein T-Shirt, eine Musik-CD oder ein Privatkonzert ist.

Auf kickstarter können nicht nur Musiker Geld einsammeln, sondern alle Kreative. Es ist auch egal, ob es sich um ein Profit oder Non-Profit-Projekt handelt. Jedes Funding-Projekt ist zeitlich begrenzt und nur wenn die Mindestsumme zusammengekommen ist, müssen alle Supporter ihr Geld locker machen (via Kreditkarte). Im Falle des Erfolges erhält kickstarter 5 % Provision von dem eingesammelten Geld.