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September 2, 2010

Outsourcing als Chance (2): twago

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Nachdem ich im ersten Teil der Serie “Outsourcing als Chance für Gründer und Unternehmer” auf die Beweggründe für den Start dieser Serie und auf eigene Erfahrungen eingegangen bin, möchte ich heute einen ersten Anbieter im Outsourcing-Markt vorstellen. Es handelt sich um die internetbasierte Offshoring-Plattform twago. twago bedeutet „Teamwork Across Global Offices” (sinngemäß: Zusammenarbeit von Teams in weltweiten Büros). Ziel ist es, hochwertige Dienstleistungen weltweit über das Internet zu vermitteln. Grundsätzlich fokussiert twago sich auf die Vermittlung von Dienstleistungen, die an einem beliebigen Ort weltweit vor einem Monitor erbracht werden können. Die Spannweite der vermittelten Dienstleistungen umfaßt die konzeptionelle Erstellung von Webseiten und Programmierung von Software, Grafikdesign sowie administrative und Schreib-/Übersetzungsdienstleistungen.

Die Funktionsweise wird auf der Webseite wie folgt beschrieben: “Europäische Kunden stellen Projekte ein, Service-Anbieter weltweit geben Angebote ab, der Kunde vergleicht und entscheidet frei, welcher Anbieter für seine spezielle Situation am besten passt. twago unterstützt Anbieterauswahl und Projektdurchführung mit einer Vielzahl an Produktfeatures wie dem twago Projektmanagement-Tool, ausführlichen Unternehmensdarstellungen der Service-Anbieter mit Projekthistorie und –Bewertung sowie sicherer Zahlungsabwicklung. twago ist der größte Anbieter in Deutschland mit einer Wahlmöglichkeit für Kunden zur Zusammenarbeit mit hochqualifizierten deutschen Service-Anbietern oder alternativ der einfachen und sicheren Verlagerung von Aufträgen in aufstrebende Schwellenländer (Offshoring). Bereits heute nutzen Service-Anbietern aus 87 Ländern die Plattform zur virtuellen Zusammenarbeit mit Privat- und Geschäftskunden in ganz Europa.”

Was ist nun besonders an twago, da es schließlich schon für fast alles Ausschreibungsplattformen gibt? Zum einen hat man hier die Wahlmöglichkeit zwischen Home- und Offshoring. Bei einigen Dienstleistungen ist man eben besser im Inland aufgehoben, in anderen Bereichen wiederum bieten ausländische Partner das bessere Preisleistungsverhältnis an. Zum anderen gefallen mir die Servicefeatures besonders gut. So kann z.B. der Ausschreibende festlegen, dass der potentielle Auftragnehmer die komplette, detaillierte Projektbeschreibung erst einsehen kann, wenn er die Vertraulichkeitsvereinbarung unterschrieben hat und ausdrücklich freigeschaltet wurde. Hilfreich finde ich auch den Verifizierungsservice von Usern und Referenzen. Das erhöht das Vertrauen der Auftraggeber und verhindert, dass Betriebsspionage durchgeführt wird.

Gegründet wurde twago 2009. twago ist eine Marke der Bejali Internet GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin (Deutschland). Bejali Internet GmbH & Co. KG ist in Privatbesitz der drei Gründer Gunnar Berning, Maria Lindinger und Thomas Jajeh. Besonders konzeptstark finde ich, dass sich das twago-Team beim Aufbau seiner Plattform selber vieler Outsourcingpartner bedient hat. Durch eine Kooperation mit internationalen Service-Anbietern aus Deutschland, der Schweiz (Übersetzungen), Kanada (Webdesign), den Philippinen (Firmenlogo) und Russland (Programmierung) realisierte die Firma nach eigenen Angaben Einsparungen von über 60% und konnte sich damit vermehrt auf die Akquisition von Kunden fokussieren.

Auf Re-ticket können ungenutzte Flugtickets verkauft werden

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Um günstige Flugtickets ergattern zu können, muss man meist sehr früh buchen. Was soll man aber tun, wenn sich die Reisepläne aus welchen Gründen auch immer ändern und man die geplante Flugreise nicht antreten kann. I.d.R. kann man die günstig erworbenen Tickets nicht gegen Zahlung des vollen Preises an die Fluggesellschaft zurückgeben. Allerdings wäre es doch schade, wenn das Ticket einfach so verfällt, schließlich kann man über Ebay und Co. doch fast alles verkaufen, was man sich vorstellen kann.

Und genau deshalb gibt es seit kurzem die Plattform Re-ticket.com. Als erstes wird hier geprüft, ob das Ticket überhaupt und wenn ja zu welchen Kosten weiterverkauft werden kann. Nach Angaben von Re-Ticket sind ca. 40 % aller Flugtickets übertragbar. Allerdings entstehen häufig Kosten bei Namensänderung. Wenn die Tickets übertragbar sind, werden Sie in die Plattform zur Vermittlung eingestellt. Neben Flugtickets können auch Tickets von Bahn- und Fährverbindungen eingestellt werden.

Genau von dieser Idee können sich auch andere Gründer inspirieren lassen. Schaut doch einmal, wofür es noch keinen funktionierenden Zweitmarkt gibt. Nehmt anschließend mit den Verkäufern der “Ersttickets” Kontakt auf und prüft, ob eine Kooperation Sinn machen könnte. So könntet Ihr schnell von 0 auf 100 durchstarten. Denn eine Idee ist nur so gut, wie der Vertriebskanal, der dahinter steckt :-)

August 27, 2010

Verbessere nicht immer ein Produkt, sondern dessen Zubehör

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Produkt, Innovation — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Kennt Ihr das auch, dass Euer Notebook zu wenige USB-Ports hat? Ich persönlich habe an meinem Notebook drei USB-Ports. Einer scheint aber nach einem Jahr nicht mehr richtig zu funktionieren. Die anderen beiden USB-Ports, die noch funktionieren, liegen genau übereinander. Versucht mal, einen USB-Stick und einen UMTS-Stick gemeinsam anzuschließen. Das geht mit etwas Grips gerade noch so. Bei meiner Funkmaus hört es dann aber auf. Wie könnte man das Problem lösen? Ja, man könnte ein Notebook mit mehr USB-Ports kaufen. Gibt es noch eine günstigere Lösung? Ja, cleveres Zubehör ist häufig die Lösung:


Designer: Yi Fan Lin & Hong Yih Chu

Yanko-Design hat in den letzten Monaten zwei schicke Lösungen dafür präsentiert. In die jeweiligen USB-Stecker kann der nächste Stecker bzw. Gerät reingesteckt werden. Wenn man genau hinschaut, sind beide Ideen sehr ähnlich, aber doch unterschiedlich, was z.B. die Anordnung der Kabel angeht. In beiden graphischen Lösungsvorschlägen werden nur die einen Enden präsentiert. Wichtig ist natürlich auch, wie die andere Seite aussieht. Gibt es dort einen Stecker, der in ein USB-Gerät reingesteckt wird oder braucht es gleich ganz neue Geräte? Das ist jetzt die Herausforderung der Techniker und weniger der Designer.


Designer: Gonglue Jiang

Diese zwei Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie man durch intelligentes Zubehör Geräte besser machen kann. Und hier besteht die Chance auch für kleinere Unternehmer, Produkte erfolgreich in den Markt einzuführen. Überlegt doch selber einmal, worüber Ihr Euch an existierenden Produkten ärgert und wie das mit Zubehör gelöst werden kann. Und wenn ihr selber nicht genug Geld oder Know-How dafür habt, dann bietet doch einen Onlineshop genau für solch intelligentes Zubehör an. Es gibt fast immer mehr als einen Weg “nach Rom”.

August 26, 2010

Energy in Common ist eine neue Crowdfundingplattform für Clean Energy Projekte in Entwicklungsländern

Filed under: Crowdfunding, Finanzen, Geschäftsidee, Idee - NonProfit — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Im Juli 2009 habe ich hier im Blog über “Solar Home Systems” von Grameen Shakti berichtet. Grameen Shakti finanziert und installiert seit 1996 kleine Solaranlagen auf die Dächer der Häuser der Menschen in Entwicklungsländern, die am “Solar Home Systems” – Projekt teilnehmen. Sie erhalten Kredite und bezahlen drei Jahr lang exakt den monatlichen Betrag, den sie bisher für Energie bezahlt haben. Damit können Zins und der komplette Tilgungsbetrag bezahlt werden. Da die Anlagen in der Regel mindestens acht Jahre funktionieren, haben die Hausbesitzer fünf Jahr lang kostenlosen Strom. Bisher wurden auf diesem Weg mehrere hunderttausend Solaranlage installiert.

Von diesen Aktionen kann es aus meiner Sicht gar nicht genug geben. Das haben sich wohl auch die Initiatoren der Crowdfundingplattform “Energy in Common” gedacht. Seit kurzem kann man auf deren Webseite Kleinstkredite an Unternehmer und Privatpersonen aus Entwicklungsländern verleihen, die in erneuerbare Energieprojekte investieren wollen. Derzeit stehen acht Projekte zur Auswahl, für die ein Kapitalbedarf zwischen 16 und 500 USD aufgerufen wird. Bei dem kleinsten Projekt kann man einen Kredit in Höhe von 5, 10, 15 oder 16 USD vergeben. Beim derzeit größten Projekt kann man zwischen 25 und 125 USD Kredit vergeben.

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Die 3. EnergieEffizienz-Messe Frankfurt führt am 5. und 6. Oktober 2010 gezielt Entscheidungsträger von mittleren und größeren Unternehmen, der Immobilienwirtschaft und Kommunen in Hessen und Deutschland gebündelt an zwei Tagen in Frankfurt zusammen. Besuchen Sie z.B. das Smart Home der RWE Effizienz GmbH. Mehr Infos gibt es unter www.energieeffzienz-messe.de. ************WERBUNG*************************WERBUNG************

Noch ist die Plattform im Aufbau. Sie ähnelt sehr der Plattform von kiva, nur mit dem Unterschied, dass nur Erneuerbare Energieprojekte gefördert werden. Ähnlich wie Kiva arbeiten auch die Initiatoren von “Energy in Common” mit lokalen Partnern zusammen, um zu gewährleisten, dass die Projekte erfolgreich umgesetzt und der Erfolg kontrolliert werden kann. Ich bin gespannt, ob und wie sich die Plattform weiterentwickelt. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass spezielle Mehrwerte für die Kreditnehmer und Kreditgeber geboten werden, weil man ja sonst gleich auf Kiva in entsprechend nachhaltige Projekte investieren könnte. Auf jeden Fall scheint der Trend für themenspezifische Crowdfundingplattformen nicht mehr aufzuhalten sein. Gut so!

August 25, 2010

stylemyfoto macht Dich zum Star

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Kunst, Idee - Web, Marketing - Preis — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Nicht nur in Partnervermittlungsbörsen sind Fotos extrem wichtig, um Menschen für sich zu interessieren. Deshalb gehen immer mehr Menschen im Social Media Zeitalter zu professionellen Fotografen, um sich aufwendig stylen zu lassen und sich anschließend als “Star” fotografieren zu lassen. Dieser Vorgang ist sehr zeit- und kostenintensiv. Deshalb gibt es verschiedene Anbieter, die sich ein Standardfoto vom Kunden zusenden lassen, um es anschliessend aufzupimpen. Je nach künstlerischer Ader wird man dann zur Comic-Figur, Roy Lichtenstein oder Andy Warhol Model. Diesen Service kann man schon für kleines Geld erhalten, häufig ist aber das Ergebnis nicht so, wie man es sich wünscht.

Pfiffige Werber aus Stuttgart wollen das ändern. Für ihre Onlineplattform “stylemyfoto” arbeiten professionelle Werbedesigner, die fünfzehn verschiedene Vorlagen anbieten, um das 08/15-Foto zu pimpen. Der Kunde entscheidet, ob er sich als Marylin Monroe, Elvis Presley, Super-Model, Che Guevara, Supermann, Al Capone oder Fashion-Queen erleben will. Es stehen über 15 verschiedene Bildstile wie coole Comics, witzige Karikaturen, Mangas, Modezeichnungen oder Bilder im Stil von Andy Warhol oder Roy Lichtenstein zur Auswahl. Ab 69 EUR erhält man dann ein Poster mit dem eigenen Konterfei. Ab einem Bestellwert von 99 EUR erhält man auch das aufgepeppte Konterfei als Bilddatei, um es anderweitig verwenden zu können.

Neu ist die Idee wirklich nicht, aber die Umsetzung finde ich bei dieser Onlineplattform besonders gelungen. Denn häufig scheitert es bei anderen Anbietern an der Auswahl und der professionellen Umsetzung. Besonders gut gefällt mir, dass die Werber aus Stuttgart zahlreiche Mehrwerte anbieten, um mehr als 100 EUR Auftragsvolumen zu generieren. Schliesslich handelt es sich um Handarbeit made in Germany und die hat ihren Preis. Ab 100 EUR erhält man nicht nur ein schickes Poster im Großformat, sondern auch kostenlosen Versand, kostenlosen Korrekturabzug inkl. Änderungswünsche, kostenlose Bilddaten – zum selber Ausdrucken und Express-Versand. Genau von diesem Preismodell könnten sich andere Onlineanbieter eine Scheibe abschneiden.

August 16, 2010

Hotelrestbetten werden in der Schweiz mit der Hotelcard vermarktet

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Hotel, Marketing - Preis — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Vor kurzem habe ich mit hotelsnapper und Vadingo zwei Hotelpreisverhandlungsportale vorgestellt, die den Hotels die Möglichkeit geben, Restkontingente zu vermarkten und den Gästen zu wahren Preisschnäppchen verhelfen wollen. Einen ganz anderen Weg mit gleicher Zielsetzung verfolgen die Macher der Hotelcard. Wer sich die Hotelcard zum derzeitigen Einführungspreis von 75 CHF kauft, kann bis Ende 2011 in den auf hotelcard.com registrierten Hotels in der Schweiz bis zu drei Nächte zum halben Preis übernachten.

Wenn man einer aktuellen Pressemitteilung glauben darf, können schon jetzt auf der Webplattform mehr als 300.000 Hotelzimmer zum halben Preis gebucht werden. Wenn man näher hinschaut und die Auflistung aller Hotels anschaut, stellt man fest, dass derzeit 220 Hotels Angebote zum halben Preis eingestellt haben. Da die Hotels mehrere Zimmer zu diesen Sonderkonditionen anbieten und das bis Ende 2011 kommen insgesamt mehr als 300.000 Hotelzimmer zustande. Sehr gut gefällt mir dagegen, dass man die Hotels nach Themen sortiert anschauen kann, wie z.B. Wellness, Familien, Haustiere, Designhotels etc.

Aber Achtung: Die Angebote auf www.hotelcard.com sind abhängig von den Verfügbarkeiten in den Hotels. Wenn Hotels zu bestimmten Zeiten gut ausgebucht sind, stellen sie natürlich keine freien Kontingente auf die Plattform ein. Trotzdem kann der Schnäppchenjäger fündig werden. Sind beispielsweise die Zimmer im Winter in Zermatt ausgebucht, so gibt dafür viel mehr Angebote im Tessin. Kongresshotels in den Städten haben meist am Wochenende leere Zimmer und sind dann auf der Suche nach Privatgästen. Und manche Privatpension wird vielleicht sogar in der Hochsaison noch das eine oder andere Zimmer frei haben.

Da die Hotels kostenfrei ihre Kontingente einstellen können, lohnt sich eine Teilnahme bei freien Kapazitäten sicherlich. Denn auch beim halben Preis fließt trotz Zusatzkosten (z.B. Reinigung der Zimmer) Geld in die Hotelkassen. Und zudem können ja durch die Restauration und Wellness-Angebote noch Zusatzeinnahmen generiert werden. Auf Kundenseite lohnt sich das Angebot besonders für Geschäftsreisende, die häufig in Schweizer Hotels für wenige Tage übernachten. Bei einem längeren Aufenthalt ist die Ersparnis nicht so groß, weil die 50%-Rabatte nur für die ersten drei Tage gewährt werden.

August 13, 2010

Shoppingclub Moxsie First verramscht keine Restware sondern Neuheiten

Filed under: Geschäftsidee, Idee - ecommerce, Trends — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Die erste Generation der Online-Shopping-Clubs rund um Ventee Privee baute ihr Geschäftsmodell darauf auf, Restposten von großen Markenartiklern in der Modebranche an ihre Mitglieder zu sehr günstigen Preisen zu verkaufen. Dieses Geschäft läuft noch, aber das Wachstum entspricht nicht mehr den hochgesteckten Erwartungen der Initiatoren und Experten. Das liegt zum einen daran, dass es viele Copy Cats gibt, die ebenfalls erfolgreich Kunden anziehen und Umsätze generieren. Zum anderen sind die Restpostenbestände der großen Markenartikler auch begrenzt. Deshalb gibt es immer wieder neue Ansätze, diesen Wachstumsbremsen ein Schnippchen zu schlagen:

Der neu aufgelegte Shopping-Club Moxsie First versucht sein Glück z.B. darin, nicht Restposten zu verkaufen, sondern ganz neue Kollektionen von eher unbekannten Designern und Modemachern zu vertreiben. Jochen Krisch hält diesen (neuen) Trend für logisch und konsequent: “Schließlich lassen sich Clubkonzepte nicht nur für den Abverkauf nutzen. Das weitaus größere (Markt-)Potenzial liegt nicht am Ende, sondern am Beginn des Produktlebenszyklus – bei exklusiven Einführungsangeboten und Vorabverkäufen, wie sie gerade auch Amazon im Schuhsegment erstmals testet.”

Natürlich gibt es auch ganz andere Strategien, mehr Wachstum zu generieren: Bei großer Nachfrage gibt es eine Nachproduktion, kleinere Labels werden aufgenommen, andere Produktsegmente werden erschlossen (Brands4friends versucht es z.B. mit Autos von der Marke Opel), Eigenmarken werden erstellt, etc. Gute Hintergrundinfos dazu gibt es in einem kasszone-Blogbeitrag. Und natürlich wird es auch einen Bereinigungsprozeß geben, der zur Folge haben wird, dass es nicht alle schaffen werden. Sättigungserscheinungen gibt es eben auch im Internet.

August 10, 2010

Crowdsourcingplattform Solvster will Konsumenten und Produkthersteller verbinden

Filed under: Crowdsourcing, Geschäftsidee, Idee - Crowd, Idee - Web — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Es gibt mittlerweile sehr viele Crowdsourcing-Ideenplattformen im Internet. Die wirkliche Herausforderung besteht allerdings darin, aus Ideen wirklich neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Und die Krönung ist es, wenn dieser gesamten Prozess webbasiert von den Crowds begleitet werden kann. Auch hieran versuchen sich zahlreiche Anbieter, allerdings stellen sie fest, dass dieses Unterfangen deutlich komplexer ist. Und wenn es erfolgreiche Konzepte, wie z.B. tchibo-ideas, gibt, sind diese sehr limitierend. Das möchte Dietmar Egelhofer mit solvster ändern.

In drei Schritten sollen aus Ideen Produkte entstehen. Innerhalb des TrendQuest formulieren Unternehmen, Experten und Konsumenten mögliche Trends, die im TrendQuest zur offenen Diskussion stehen. Im Rahmen des IdeaQuest können die Crowds anhand vorformulierter Kriterien der beauftragenden Unternehmen Produktideen vorschlagen. Im Anschluss daran werden die besten fünf Ideen in den ShopQuest uebergeführt. Hier wird die Community gefragt, welches Produkt sie zu welchem Preis kaufen würden.

Die Besonderheit ist, dass man in jeder Phase sog. “Shells” erwerben kann. Wenn man sich anmeldet, neue User gewinnt, an Abstimmungen im TrendQuest teilnimmt oder Ideen im IdeaQuest dazusteuert, erhält man Shells. Mit diesen Shells kann man dann virtuell in den Solvster-Shops einkaufen. In diesen Shops werden jeweils fünf Produktideen der teilnehmenden Unternehmen vorgestellt, nachdem sie durch die ersten beiden Phasen durchgelaufen sind. Wenn man das Produkt virtuell gekauft hat, dass das Unternehmen als potentiellen Topseller ausgewählt hat, erhält man wiederum anteilig Shells.

Dieser etwas komplizierte Prozess innerhalb des ShopQuest wird hier näher erläutert. Nachdem Dietmar Egelhofer schon mehr als 7.000 Community-Mitglieder gewinnen konnte, kommt jetzt die größte Herausforderung, nämlich Unternehmen zu finden, die daran teilnehmen. Knapp 10.000 EUR soll die Beteiligung für die Unternehmen kosten. Dafür soll gewährleistet werden, dass Produkte nicht mehr an den Interessen der Konsumenten vorbei entwickelt werden sollen. Ob dies mit Solvster gelingt, wird die Zukunft zeigen.

August 9, 2010

Auch mit Vadingo kannst Du die Hotelpreise indviduell aushandeln

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Tourismus, Idee - Web, Marketing - Preis — Burkhard Schneider @ 4:45 pm

Im best-practice-business-Blog habe ich bisher mehr als 4.000 Business Ideen präsentiert. Trotzdem ist das hier nicht nur eine Ideendatenbank. Vielmehr ist es ein Blog, in dessen Rahmen bei jedem Beitrag Kommentare herzlichst erwünscht sind. Manchmal verflucht man das, in den meisten Fällen ist man aber glücklich, keine reine Einwegkommunikation anzubieten. So geschehen wieder vor wenigen Tagen, als ich die Hotelpreisverhandlungsplattform hotelsnapper vorgestellt habe. Denn in diesem Zusammenhang hat mich Klaus Swoboda auf eine ähnliche Plattform hingewiesen, die im Gegenteil zu hotelsnapper schon online ist.

Es handelt sich um die Plattform Vadingo. In der Rubrik “Über uns” beschreibt der Gründer Frank Mansfeld die Entstehungsgeschichte kurz und einprägsam: “Meine Frau und ich sind seit vier Jahren stolze Besitzer zweier Landhotels auf Mallorca und noch nie wurde von Urlauberseite her so viel gehandelt wie in diesem Jahr. Und gerade weil so viele Gäste mit uns feilschen wollten, kam mir die Idee eine professionelle Verhandlungsplattform für Hotels im Internet anzubieten. Allerdings wollte ich etwas erschaffen, das auch dem Hotelier zugute kommen würde. Deswegen erfand ich den Urlaubermarktplatz.”

Die Funktionsweise ist etwas anders als bei hotelsnapper: Nachdem man das Reiseziel (bisher sind Mallorca, Menorca und Ibiza abgedeckt), das Reisedatum, die Kategorie und den Wunschpreis eingegeben hat, erhält man von Vadingo eine Auswahl an Hotels, die genau oder ungefähr dem Wunschpreis entsprechen. Der User kann jetzt bis zu 10 Hotels aussuchen, nachdem er die ausführlichen Beschreibungen zu den Hotels studiert hat. Jetzt verhandelt vadingo mit den ausgewählten Hotels. Innerhalb weniger Stunden soll man dann die ausgehandelten Preise der ausgewählten Hotels erhalten, die für 24 Stunden verbindlich sind. Sollten mehrere Hotels den gleichen oder ähnlichen Preis angeboten haben, geht vadingo automatisch in die Nachverhandlung.

Spannend an diesem Konzept finde ich, dass ein Hotelier diese Plattform entwickelt hat. Insofern kann man davon ausgehen, dass er weiß, wie seine Kollegen ticken. Zudem muss ich im Gegensatz zu hotelsnapper nicht “die Katze im Sack kaufen”. Vielmehr kann ich nach der Verhandlungsphase aus bis zu 10 Hotelangeboten auswählen. Dabei muss ich mich nicht für das günstigste Angebot, sondern wirklich für das beste Angebot entscheiden. Nachteilig für die Hotels ist allerdings, dass sie die “Hosen runterlassen müssen”, ohne dass der Kunde bucht. Die Zeit wird es zeigen, welches der beiden Angebote sich durchsetzen wird.

ecomodernism nutzt eine Angebotslücke von IKEA

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Dienst — Burkhard Schneider @ 8:45 am

IKEA bietet mittlerweile viel mehr als Möbel zum Zusammenbauen an. Wer z.B. hier in Deutschland eine Küche bei IKEA kaufen will, kann eine kostenlose Software nutzen, um einen Einrichtungsplan für die Küche dreidimensional zu erstellen. Für einen Festbetrag kommt ein Dienstleister ins Haus, der den Küchenraum ausmisst, damit man beim Do-it-Yourself-Küchenplan wichtige Aspekte wie Starkstrom- und Wasseranschluss nicht ignoriert. Anschliessend kann man die Küche im IKEA-Markt in Auftrag geben, alles anliefern und von Experten aufbauen zu lassen. Das klingt fast perfekt. Nur beim eigentlichen Designentwurf lässt IKEA den Kunden noch allein. Und genau das ist die Basis der Geschäftsidee von ecomodernism.

ecomodernism schickt einem einen Inneneinrichter nach Hause, der die Küche plant. Dafür wird ein ortsüblicher Stundensatz verlangt. Laut Aussagen von ecomodernism dauert es in der Regel maximal 16 Stunden, bis der Plan entworfen und noch einmal vor Ort besprochen wurde. Anschliessend wird die Küche vor Ort von Spezialisten aufgebaut, die von ecomodernism vermittelt werden. Dieser Service soll wettbewerbsfähig mit dem Angebot von IKEA selber sein. Besonders erwähnenswert finde ich, dass es auch einen Express-Service gibt, wenn man innerhalb von 2 Wochen die Küchen aufgebaut bekommen haben will. Der Express-Service hat mit 1.500 USD seinen Preis. Wer aber weiß, wie lange man auf die Lieferung und Aufbau von IKEA warten kann, dann handelt es sich hier um einen Zusatzservice mit echtem Mehrwert.

Im ersten Moment könnte man sich ernsthaft fragen, ob IKEA-Kunden solch einen Zusatzservice in Anspruch nehmen. Aber wir wissen ja längst, dass es DEN IKEA-Kunden genauso lang nicht mehr gibt, wie es auch DEN ALDI-Kunden nicht mehr gibt. Laut ecomodernism geben die Kunden des Designexperten zwischen 18.000 und 35.000 USD aus. Bei diesem Investitionsvolumen sind die Kunden dann auch bereit, externe Dienstleistungen einzukaufen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit Huckepack-Angeboten sehr gute Erfolge erzielen kann. Man muss nicht immer neue Ideen entwickeln, sondern bei bestehenden Angeboten Leistungslücken identifizieren und diese Lücken schliessen.