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August 7, 2010

Wie myKidsShoe nicht in die Austauschbarkeitsfalle tappen will

Häufig wird ein bestimmtes Produkt in hundert und mehr Onlineshops verkauft. Dadurch entscheide ich mich als Konsument häufig via Preissuchmaschinen und eigener Recherche für den Anbieter, der mir den besten Preis bieten kann. Dementsprechend sind die Margen für die E-Commerce-Händler meist sehr niedrig und sinken im langfristigen Trend immer weiter. Das ist nicht unbedingt die beste Grundlage, um mit einem Online-Shop eine langfristige Existenz aufzubauen, von der man wirklich leben kann. Ein Weg raus aus dieser Preisfalle besteht darin, den Kunden via Webkonfigurator die Möglichkeit zu geben, sich sein ganz individuelles Produkt erstellen zu lassen. In den Rubriken “Marketing – Customizing” und “Idee – Customizing” berichte ich immer wieder von solchen Beispielen.

Eigentlich kann ich gar nicht genug Beispiele in diesem Blog präsentieren, um endlich die zu erreichen, die immer noch den Preis als einziges Unterscheidungsmerkmal im ECommerce kennen. Deshalb bin ich sehr offen, wenn mir Gründer ihren Webshop per E-Mail vorstellen, in dem ein Webkonfigurator dafür sorgt, dass man sich sein Unikat erstellen kann. So ist das auch gestern geschehen, als mir Renate Gröblinghoff die Pressemitteilung über ihren neuen Shop mykidsshoe.de zugemailt hat. Hier kann man mit wenigen Mausklicks ein individuelles Paar Kinderschuhe entstehen lassen. Drei Verschiedene Grundformen, zwölf Farben für Schaft und Fersenelement sowie zwölf wählbare Motive bieten millionenfache Kombinationsmöglichkeiten in den Größen 17 bis 30 (10 cm bis 17,5 cm). Meinen Designentwurf könnt Ihr oben bestaunen :-)

Der Mass Customzing Trend ist aber nicht nur eine Chance für Onlineshopbesitzer. Auch deutsche Hersteller profitieren davon. Für kleine Stückzahlen, die schnell produziert werden sollen, ist Deutschland immer noch ein guter Standort. So werden die Kinderschuhe von myKidsShoe in Handarbeit in Essen hergestellt. Es wird auf der Homepage auch versprochen, dass nicht nur die Verarbeitung sehr gut ist, sondern auch alle Materialien frei von PCP oder toxischen Farbstoffen sind. Trotzdem gibt es die Schuhe schon ab 19,95 EUR. Das ist auch nicht unerheblich, denn auch bei maßgefertigten Produkten zahlt der Kunde nicht jeden Preis. Und zudem bietet der günstige Preis die Chance, diesen Schuh auch als Geschenk zu bestellen. Somit stehen die Chancen gut, dass der Shop seine Kunden finden wird oder umgekehrt.

May 28, 2010

Wie der Kitkat-Riegel zum beliebten Touristen-Mitbringsel wurde

Filed under: Marketing - Customizing, Marketing - Marke, Marketing - Produkt, Marketing - Trends — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

In der Vergangenheit versuchten die großen Markenartikler wie Coca Cola, Mc Donalds & Co, ihre Produkte mit dem Einheitsgeschmack der ganzen Welt aufzudrücken. Die Geschmäcker sind jedoch sehr verschieden, was sich spätestens im Long-Tail-Zeitaler auch in den Großkonzernen rumgesprochen hat. Deshalb bieten viele Getränke- und Lebensmittelhersteller je nach Land verschiedene Geschmacksrichtungen an, die es nur dort gibt. Nestle ist jetzt noch einen Schritt weitergegangen:

In Japan hat Nestle den Schoko-Waffel-Riegel Kitkat in 19 verschiedenen Geschmacksrichtungen herausgebracht. Die Besonderheit: Für jede Region für eine geschmackstypische Sorte entwickelt und nur dort in limitierte Auflage verkauft. So gab es z.B. die Geschmacksrichtungen Wassermelone, Erdbeer-Käsekuchen, Kirsche, Süße Kartoffeln mit Blaubeeren, Wasabi, grüner Tee, Apfel, grüne Bohnen und Chilli. Gerade in der heutigen Zeit gehören exotische Mischungen fast zum guten Ton, insbesondere Süßes wird heute gerne mit Scharfem etc. gemischt.

Nestle konnte durch diese Aktion seinen Umsatz in Japan deutlich erhöhen. Viele Einheimische kamen endlich auf “Ihren Geschmack”! Mit dieser Aktion konnte aber noch eine ganz andere Zielgruppe erfolgreich als Käufer angesprochen werden: Die Touristen kauften wie wild diese exotischen Kitkat-Schokoriegel, um sie als Mitbringsel mitzunehmen. Das ist deshalb gelungen, weil es die Schokoriegel nur in begrenzter Auflage nur in einer Region zu kaufen gab. Somit konnte eine ehemaliges Allerweltsprodukt zum “einmaligen Souvenir” umfunktioniert werden.

Gefunden bei Springwise

May 5, 2010

Nach dem Wurstbrief kommt jetzt der individuelle Wurstmixx

Filed under: Marketing - Customizing — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Ich habe erstmals im April 2006 über die Metzgerei Böbel in Georgensgmünd-Rittersbach im Zusammenhang mit ihrem Wurstbrief berichtet. Jetzt machen sie mit ihrem “Wurstkonfigurator” auf sich aufmerksam. Auf der Webseite www.wurstmixx.de kann jeder sein Wurst nach dem ganz eigenen Geschmack zusammenstellen. Nach Müsli, Kaffee, Schokolade geht es jetzt also im Rahmen eines Mass Customization Angebotes um die Wurst. Wie wäre es z.B. mit Leberkäse mit Chili, Pfeffer und Meerrettich oder mit Gelbwurst mit Rosenblütenblättern?

Auf wurstmixx.de wählen Sie eine handelsübliche Basiswurst und verschiedene Zutaten. Zur Auswahl stehen 20 verschiedene Wurstsorten, z.B. Lyoner, Grillwürstchen und Salami. In diese Würste können Sie dann aus mehr als 70 Zutaten folgender Kategorien wählen: Gemüse, Gewürze & Kräuter, Nüsse & Körner, Nudeln & mehr, Süßes & Obst sowie Käse & Fisch. Von neugierig verrückt wie z.B. eine Grillwurst mit Rosenblütenblättern bis zu konservativ vorsichtig wie z.B. Lyoner mit Nudeln und Reis ist alles möglich. Zur Abrundung des Angebotes kann auch ein Braten ganz nach Geschmack gefüllt oder ein Frischkäse verfeinert werden.

Die Produktion erfolgt dann in der Metzgerei von Claus Böbel im fränkischen Rittersbach. Und das schon ab einem Stück (Dosenwurst, Fleischkäse). Je nach Herstellungsaufwand gibt es für andere Wurstsorten eine Mindestmenge, z.B. für die Grillwürstchen 25 Stück. Neben den Internetaktivitäten gibt es auch vor Ort Attraktionen wie das WurstErlebnis, bei dem eine Gruppe Wurst selbst herstellt. In der Wurstmixx-affinen Leberkäsevariante darf jeder zwei Mini-Leberkäse selbst mit Zutaten mixen und anschließend verzehren. Gefunden im basicthinking-Blog.

April 23, 2010

Ritter Sport hat vor drei Monaten einen Flagship-Store in Berlin eröffnet

Fast jeder Markenhersteller eröffnet in den Großstädten dieser Welt Flagshipstores, um seine Produkte “erlebbar” zu machen. Da konnte und wollte RITTER SPORT auch nicht zurückstehen. Seit dem 15. Januar 2010 gibt es am Berliner Gendarmenmarkt die BUNTE SCHOKOWELT Berlin. Auf drei Etagen und fast 1000m² können große und kleine Schleckermäuler nach Lust und Laune genießen, entdecken und kreieren. Hier kann man schlemmen, auf dem SCHOKOPFAD den Weg von der Kakao-Bohne zur Tafel Schokolade erfahren, eigene Schokoladenkreationen erstellen und im Shop anschließend viele Leckereien mitnehmen.

Das erste Highlight ist sicherlich die SCHOKOLOUNGE im 1. Stock, in der man geschmolzene RITTER SPORT Schokolade mit warmer aufgeschäumter Milch z.B. in den Sorten Joghurt, Pfefferminz und Marzipan genießen kann. Hier kann man aber auch ein ganz normalen Cappuccino oder Cola trinken und sowohl ein Frühstück oder Mitagessen zu sich nehmen. Damit sollen sicherlich die Schaulustigen nicht nur hineingelockt werden, sondern auch zu einem längeren Aufenthalt verleitet werden. Die Kleinen sollen durch einen Besuch in der Schokowerkstatt, in der sie eigene Schokokreationen herstellen können und mit dem Schokopfad auf den Geschmack gebracht werden. Mein persönliches Highlight wäre sicherlich die Abteilung, in der man seine eigene Schokokreation erstellen lassen kann. Ein Chocolatier stellt vor den Augen der Kunden die eigene Kreation her und verpackt sie individuell.

Zum Stammkunden würde ich in Berlin allerdings deshalb zählen, weil man im „Pick & Mix“-Bereich des SCHOKOSHOPS die RITTER SPORT MINIS und SCHOKOWÜRFEL nach Lust und Laune kombinieren kann. Es muss ja nicht in jeder Stadt solch ein Flagship-Store-geben, aber ich verstehe nicht, warum man nach dem Shop-in-Shop-Konzept nicht in jeder Stadt oder im Onlineshop solch einen “Pick & Mix”-Bereich anbietet. Nach dem Scheitern von der Manner-Lounge in München, der Nutelleria in Frankfurt und dem frosta-Bistro in Hamburg gilt hier in Berlin wohl das Motto: Nicht kleckern, sondern klotzen. Es wird sich erst nach Abebben der Anfangseuphorie zeigen, ob sich der Auftritt wirtschaftlich rechnet und welche Marktforschungskenntnisse in neue Produkte fließen. Wir sind gespannt.

September 26, 2009

Wann bietet die IAA endlich Themenparks an?

Filed under: Marketing - Customizing — Burkhard Schneider @ 12:00 pm

Derzeit ist mein Schreibtisch brechend voll. Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen, zumindestens knapp 3 Stunden über die Internationale Automobilausstellung auf dem Frankfurter Messegelände zu schlendern. Nirgends sonst kann man sich in so viele Autos hineinsetzen, wie auf der IAA. Besonders neugierig wurde ich gemacht, nachdem ich in zahlreichen Zeitungen gelesen hatte, dass diese IAA ganz im Zeichen des Umweltschutzes stehen würde. Auf der Messewebseite habe ich dann auch schnell den Hinweis auf den Innovationspfad erhalten:

“Umwelt-, Klimaschutz und Verkehrssicherheit sind und bleiben die grundlegenden Ziele der Automobilindustie für eine nachhaltige Mobilität von morgen. Die Aussteller auf dieser IAA bringen auf den Punkt, welche brandneuen Lösungen sie dafür mit Innovationsgeist, Know-how und Kundennähe entwickelt haben. Wer sich heute anschauen will, welche aktuellen Produkten hier auf der wichtigsten Messe für Mobilität vorgestellt werden, um Automobile weiterhin sicherer, effizienter und ressourcenschonender zu gestalten, der kann diesem “IAA-Innovationspfad” folgen. Unser thematischer Geländeplan führt Sie direkt zu den wegweisenden Premieren und Mitmach-Aktionen rund um Klimaschutz und Verkehrssicherheit.”

Neugierig gemacht durch diese Ankündigung und ausgerüstet mit dem ausgedruckten Plan bin ich über die Messe gestapft. Es war ein langer Weg, sich alle Innovationen rund um den Umweltschutz anzuschauen. Was blieb zum Schluss? Stückwerk! Denn nirgends erhielt man geballte Informationen z.B. zum Elektroauto an einem Platz. Und genau deshalb habe ich einen großen Wunschen: Lieber IAA-Veranstalter, bietet bitte in Zukunft Themenparks an, damit man sich schnell und gezielt an einem Ort über neue Themen informieren kann. Sonst verpufft die gute Idee sehr schnell. Ich bin ehrlich gesagt nach dem Besuch der IAA nicht schlauer als vorher, ob und welches Elektroauto für mich wann in Frage kommt.

May 26, 2009

USA-Tour (2): Wie ein Straßenmusiker durch Kundenorientierung zum Topverdiener avanciert

Filed under: Marketing - Customizing, Marketing - USP — Burkhard Schneider @ 8:45 am

In mehreren Blogpostings habe ich schon den Tipp gegeben, dass man dann die volle Aufmerksamkeit seines Kunden hat, wenn er in einer langen Warteschlange steht und nichts zu tun hat, ausßer sich die Zeit zu vertreiben. Deshalb ist es schon sehr clever von zwei Straßenmusikern in New York gewesen, sich dort zu positionieren, wo die Touristen und Einheimischen auf die Fähre zu Freiheitsstatue warten. Diese Schlange ist schon im Frühjahr sehr lange und man wartet schnell mal eine halbe Stunde, bis man auf die Fähre kommt.

Obwohl die beiden Straßenmusiker gerade einmal 50 Meter voneinander entfernt waren, hat nach meiner Beobachtung der eine Musiker in ca. 10 Minuten mehr als 10 USD und damit fünfmal mehr als sein “Konkurrent” verdient. Wenn man das auf einen Stundenverdienst hochrechnet, dann hat der eine Musiker richtig abgesahnt. Und was war nun sein Erfolgsgeheimnis?

Immer, wenn ein Tourist an ihm vorbeikam, fragte er nach seiner Nationalität. Wenige Augenblicke später spielte er die entsprechende Nationalhymne. Fast jeder fünfte Tourist zückte seinen Geldbeutel und nicht selten flatterte ein Ein-Dollar-Schein in den Pappbecher des Musikers. Das Erfolgsgeheimnis war, dass der Musiker erst mit seinen Kunden Kontakt aufnahm und ihnen dann ein personalisierte Geschenk gemacht hatte. Der andere Musiker dagegen fidelte einfach nur seine Musik runter. Als Vertriebsberater in New York würde ich mit allen Mandanten dieses “Schauspiel” besuchen. Ein Beispiel sagt mehr als tausend Worte :-)

March 30, 2009

ShirtsMyWay – Herrenoberhemden mass customized

Filed under: Marketing - Customizing — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Massanzüge sind erschwinglich geworden, seitdem sie in maschineller Einzelfertigung hergestellt werden könnnen. Endlich muss man beim Einkauf keine Kompromisse hinsichtlich Schnitt, Größe, Stoff, Farbe, Knöpfe etc. mehr machen. Man bekommt genau das, was man will und braucht. Und was für Anzüge funktioniert, dass sollte auch für Oberhemden zum Standard gehören. Das haben sich zumindest zwei Entrepreneure aus Dänemarkt gedacht. Sie bieten unter www.ShirtsMyWay.com die Möglichkeit an, Maßhemden nach eigenen Vorstellungen in Auftrag zu geben.

Hatten Sie schon immer die Idee, ein weißes Hemd im hellblauen Haifischkragen zu tragen? Das ist jetzt kein Problem mehr, denn via Internet können Sie Ihr Wunschhemd hinsichtlich Stoff, Farbe, Kragen, Größe und Knöpfe so zusammenstellen, wie Sie sich das vorstellen. Das Besondere: Das Hemd soll im Endverkauf so viel kosten (ab 65 USD), wie die Massenware, die im Geschäft oder Kaufhaus angeboten wird.

Es zeigt sich, dass Mass Customized Bekleidungsprodukte vom Preis immer erschwinglicher werden und sich damit im Markt immer mehr durchsetzen. Besonders attraktiv ist, dass man sein Wunschhemd in wenigen Minuten im Internet zusammenstellen kann und sich dafür gar nicht mehr ins Einkaufsgetümmel stürzen muss. Kennt Ihr andere vergleichbare Angebote, die Ihr empfehlen könnt?

December 7, 2008

Update: flattenme – personalisierte Kinderbücher

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Customizing, Idee - Verlag, Idee -Junior, Marketing - Customizing — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

In den mehr als 3 Jahren, seit es dieses Blog gibt, berichte ich über zahlreiche Geschäftsideen, die mich beeindrucken. Ab und zu erhalte ich darüber neue Infos, indem mir von den Machern eine Mail geschickt wird oder ich per RSS-Feed News über den Fortgang der Idee automatisch erhalte. Jetzt will ich dem Zufall etwas auf die Sprünge helfe. Ab diesen Monat werde ich einen Blick zurück wagen und mich über den Fortgang von Geschäftsideen erkundigen, die ich vor einem, zwei oder drei Jahren in genau diesem Monat das erste Mal berichtet habe.

Im Dezember 2007 habe ich z.B. über flattenme berichtet. Konkret handelt es sich um Kinderbilderbücher, in der die Fotos der beschenkten Kinder per Fotomontage eingedruckt und damit personalisiert werden. Zielgruppe sind die 4 – 7-Jährigen. Was hat sich in den letzten 12 Monaten getan? Die Produktpalette ist deutlich größer geworden. So gibt es mittlerweile sechs verschiedene Stories, die als Buch erhältlich sind. Sie sind mittlerweile in den Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italianisch, Finnisch und Holländisch erhältlich. Sie kosten etwas mehr als zu Beginn, nämlich 39,95 USD pro Buch.

Neben den Büchern kann man mittlerweile auch Geschenkkarten bestellen, mit dem Bild des Kindes eingebettet in Motiven aus den Büchern, die im 12er-Pack je 20,95 USD kosten. Zudem gibt es Geschenkpackungen, in denen neben dem Buch z.B. auch Gegenstände aus der Geschichte beigelegt sind, wie z.B. eine Schatztruhe. Das sind aus meiner Sicht sehr gute Beispiele, wie man rund um ein Kernprodukt Zusatzumsätze generieren kann. Lassen Sie sich davon für Ihr eigenes Business inspirieren. Achten Sie aber darauf, sich nicht zu verzetteln.

July 9, 2008

Morsekette: Dieser Schmuck kann sprechen

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Produkt, Marketing - Customizing — Burkhard Schneider @ 4:45 pm

Alexander Leps war auf der Suche nach einem Geschenk mit ganz persönlicher Botschaft. Und schon war die Morsekette erfunden. Durch die Anreihung von langen und kurzen Perlen hat er mit Hilfe des Morsealphabets eine ganz persönliche Botschaft in die Kette “eingewoben”. Warum sollte diese Idee nicht Basis für ein eigenes Geschäft sein? Und schon war die Geschäftsidee geboren. Dabei kam ihm zur Hilfe, dass er als Mitarbeiter in einer Werbeagentur mit wenig Aufwand eine entsprechende Webseite erstellen konnte. Und der Vater, der in einer Töpferei gearbeitet hat, hilft mit seinem handwerklichen Geschick, die Kette zu produzieren. Somit war kein Fremdkapital nötig, um mit dieser Idee durchstarten zu können.

Mit Hilfe eine Webkonfigurators kann der Kunde seine individuelle Kette erstellen lassen. Dabei gibt er seinen Wunschtext ein, der automatisch via Morsealphabet übersetzt wird. Dann kann man noch die Farbe der Keramikperlen auswählen und schon ist die mass customized Halskette fertig. Und die Kosten, die sich an der Anzahl der Perlen bemessen, sind auch überschaubar. Eine Kette von ca 46 cm Länge (Mittelmaß) kostet ca. 20,- EUR. Die bisher längste Kette (85 cm), die im Kundenauftrag erstellt wurde, kostete ca. 35,- EUR.

Jetzt hofft Alexander, dass seine Idee durch Weiterempfehlung und Onlinemarketing langsam bekannt wird. In den nächsten Wochen und Monaten sollen die Funktionen des Webkonfigurators noch erweitert werden. Ich persönlich finde die Idee klasse. Und gerade die Preise, die sonst bei mass customized Angeboten meist überdurchschnittlich hoch sind, sind mehr als bezahlbar. Vielleicht findet Alexander ja einen prominenten Beschenkten, mit dem man gemeinsam eine schicke PR Story generieren kann. Neben Viralmarketing scheint jetzt besonders die PR-Arbeit sehr wichtig zu sein. Deshalb hat Alexander via Google recherchiert, wer über Geschäftsideen schreibt und die entsprechenden Redakteure direkt angemailt. So bin auch ich auf die Idee aufmerksam geworden.

April 12, 2008

Mass Customization Studie der Aberdeen Group

Filed under: Marketing - Customizing — Burkhard Schneider @ 1:45 pm

Immer mehr Unternehmer bietet mass customized Produkte an, um sich vom Wettbewerb abzugrenzen, die Interessen der Kunden voll abdecken zu können und damit insgesamt die Margen und Gewinne zu erhöhen. Häufig ist es schwierig, konkrete Zahlen von Unternehmen zu erfahren, um einschätzen zu können, wie erfolgreich es ist, mass cutomized Produkte anzubieten. Deshalb sind Studien, wie die der Aberdeen Group, sehr hilfreich, um solche aggregierte Daten zu erhalten. Nach einer jüngst erschienen Studie können die Besten folgende Ergebnisse vorweisen:

  • Die Anbieter von Konfiguratoren haben ihre Produktmarge um bis zu 80 % erhöhen können
  • Die Kosten aufgrund von Bestellfehler lagen nur bei 31.400 USD, im Industriedurchschnitt dagegen bei 823.900 USD
  • Die erfolgreichsten Anbieter bieten im Durchschnitt 3,5 mal mehr Wahlmöglichkeiten beim Konfigurieren als der Marktdurchschnitt

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Ergebnisse, die die Aberdeen Group in der 34 Seiten umfassenden Studie “Tailoring Products to Customer Preferences: Configuring Profits to Order” veröffentlicht hat. Die Studie steht kostenfrei zum Download zur Verfügung, wenn sie sich vorher registriert haben. Der Registrierungsprozess dauert ca. 5 Minuten. Den Hinweis auf die Studie habe ich natürlich im mass-customization-Blog gefunden, wo sonst?