Gute Qualität hat ihren Preis. Deshalb will und kann Christian Häfner mit Happy Coffee gar nicht zum Billiganbieter werden, sondern einen guten Kaffee zu einem guten Preis anbieten. Auf seiner Webseite präsentiert er ganz offen seine eigene Preiskalkulation. Hier zeigt er auf, auf welche Kostenblöcke er verzichtet und umgekehrt, wo er nicht spart: Die Kaffeebauern sollen einen fairen Preis erhalten und nicht diejenigen sein, die aufgrund des harten Preiswettbewerbes in Deutschland und anderen Ländern die großen Verlierer sind.
Nach eigenen Angaben macht er dann Gewinn, wenn die Kunden mehr als eine 1kg-Packung bestellen, weil dann die Versandkosten günstiger sind. Deshalb hofft er gerade auch Firmen und Kaffeebetreiber als Kunden begeistern zu können. Als Gegenleistung bietet er ihnen an, sie als Supporter auf seiner Webseite zu präsentieren und damit als “Gutfirmen” darzustellen. Ob das alleine reicht, um in kurzer Zeit eine kritische Absatzgröße zu erreichen ist selbst im viralen Internetzeitalter fraglich.
Im Gegensatz zu Prof. Faltin mit seiner Teekampagne ist HappyCoffee eben nicht unschlagbar günstig. Deshalb frage ich mich, warum man nicht gleich in den Markt für Kaffeepads eingestiegen ist, in dem angeblich noch sehr hohe Margen drin sein sollen. So bleibt ihm Transparenz und das Appelieren an den Gutmenschen als einzige Trumpfkarte, um die Käufer zu überzeugen. Die Zukunft wird zeigen, ob das ausreicht.
Es gehört schon viel Mut, Kapital und Zuversicht dazu, heute noch ein Lebensmitteleinzelhandelsgeschäft zu eröffnen. Hohe Anfangsinvestitionen und stramme Fixkosten sorgen dafür, dass man sehr schnell mit dem „Rücken an der Wand“ steht, wenn man nicht kurzfristig genug Umsätze machen kann, um den Break Even zu erreichen. Durch den Preisdruck der Discounter „schmelzen die Margen schnell wie das Eis in der Sonne“. Zudem verderben die Waren sehr schnell, weshalb eine verfehlte Einkaufspolitik sehr teuer werden kann. Schnell wünscht man sich, sich nie auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben.
Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Immer mehr Gründer entdecken die Idee des Mitgliederladens für sich, wie z.B. Thomas Glass aus Wismar. Das Prinzip ähnelt dem einer Einkaufsgenossenschaft. Die Kunden kaufen hier nach Vorlage eines Mitgliedsausweises annähernd zu Einstandskosten ein, bezahlen dafür aber eine monatliche Mitgliedsgebühr. Zudem muss jeder Kunde zu Beginn dieser Mitgliedschaft dem Geschäftsinhaber ein Darlehen zur Verfügung stellen, dass er bei Beendigung der Mitgliedschaft wieder zurückgezahlt bekommt. Nicole Hollatz hat für die Ostsee-Zeitung die Konditionen recherchiert und aufgelistet:
“Zu Anfang der Mitgliedschaft zahlen die Mitglieder ein Darlehen von 50 Euro pro Person und für die ersten zwei Kinder im Haushalt — das Darlehen gibt es bei Kündigung der Mitgliedschaft zurück. Die monatlichen Beiträge liegen zwischen zehn und 25 Euro. Wohngemeinschaften ab drei Leuten zahlen zehn Euro pro Person, Familien mit zwei Erwachsenen und allen Kindern zahlen 25 Euro zusammen, Erwachsene 19 Euro (inklusive Kinder im Haushalt), Geringverdiener (unter 800 Euro netto) 13 Euro pro Person.”
Nach eigenen Angaben braucht Thomas mehr als 300 Mitglieder, damit sich der Laden “rechnet”. Da er nach vier Monaten gerade einmal 60 Mitglieder akquirieren konnte, kann er trotz des innovativen Konzeptes noch nicht ruhig schlafen. Zusatzeinnahmen kann er generieren, weil bei ihm auch Nicht-Mitglieder einkaufen dürfen, die dann allerdings die “normalen” Verkaufspreise zahlen dürfen, die häufig 30 % über den Mitgliedspreisen liegen. Aber viele wollen erst einmal reinschnuppern und für einige lohnt sich auch keine Mitgliedschaft.
Im Gegensatz zu Flatrate-Lieferangeboten von Bauernhöfen ist der Kunde bei den Angeboten solcher Bio-Mitgliederläden viel flexibler. Er kann mal viel, mal wenig einkaufen. Zudem kann er selber die Obst- und Gemüsesorten auswählen, auf die er gerade Lust hat. Insofern decken diese Läden eine Lücke, die bisher noch unbesetzt war. Wirklich neu ist die Idee nicht, Kunden zu Mitgliedern zu machen. Trotzdem ist fast jede Idee in ihrer Zusammensetzung wieder einzigartig.
Im September 2006 habe ich hier im Blog meine Idee von einem Shop präsentiert, in dem man nichts kaufen, sondern nur anschauen und testen kann. Wenige Monate später bin ich dann auf den Club-C aus Japan aufmerksam geworden, in dem man gegen eine kleine Jahresgebühr Kosmetikprodukte ohne Kaufzwang ausprobieren kann. Seitdem berichte ich häufiger über solche Shops, in denen hauptsächlich Produktproben angeboten werden. Und ich verzweifle fast, weil wir hier in Deutschland nicht in die Pötte kommen. Aber immerhin scheint Europa aufgewacht zu sein. Denn jetzt lese ich in Springwise über den Produktprobenshop Esloúltimo, der im Oktober 2009 seine erste Filiale in Barcelona eröffnet hat und noch in diesem Frühjahr die nächste Filiale in Madrid an den Start bringen will.
Gegen Zahlung einer Halbjahresgebühr von 5 EUR erlangt man das Recht, alle zwei Wochen bis zu fünf neue Produkte zu testen, die im Esloúltimo-Shop ausliegen. Im Gegensatz zu den meisten anderen vergleichbaren Angeboten, wie z.B. dem Sample Lab in Japan, werden die Tester nicht dazu verpflichtet, nach dem Test einen ausführlichen Fragebogen auszufüllen. Sie werden nur gefragt, warum Sie sich welche Produktproben ausgesucht haben. Neben klassischen Produkten wie Kosmetikartikeln werden im Esloúltimo-Shop auch Nahrungsmittel und Haushaltsartikel angeboten. Selbst Gadgets und andere innovative Produkte werden im Shop vorgestellt, können allerdings nur vor Ort getestet werden und nicht mit nach Hause genommen werden.
Die Spanier scheinen das für sie neuartige Angebot zu lieben. Am Eröffnungstag im Oktober 2009 bildeten sich vor dem Geschäft in Barcelona lange Schlangen. Eine bessere Werbung gibt es nicht. Damit konnte sich schon von Beginn an der Marktanalyst Guia de Tendencias darin bestätigt fühlen, sich mit dieser Idee auf den Markt zu wagen. Sehr gut gefällt mir auch der Internetauftritt. Hier werden alle Produkte ausführlich vorgestellt, die im Laden erhältlich sind. Zudem werden auch viele andere Produktneuheiten vorgestellt, die noch nirgends erhältlich sind. Ich könnte mir gut vorstellen, dass der untriebige Spanier bald die virtuelle Welt erobern wird.
Filed under: Idee - Handel — Burkhard Schneider @ 10:45 am
Viele denken, dass billig immer geht. Allerdings stagnieren mittlerweile auch Aldi und Lidl hinsichtlich ihres Wachstums in Deutschland und suchen ihr Heil in der internationalen Expansion. Der andere Weg besteht darin, durch Qualität zu überzeugen. So schießen derzeit Bio-Supermärkte wie Pilze aus dem Boden. Das ist aber auch längst keine Garantie mehr, gute Gewinne einzufahren. Die Konkurrenz ist mittlerweile nicht mehr zu unterschätzen. Herkömmliche Supermarktketten haben mittlerweile auch breite Bio-Sortimente im Angebot. Trotzdem gibt es auch im Handelssegment genug Nischen mit großem Wachstumspotenzial. Ein Beispiel sind die Mix Märkte, die osteuropäische Aussiedler als Kunden haben.
Der erste Mix Markt eröffnete 1997 in Örlinghausen, Kreis Lippe in Nordrhein Westfalen. Bereits zwei Jahre später gibt es bereits zehn Filialen, die einen noch bescheidenen Umsatz von rund fünf Millionen Euro erwirtschaften. Fünf Jahre nach der Gründung hat sich der Umsatz in 40 Filialen auf fast 55 Millionen Euro verzehnfacht. Heute existieren im Bundesgebiet 83 Filialen in Deutschland. Als nächstes sollen die neuen Bundesländer erobert werden. Dort werden insbesondere russische, polnische, schlesische, ungarische und rumänische Lebensmittel angeboten. Insgesamt sollen 300 Mix Märkte in Deutschland eröffnet werden und auch das Ausland ist schon ins Visier für die Expansion genommen worden.
Beliefert werden die Märkte von der Unternehmensgruppe Monolith, zu denen die Mix Märkte gehören und die als Grohändler mit osteuropäischen Waren ihr Geld verdienen. Mittlerweile wird der Großteil der Waren für die Mix Märkte in Deutschland hergestellt. Das ist aber nur ein Erfolgsfaktor. Wichtig ist zudem, dass die Etiketten in kyrillischer Schrift sind. Das die russische Sprache vom Personal des Marktes beherrscht wird, hilft zudem vorhandene Sprachbarrieren mit der deutschen Sprache zu überwinden und erzeugt ein heimatliches Gefühl. Das ist ein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg der Märkte. Letztlich werden die Märkte nur in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern und einem hohen Anteil osteuropäischer Bewohner eröffnet. So einfach ist das Erfolgsrezept.
Vor kurzem haben die Patenvermarkter Gerhard Muthenthaler und Marijan Jordan unter www.patent-net.de einen Online-Marktplatz für Erfindungen gestartet, der in kurzer Zeit mehr als 1000 Mitglieder zählen konnte. Jetzt ist aus der Sicht der Patentverwertungsspezialisten die Zeit reif, den nächsten Schritt zu wagen und den ersten Erfinderladen in Berlin zu eröffnen.
Anstoß war, dass viele Erfinder bei Einkäufern großer Handelshäuser abblitzen, weil sie die Produktionskapazitäten nicht liefern oder einfach zu teuer produzieren. Der Erfinderladen baut hier mit einem Testmarkt eine Brücke, um die ersten 100 oder 1000 teuer produzierten Stücke unter die Menschen zu bringen und um dann mit dem Ergebnis des Testmarktes zu wachsen. In einer aktuellen Pressemitteilung erläutern die beiden Pioniere das Konzept dahinter:
“Wir präsentieren die Produkte nicht auf einer Messe, sondern in einer vielbesuchten Einkaufsstraße mitten im Prenzlauer Berg. Das ist eine reale Testmarktsituation”, erläutert Jordan. “Unsere Verkäufer sind in der Erfindungsvermarktung geschult und betrachten jeden, der den Laden betritt, als eine Quelle für kreative Kritik und Feedback, die der Erfinder so von seinem Umfeld nicht bekommen kann.”
Gemischt mit den Produkten die zu kaufen sind, stehen auch unverkäufliche Exponate und Prototypen in einem separaten Showroom. Dies werden Erfindungen sein, die meistens zu groß für den Laden sind und wo nicht das Produkt, sondern die Lizenz verkauft wird. Wer selbst eine Erfindung hat, kann sich über http://www.erfinder.at für einen Platz im Laden bewerben. Wichtigste Voraussetzung ist, dass die Erfindung nicht bereits woanders verkauft wird. 5 Stück über eine eigene Website sind davon natürlich ausgenommen.
“Warum ist es für Männer oft einfacher, ein Auto zu kaufen oder eine Boeing 737 zu landen, als ein Geschenk für eine Frau zu finden?” Das haben sich Claudia Kay und Petra Schumann auch gedacht, nachdem sie entsprechende Beobachtungen im eigenen Bekanntenkreis machen konnten. Sie wollten sich allerdings nicht mit dem Zustand abfinden und entschlossen sich, Anfang diesen Jahres ein Einzelhandelsgeschäft im Hamburg zu eröffnen, in dem Männer fündig werden können. Der Name des Geschäftes “Was frauen wollen” ist Programm. Endlich ist die Zeit vorbei, dass die Männer bis zum letzten Tag warten und dann doch wieder in die Parfümerie rennen. Denn im o.g. Geschäft ist die Auswahl deutlich größer: Es gibt Taschen, Dessous, Schmuck, Fashion-Accessoires, Wohnaccessoires und Eigenkreationen. Trotzdem ist alles so übersichtlich angeordnet, dass Männer entscheidungsfähig bleiben und auch wirklich etwas einkaufen. Die Besonderheit: Es gibt eine ruhige Beratungsecke, in der sich die Kaufinteressenten in Ruhe beraten lassen können.
Selbstverständlich sind auch Kundinnen herzlich willkommen, die sich oder einer Feundin ein kleines Geschenk machen wollen. Und das ist auch gut so, denn zu Beginn war die Frauenquote im Geschäft deutlich höher als die Männerquote. Mittlerweile hat sich ein Verhältnis von 60 % Frauen zu 40 % Männern eingependelt. Bei der Kauffreudigkeit verändert sich das Verhältnis allerdings merklich. Während jeder dritte Mann auch wirklich etwas kauft, ist es nur jede 5. Frau, die etwas käuflich erwirbt. Das liegt daran, dass Frauen häufig ohne gezielte Kaufabsicht vorbeikommen, um sich einfach inspirieren zu lassen. Sie kommen aber bei Bedarf, auch wenn es Monate später ist, wieder zurück und kaufen dann. Neben der schnellen Entscheidungs- und Kauffreude spricht noch etwas für Männer als Kunden: Sie schauen nicht so auf die Preise, wenn sie etwas Passendes gefunden haben.
Eigentlich waren die Startbedingungen für die zwei Gründerinnen nicht optimal. Parallel zu Ihrem Start begann die Wirtschaftskrise, so dass auch die bisherigen Planzahlen noch nicht erreicht werden konnten. Allerdings zeigt sich ein klarer Trend: Insbesondere die Eigenkreationen, wie z.B. das Reistetagebuch, entpuppen sich noch vor den Dessous, Tüchern und handgefertigten Lederaccessoires zu Beststellern. Deshalb sollen auch bald weitere Eigenkreationen hinzukommen, die auch außerhalb des stationären Handels vertrieben werden können, z.B. über andere Einzelhandelsgeschäfte aber auch Onlineshops. Ein eigener Onlineshop soll allerdings nicht zeitnah folgen, weil die Beratung im Vordergrund stehen soll. Vielmehr soll ein Fragebogen online gestellt werden, der als Grundlage für eine individuelle Beratung per Mail oder Telefon dient. Wenn das Konzept rund ist, sind auch weitere Filialen geplant.
Natürlich war ich während meines USA-Urlaubes auch auf der Suche nach innovativen Geschäftsideen, über die ich hier berichten kann. Ganz zum Schluss, kurz vor dem Abflug am JFK-Flughafen in New York bin ich dann noch fündig geworden. Es handelt sich um die Wellness-Kette XpresSpa. Hier kann man sich kurz vor dem Abflug eine Massage verabreichen lassen, aber auch etwas für die Schönheit tun (Nagepflege, Kosmetik,…). Da nicht alle Gäste viel Zeit haben, werden die meisten Behandlungen schon für einen Zeitraum ab 10 Minuten angeboten.
Man kann sich im XpresSpa aber nicht nur verwöhnen lassen. Man findet hier auch viele kleine Geschenke für die Lieben zu Hause. Im Shop gibt es ganz viele Produkte, mit denen ich mich oder andere zu Hause verwöhnen kann. So wird z.B. Rosenseife in Form von Rosenblüten angeboten, verpackt in einer Herzchenschachtel. Endlich mal nicht die “üblich verdächtigen” Geschenke aus dem Duty Free Shop, die man hier findet. Und wer auf den “Geschmack” gekommen ist, kann sich im Webshop anschliessend die Lieblingsprodukte nachbestellen.
Sehr gut gefällt mir die Mischung aus Spa und Einzelhandelsgeschäft sowie die gezielten Angebote für die Fluggäste, die meist wenig Zeit haben. Im Rahmen eines Franchisekonzeptes wächst das Angebot rasant. Bisher gibt es knapp 20 Shops vornehmlich in den USA. Seit gut einem Jahr gibt es auch ein XpresSpa in Amsterdam (siehe der Film oben). In den nächsten Monaten sollen weitere knapp 20 Geschäfte folgen. Das Business boomt.
Aus meiner Sicht gibt es noch viele Möglichkeiten für Co-Marketing. Warum schenken die Fluggesellschaften nicht ihren Business- und First Class Kunden eine Massage bei XpresSpa kurz vor dem Abflug. Oder warum bietet XpresSpa diesen Service nicht in den Business Lounges der Fluggesellschaften an? Der Hit wäre natürlich, wenn ein Masseur während des Fluges die Gäste verwöhnen würde. Und warum lässt sich die Deutsche Bahn nicht davon inspirieren und bietet solch ein Angebot an den Bahnhöfen und in den Zügen an?
Tante Emma Läden werden immer mehr aus dem Stadtbild verdrängt. Schuld daran sind nicht nur Supermärkte und Discounter, sondern auch Tankstellenshops und Lebensmittellieferdienste. Doch seit zwei Jahren gibt es wieder etwas Hoffnung. Im Mai 2007 hat Anton Kerler seine ersten Fresh N Friends Shops in Berlin eröffnet. Mittlerweile sind es schon vier Geschäfte in Berlin und dank eines Franchisekonzeptes sollen bald viele weitere Geschäfte in ganz Deutschland folgen.
Was macht diese Shops so besonders? Sie fallen zuerst durch ihr modernes Design auf. Sehr praktisch ist, dass die Geschäfte 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche geöffnet haben. Die Ladenfläche ist mit 50 bis 100 qm eher klein. Angeboten wird ein Sortiment für den täglichen Bedarf. Es gibt aber nicht nur Produkte zum mitnehmen, sondern auch eine Theke, wo man leckere Sandwiches essen und gemütlich einen Kaffee trinken kann. Damit handelt es sich um eine Mischung aus einem Bio-Imbiss und einem Einzelhandelsgeschäft.
Besonders am Fresh N Friends-Konzept ist, dass das Sortiment und Geschäftsausstattung je nach Umfeld sehr unterschiedlich sein können. So stehen in einer Filiale, die von Büros umgeben ist, das Imbiss- und Cafe-Angebot im Vordergrund. Weiterhin ungewöhnlich ist, dass bis zu 95 Prozent des Produktangebotes in Form von Eigenmarken oder Cobranding erfolgen soll. Dadurch soll Topqualität zu bezahlbaren Preisen gewährleistet werden.
Hier im Blog habe ich schon öfters über Shops berichtet, in denen man nichts kaufen, sondern etwas ausprobieren kann, wie z.B. hier, hier, hier und hier. Gerade im letzten Artikel zu diesem Thema habe ich die Frage gestellt, warum es solche Sample-Shops bisher nur für Verbrauchs- und nicht auch für Gebrauchsgüter gibt. Und diese Frage will ich gerne noch weiterspinnen:
Warum gibt es kein Geschäft, in denen man die Gebrauchsprodukte nach Langzeitest begutachten kann. Denn wie häufig waren wir schon von einem Produkt begeistert, das im Langzeittest nicht überzeugen konnte. Ich denke da an Stühle, die schon nach kurzer Zeit auseinanderfallen oder an einen Mixer aus einem Discounter, der schon nach drei Einsätzen den Geist aufgab. Zwar simulieren Testinstitute auch Langzeittests, allerdings im Schnelldurchgang und damit nicht immer sehr aussagekräftig.
Am überzeugendsten fände ich es, wenn man in einem unabhängigen Shop solche langzeitgetesteten Produkte begutachten könnte. Aber auch vom Anbieter selber würde ich mir solche Ausstellungsräume wünsche. Die Angst, dass hier gefeakt wird, hätte ich nicht, weil solche Feaks im transparenten Internet- und Blogzeitalter immer häufiger auffliegen würden und damit zum Bumerang werden würden. Also liebe Hersteller von nachhaltigen Qualitätsprodukten, zeigt Mut zur Präsentation von gebrauchten Produkten.
Im Oktober 2006 habe ich hier im Blog über das Erlebniseinzelhandelfranchisekonzept “Build a Bear Workshop” berichtet. Wie es der Firmenname schon verrät, kann man in den Geschäften seinen eigenen Teddy-Bär zusammenstellen und zusammennähen lassen. Damit handelt es sich um Erlebniseinkauf pur, da man bei der Erstellung des Produktes “direkt eingreifen” kann. Man kann z.B. auch eine Party (z.B. anlässlich eines Geburtstages) in den Geschäften veranstalten und zum Abschluss erhalten dann alle Kinder einen Teddybär als Abschiedsgeschenk.
Bis jetzt wurden mehr als 300 “Build a Bear Workhop”-Geschäfte weltweit eröffnet. Kein Wunder, dass es zahlreiche Copy Cats gibt. Über solch ein Copy Cat mit Spielzeugautos als Basis, Ridemakerz, haben wir hier ebenfalls berichtet. Und jetzt bin ich auf das Angebot gestossen, Muppets-Figuren für 110 USD indviduell zu erstellen. Das kann man seit Oktober 2008 im berühmten New Yorker Spielwarengeschäft FAO-Schwarz tun. Wie, Ihr kennt nicht FAO Schwarz? Das sind doch die mit dem Aerobic-Piano (siehe Video weiter unten).
Ihr werdet in nächster Zeit nicht nach New York fahren? Kein Problem. Ab Februar 2009 soll man auch im Internet seine eigene Puppe online zusammenstellen können. Innerhalb von vier Wochen soll man dann das Endergebnis zugeschickt bekommen. Der Spass ist mit 130 USD leider nicht gerade billig. Aus meiner Sicht müsste die 1 vor dem Komma noch verschwinden, damit dieses Angebot ein Topseller wird. Mal schau´n, ob ich Recht habe.