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August 25, 2010

stylemyfoto macht Dich zum Star

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Kunst, Idee - Web, Marketing - Preis — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Nicht nur in Partnervermittlungsbörsen sind Fotos extrem wichtig, um Menschen für sich zu interessieren. Deshalb gehen immer mehr Menschen im Social Media Zeitalter zu professionellen Fotografen, um sich aufwendig stylen zu lassen und sich anschließend als “Star” fotografieren zu lassen. Dieser Vorgang ist sehr zeit- und kostenintensiv. Deshalb gibt es verschiedene Anbieter, die sich ein Standardfoto vom Kunden zusenden lassen, um es anschliessend aufzupimpen. Je nach künstlerischer Ader wird man dann zur Comic-Figur, Roy Lichtenstein oder Andy Warhol Model. Diesen Service kann man schon für kleines Geld erhalten, häufig ist aber das Ergebnis nicht so, wie man es sich wünscht.

Pfiffige Werber aus Stuttgart wollen das ändern. Für ihre Onlineplattform “stylemyfoto” arbeiten professionelle Werbedesigner, die fünfzehn verschiedene Vorlagen anbieten, um das 08/15-Foto zu pimpen. Der Kunde entscheidet, ob er sich als Marylin Monroe, Elvis Presley, Super-Model, Che Guevara, Supermann, Al Capone oder Fashion-Queen erleben will. Es stehen über 15 verschiedene Bildstile wie coole Comics, witzige Karikaturen, Mangas, Modezeichnungen oder Bilder im Stil von Andy Warhol oder Roy Lichtenstein zur Auswahl. Ab 69 EUR erhält man dann ein Poster mit dem eigenen Konterfei. Ab einem Bestellwert von 99 EUR erhält man auch das aufgepeppte Konterfei als Bilddatei, um es anderweitig verwenden zu können.

Neu ist die Idee wirklich nicht, aber die Umsetzung finde ich bei dieser Onlineplattform besonders gelungen. Denn häufig scheitert es bei anderen Anbietern an der Auswahl und der professionellen Umsetzung. Besonders gut gefällt mir, dass die Werber aus Stuttgart zahlreiche Mehrwerte anbieten, um mehr als 100 EUR Auftragsvolumen zu generieren. Schliesslich handelt es sich um Handarbeit made in Germany und die hat ihren Preis. Ab 100 EUR erhält man nicht nur ein schickes Poster im Großformat, sondern auch kostenlosen Versand, kostenlosen Korrekturabzug inkl. Änderungswünsche, kostenlose Bilddaten – zum selber Ausdrucken und Express-Versand. Genau von diesem Preismodell könnten sich andere Onlineanbieter eine Scheibe abschneiden.

June 24, 2009

Neue Marktnische: Französischer Juwelier verarbeitet nur Ökogold

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Kunst, Idee - LOHAS, Idee - crazy, Trend - LOHAS — Burkhard Schneider @ 8:45 am


(c) Pixelio / Maria Lanznaster

Es gibt Öko-Lebensmittel, Öko-Fashion, Öko-Möbel und seit neuestem auch Öko-Gold. Konkret bietet ein 25 jähriger französicher Juwelier unter seiner Marke Jewellery Ethical Luxury nur Schmuck an, der aus Öko-Gold stammt. Damit meint er Gold, das nicht aus illegalen Minen stammt und wo die Arbeitsbedingungen verträglich sind, weil z.B. keine giftigen Chemikalien beim Abbau eingesetzt werden, die für die Arbeiter gesundheitsgefährdend sind. Aber es geht noch weiter, wie ntv berichtet:

“Von der Goldwäsche über die Verarbeitung bis zur Verpackung, alles soll bei der französischen Firma umweltverträglich und für den Kunden nachvollziehbar sein. Die Goldwäscher in Choco im Westen Kolumbiens zahlt Le Louer nach eigenen Angaben über dem üblichen Tarif. “Chemische Bestandteile und verseuchende Produkte wie Quecksilber schließen wir bei der Goldwäsche aus.”"

Le Louer kann schon erste Erfolge vorweisen: Das Pariser Szene-Kaufhaus Colette verkauft seinen Schmuck. Für immer mehr Kunden ist es einfach wichtig, zu wissen, unter welchen Umständen die Produkte hergestellt wurden. Wenn es keine unabhängige Organisation gibt, die die “korrekten Umstände” überprüfen, ist es umso wichtiger, den gesamten Herstellungsprozess für die Kunden transparent zu machen. Hier im Blog haben wir dafür zahlreiche Beispiele bereits präsentiert.

Wie andere Anbieter Transparenz schaffen, könnt Ihr hier lesen:

May 28, 2009

USA-Tour (4): Naked Cowboy: Ja, er spielt noch, er spielt noch, er spielt noch

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Kunst, Idee - crazy, Marketing - USP — Burkhard Schneider @ 4:45 pm

Könnt Ihr Euch noch an den Songtext “Lebt denn der alte Holzmichel noch, Holzmichel noch? Ja er lebt noch, er lebt noch, stirbt nicht” erinnern. Ganz nach diesem Motto bin ich an den Time Square in New York “gepilgert”, um mich persönlich davon zu überzeugen, dass der Naked Cowboy noch lebt und noch singt und posiert. Und ich kann Positives vermelden: “Ja, er lebt noch, er singt noch, er posiert noch, ja er….”.

Für jeden, der die Story noch nicht kennt, erzähle ich hier die Kurzversion: Hinter dem “Naked Cowboy” steht Robert John Burck, der am 23. Dezember 1970 in Cincinatti (Ohio / USA) geboren wurde und sich selber als Schauspieler, Sänger und Songwriter betitelt. 1998 begann er am Venice Beach in Los Angeles, sein Geld als Straßenmusiker zu verdienen. Ein Freund gab ihm den Tipp, dass er nur ausgerüstet mit Unterhose, Cowboystiefeln und Gitarre viel mehr Geld verdienen könne, da sein Körper mehr als sehenswert ist.

Mittlerweile ist sein “Stammsitz” am Times Square in New York. Er gehört zur Millionenstadt als Touristenattraktion genauso wie die Freiheitsstatue, die Wolkenkratzer und Wall Street. Sein Geld verdient er, dass er sich mit Touristen gemeinsam fotografieren lässt und dafür ein “Trinkgeld” erhält. Damit hat er sich schon ein nettes Häuschen und ein dickes Auto finanzieren können. Vermehrt wird er auch als Attraktion zu Großevents eingeladen. So hat er in diesem Jahr vor einem Rugbyspiel in Irland vor 18.000 Zuschauern gespielt. Und in Fernsehshows geht er auch ständig ein und aus.

Und genau deshalb liebe ich die Stadt New York. Hier habe auch die Menschen mit den verrücktesten Ideen eine Chance auf Erfolg. Natürlich ist solch ein Erfolg nicht einfach kopierbar und funktioniert auch nicht 1:1 in anderen Städten. Doch das Beispiel zeigt, wie erfolgreich man sein kann, wenn man sich einmalig positioniert und ein funktionierendes Geschäftsmodell hat. Robert John Burck hat den Beruf des Straßenmusikers nicht neu erfunden, sondern neu interpretiert. Respekt!

May 22, 2009

mein-liebstes: Erinnerungsstücke hinter Glas als Geschäftsidee

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Customizing, Idee - Kunst, Idee - Produkt, Idee - crazy, Idee -Junior, Trends — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Im letzten Oktober habe ich hier im Blog das Buch “Marke Eigenbau” besprochen, in dem sehr anschaulich aufgezeigt wird, wie wir uns im Business langsam in das Do-It-Yourself-Zeitalter bewegen. Jeder Hobbybastler kann heute mit geringen Aufwand seine Produkte vermarkten und somit zumindest ein gutes Nebeneinkommen generieren. Durch Mundpropaganda der Bekannten und Vermarktung der Produkte auf der eigenen Webseite findet man seinen ersten Kundenstamm. Durch Etsy und DaWanda kann man diesen Kundenstamm weiter ausbauen.

Heute will ich mich ganz dem DIY-Businesstrend widmen und beginne mit der Geschäftsidee von Judith Rempen, die Gegenstände mit Erinnerungswert “hinter Glas” bringt. In einem Artikel von DerWesten wird die Entstehung der Geschäftsidee gut beschrieben: “Die Idee hatte ich nach der Geburt meines Sohnes”, so die 38-Jährige. Es ging ihr darum, die erste Haarlocke des Sprösslings aufzubewahren. Ihre Freunde und Bekannte fanden das so toll, dass sie schon kurze Zeit später verschiedene Auftragsarbeiten zur Taufe, Geburt oder anderen Anlässen bekam.”

Seit den ersten Auftragsarbeiten hat Judith Rempen ihr Business sehr professionell weiterentwickelt. Sie verkauft über ihre Webseite Bilderrahmen mit vorgefertigten Motiven, die durch einen Schriftzug personalisiert werden können. Besonders gut gefallen mir die Motive vom Piratenfreund, Schutzritter, Glückspilz und Schutzengel. Je nach Geldbeutel und Größe muss man hier zwischen 34,50 und 69 EUR ausgeben.

Und wer sich diese besonderen Geschenkideen erst einmal vorher anschauen will, der kann einen von 60 Handelspartnern in ganz Deutschland besuchen, der diese Produkte auch im Sortiment führt. Und seit kurzem hat Judith Rempen einen eigenen Shop in Velbert, in dem sie auch Auftragsarbeiten annimmt und auch Produkte von befreundeten Künstlern vermarktet.

Besonders gut gefällt mir an dem Beispiel, wie die Gründerin aus DIY-Geschäftsidee ein skalierbares Business durch das Angebot von Standardmotiven entwickelt hat. Als nächstes soll die Expansion in benachbarten europäischen Ländern erfolgen. Damit zeigt sich, wie aus einer kleiner Idee ein Business werden kann, das einen vollständig ernähren kann. Ich bin mir sicher, in Zukunft vermehrt von solchen Beispielen berichten zu können.

Weitere verwandte Geschäftsideen:

July 8, 2008

Neue Vermarktungsidee für Erfinder

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Kunst, Innovation — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Der britische Kunststudent Freddie Yauner hat es jetzt mit seinem Toaster, der Toastscheiben drei Meter hoch “schleudern” kann, in das Guiness Buch der Rekorde geschafft. Mit seinem Kunstwerk prangert er die Industrie an, die Produkte anbietet, die viel mehr können, als der Mensch überhaupt nutzen kann. Denken wir nur an Handy´s.

Das bringt mich auf eine ganz neue Idee. Es gibt doch zig Erfinder, die es nicht schaffen, ihre Erfindung erfolgreich zu vermarkten und in Serie produzieren zu lassen. Warum werden diese Erfinder nicht einfach Aktionskünstler und vermarkten Ihre Erfindung als Kunst. Unter den Kunstsammlern wird sich schon der eine oder andere Liebhaber finden, der für diese Kunstobjekte Liebhaberpreise bezahlt.

June 27, 2008

Du musst die Welt nicht neu erfinden, sondern nur neu interpretieren

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Kunst — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Könnt Ihr Euch noch an Paul Potts erinnern? Ja, er ist der Sieger 2007 der Show “Britain’s Got Talent” geworden. Und wie er es geworden ist. Robert Basic hat seinen ersten Aufritt in der Show wie folgt beschrieben: “Der erste Eindruck, wenn man Paul Potts im Video sieht? “Oh my, was ein Loser, komisches Aussehen, schiefe Zähne, null Ausstrahlung, kleiner Hänfling, null Selbstbewußtsein. Mobilfunkverkäufer, auch noch. Der singt bestimmt schrecklich dazu… auch noch ein klassisches Stück, Nessun Dorma, das kann nur ein Pavarotti singen…“. Und es ist wunderbar, dass Gott einem die eigene Arroganz direkt zurück in die Fresse haut:)) Schaut Euch mal die Reaktion der Jury vorher und nachher an;)”

Und auch in diesem Jahr gab es wieder die Show “Britain´s Got Talent”. Der Sieger (ein kleiner Junge mit Tanzeinlagen) hat mich jetzt nicht so vom Hocker gehauen, aber die Ladies, die ihr oben im Video seht. Sie haben es immerhin in den Endausscheid geschafft. Ich wusste gar nicht, dass es neben E-Gitarren auch E-Geigen & Co. gibt. Und ich konnte mir bisher auch nicht vorstellen, dass klassische Musik in einer so kleinen Besetzung richtig gut klingt. Aber die Ladies haben mich vom Gegenteil überzeugt. Und sie zeigen, wie man “klassische Zutaten” kombiniert mit moderner Technik zu einer einzigartigen Komposition zaubern kann. Sie sind vielleicht nicht die besten Musikerinnen, aber auf jeden Fall einzigartig. Kein Wunder, dass es schon eine große Fancommunity gibt. Und wenn Euch das Video oben mit den gaffenden Juroren nicht gefällt, dann habe ich hier noch eine andere Version für Euch:

May 17, 2008

Erfolgsbeispiel Crowdfunding: US-Sängerin Jill Sobule sammelt in 53 Tagen 75.000 USD ein

Filed under: Crowdfunding, Crowdsourcing, Finanzen, Geschäftsidee, Idee - Kunst — Burkhard Schneider @ 10:45 am

Im Februar 2006 habe ich erstmals hier im Blog über eine Musikerin berichtet, die Geld bei ihren Fans einsammeln wollte, um ihr erstes Musikalbum produzieren zu können. Konkret handelt es sich um die südafrikanische Künstlerin Verity. Jetzt nach mehr als zwei Jahren hat Verity genug Geld eingesammelt, um ihr erstes Album produzieren zu lassen. Das war eine “schwere Geburt”. Dies lag u.a. daran, dass Verity zum Startzeitpunktes ihres Crowdfundingprojektes eine unbekannte Sängerin war und sie zudem nur eine Möglichkeit anbot, sie finanziell zu untersützen: Die Fans konnten 23 USD anzahlen, um nach erfolgter Produktion die CD zugeschickt zu bekommen.

Da hat die US-Sängerin Jill Sobule, die Mitte der Neunziger mit “I kissed a girl” einen großen Hit landete, einen ganz anderen Track-Record hingelegt, nachdem zwei ihrer Plattenfirmen hintereinander Pleite gingen. Sie hat schon in 53 Tagen ihr Ziel erreicht, 75.000 USD einzusammeln, um ihr eigenes Musikalbum zu produzieren und damit ein Come-Back zu feiern. Mittlerweile sind es sogar schon mehr als 83.000 USD. Ein Erfolgsgeheimnis dieses FanFunding-Erfolges liegt sicherlich darin, dass Jill schon einen Namen in der Branche hatte. Damit fiel die PR-Arbeit schon deutlich leichter, wie der faszinierende Pressespiegel beweist. Denn die Presse will schon etwas mehr, als nur eine ungewöhnliche Story.

Das wichtigste Erfolgsgeheimnis lag aus meiner Sicht darin, dass Jill ihren Unterstützern eine breite Bandbreite an Möglichkeiten anbot, sie finanziell zu unterstützen (in Klammern steht die Zahl der Personen, die das Angebot gebucht haben):

  • $5 – Friend Level (8): : Spende ohne Gegenleistung.
  • $10 – Unpolished Rock (but with potential) Level (65): Musikalbum kann kostenlos downgeloadet werden.
  • $25 – Polished Rock Level (144): Musik-CD wird mehrere Woche vor Erscheinen verschickt.
  • $50 – Pewter Level (175): Musik-CD mit Dankeswidmung wird mehrere Woche vor Erscheinen verschickt
  • $100 – Copper Level (90): Musik-CD mit Dankeswidmung und eine Supporter-T-Shirt werden mehrere Woche vor Erscheinen verschickt
  • $200 – Bronze Level (17): Kostenfreier Eintritt aller Shows im Jahr 2008
  • $250 – Silver Level (23): Alle Leistungen des Bronze-Levels plus Zugang zum virtuellen ” Secret Society Producer’s Club” (Zugang zur Extranetseite, auf der nicht veröffentlich Musik-’Tracks etc. eingestellt werden)
  • $500 – Gold Level (24): Musikalische Danksagung auf der neuen CD $1,000 – Platinum Level (9):: Ein kleiner Musiksong, der nur für den Käufer geschrieben wird und den er z.B. auf seinem Anrufbeantworter abspielen lassen kann.
  • $2,500 – Emerald Level (2): Man wird als Executive Producer auf dem Album genannt.
  • $5,000 — Diamond Level (3): Jill spielt auf dem Hauskonzert des Spenders, der die Möglichkeit hat, sich über Eintrittsgelder wieder zu refinanzieren.
  • $10,000 – Weapons-Grade Plutonium Level (1): Der Spender darf auf der CD mitsingen, notfalls am Ende oder im Vocal-Chor.
Für Sponsoringprofis ist es nichts Neues, verschiedene Pakete zu schnüren und anzubieten. Trotzdem wurde dieses Prinzip bisher bei Crowdfunding-Projekten noch nicht häufig und längst nicht so konsquent angewendet. Auch Pricing-Experten wissen, dass es meist falsch ist, nur ein Angebot zu einem Preis anzubieten. Denn die Kaufbereitschaft der einzelnen Kunden und Unterstützer ist zum Teil sehr unterschiedlich. Und der Erfolg zeigt, dass dieses Vorgehen richtig war. Denn weniger als 600 Personen brauchte es, um mehr als 80.000 USD einzusammeln. Verity konnte bisher schon fast 2.000 Supporter finden und hat trotzdem nur ungefähr die Hälfte an Geld für ihre Produktion zur Verfügung wie Jill Sobule. Mit folgenden fünf Sponsoringpaketen konnte Jíll am meisten Geld eingesammeln (55.000 USD) und hat damit das Pareto-Prinzip eindrucksvoll bestätigt:
  1. 15.000 USD: Diamond Level (Hauskonzerte) – 3 Personen
  2. 12.000 USD: Gold-Level (Musikalische Danksagung auf der CD) – 24 Personen
  3. 10.000 USD: Weapons-Grade Plutonium Level (Mitsingen auf der CD) – 1 Person
  4. 9.000 USD: Platinum-Level (Mass-Customized-Musiksong) – 9 Personen
  5. 9.000 USD: Copper-Level (Musik CD mit Danksagung und Supporter-T-Shirt) – 90 Personen
Die Ergebnisse zeigen, dass es sich hier nicht nur um ein erfolgreiches Crowdfunding, sondern auch um ein erfolgreiches Crowdsales-Projekt handelt. Die drei Sponsoren des Diamond Level haben die Möglichkeit, durch den Verkauf von Eintrittskarten, Getränken und Merchandising-Artikeln ihre Kosten wieder zu refinanzieren. Vielleicht hätte Jill noch mehr Geld einsammeln können, wenn Sie 10 Musikalben zum Paketpreis angeboten hätte, die die Erwerber als Geschenke hätten verwenden können. Und auch Mass-Customization-Elemente wurden in obiges Projekt erfolgreich integriert, wie z.B. das Platinum-Level-Paket zeigt. Ich bin mir sicher, dass sich in Zukunft auch andere Crowdfunding-Projekte von diesem Erfolgsbeispiel inspirieren lassen, vielleicht sogar auch Sellaband, die ja im Akkord Crowdfunding-Musikprojekte initiieren.

Weitere Artikel zum Thema:

April 10, 2008

Bilderpool: Vermittlungsplattform für Kunst zum mieten

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Kunst, Idee - Miete — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Es war noch nie leicht, als junger Künstler genug Geld zu verdienen, um von seiner Arbeit zu leben. Häufig ist es auch sehr stressig. Es gibt ein paar Vernissagen pro Jahr, auf denen es sich häufig entscheidet, ob man genug Kunstwerke pro Jahr verkauft, um seine Brötchen zu verdienen. Wie schön wäre es doch auch als Künstler, regelmäßige Einnahmen zu erzielen. Wie das geht? Man vermietet einfach seine Kunstwerke. Denn zu Mietpreisen ist auch für viele Privatpersonen Kunst wieder erschwinglich und man kann auch öfters mit neuen Bildern für Abwechslung im Haus sorgen.

Wie kommt jetzt allerdings ein Künstler an genug Mieter? Dafür gibt es z.B. www.bilderpool.org. Diese Webseite fungiert als Vermittlungsplattform für zeitgenössische Kunden zwischen Künstlern und Mietern: “Die Idee, die hinter bilderpool.org steckt ist, allen Beteiligten (also den Künstlern und den Kunstliebhabern) die Informationen und Unterlagen an die Hand zu geben, die zur Abwicklung von Kunstvermietung notwendig sind: Verträge, Formulare, ein Preismodell und Antworten auf häufig gestellte Fragen. Wenn Künstler und Kunstliebhaber all diese Dinge direkt miteinander abklären können, wird Kunstvermietung zu sehr günstigen Preisen möglich.”

Mittlerweile vermittelt Bilderpool mehr als 100 Künstler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Die Mietpreise sind mehr als erschwinglich. So kann eine Privatperson ein Bild im Wert von 50.000 EUR schon für 2.500 EUR pro Jahr mieten, was einem Monatspreis von 208 EUR entspricht. Für Unternehmen liegt der Mietpreis doppelt so hoch. Sie haben aber auch einen steuerlichen Vorteil, wie auf der Webseite verraten wird: “Während der Anschaffungswert von Kunstwerken normalerweise nicht als gewinnmindernde Ausgabe anerkannt wird, ist Kunstmiete, also das Mieten von zeitgenössischer Kunst, als Betriebskosten steuerlich absetzbar. Für Privatleute ist Kunstmiete eine willkommene Alternative – zumal die Preise für Privatkunden überraschend günstig sind.”. Gefunden bei ideentower

Allerdings muß bei der Miete von Objekten einiges bedacht werden. So muss der Mieter z.B. die Transport- und Versicherungskosten für das Mietobjekt übernehmen. Weiterhin muss er das Kunstobjekt gegen adäquaten Ersatz für Vernissagen wieder rausrücken und dem Künstler mit interessierten Kunden den Zutritt zum Kunstwerk erlauben. Und an Wertsteigerungen wird der Mieter auch nicht beteiligt, dafür gibt es aber auch keine Wertverluste. Die Tücke liegt somit auch hier im Detail, weshalb das Angebot nicht für jeden geeignet ist. Auch Galerien und Künstler haben dieses Geschäftsmodell längst für sich entdeckt. Ich vermisse allerdings innovative Ansätze. Wie wäre es z.B. mit einer Galerieflatrate. Dann könnte man z.B. monatlich abwechselnd neue Kunstwerke im Abo liefern lassen und austauschen. Wenn man viele potente Kunden bei sich im Unternehmen hat, kann man sicherlich sehr günstige Mietraten aushandeln.

Ich gebe zu, dass die Idee der Bildervermietung nicht neu ist und es auch schon zahlreiche Anbieter gibt. Aber aus meiner Sicht sind immer noch zu wenige Künstler und Galerien innovativ genug, um verschiedene Preisstrategien zu verwenden. Deshalb sei dieser Bericht auch als Reminder gedacht. Folgende Webseiten, die Kunst zum vermieten anbieten, habe ich noch gefunden:

December 31, 2007

Whitewall – Neues Projekt von Lumas steht kurz vor dem Start

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Kunst, Idee - ecommerce, Internet — Burkhard Schneider @ 1:45 pm

Seit mehr als zwei Jahren verfolge ich den Erfolgsweg von LUMAS. Im Gegensatz zu klassischen Galerien, die typischerweise Unikate oder Kleinstauflagen zu mittlerweile sehr hohen Preisen verkaufen, spricht LUMAS Erstkäufer und junge Sammler an. Spezialisiert auf Fotografie, werden signierte Abzüge meist in limitierten Auflagen von 75 bis 100 Exemplaren zu Preisen zwischen EUR 100 und EUR 800 angeboten. LUMAS betreibt hierzu neben der E-Commerce-Website www.lumas.de eigene Galerien in fünf deutschen Großstädten. Lumas hat quasi ein ganz neues Marktsegment erschlossen und ist damit auch sehr erfolgreich. Hubert Burda Media beteiligte sich in 2006 mit 27 % an der Avenso AG, dem Inhaber und Betreiber der Lumas-Galerien.

Einige Experten haben nach dem Einstieg von Burda Media prophezeit, dass Lumas auch neue Wachstumsfelder erschliessen werden. Schon im August 2007 vermeldete das Exciting Commerce Blog, dass Lumas bald die Web 2.0 Plattform http://www.whitewall.com ins Leben rufen werde. Seitdem wurde es allerdings wieder ruhig um die Web 2.0 Pläne von Lumas. Es dauert halt auch mit Geld meist etwas länger, als man denkt. Doch jetzt habe ich auf whitewall folgende Meldung gelesen: “In wenigen Wochen können Kunstbegeisterte auf WhiteWall die Werke vieler Künstler entdecken, eigene Werke über unseren Kunstmarkt verkaufen oder mit einer kostenlosen Artist oder Gallery Page selbst anbieten….”. Der Beta-Test läuft schon hinter geschlossen Türen.

Das Angebot ruht auf drei Säulen und soll wie folgt aussehen:

  1. Kunstmarkt mit Jury-Garantie WhiteWall verkauft die Werke der angemeldten Künstler auf dem virtuellen Kunstmarkt für alle Kunstbegeisterten. Eine Jury, gebildet aus der Mitte der WhiteWall Community, wählt die Bilder aus, die auf dem Kunstmarkt präsentiert werden sollen. Bis zu 15 Werke kann der Künstler der Jury für den Kunstmarkt vorschlagen. Das Autorenhonoar liegt zwischen 15 und 20 %.
  2. Eigene Artist und Gallery Page# Auf seiner eigenen Homepage mit einer Subdomain (Artist Page) kann der Künstler bis zu 50 seiner Werke kostenlos hochladen und selbst verkaufen. Neben den Autorenhonoraren erhält der Künstler zusätzlich eine Provision von 36%. WhiteWall übernimmt Produktion und Versand und verdient damit quasi als Servicedienstleister sein Geld. Clever. Daneben gibt es auch die Möglichkeit für Vermarktes von Künstlern, eine Gallery Page zu eröffnen und die Werke der vertretenen Künstler zu vermarkten.
  3. Photo Lab Natürlich kann man seine eigene Werke auch ausdrucken, rahmen und kaschieren lassen und nach Hause schicken lassen.
Dann lassen wir uns doch im neuen Jahr überraschen, ob die Künstler und Vermarkter das neue Angebot von WhiteWall annehmen werden und Lumas auch in der virtuellen Vermarktung von Kunstobjekten eine wichtige Funktion einnehmen wird.

June 9, 2007

American Art Resources: Kunst an Krankenhäuser vermitteln

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Agent, Idee - Kunst — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Viele Kunstgalerien buhlen gegenseitig um die Gunst ihrer vermögendenen Kunden. Denn die meisten Kunstwerke sind nicht billig und können sich somit nur zahlungskräftige Kunden leisten. Doch die Zahl dieser Kunden ist begrenzt. Was tun, um in einem Markt mit großer Konkurrenz erfolgreich zu werden? Ganz einfach, man sucht sich einfach neue Kunden für seine Produkte. Ein gutes Beispiel dafür ist American Art Resources. Die Firma hat sich darauf spezialisiert, Kunstgegenstände wie Bilder und Skulpturen an Krankenhäuser zu vermitteln.

Warum gerade Krankenhäuser? Krankenhäuser sehen meist sehr steril und langweilig sowie wie beliebig austauschbar von innen aus. Um sich hier abzugrenzen, ist eine etwas andere Inneneinrichtung schon wichtig, denn auch die Krankenhäuser buhlen um die Gunst der zahlungskräftigen Kunden. Zudem haben Kunstwerke meist eine therapeutische Wirkung. Und das Geschäft scheint zu laufen. Die Firma American Art Resources, die 1998 gegründet wurde, verkauft heute pro Jahr mehr als 1.000 Kunstwerke und beschäftigt derzeit mehr als 30 Mitarbeiter. Mehr als 1.900 Künstler arbeiten für die Firma als Auftragskünstler.

Gefunden in Business Week