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October 31, 2007

bürgerhaushalt Köln – Hier sind Vorschläge zur Kostenreduzierung herzlich willkommen

Filed under: Crowdsourcing — Burkhard Schneider @ 4:45 pm

Es wird langsam Zeit, dass auch die Städte und Kommunen Ihre Mitbürger im Rahmen von Crowdsourcing-Projekte mit einbinden und um Unterstützung bitten. Vor einiger Zeit haben wir hier im Blog zwei Best-Practice-Beispiele aus Amsterdam und dem Londoner Stadtbezirk Lewisham vorgestellt, innerhalb derer die Bürger online auf Mißstände in der Stadt (Graffiti, wilde Müllhalden, etc.) aufmerksam machen können. Ich habe schon damals darauf hingewiesen, dass sich eine clevere Internetagentur auf solch einen Service spezialisieren sollte, damit die Städte und Kommunen Ihre Bürger im Rahmen von Crowdsourcing-Projekten optimal einbinden können.

Jetzt lese ich im ideentower-blog von dem Internetportal buergerhaushalt-stadt.koeln.de, das seit dem 22. Oktober 2007 online ist. Die Funktionsweise wird auf dem Portal wie folgt beschrieben: “Jede angemeldete Teilnehmerin und jeder angemeldete Teilnehmer kann eigene Spar- oder Ausgabevorschläge eingeben sowie andere Vorschläge kommentieren und mit „PRO“ oder „CONTRA“ bewerten. Durch die Ihre Bewertung der Vorschläge mit „PRO“ oder „CONTRA“ werden die Themen – „Sport“, – „Straßen, Wege (einschließlich Radwege) und Plätze“ und – „Grünanlagen“ in eine Rangordnung gebracht. Diese Rangordnung wird ausschließlich durch die Voten der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger beeinflusst.”

Wenn ich mir die Liste der meistdiskutiertesten Vorschläge anschaue, dann fällt mir auf, dass relativ wenig Sparvorschläge dabei sind und eher Vorschläge gemacht werden, wie man mehr Geld ausgeben könnte. Trotzdem sind einige Sparideen dabei, wie z.B.:

  • Ampeln nachts außerhalb der Innenstadt ausschalten
  • “Köln-Maut” nach Vorbild der Londoner City
  • Einführung der Hundesteuer
  • Abschaffung der Mülltrennung
  • Kosten sparen durch Wildblumenansaat
Folgendes bemerkt und kritisiert David Jeggle, der auf dieses Thema aufmerksam geworden ist: “Ob diese Maßnahme im Nachhinein von den Bürgern auch als erfolgreich bewertet wird, hängt davon ab, wie mit den Ideen verfahren wird….Problematisch ist auch, daß die Bürger lieber neue Ideen einreichen, anstatt bereits bestehende zu kommentieren und zu unterstützen, die fast gleich formuliert sind und die gleiche Angelegenheit betreffen. Hier sind die Moderatoren gefragt, ähnliche Vorschläge (nicht nur durch Schlagwörter) zu gruppieren sondern wirklich zusammen zu fassen, denn: Nur die 100 höchstbewerteten Vorschläge werden im Haushaltsausschuss diskutiert.”

Ich persönlich würde der Stadt Köln auch empfehlen, nicht nur bei der Besprechung des Haushaltes die Bürger mit einzubinden, sondern auch bei zahlreichen anderen Problemen in der Stadt. In Amsterdam z.B. werden die Anfragen und Verbesserungsvorschläge zu 90 % innerhalb von zwei Tagen bearbeitet und ein Feedback gegeben. Und das ist auch wichtig. Denn durch solch ein Internetportal werden viele Mißständer auf einmal transparent und die Bürger können verfolgen, ob und wie schnell etwas dagegeben getan wird. Dem Moderator dieser Portals kommt deshalb eine besondere Funktion zu.

BigDayKalender – Geburtstags- statt Weihnachtskalender

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Produkt, Marketing - Produkt — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

bigdaykalender

Vorfreude ist die schönste Freude. Wir haben bereits hier im Blog über mehrere Unternehmen berichtet, die die Zeit zwischen der Bestellung eines Produktes oder Dienstleistung und der Lieferung/Leistungserbringung sinnvoll nutzen, um z.B. den Kunden regelmäßig mit Informationen zu bedienen. Jetzt bin ich wieder über ein Angebot gestolpert, das die Vorfreude auf ein ganz bestimmtes Ereignis steigern soll. Es handelt sich um den BIG DAY Kalender. Dieser spezielle Kalender soll die Vorfreude der Kinder auf ihren Geburtstag erhöhen und die Wartezeit bis zum großen Tag etwas verkürzen.

Hinter seinen 15 Türchen verstecken sich jede Menge Spiel- und Nasch-Spaß für kleine Schleckermäuler und Abenteurer. Das erste Türchen wird 14 Tage vor dem großen Tag geöffnet. Das farbenfrohe BIG DAY Logo kennzeichnet das letzte Türchen und wird natürlich erst am Geburtstag geöffnet. Die Türchen des BIG DAY Kalenders “countdown” sind mit den Zahlen 14 bis 1 beschriftet – sie werden absteigend geöffnet und geben so verlässlich Aufschluss auf die Frage „Wie viel mal noch schlafen?“. So läuft der Countdown zuverlässig und die Vorfreude kann jeden Tag ein Stück steigen.

Ein Blick auf die Rückseite des BIG DAY Kalenders lohnt sich, denn hier findet sich Wichtiges, Spannendes und Ungewöhnliches zu den Traumberufen der Kids. Und weil es schon in jungen Jahren mehr als nur eine Antwort auf eine solch wesentliche Frage gibt, können derzeit beim BIG DAY Kalender zwischen zwei verschiedenen Ausführungen gewählt werden: Tierarzt/Tierärztin oder Feuerwehr. Jedes Jahr sollen BIG DAY Kalender mit neuen Motiven auf den Markt kommen, damit der BIG DAY Kalender mehr als nur ein einmaliges Highlight ist.

Kommt Euch diese Idee bekannt vor? Ja logisch, vom Adventskalender natürlich. Nur handelt es sich hier um einen Kalender, der für jeden großen Tag im Leben eines Kindes genutzt werden kann. Neben dem Geburtstag könnte das auch der erste Schultag, die Zeugnisvergabe etc. sein. Schon clever, wie der Gründer Stefan Schneider quergedacht hat und die Idee des Adventkalenders umfunktioniert hat. Seit einem Jahr ist er jetzt mit der Idee auf dem Markt. Aufmerksam geworden auf diese Geschäftsidee bin ich über den Blog von Stefan Schneider geworden.

Was macht eigentlich Shai Agassi, ehemaliger Shooting Star bei SAP

Filed under: Geschäftsidee, Idee - LOHAS, Idee - Mobil, Trend - LOHAS, Was macht eigentlich? — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Es war nur kurz ruhig um Shai Agassi geworden, der von 2001 bis 2007 Technikvorstand von SAP war und schon als Nachfolger von Kagermann gehandelt wurde. Nachdem er in einem internen Machtkampf unterlag, stieg er im Jahr 2007 bei SAP aus. Jetzt will er mit einem neuen StartUp die Welt verändern und dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen. Genau das hat Agassi vor zwei Tagen in seinem eigenem Blog verkündet. Der Arbeitstitel des neues Projektes lautet “Project Better Place”.

Laut Angaben auf seiner Webseite und einem Bericht in der NY Times hat Agassi Investoren gewonnen können, die ein Startkapital von 200 Mio. USD zur Verfügung stellen. Die Geschäftsidee des neuen Unternehmens besteht nicht darin, ein neues Elektroauto zu entwickeln, sondern ab 2009 eine flächendeckendes Angebot von automatisierten Ladestationen in den USA und Europa zu ermöglichen. Damit soll eines der größten Mankos der Elektroautos, nämlich die geringe Reichweite durch schwache Batterieleistungen, beseitigt werden.

Wie sieht das Geschäftsmodell von Agassi´s Firma konkret aus? Er will eine Abonnement-Lösung für Elektroauto-Batterien einführen. Gegen eine monatliche Dienstleistungsgebühr dürfen die Kunden bei den Service-Stationen der Firma eine leere Batterie gegen eine bereits voll aufgeladene eintauschen. Auch das Elektroauto soll bei “A Better Place” geleast werden können, so dass sich mehr Menschen ein Elektroauto leisten können. Laut einer Beispielrechnung von Agassi sollen die Verbrauchskosten bei einem Drittel eines Benzinfahrzeuges liegen.

Es ist schon beachtlich, wie die besten Unternehmer und Manager aus Silicon Valley als Investoren und Entrepreneuere neue Firmen gründen, um die wirklichen Probleme dieser Welt mit guten Geschäftsideen zu lösen. Da jetzt nicht mehr Aussenseiter, sondern erfolgreiche Macher, die das Vertrauen der Investoren geniessen, an den Start gehen, wird den erstarrten Autokonzernen in Europa immer mehr der Wind um die Nase wehen. Zwar sollte man nicht jeden Trend als erster blind aufgreifen, aber auch nicht zu lange den Kopf in den Sand stecken.

Gelesen im manager-magazin und heise-online.

October 30, 2007

Bei Pastemagazine kannst Du den Abopreis für ein Jahr selbst bestimmen

Filed under: Marketing - Preis — Burkhard Schneider @ 4:45 pm

pastemagazine

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass ich ein Fan von innovativen Pricing-Modellen bin. Meiner Ansicht nach wird diesem Element des Marketingmixes viel zu wenig Bedeutung beigemessen. Deshalb bin ich wie ein Trüffelschwein immer wieder auf der Suche nach neuen Modellen. So habe ich heute in Springwise vom Pastemagazine gelesen, einer US-Zeitschrift rund um das moderne Entertainment wie Film, Musik, Bücher etc. Die Macher des Magazins wollten nach mittlerweile fünf Jahren nicht weiter grübeln, was der richtige Abopreis ist und so lassen sie jetzt ihre Käufer selbst entscheiden:

Jeder neue Abonnement vom Pastemagazine oder Verlängerer des Abo´s kann in den nächsten zwei Wochen selber im Bestellformular eintragen, wieviel er für das Jahresabo bezahlen will. Dass Mindestgebot liegt bei 1 USD. Ich gebe zu, dass ich schon zahlreiche Beispiele von Anbietern gebracht habe, die ihre Kunden haben entscheiden lassen, wieviel sie bezahlen wollen. Aber bei einem Abo ist das schon besonders mutig. Denn damit lasse ich meine Kunden nicht einmalig, sondern für ein ganzes Jahr entscheiden, welche Einnahmen sie mir zubilligen.

Eine brutalere Form der Marktforschung kann ich nicht machen. Allerdings muss ich aufpassen, dass ich auch mein Unternehmen durchfinanziert habe, wenn sich überdurchschnittlich viele Kunden als besonders knausrig erweisen. Aber zum Glück gibt es ja auch noch die Einnahmen aus Werbeanzeigen. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, wenn man dieses “Wunschkonzert” mit einer Differenzierung des Angebotes kombinieren könnte. So würde ich z.B. Abonnenten eines PDF-Magazines einen anderen Mindestpreis anbieten als den Abonnenten eines gedruckten Magazins, das zugeschickt wird. Denn hier entfallen einfach höhere Kosten. Natürlich macht solch eine Preisdifferenzierung nur Sinn, wenn auch andere Einnahmen, wie z.B. Werbeeinnahmen, nicht geringer werden, wenn viele Kunden die Sparversion (PDF-Version) wählen.

TasteBook: Mass Customized Kochbuch

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Customizing, Idee - Verlag, Marketing - Customizing — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

tastetebook

Hat Ihr Lieblingskochbuch auch schon viele Flecken und sieht mittlerweile uansehnlich aus? Oder nutzen Sie nur 20 % Ihres Kochbuches, weil sie viele Rezepte gar nicht mögen? Oder nutzen Sie im Rahmen Ihrer Loseblattsammlung, die sich im Rahmen eines Abonnements immer mehr anhäuft, nur einen Bruchteil der Rezepte? Oder suchen Sie ein geeignetes Geschenk für Ihre Freunde und Bekannte? Dann ist das “Tastebook” genau richtig für Sie. Für 34,95 USD erhalten Sie ein Ringbuch mit insgesamt 100 Rezepten Ihrer Wahl.

Sie haben die Wahl, ob Sie für Ihr mass customized Kochbuch Rezepte aus bekannten Kochzeitschriften wählen oder sogar ihre eigenen Lieblingsrezpte verwenden wollen. Wenn dann auf ihrem Lieblingsrezpt zu viele Fettflecken drauf sein sollten, können Sie diese Seiten einfach noch einmal drucken lassen und Ihr Lieblingskochbuch sieht auf einmal wie neu aus. Sie können auch Rezepte austauschen, wenn sich Ihr Geschmack geändert hat oder neue Allergien bzw. Diätprogramme zu neuen Essgewohnheiten führen sollten.

Nicht jeder braucht für sich selber solch ein aufwendig erstelltes mass customized Kochbuch, weil er einfach die neuesten Lieblingsrezepte am Drucker ausdruckt. Dann bietet es sich an, solch ein Kochbuch von Tastbook an Freunde und Bekannte zu verschenken. Das ist doch viel individueller und liebevoller als das Standardkochbuch aus der Buchhandlung. Und selbst gebastelte Kochbücher kommen meist nur gut an, wenn es ein Geschenk der Kinder an die Eltern ist.

Gefunden bei killerstartups via existenz24.biz

Zukunftsstudien auf der Tokyo Motorshow

Filed under: Innovation, Trends — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Vom 26.10. – 11.11.2007 findet die Tokyo Motorshow statt. Da die Japaner als sehr innovativ gelten, schaut die ganze Welt auf diese Autoshow, um insbesondere die Zukunfststudien zu bestaunen. Wenn man sich diese Prototypen der Zukunft anschaut, dann wird einem schnell bewusst, dass das Auto immer mehr zum Maßanzug des Benutzers wird und allen Wünschen des Nutzers gerecht werden soll.

Wenn es nach den japanischen Vorstellungen geht, soll das Auto der Zukunft zum Wohnraum auf Rädern, zum Musikzimmer bzw. Partykeller , zum fahrenden Teehaus oder zu einer Oase für Ruhe und Regeneration werden. Interessant ist auch das Konzept der modularen Bauweise. So gibt es Autos für eine Person, die nach dem Plug and Play Konzept auch zu mehreren Modulen zusammengesteckt werden können, damit die ganze Familie einen Wochenendausflug machen kann siehe YouTube-Film oben).

Interessanterweise stehen die Designstudien im Vordergrund und nicht Technologiestudien über neue Motoren, Antriebstechnologien etc. Aus Sicht der japanischen Entwickler stellt der Elektromotor die Antriebstechnologie der nahen Zukunft dar. Der Hybridantrieb scheint schon ein “alter Hut” zu sein und die Brennstoffzelle noch zu visionär.

Das Auto der Zukunft soll in alle Richtungen fahren können, also nicht nur vorwärts und rückwärts, sondern auch seitwärts. Interessant sind auch die Vorstellungen von den Karosserien der Zukunft. Die Karosserie des Puyu von Honda ist z.B. mit einem Spezialgel behandelt, damit kleine Dellen und Verformungen gleich wieder “ausgebügelt” werden. Und längst nicht jedes Auto hat mehr ein Dach und Glasscheiben um sich herum. So zeigen Toyota und Suzuki eine Kreuzung aus einem Rollstuhl und Designerstuhl als Fortbewegungsmittel.

Mehr Impressionen gibt es im manager-magazin, welt.de und yahoo.

October 29, 2007

Singapore A 380 ist erstmals für Passagiere abgehoben

Filed under: marketing - start — Burkhard Schneider @ 2:45 pm

singapore380

Wir mussten alle lange darauf warten, bis der Airbus A 380 jetzt das erste Mal mit Passagieren zum Streckenflug abhob. Mit fast 19 Monaten Verspätung wurde der erste A 380 an Singapore Airlines ausgeliefert. Am letzten Wochenende startete die Maschine zum ersten Passagier-Jungfernflug von Singapore nach Sidney. Die 437 Passagiere konnten die Tickets via Ebay ersteigern und spühlten mehr als ein 1 Mio. USD in die Kassen. Political correct wurden diesen Einnahmen gespendet. Singapore Airlines kann auf diese Einnahmen auch gut verzichten, denn die kostenlose Berichterstattung über diesen ersten Flug ist enorm. Hätte man im Gegenwert eine Anzeigenkampagne buchen müssen, dann hätte man vielleicht das Hundertfache der entgangenen Einnahmen des Jungfernfluges investieren müssen.

Sönke Krüger war beim Jungfernflug dabei und veröffentlicht in der Welt ein Protokoll des Erstfluges. Demnach musste der Kapitän des Erstfluges, Robert Ting, wie ein Popstar Autogramme geben. Schon vor dem Flug floss der Champagner auf dem Flugsteig im Rahmen einer Erstflugparty in Strömen. Wegen eines Gewitters konnten die Passagiere erst verspätet einsteigen. Irgendwie sympolkräftig. Eine ältere Passiegierin rümpfte die Nase, weil die meisten Fluggäste mit Jeans und T-Shirt bekleidet waren. Früher hatten die Fluggäste noch Stil, schwelgte sie in Erinnerungen. Eigentlich verwunderlich, investierte doch ein Gast mehr als 100.000 USD für sein Flugticket. Es gab aber auch Schnäppchenjäger. Georg Burdicek, 25, Student der Musikwissenschaften aus Wien, bezahlte mit 560 US-Dollar am wenigsten von allen Passagieren.

Laut Pressemitteilung von Singapore Airlines ist noch mehr berichtenswert:

  • Der jüngste Passagier war 10 Monate alt, der älteste 91 Jahre alt.
  • Der Passagier Thomas Lee aus Kalifornien war ebenfalls Fluggast des ersten Linienfluges der Boing 747 von New York nach London im Jahr 1970.
  • 30 % der Passagiere waren weiblich.
  • An Bord sind Passagiere aus 35 Nationen vertreten gewesen.
  • Die meisten Passagiere kamen aus Australien, gefolgt von Singapore, England und USA.
Ich bin mir sicher, dass viele andere Fluggesellschaften neidig über diese Berichterstattung sind. Dabei hat Singapore Airlines noch nicht einmal die meisten A 380 bestellt, sondern die Emirates. Allerdings war Singapore Airlines am mutigsten und bestellte als erste Fluggesellschaft den A 380. Und deshalb konnte jetzt nicht nur an Bord von Singapore Airlines gefeiert werden. Ich wundere mich nur, dass nicht noch mehr Unternehmen wie Airbus die Chance nutzen und die Erstauslieferung ihres Produktes nicht mehr feiern. Vielleicht gibt es ja bald eine Eventagentur, die sich genau darauf spezialisert. Nischen gibt es eben genug, man muss sie nur finden und besetzen.

Harry Potter: Wie alles begann und was wir daraus lernen können

Filed under: Innovation, V - Erfolgsfaktoren — Burkhard Schneider @ 11:45 am

Die Erfolgsstory von Joanne K. Rowling, der Autorin von Harry Potter, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Von den ersten sechs Potter-Romanen wurden bis Ende 2007 knapp 400 Millionen Ausgaben in 200 Ländern und 65 Sprachen verkauft. Die siebte und letzte Folge soll 70 Mio mal verkauft werden. Gerade begann der Verkaufsstart für die deutsche Ausgabe. Rowlings Vermögen wird derzeit auf 1,5 Mrd. Dollar geschätzt. Durch Erlöse aus Buch, Film und Merchandising soll das Vermögen in den nächsten Jahren auf mehr als 2 Mrd. EUR anwachsen. Damit ist Joanne reicher als die Queen. Das allein ist schon beeindruckend genug. Doch wenn man bedenkt, dass Joanne vorher als alleinerziehende Mutter auf Sozialhilfe angewiesen war, dann klingt diese Erfolgsstory wie ein Märchen. Am meisten beeindruckt mich, dass Joanne einen lange Atem hatte und immer an sich geglaubt hat. Am ersten Band schrieb Rowling fünf Jahre. Zwei weitere Jahre dauerte es, um einen Verlag zu finden, der dann mit einer “sensationellen” Startauflage von 500 Stück in den Markt ging. Der Rest ist jetzt schon Legende.

In der FAZ steht jetzt, wie alles begann: „Ich hatte 1990 ein Wochenende in Manchester auf der Suche nach einem Haus verbracht, weil ich dorthinziehen wollte, und war auf dem Rückweg nach London, wo ich wohnte. Plötzlich kam diese Idee aus dem Nichts, und wenn eine Idee gut ist, dann spüre ich das körperlich, dann springt mir das Herz im Leib.“ Das Allererste, was ihr einfiel: „Zaubererschule. Gleichzeitig spazierte dieser kleine schwarzhaarige Junge in mein Hirn, und da war diese grundlegende Tatsache, dass er nicht wusste, was er war. Daraus begannen all diese Ideen zu wuchern. Ich hatte, seit ich schreiben konnte, immer schon geschrieben, massenhaft Zeug. Und deshalb hatte ich immer Schreibzeug dabei. Ich habe also diese tolle Idee und krame in meiner Tasche. Der Zug ist brechend voll, ich bemühe mich, das Notizbuch hervorzuziehen, ohne die Leute um mich herum anzurempeln, ich greife zum Stift – und das Ding funktioniert nicht. Es war ein Riesenärger. Doch ich glaube, dass es auch sein Gutes hatte, denn so verbrachte ich vier Stunden im Zug nur mit Nachdenken und wurde so aufgeregt, dass ich es kaum erwarten konnte, nach Hause zu kommen und zu schreiben.“ Gefunden im Geistesblitz-Blog

Und was lernen wir jetzt daraus für unser großes Ding? Immer ein Notizbuch mitnehmen, damit gute Ideen nicht vergessen gehen. Und immer auf Euer Herz bzw. Bauch hören. Dann werdet Ihr merken, wann Ihr Euer Ding gefunden habt. Ihr merkt es daran, dass Ihr alles stehen und liegen lasst, um genau “das Ding” durchzuziehen. Das Blöde daran: Ihr wisst nicht, wann Ihr “das Ding findet” und wie lange es dauert, bis “das Ding beginnt zu fliegen”. Es gibt Glückskinder, die sehr schnell “Ihr Ding” finden. Und es gibt geduldige Langstreckenläufer, die erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten zum Ziel kommen. Warum habe ich genau vor diesen Langstreckenläufern einen solchen tiefen Respekt? Weil Sie für mich die wahren Helden des Business sind.

trigami – Wie alles begann und was ich davon halte

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Web, Marketing - Online — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Seit einigen Tagen wird in der deutschen Blogsphäre über fast nichts so hitzig diskutiert, wie über die vermeintliche Abstrafaktion von Google gegenüber von Paid-Link-Anbietern bzw. Paid Link Nutzern. Von Verschwörungstheorien bis zum angeblichen Machtmißbrauch von Google ist u.a. die Rede. Robert Basic hat mit seinen Artikeln hier und hier so einiges ausgelöst. Wenn man sich die Kommentare in seinen Postings anschaut, dann haben dies viele Blogger als Steilvorlage genutzt und hauen jetzt richtig (auf Google) drauf. Aus meiner Sicht werden in der Diskussion viele Dinge vermischt bzw. polemisch oder unvollständig dargestellt. Als Nicht-Experte in diesem Bereich kann man schnell den Überblick verlieren bzw. muss sich mühsam durch viele Kommentare und Artikel durcharbeiten. Am hilfreichsten war für mich der Artikel in Wullfy´s (SEO) Hilfeblog. Danke Franz für den Tipp.

Viel mehr Raum will ich dieser unleidigen Diskussion nicht einräumen. Vielmehr will ich mich der Idee von trigami widmen: Bei trigami können Kunden Blogger mit dem Schreiben von Blog-Einträgen über ihre Produkte und Dienstleistungen beauftragen, die jeweils in redaktioneller Freiheit und klar gekennzeichnet veröffentlicht werden. Eine Rezension kostet derzeit zwischen 10 und 200 EUR bzw. 20 und 350 CHF (abhängig von Reichweite und Qualität des Blogs). Im Durchschnitt kostet eine Rezension 50 EUR bzw. 85 CHF. Der Vorteil für den Kunden besteht darin, dass er einen redaktionellen Artikel erhält und dadurch sehr prominent im Blog für ihn geworben wird. Denn im Gegensatz zu Bannern erscheinen die trigami-Artikel im Zentrum des Blogs (Textteil) und auch via RSS-Feed. Auf der anderen Seite besteht auch die Gefahr, inhaltlich vom Blogger zerrissen zu werden, weil der Auftraggeber keinen Einfluss auf den Text des Bloggers hat. Ich zitiere einen bekannten TV-Moderator”RIIIIISIKO”.

Was gefällt mir an trigami? Die Schweizer Jungs entwickelten eine innovative Geschäfsidee mit Alleinstellungsmerkmal in eine sehr lukrativen Wachstumsmarkt (Online-Werbemarkt). Ein hohes Werbebudget wird nich benötigt, weil die Blogerkunden schon für genug Bekanntheit von trigami sorgen: Bei jedem von trigami in Auftrag gegeben Artikel ist ein kleiner “trigami”-Schriftzug im Blogartikel inkl. Verlinkung vermerkt. Neben der Geschäftsidee und dem Viralmarketingkonzept gefällt mir die offene Kommunikation der Gründer. Im Gegensatz zu anderen Paid-Link-Vermarktern haben die trigami-Jungs auf o.g. Google-Aktion schnell reagiert und folgenden Artikel verfasst. Diese transparente und just-in-time Kommunikation haben die Jungs auch schon in den letzten Monaten immer wieder an den Tag gelegt. Anlässlich des einjährigen Geburtstages hinsichtlich der Geburt der Idee hat trigami eine sehr gute Story veröffentlicht, wie alles entstanden ist.

Und warum habe ich noch kein trigami-paid-Artikel geschrieben, obwohl ich ja schon über Kunden von trigami, wie z.B. blacksocks, öfters geschrieben habe? Zum einen hat mir mein Bauchgefühl bis jetzt das Signal gegeben, dass ich mir alles erst einmal in Ruhe anschauen sollte. Auch mein Verstand verordnete mir erst einmal eine Denkpause. Entscheidend ist, dass ich derzeit dran bin, ein nachhaltiges Werbekonzept für das Blog und Portal von mir zu entwickeln. Und in diesem Zusammenhang ist Flickschusterei einfach nicht hilfreich, sondern nur ein nachhaltiges Konzept. Und das braucht einfach etwas Zeit. Und wenn ich mir bisher die “Trinkgelder” anschaue, die via Google Ad Sense und Paid Link Verkauf erzielt werden können, dann werde ich nicht wirklich unruhig :-) Ich habe das ja hinsichtlich der Bewertung einer neuen Brainstormingplattform im Kommentarfeld eines anderes Blog auf den Punkt gebracht: Bevor ich mit Peanuts abspeisen lasse, stelle ich mein know how lieber kostenfrei zur Verfügung. Ertappt: Ich bin in Frankfurt geboren und lebe hier :-)

October 28, 2007

Ergebnisse der LOHAS-Studie von Ernst&Young

Filed under: Trend - LOHAS, Trends — Burkhard Schneider @ 5:45 pm

Jetzt hat auch ein großes Beratungshaus, nämlich Ernst & Young, die LOHAS entdeckt und auf der Basis von Befragungen von 1.000 Privatpersonen eine LOHAS-Studie (44 Seiten erstellt, die kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Im wesentlichen beschränkt sich die Studie auf Bio-Nahrungsmittel und greift damit zu kurz, um dem Namen “LOHAS-Studie” gerecht zu werden. Die meisten Erkenntnisse sind auch “kalter Kaffee”. Trotzdem gibt es einige Erkenntnisse, die hier berichtenswert sind:

  • Rund 75 Prozent der Befragten würden grundsätzlich lieber zur Bio-Alternative greifen – auch wenn es sich um eine andere Marke als die bisher bevorzugte handelt. 56 % der Verbraucher würden immerhin den Händler zugunsten von Bioprodukten wechseln. Allerdings wechseln die Verbraucher nur den Händler zugunsten von Bioprodukten, wenn die Entfernung nicht zu weit ist (2 – 5 km). Nähe schlägt Bio. Bio wird sich also auf breiter Front nur dann durchsetzen, wenn es den Händlern gelingt, ein flächendeckendes Filialnetz aufzubauen.
  • 38 Prozent der Verbraucher sind grundsätzlich bereit, für ein Bio-Produkt 10 % mehr zu bezahlen als für ein herkömmliches Konkurrenzprodukt, 29 Prozent würden sogar bis zu 20 Prozent mehr bezahlen und 9 % sogar mehr als 20 %
  • Auch aufgrund eines noch limitierten Angebots achten derzeit allerdings nach eigenen Angaben nur 14 Prozent der Verbraucher immer und 23 Prozent häufig beim Einkauf von Lebensmitteln auf die Kennzeichnung als Bio-Produkte.
  • Insbesondere bei Gemüse, Obst und Fleisch legen die Verbraucher großen Wert auf Bio-Produkte. In diesen Produktkategorien geben 81 Prozent, 77 Prozent bzw. 71 Prozent an, dass sie Bio-Produkte bevorzugen. Bei Milchprodukten und Fisch greifen nur 30 Prozent bzw. 33 Prozent lieber zu Bio-Ware als zu konventionellen Produkten. Bio-Getränke oder Bio-Süßwaren sind nur für fünf Prozent bzw. zwei Prozent attraktiv.
  • 59 Prozent der befragten Handelsunternehmen geben an, dass das Thema „Bio“ für die eigene strategische Ausrichtung von großer Bedeutung ist. Wer den Bio-Trend ignoriert, droht Kunden und Marktanteile zu verlieren.
  • Zudem sei der Verkauf von Bio-Produkten für die Händler durchaus lukrativ: Zwei Drittel der befragten Handelsunternehmen gaben an, dass die realisierten Rohgewinnspannen über denen für konventionelle Lebensmittel liegen.
  • Die Verbraucher würden Bio-Produkte am liebsten beim Hofladen kaufen. An zweiter Stelle steht der Supermarkt, gefolgt vom Wochenmarkt. Die Differenz des Anteils der Verbraucher, die bisher Bioprodukte in einem Handelsformat gekauft haben und dem Anteil der Verbraucher, die, ein umfassendes Angebot an Bioprodukten vorausgesetzt, künftig in diesem Handelsformat Bioprodukte kaufen würden zeigt, dass gerade Bio-Supermärkte ein hohes Wachstumspotenzial haben, gefolgt vom Bio-Laden und vom Hofladen. Aber selbst für die Discounter ergibt sich noch ein Wechselpotential von 11,3 Prozent.
  • Bei den Verbrauchern besteht noch kein klares Bild, was Bio eigentlich konkret bedeutet. 82 Prozent der Befragten verbinden mit Bio gesunde Ernährung, 70 Prozent artgerechte Tierhaltung und Artenschutz. Gute Nährwerte und Umweltschutz erwarten 65 Prozent bzw. 60 Prozent der Befragten von Bio-Produkten. Und jeder dritte Verbraucher (35 Prozent) geht davon aus, dass in der Herstellung von Bio-Produkten Energie eingespart wurde. „
  • Die Vielzahl von Biosiegeln erschwere es für den Verbraucher noch, den Überblick zu behalten. In der Wahrnehmung vieler Verbraucher vermischen sich Begriffe wie Bio, Öko oder Fairtrade.
  • Nicht nur der Begriff „Bio“ ist in der Wahrnehmung der Verbraucher nicht klar besetzt, auch der Markt für Bio-Produkte ist aus Sicht der Verbraucher noch sehr diffus. Noch hat sich im Biosegment keine Marke als führende „Biomarke“ durchgesetzt. Vielmehr nennen die Verbraucher auf die Frage, ob ihnen eine konkrete Marke einfällt, die für Bio-Produkte stehe, eine Vielzahl von verschiedenen Marken und Siegeln, von denen nur eine – Demeter – von mehr als zehn Prozent der Befragten genannt wird.
  • Noch sind im Bio-Segment keine Marken wirklich etabliert. Das ist eine Chance sowohl für Eigenmarken des Handels als auch für Herstellermarken. Wenn es gelingt, Bio zu einer klar positionierten Marke zu machen und damit einen bestimmten Lebensstil und Status zu verbinden, haben Bio-Produkte und Bio-Händler erhebliche Wachstumschancen.
  • Für die Autoren der Studie ist es gut vorstellbar, dass der Marktanteil von Bio- und Fair-Trade-Produkten mittelfristig von derzeit unter 10 Prozent auf 30 Prozent steigt. Für den langfristigen Markterfolg von Händlern und Herstellern sei allerdings von großer Bedeutung, dass das Vertrauen, das die Konsumenten in Bio-Produkte setzen, nicht enttäuscht werde. So erwarten etwa 90 Prozent der Befragten vom Handel und von den Produzenten eine Garantie, dass die Waren tatsächlich ökologisch, ethisch korrekt und nachhaltig produziert wurden.
Auf den letzten fünf Seiten werden insgesamt drei Szenarien aufgezeigt, wie sich der Bio-Trend weiterentwickeln könnte. Im ersten Szenario liegt der Marktanteil von Bioprodukten bei nur 10 %, im zweiten bei 20 % und im dritten bei 30 %. Je nachdem, welches Szenarioa eintrifft, sind verschiedene Strategien für die Anbieter von Bioprodukten sinnvoll. Da die Wahrheit meist in der Mitte liegt, stehen die Chancen für das Szenario 2 am besten.

Gefunden im karma-konsum-Blog

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