Im letzten Jahr haben die Querdenker Anja Förster und Peter Kreuz das Buch “Alles, außer gewöhnlich: Provokative Ideen für Manager, Märkte, Mitarbeiter” veröffentlicht. Außergewöhnlich war damals die Vermarktungsaktion für das Buch: Förster und Kreuz traten bei 40 Veranstaltungen ohne Honorar auf. Als Gegenleistung mussten jeweils 200 Bücher vom Veranstalter gekauft werden. Das war eine geniale Idee, das Buch schnell in die Bestellerlisten zu katapultieren. Das fand ich beeindruckender als den Inhalt, was wohl auch daran liegt, dass ich nicht zur Zielgruppe (Manager) gehörte.
Jetzt habe ich von den beiden Autoren das Buch “Spuren statt Staub: Wie Wirtschaft Sinn macht” per Post erhalten. Die erste Beschreibung hat mich neugierig gemacht: “Es gibt zwei Sorten Wirtschaft: Firmen, die nur Staub aufwirbeln und trist ihr Programm abspulen, lieblos Produkte auf den Markt werfen und schon morgen verschwunden sein werden. Oder Firmen, die Spuren hinterlassen. Und zwar durch ihre Ideen. Durch eine Begeisterung, die von den Führungskräften verkörpert, den Mitarbeitern gelebt und den Kunden gespürt wird.”
Das Zauberwort lautet “Spirit”. Aus der Sicht der Autoren gibt es sechs Wege, um Sinn zu stiften:
Streben nach Perfektion
Innovationen auf den Markt bringen
Die Rolle des Herausforderers annehmen
Demokratisierung: Leistungsangebote der breiten Masse zugänglich machen
Es gibt immer wieder Situationen, in denen Teller und Gläser durch die Wohnung fliegen, um den Frust abzubauen. Das kann nicht nur teuer, sondern auch sehr gefährlich werden, wenn die Scherben unkontrolliert durch die Gegend fliegen. Sarah Lavely and Ed King bieten seit Auguts 2008 eine Lösung:
In ihrem Geschäft “Sarah´s Smash Shack” kann man jetzt Teller an die Wand schmeissen. Vorher muss man Schutzkleidung anziehen. Der Spass ist allerdings nicht ganz billig: Wer 15 Teller in 15 Minuten zerdeppern will, muss dafür 45 USD berappen. Sechs Weingläser kosten 10 USD.
Es scheint sicher zu sein, dass diese Geschäftsidee große PR-Erfolge erzielen wird. Ob es auch ein finanzieller Erfolg wird, wird die Zukunft zeigen. Die Gründer haben mit 200.000 USD tief in die Tasche gegriffen, um das Geschäft zum laufen zu bringen.
Nach der Umkategorisierung der Kategorie “Marketing” in fast 40 Unterkategorien gibt es jetzt umso häufiger ein Jubiläum zu feiern: 100 Artikel einer Kategorie. Diese Feierstunde nutze ich, um eine Best-Of-Artikelübersicht zu erstellen und noch detaillierter zu kategorisieren. Im folgenden findet Ihr empfehlenswerte Artikel in der Kategorie “Marketing-Preis”:
Beim Schlüsseldienst gibt es ihn, bei Apotheken auch, den Notfalldienst. Und warum sollte nicht auch ein Metzger genau solch einen Notfalldienst anbieten? Das hat sich auch der Fleischermeister Jens Drechsler aus dem thüringischen Annaberg gedacht und bietet den landesweit einzigen Bratwurst-Notfalldienst an. Per Telefon können die Kunden jeden Tag in der Zeit von 08:00 – 22.00 Uhr telefonisch Bratwürste bestellen und im Metzgergeschäft abholen, um das anstehende Grillfest nicht an fehlenden Würstchen scheitern zu lassen.
Der Erfolg dieses Serviceangebotes kann sich sehen lassen: An Sonntagen haben bis zu 15 Kunden auf der Telefonhotline angerufen, um Bratwürstchen für das geplante Grillfest zu bestellen. Und selbst jetzt, wo die Grillsaison vorbei ist, erfreut sich die Hotline großer Beliebtheit. Deshalb können die Kunden weiterhin den Notrufdienst nutzen, obwohl er eigentlich nur in der Grillsaison von März bis September angeboten werden sollte. Und der Landestourismusverband Sachsen hat den Service jetzt mit einem Qualitätssiegel für besondere Servicequalität ausgezeichnet.
Mir gefällt die Idee. Denn mit dem Notfalldienst kann man ohne große Kosten und lange Öffnungszeiten den Kunden das bieten, was sie gerade brauchen. Damit kann man verhindern, dass die Kunden abwandern und ihren Bedarf im Tankstellenshop decken. Und es spricht per Mundpropaganda schnell herum, so dass man durch dieses Angebot auch viele neue Kunden gewinnen kann.
Update 17.05.2009: Die ideentower-Blogger berichten über die Landfleischerei Hegemann in Schermbeck bei Wesel (Nordrhein Westfalen), die in 4 Automaten ihren Kunden rund um die Uhr gut gekühltes und eingeschweißtes Grillgut wie z.B. Grillwürste, Nackensteak, Bauchfleisch, Krautsalat, Kräuterbutter uvm. – zum gleichen Preis wie im Laden anbieten. Das ist eine Alternative zum Bratwurst-Notfalldienst.
Filed under: V - Termine — Burkhard Schneider @ 6:45 pm
Und wieder will ich einen Terminausblick auf den nächsten Monat wagen. Noch mehr Tipps (auch über den Oktober hinaus) gibt es in der Rubrik “Meine Termintipps”. Hier lohnt es sich auch, während des Monats vorbeizuschauen, da ich diese Seite ständig aktualisiere und ergänze. Und wer hier für den Raum Frankfurt einen wichtigen Termin vermisst, der meinen Veröffentlichungskriterien entspricht, kann sich gerne bei mir unter schneider(at)best-practice-business(dot)de melden.
Im letzten Blogbeitrag habe ich über Yves Rossy und seinen Flug mit dem JetMan über den Ärmelkanal berichtet. Schnell habe ich die Anfrage bekommen, ob es denn auch Nahaufnahmen gibt. Gerne habe ich im mittlerweile ausführlichen YouTube-Archive gewühlt und z.B. den Film von einem Flug im Jahr 2006 gefunden. Damals war der JetMan noch rot.
Im ersten Video war die Kamera schon deutlich näher dran. So richtige Nahaufnahmen, die nicht verwackelt sind, erhält man am besten durch eine Fotoserie. Und genau deshalb seht Ihr im zweiten Video eine Fotostrecke, die mit peppiger Musik unterlegt ist. Das wirkt erst einmal nicht so spektakulär, aber ist trotzdem spannend, wie der JetMan genau aussieht.
Jungs, vergesst Paragliding und Drachenfliegen. Wenn Ihr nur einmal obiges Video mit der geilen Musik gesehen habt, dann wollt Ihr nur noch eins sein, der Rocket Man. Im obigen Video fliegt Yves über die Alpen. Für viele Schlagzeilen hat er jetzt gesorgt, weil er den Ärmelkanal überflogen hat. In 20min wird der Flug wie folgt beschrieben: “Der 49-jährige Waadtländer war um 14.06 Uhr 2500 Meter über Calais aus einem Propellerflugzeug abgesprungen. Danach klappte er seine Flügel zu einer Spannweite von 2,5 Meter aus und gab Gas. Einem Raubvogel gleich zischte Rossy danach mit rund 200 km/h über den an dieser Stelle 35 km breiten Ärmelkanal. Nach 10.30 Minuten Flug erreichte er das Festland, drehte eine Ehrenrunde, stellte die vier Mini-Triebwerke ab, zog den Fallschirm und landete nach 13 Minuten sicher wieder auf englischem Boden.”
Bei Wikipedia kann man mehr über den mutigen Schweizer nachlesen: “Yves Rossy, bekannt auch als Jet man oder FusionMan (* 27. August 1959 in Neuchâtel, Schweiz), ist ein Schweizer Pilot und Erfinder. Rossy studierte zunächst Ingenieurswissenschaften und war dann ein Berufspilot der Schweizer Luftwaffe. Heute ist er als Airbus-Pilot bei der Swiss beschäftigt und in seiner Freizeit als Erfinder tätig. Yves Rossy wurde bekannt durch die Entwicklung eines Fluggleiters aus starren Flügeln mit Düsentriebwerken, der Fallschirmspringern einen längeren Aufenthalt mit einem größerem Radius in der Luft ermöglicht. In Zusammenarbeit mit einer Forschungs- und Entwicklungsfirma gelang Rossy nach mehreren Entwicklungsschritten (darunter auch mit aufblasbaren Gleitflügeln) die Konstruktion des Fluggeräts Jet Wing.
Die Fliegerei gehört noch zu einem der Klimakiller der Neuzeit. Deshalb wird es Zeit, dass auch in der Flugindustrie neue, klimaschonende Antriebstechnologien ausprobiert werden. Die Firma Solarimpulse aus der Schweiz hat genau solch eine Vision. Seit vielen Jahren wird in der Schweiz daran gearbeitet, ein Flugzeug zu entwickeln, dass nur von Solarenergie angetrieben wird. Momentan wird der erste Prototyp erstellt. Dem ging eine lange Planungszeit voraus. Einen zeitlichen Überblick des Projektes findet Ihr im folgenden:
Machbarkeitsstudie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne durchgeführt 2003
Bekanntgabe des Projektes am 28. November 2003
Entwicklung des Konzepts 2004-2006
Planung und Konstruktion eines Prototypen 2007-2008
Testflüge und erster Nachtflug mit dem Prototypen 2009
Konstruktion des definitiven Flugzeugs 2009-2010
Mehrtägige Flugeinsätze, Überquerung des Atlantiks und Versuch der Weltumrundung mit fünf Zwischenetappen ab 2010-2011
Der Gründer Borschberg erkärt auf seiner Webseite, worin die Schwierigkeiten in der Entwicklungsphase bestehen: “Die Komplexität des Solarflugzeugprojekts, an dem wir nun seit mehreren Jahren arbeiten, liegt in verschiedenen Faktoren: Zum einen besteht die Herausforderung darin, eine sowohl ultrarobuste als auch hyperleichte Konstruktion zu schaffen, die zum Fliegen möglichst wenig Energie benötigt. Zum anderen muss die Konstruktion des Flugzeugs, das immerhin um die ganze Welt fliegen soll, dennoch genügend Widerstandskraft bieten, um flugfähig zu bleiben.” Ich drücke die Daumen, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt wird.
Google wird 10 Jahre alt und will deshalb groß feiern. Zu diesem Anlass will man 10 Mio. EUR zur Verfügung stellen, um etwas Gutes tun zu können. Das Geld soll dementsprechend nicht einfach gespendet werden, sonder für 5 Projekte bereit gestellt werden, die die Welt ein bißchen besser machen sollen. Ihr seid alle aufgerufen, Ideen einzureichen bzw. später dann auch zu bewerten. Die Zeitabfolge des Wettbewerbes sieht wie folgt aus:
Bis zum 20. Oktober 2008 könnt Ihr Eure Idee noch einreichen. Es sind insgesamt 20 Felder in einem Onlineformular auszufüllen. Ihr könnt Euren Vorschlag durch ein Video von 30 Sekunden Dauer ergänzen.
Die Abstimmung über die Ideen beginnt am 27. Januar. Es wird eine Auswahl von 100 Ideen veröffentlicht und anschliessend die Öffentlichkeit aufgefordert, 20 Halbfinalisten zu wählen. Anschließend werden bis zu fünf Ideen von einem Beirat ausgewählt.
Insgesamt werden 10 Millionen US-Dollar für die Verwirklichung dieser Projekte zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, so vielen Menschen wie möglich zu helfen. Geld kann daher als Starthilfe dienen, aber letzten Endes zählt die Idee.
Folgende fünf Kriterien werden für die Bewertung der Projekte herangezogen:
Reichweite: Auf wie viele Menschen würde sich die Idee auswirken?
Schwere: Wie stark sind die Menschen betroffen? Wie dringend wird die Hilfe benötigt?
Umsetzbarkeit: Kann die Idee innerhalb von ein bis zwei Jahren verwirklicht werden?
Effizienz: Wie einfach und wie kostendeckend ist die Idee?
Nachhaltigkeit: Wie lange werden die Auswirkungen der Idee andauern?
Insgesamt gibt es folgende Kategorien:
Gemeinschaft: Wie können wir die Verbindungen zwischen Menschen stärken, Communities aufbauen und einzigartige Kulturen schützen?
Chancen: Wie können wir Menschen dabei unterstützen, ihre Familien und sich selbst besser zu versorgen?
Energie: Wie können wir weltweit Schritte in Richtung sicherer, umweltfreundlicher und preisgünstiger Energie einleiten?
Umwelt: Wie können wir ein globales Ökosystem fördern, das umweltfreundlicher und nachhaltiger ist?
Gesundheit: Wie können wir Menschen helfen, länger und gesünder zu leben?
Bildung: Wie können wir für mehr Menschen leichter Zugang zu besserer Bildung ermöglichen?
Schutz: Wie können wir dazu beitragen, dass alle Menschen einen sicheren Platz zum Leben haben?
Alles andere: Manchmal passen die besten Ideen in keine Kategorie.
Sind noch Fragen offen? Dann schaut einfach hier in der FAQ-Liste vorbei. Handelt es sich bei diesem Projekt um Green Washing? Ist mir eigentlich egal, denn das Projekt finde ich gut. Und allein mit solch einer Aktion wird man sein Image auch nicht nachhaltig verbessern können.
Wäre es nicht ein Traum, mit dem Boot aufs Meer zu fahren, dann in die Weiten des Meeres wie ein U-Boot abzutauchen und anschliessend wieder gemütlich oberhalb des Wasser zurück zu schippern? Dieser Traum wird wahrgemacht mit dem HYPER-SUB PROTOYPE – “FATHOM”. Eduard G. Kaan beschreibt in seinem Blog das Lösungsprinzip, das hinter diesem innovativen Boot steht, wie folgt:
“Ober Wasser soll sich das Boot möglichst schnell bewegen (es erreicht etwa 70 Kmh) und daher möglichst leicht sein. Unter Wasser soll das Boot möglichst rasch und tief tauchen können (mehr als 350 Meter) und daher möglichst schwer sein. Da die beiden Zustände nicht gleichzeitig gegeben sein müssen, lässt sich so etwas mittels TRIZ relativ einfach lösen: Man verwendet einfach die vorhandenen Ressourcen Luft und Wasser. Ober Wasser sind sehr große Tauchkammern leer (d.h. mit Luft gefüllt) und daher leicht. Sobald es abwärts gehen soll, werden diese Tauchkammern mit dem vorhandenen Wasser geflutet und daher extrem schwer, was rasches und tiefes Tauchen ermöglicht. Zurück an die Oberfläche geht es mit Pressluft.”
Obwohl es bisher nur einen Prototypen gibt, werden auf der Webseite schon drei verschiedene Modelle präsentiert, die sich im wesentlichen durch die Tauchtiefe unterscheiden. Ich bin gespannt, ob in naher Zukunft auch Touristen mit diesem speziellen Boot das Meeresleben von einer ganz anderen Perspektive beobachten können. Der Spaß wird dann aber sicherlich exklusiv und teuer werden, da nur vier Personen neben dem Kapitän Platz haben. Die Pauschaltouristen müssen dann weiterhin mit dem Glasbodenboot Vorlieb nehmen, um das Meeresleben zu erfahren, ohne nass zu werden.