Filed under: Innovation — Burkhard Schneider @ 10:45 am
Chris Ebejer hat mehr als 6 Jahre Entwicklungszeit und mehr als 1 Million USD in den Babyglow-Strampler investiert. Das Ergebnis ist ein Babystrampler für Kinder bis zwei Jahre, dessen Farbe sich wechselt, wenn der Träger erhöhte Temperatur hat. Bisher gibt es die Strampler in blau, pink und grün. Wenn sie sich weiß einfärben, erkennt der Beoabachter sofort, dass das Baby erhöhte Termperatur hat.
Der Strampler kostet etwas mehr als 30 USD. Da das Baby schnell aus den Stramplern herauswächst, kann es teuer werden, wenn man in den ersten zwei Jahren die volle Kontrolle sichtbar behalten will. Sicherheit hat eben ihren Preis. Dafür können die Strampler ganz normal in der Waschmaschine gewaschen werden.
Noch sucht Chris Vertriebspartner in der ganzen Welt, um diesen innovativen Strampler zum Bestseller zu machen. Ob auch deutsche Verbraucher Schlange stehen, um dieses Produkt zu kaufen, steht in den Sternen. Wenn ich ein Geschäft für Babyprodukte hätte, würde ich trotzdem ein paar Stück ordern. Denn mit neuen Produkten kann man seine Stammkunden und Neugierige in sein Geschäft locken und bleibt so immer wieder im Gespräch. So kann ein Produkt zum Umsatzbringer werden, ohne selber ein Bestseller zu werden.
Im Sommer hatte ich an der Blogparade “Erfolgreiche Preisstrategien” teilgenommen und zweiBeiträge beigesteuert. Insgesamt haben 20 Autoren 30 Artikel abeliefert, die in einem eigens dafür erstellten EBook auf 58 Seiten nachzulesen sind. Nein, es ist keine Pricing-Bibel, sondern eine Artikelsammlung zum häufig unterschätzten Marketinginstrument Pricing geworden.
Die PR-Doktorin Kerstin Hoffmann hat es noch vor sich, ein E-Book zu ihrem Blogkarneval “Wie verkaufen Sie Kundennutzen?” zu erstellen, der vor kurzem zu Ende gegangen ist. Wer nicht bis zum Erscheinungstermin des EBooks im Januar warten will, der kann sich folgende Artikelsammlung anschauen.
Wer lieber selber mitmacht, dem empfehle ich die Weihnachtsblogkarnevalaktion “Mehr Würze ins Marketing!” von Heide Liebmann. Bei diesem Blogkarneval ist einiges anders: Die Anzahl der Artikel ist auf 24 Stück begrenzt. Die Überschriften werden von Heide selber vorgegeben. Insofern müsst Ihr Euch beeilen, wenn Ihr noch mitmachen wollt. Ich kann mir vorstellen, dass sich andere Initiatoren von Blogkarnevals inspierieren lassen und mehr Struktur ins System bringen.
Haben Sie noch den Überblick, wo es welche Sammelstellen gibt. Bei uns in Frankfurt ist das mehr als kompliziert. Alte Batterien kann ich im Supermarkt abgeben. Altglas muss ich in einen Altglascontainer werfen. Altkleider und alte Schuhe kommen in den Altkleidercontainer, der wieder woanders steht. Elektronikschrott muss zum Receykling-Hof usw. Während der eine an dem Chaos langsam verzagt, nutzt der andere diese Verwirrung für eine Geschäftsidee.
Seit kurzem gibt es den Aboservice ordentli.ch in der Schweiz: “Wir von Ordentli.ch sorgen uns um Umwelt und den damit verbunden Abfall. Zudem möchten wir endlich das Abfall Problem in Ihrem Haushalt lösen. Diesbezüglich haben wir ein Abo entwickelt, welches diesem entgegen wirkt! 1 Abo für all Ihre Abfälle im Haushalt, alle 14 Tage abgeholt, für nur CHF 14.90 / Monat”.
Etwas stutzig macht mich schon, dass es auf der betreffende Webseite kein Impressum gibt. Sollte alles nur ein Fake oder Versuchsballon sein? Handelt es sich sogar um eine Guerrila-Marketing-Aktion der Müllabfuhren? Wie auch immer. Die Idee könnte funktionieren. Denn große Unternehmen, wie die örtlichen Müllabfuhren, sind meist zu unbeweglich, um solche kleine Nischen zu besetzen. Und es gibt einen Prozentsatz von Kunden, die für einen speziellen Service auch bereit sind, zu zahlen.
Gut gefällt mir auch an der Idee, dass hier wohl ein Querdenker oder besser gesagt Umgedreht-Denker am Werk war. Denn mittlerweile gibt es viele Abodienste, die etwas regelmäßig ins Haus liefern. Warum sollte es dann nicht umgekehrt auch einen Service geben, der regelmäßig etwas entsorgt, was vorher geliefert wurde? Die Königslösung wäre es natürlich, beides zu kombinieren
IKEA hat mal wieder den Werbeolymp erklommen, diesmal mit einer pfiffigen Viralmarketingkampagne via Facebook. Die Werber haben anlässlich der Neueröffnung von IKEA Malmö ein Facebookprofil für den Geschäftsleiter Gordon Gustavson angelegt und im Laufe der Zeit Schauraum-Bilder hochgeladen. Wer als erster ein Möbelstück auf den Bildern mit Hilfe der Markierungsfunktion von Facebook markiert hat, hat es gewonnen. Diese Aktion sprach sich nicht nur bei Facebook schnell rum. Flugs wurde auch ein Video über die Aktion bei YouTube eingestellt und schon spricht die gesamte Social Media Community inkl. Twitter über die coole Aktion.
Ich hätte für die Jungs in Malmö eine weitere Idee gehabt, um die Neueröffnung durch eine reale Guerilla-Marketing-Kampagne bekannt zu machen. Die Werbeprofis von IKEA Japan haben vor einigen Jahren anlässlich der Neueröffnung eines IKEA-Möbelhauses in Japan ihre Sitzmöbel einfach in die U-Bahnen vor Ort einbauen lassen. Das hat sich sehr schnell rumgesprochen und auch für viel Mundpropaganda gesorgt. Manchmal sind die guten Ideen so nahe, nämlich im eigenen Haus zu finden. Und wenn das eigene Wissensmagement nicht funktioniert, dann hilft der best-practice-Blogger gerne aus
Der Neukundenmagnet-Blogger Thomas Kilian lebt das vor, was er den Kunden seiner Werbeagentur anschliessend empfiehlt. Er bloggt, twittert, hat einen Pod- und Videocast und spielt auch ansonsten auf der ganzen Klaviatur des Social Media Marketings. Er hat längst begriffen, wie vernetzt die Web 2.0-Welt ist. Fast immer, wenn ich einen Social Media Experten spreche, finden wir heraus, einen gemeinsamen Bekannten zu haben: Thomas Kilian. Respekt. Und da Thomas seinen potentiellen Kunden die Web 2.0-Welt näher bringen will, hat er jetzt das Grundlagenbuch “Der Igel-Faktor – Erfolgreiche Neukundengewinnung im Internet” geschrieben. In 7 Schritten zeigt er den Weg zum “vernetzten” Auftritt:
Jede Website braucht einen Plan (Positionierung, Zielgruppen, …)
Sichtbarkeit im Internet erhöhen (E-Mail-Signatur, Newsletter, …)
Neukunden-Gewinnung im Web 2.0 (Blogs, Twitter, Videocasts,…)
Social Media und Reputationsmanagement (Expertenportale, PR 2.0, XING,..)
Aus Besuchern Kunden machen (Google Analytics, Testimonials, …)
Am Inhaltsverzeichnis erkennt man schnell, dass Thomas das Buch für diejenigen geschrieben hat, die bisher glauben, dass eine Webseite alleine reicht, um Neukunden zu gewinnen. Genau wie beim traditionellen Marketing macht auch im Web 2.0 das Zusammenspiel der einzelnen Instrumente den Erfolg aus. Wer dies nach der Lektüre des Buches verstanden hat, hat die Message von Thomas begriffen. Damit die Leser den Überblick behalten, hat er sich entschieden, in kein Thema wirklich tief einzusteigen. Und hier setzt meine Kritik an:
Thomas hätte sehr wohl in ein paar Themen intensiver einsteigen und anhand von Erfolgsbeispielen aufzeigen können, wie man auch noch als Profi etwas dazulernen kann. Zumindest hätte ich aber erwartet, dass am Ende jeden Unterkapitels weiterführende Literatur- und Linktipps gestanden hätten. Das kann man auch jetzt noch heilen. Denn Thomas hat eigens eine sehr gute Webseite für das Buch gelauncht. Hier könnte er diese weiterführenden Informationen hinterlegen und damit gleich seine Leser ins Web 2.0 locken. Die Webseite zeigt allen Autoren, welches Potenzial sie verschenken, wenn sie es Thomas nicht nachmachen.
Und ganz am Ende des Buches habe ich noch einen sehr guten Tipp aufgegriffen. Thomas rät ab, alle Testimonials auf einer Unterseite aufzulisten, sondern jeweils dort zu positionieren, wo es thematisch passt. Damit entfalten die Testimonials erst richtig ihre Wirkung. Das habe ich so noch selten gesehen und deshalb ist die Idee umso wertvoller. Insgesamt bin ich froh, allen Einsteigern ins Web 2.0 ein Grundlagenbuch empfehlen zu können.
Es gibt viele Wertgegenstände die schnell verloren gehen können, z.B. ein Koffer auf Reisen. Deshalb statten viele Reisende ihren Koffer mit einem Namensschild aus. Doch was passiert, wenn die Falschen den Koffer erhalten und dem Haus einen Besuch abstatten, während man sich seelenruhig im Urlaub befindet? Oder was soll man machen, wenn nur wenig Platz hat, um einen Wertgegestand wie ein Handy markieren zu können?
Das junge Unternehmen CODE-No.com GmbH bietet dafür eine Lösung, indem sie Labels und Anhänger mit einer individuellen Code-No. vergeben. Mit der Aktivierung einer Code-Number im Internet-Portal CODE-No.com kann sich der Besitzer eines Produktes weltweit als Eigentümer registrieren. Verlorene Gegenstände, die auf www.CODE-No.com
registriert werden, werden bei Auffinden durch das Unternehmen einfach und diskret an den jeweiligen Aufenthaltsort zurück gebracht. Die Anonymität des Eigentümers bleibt dabei stets gewahrt.
Ein fünfteiliges Label-Set erhalte ich als Endkunde ab 7,99 EUR. Erste Zieladresse für das Angebot von CODE-No. sind allerdings Firmenkunden, die ihren Kunden einen Mehrwert bieten wollen. Bereits jetzt konnten viele namhafte Kunden wie Porsche Design, Lufthansa City Center, TUI, Kreidler, Winora oder Haibike gewonnen werden. Das ist auch der Grund, warum bisher mehr als 1 Mio. CODE-Nummern von CODE-No. vergeben wurden. 98 % des Umsatzes wird dementsprechend auch mit dem Lizenzgeschäft mit Firmenkunden erzielt.
Das ist ein gutes Beispiel, wie man große Stückzahlen erzielen kann, indem man große Firmenkunden gewinnt, die ihren Kunden einen Mehrwert bieten wollen. Natürlich sind die Margen im Lizenzgeschäft deutlich niedriger als im Endkundengeschäft, umgekehrt sind aber auch die Marketingaufwendungen deutlich geringer. Zudem erzielt man schnell eine hohe Marktdurchdringung, die einem beim weiteren Wachstum hilft. Denn nur, wer schnell einen Standard schafft, kann unliebsame Mitbewerber schnell abschrecken.
Filed under: V - Termine — Burkhard Schneider @ 12:45 pm
Vor einigen Wochen habe ich hier im Blog auf das kostenlose E-Book “Marketingpraxis facebook” hingewiesen. Jetzt haben mir die Autoren mitgeteilt, dass Sie im Dezember und Januar mit der Workshopreihe “Facebook Marketing – Praxisworkshop für Agenturen & Unternehmen” auf Tour gehen. Der Teilnahmebeitrag beträgt 65 EUR. Da ich mich derzeit intensiver mit Facebook beschäftige, da immer mehr Unternehmen Facebook als Marketingplattform entdecken, kam der Terminhinweis genau richtig.
Die Themen:
Netzwerkeffekte & Viralität auf Facebook
Fanpages und Anwendungen richtig für das Marketing nutzen
Facebook Connect und die neue Open Graph API
Roadmap 2010: Alle für Marketer wichtigen Änderungen
Werbeformen
Best Practise: Analyse internationaler Erfolgsmodelle
Die Terminübersicht findet Ihr hier. Da zahlreiche Workshops schon ausgebucht sind, scheinen die Anbieter den Nerv der Zeit genau getroffen zu haben. Mal schau´n, ob ich nach dem Workshop Neues hier zu berichten habe.
Anne M. Schüller hat sich in einer der ersten Gastautorenserien hier im Blog mit dem Thema “Kundenrückgewinnung” beschäftigt. Viel zu wenige Unternehmen kämpfen um verlorengegangene Kunden häufig aus Angst davor, sich viele Negatives von den Ex-Kunden anhören zu müssen. Dabei wollen die Kunden meist nur ernst genommen werden. Das beweisen auch die Ergebnisse einer Umfrage, in der im Oktober 2006 1.ooo Personen befragt wurden, wann die Kunden zu dem ehemaligen Anbieter wieder zurückkehren würden:
28% ihrer Ex-Kunden kehren zurück, wenn ihnen vermittelt wird, dass sie als Kunden von Relevanz sind.
24% würde ein verbesserter Kundenservice zur Rückkehr bewegen.
20% kann durch Preisnachlässe und Gutschriften zurückgewonnen werden.
7% weisen auf eine bessere Schulung der Mitarbeiter hin.
6% ließen sich durch eine Entschuldigung umstimmen.
2% verlangen ein Gespräch mit dem Manager
Monika Birkner, die hier im Blog auch Autorin einer Gastserie war, hat sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und jetzt fünf Ideen präsentiert, wie man mit einem neuen Angebot die Kunden zurückgewinnen könnte. Das Grundprinzip: Ein schlankeres Angebot zu günstigeren Preisen kann dazu führen, im Geschäft zu bleiben. Das kann tatsächlich eine Lösung sein, aber auch umgekehrt funktioniert es: Überlegen Sie, wie Sie mit weiteren Leistungen die Umsätze pro Kunden erhöhen können. Noch besser: Reden Sie mit Ihren Kunden und bieten Sie einen einmaligen Service an. Genug Ideen erhalten Sie in der Rubrik “Markeitng – Service”.
Im Oktober haber ich auf den Citizen Entrepreneurship Workshop von Prof. Faltin hingewiesen, der am 7.11.2009 an der Freien Universität Berlin stattgefunden hat. Teilnehmer, die dabei waren, haben mir begeistert davon berichtet. Highlight war aus deren Sicht die KeynoteSpeach von Prof. Muhamad Yunus: Sein Leitmotto ist: “every human being can be an entrepreneur!”
Oder anders formuliert: Wenn Millionen von Menschen in Bangladesch es geschaft haben, ohne Abitur und Studium sich selbständig zu machen, dann haben wir hier in Europa auch das Zeug, Unternehmer zu werden. Manchmal braucht es Menschen, die Wahrheiten einfach aussprechen, um es zu verstehen.
Im Entrepreneurship-Blog von Prof. Faltin gibt es im Kommentarfeld zum passenden Artikel eine Zusammenfassung der Key Note Speach. Wer etwas mehr Zeit hat und des Englischen mächtig ist, sollte sich unbedingt die Zeit nehmen und die halbstündige KeyNote Speach anschauen. Besser kann die Woche nicht beginnen, oder?