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January 18, 2010

Die Tücken innovativer Pricing-Konzepte

Filed under: Marketing - Preis — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Vor vielen Jahren hatte eine Karstadt-Filiale (wenn ich das richtig in Erinnerung habe) viel Erfolg mit dem begrenzten Angebot, dass jeder zehnte Kunde kostenlos einkaufen könne. Das entsprach einem Rabattversprechen von durchschnittlich 10 %, spielte aber nach meiner Kenntnis sehr viel Geld in die Kassen. Unterm Strich war diese “Rabatt 100 %” – Aktion viel erfolgreicher als wenn man auf alle Artikel 10 % Rabatt gegeben hätte. Kein Wunder, dass Media Markt diese Idee aufgegriffen und für einen begrenzten Zeitraum eine ähnliche Aktion gestartet hat.

Allerdings musste Media Markt mit einigen Tücken zurecht kommen. Denn Media Markt bietet aus Kulanzgründen an, innerhalb von 14 Tagen gekaufte Ware gegen Geld umzutauschen. Und deshalb kamen zahlreiche Schlitzohren auf die Idee, mit Freunden zusammen zehnmal hintereinander ein und dasselbe Produkt bei Media Markt zu kaufen. Die neun Produkte, bei denen die Nr. auf dem Kassenzettel abends nicht gezogen wurde, wurden einfach wieder gegen Geld umgetauscht.

Und was war die Folge? Immer mehr Filialleiter einzelner Media Märkte waren nicht bereit, dieses großzügige Umtauschangebot zu machen, wenn klar erkennbar war, dass keine ernste Kaufabsich dahinter stand. Jetzt schauen immer mehr selbsternannte Schlauberger blöd aus der Wäsche. Und das ist auch gut so! Mitleid oder künstliche Aufregung ist hier absolut fehl am Platz. Ich frage mich natürlich, was man daraus lernen kann. Würde man den Mißbrauch nicht deutlich reduzieren, indem man erst nach Ablauf der 14 tägigen Umtauschfrist aus Kulanz die Gewinnernummern der Kassenzettel auslosen würde?

Gefunden in WiWo

4 Comments »

  1. Das Ganze entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Wollte MediaMarkt nicht irgendwann mal genau diese “Geiz-ist-geil”-Kunden haben?

    Die Geister, die ich rief…

    Gruß, Mike

    Comment by Mike — January 19, 2010 @ 11:26 am

  2. Keine Ahnung wie die Nummern vergeben werden. Aber wenn die wirklich fortlaufend in einem Markt vergeben werden (nicht marktübergreifend) dann kann man das System sowieso ausnutzen, oder nicht?

    Genügend große Gruppe zu einer Schwachlastzeit mitbringen Großteil nimmt Pfennigartikel und stellt sich an allen Kassen an, beobachtet Nummern.Wenn sichergestellt ist das die Nummern sequentiell sind, dann so geschickt anstellen und vorrücken, das jede 10. Nummer zufällig auf den Flachbildschirm entfällt und die dazwischen nur auf billige Schrauben

    Würde vermutlich am besten in sehr kleinen Märkten mit nur 2-3 besetzten Kassen funktionieren

    Comment by Claus — January 19, 2010 @ 8:50 pm

  3. @claus: erstens wurde die tagesaktuelle Nummer immer erst Abends nach Ladenschluss gezogen, womit die von dir vorgeschlagene Methode so nicht funktioniert. Zweitens verkauft Media Markt gar keine Schrauben.

    Comment by Jonas — January 20, 2010 @ 8:08 pm

  4. Mich hatte die Vorgehnsweise auch etwas gewundert, seis drum, meine neue DigiCam war somit umsonst…Ersparnis 160 EUR…

    Comment by Steffen — January 27, 2010 @ 12:05 am

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