Zahlreiche globale Konzerne entdecken die Schwellenländer als lukrative Wachstumsmärkte. Jedoch muss man meist neue Produkte und Vertriebswege entwickeln, um auch dort erfolgreich zu sein. Der Versicherungskonzern Metropolitan Liefe macht das jetzt in Süd Afrika vor. Metropolitan bietet jetzt im Rahmen einer Testphase unter der Bezeichnung “Cover2go” Minibus-Passagieren in Süd Afrika eine Kurzzeitlebensversicherung für rund 1 EURO an, die eine Woche lang gültig ist und im Todesfall rund 6.400 Euro an die Begünstigten auszahlt. Abgeschlossen wird die Versicherung per Handy. Um eine Cover2go-Police abzuschließen, muss der Käufer seinen Namen und seine Ausweisnummer per Textkurznachricht an die Versicherung senden. Die Antwort-SMS gilt dann als Police, und die Gebühr wird einfach mit der Handy-Rechnung bezahlt.
Das Angebot ist nicht nur neu und innovativ, sondern auch sehr sinnvoll. Viele Afrikaner nutzen die Minibusse, die technisch meist in sehr krtischem Zustand sind, um zum Arbeitsplatz zu gelangen oder zu reisen. Die Unfallquote mit Todesfolge ist entsprechend sehr hoch. Für viele Familien stellt der Tod des Ernährers das wirtschaftliche Aus dar. Deshalb ist eine Risikolebensversicherung meist der Garant dafür, dass wenigstens die Familie wirtschaftlich überleben kann. Und warum wird solch ein Vertragsabschluss per Handy abgewickelt? Weil die meisten potentiellen Kunden kein Bankkonto, allerdings ein Handy haben. Sollte der Testmarkt erfolgreich sein, will Metropolitan das Geschäft um weitere Angebote und Zielgruppen erweitern. Weitere Beispiele für Geschäftschancen von Großkonzernen in Schwellenländern finden Sie im Querdenkerlabor. Gefunden habe ich o.g. Beispiel bei spiegel-online. Bernd und Hannes haben sich von der Idee ebenfalls begeistert gezeigt.
Da soll noch einer behaupten, die Schwellenländer würden nich moderne Technologien nutzen, um tägliche Geschäfte abzuwickeln. Während hier in Deutschland das Mobile-Banking noch in den Kinderschuhen steckt, weil man sich u.a. nicht über einheitliche Standards einigen kann, machen uns andere Länder vor, wie es geht. Vor vielen Jahren habe ich einem Vortrag von Leonhard Fischer, damals noch Vorstand der Dresdner Bank, beiwohnen dürfen. Dort hat er uns die Frage gestellt, wer die größten Konkurrenten der Dresdner in Bank in zehn bis zwanzig Jahren sein könnten. Seine Antwort: Die Telefongesellschaften, wenn sie M-Banking einsetzen würden und die täglichen Käufe über die Telefonrechnung abwickeln würden. Hätte damals doch ein Vertreter der Telekom dabei sein müssen. Denn nur durch die Eroberung neuer Märkte und besseren Kundenservice wäre die jetztige Situation der Telekom zu verhindern gewesen.
Man kann aber mit SMS-Transaktionen nicht nur M-Banking durchführen. Die niederländische Firma Cadeaucode bietet z.B. einen Geschenkeservice per SMS an. In diesem Fall kann man einen Geschenkgutschein im Wert von 25 EUR via SMS verschicken. Konkret wird dieses Geschäft via Internet abgeschlossen. Der Schenker bezahlt per Kreditkarte und kann dann die Handy-Nummer sowie eine kurze Textnachricht eingeben und anschliessend wird eine Geschenk-Code-Nummer an den Beschenkten via SMS verschickt. Es gibt noch mehr Beispiele. Corney & Barrow bietet einen virtuellen Gutschein für Cocktail, Bier etc. an. Dieses Geschenk bietet sich dann an, wenn man jemanden zur Verabredung zum Bier versetzt hat und sich gleich revanchieren will. Wir haben hier im Blog darüber berichtet.
Die Idee mit dem SMS-Abschluss der Versicherung gefällt mir sehr gut – als alter Skeptiker würde mich nur interessieren, ob dies auch rechtlich einwandfrei ist??
Comment by Movin — June 12, 2007 @ 5:34 pm
[...] Lebensversicherung per SMS [...]
Pingback by Kundenorientiertes Afrika: Keine Roaminggebühren » ANDERS|denken Business Blog — June 14, 2007 @ 12:02 pm
[...] Lebensversicherung per SMS [...]
Pingback by TrimediaZweiNull » Blog Archive » Innovatives, kundenfreundliches (Handy-)Afrika — June 14, 2007 @ 5:11 pm
Hallo Movin,
das wird sicherlich eine pfiffige Versicherungsgesellschaft rechtlich prüfen, wenn sie sich mit dem Gedanken trägt, solch eine Idee zu adaptieren.
Comment by Burkhard Schneider — June 15, 2007 @ 2:32 pm
Mmmh, also ob dieses Modell derzeit so ohne weiteres auf Deutschland zu übertragen ist, möchte ich doch bezweifeln. Da dürften die Vorbehalte einfach noch zu gross und die Rahmenbedingungen zu unterschiedlich sein.
Für die “kleinen” Dinge des Alltags, wie am Beispiel des Geschenkservice beschrieben, jedoch eine klasse Idee.
Comment by circus-sociale.de — June 23, 2007 @ 11:12 am
Ich hab auch meine Zweifel, ob das hier machbar wäre, wo seit kurzem Gesprächsprotokolle bei Versicherungen angefertigt werden müssen. Bei 1 €-Beitrag lohnt sich das für niemanden.
Comment by Denis — July 3, 2007 @ 10:59 pm
Hallo,
ich persönlich bin ebenfalls skeptisch, ob diese Idee aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen hier 1:1 umgesetzt wird. Darum geht es mir eigentlich auch nicht hier im Blog. Ich will und kann auch gar nicht “Bastelanleitungen” anbieten, die so das exakte Nachbauen einer Idee ermöglichen. Vielmehr will ich anregen zum Querdenken.
Ich bin mir sicher, dass ein pfiffiger Unternehmer obige Idee in irgendeiner Form verwerten wird. Wie und wo das dann angeboten wird und welchen Namen es dann hat, ist noch eine ganz andere Frage.
Comment by Burkhard Schneider — July 4, 2007 @ 7:38 am
[...] Derzeit läuft bei mir hier im Blog die Diskussion, ob die Idee der “1 EUR Lebensversicherung” hier in Deutschland Erfolg hätte bzw. aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen überhaupt umgesetzt werden kann. Mein Kommentar zu den skeptischen Nachfragen ist wie folgt: “Ich persönlich bin ebenfalls skeptisch, ob diese Idee aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen hier 1:1 umgesetzt wird. Darum geht es mir eigentlich auch nicht hier im Blog. Ich will und kann auch gar nicht “Bastelanleitungen” anbieten, die so das exakte Nachbauen einer Idee ermöglichen. Vielmehr will ich anregen zum Querdenken geben. “ [...]
Pingback by www.best-practice-business.de/blog » Hier gibt es keine Bastelanleitungen, sondern Anregungen für Querdenker — July 4, 2007 @ 8:54 pm
Ich finde die Idee mit der Kurzzeitlebensversicherung für Afrika sinvoll, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass so etwas in Deutschland machbar ist. Und außerdem muss ich sagen, dass ich persönlich die klassische Art und Weise, wie man eine Lebensversicherung abschliessen soll, bevorzuge.
Comment by Life Insurance Toronto — October 16, 2007 @ 4:55 pm
[...] [...]
Pingback by www.best-practice-business.de/blog » — January 6, 2008 @ 12:17 pm
[...] Lebensversicherung via SMS abschliessen Ein Versicherungskonzern in Süd Afrika bietet per SMS eine Kurzzeitlebensversicherung an, die eine Woche lang gültig ist und im Todesfall eine Summe an die Begünstigten auszahlt. [...]
Pingback by Neukunden-Magnet | Marketing-Weblog der Agentur Thoxan aus Ostwestfalen » Top10 Akquise-Ansätze aus 2007 — January 8, 2008 @ 1:20 pm
[...] lebensversicherungefallenen schwarz-weiss-Diskussionen vermag ich nicht so nachzuvollziehen. Gar keine Frage, ich moechte wie jeder hier moeglichst viel fuer moeglichst wenig Arbeit erhalten. Und weniger fuer mehr Arbeit schon gar nicht. Eigentlich eine Selbstverstaendlichkeit, schon ziemlich schlimm, dass man diese Grundeinstellung auch noch betonen muss. Worum geht es aber grundsaetzlich? Es geht immer um einen vernuenftigen Kompromiss zwischen Akkumulation und Konsumtion. Ganz klar, wir koennen alle erzielten Gewinne in Gestalt hoeherer Loehne an die Mitarbeiter auszahlen. Die freuen sich selbstredend, freilich nicht gar zu lange. Was passiert denn mit den Gewinnen? Selbst die wenigen Aktionaere a la Haniel (o.K. m.W nicht bei der Telekom), Klatten oder sonstigen reichen Privatpersonen essen die Gewinne ja zum groessten Teil nicht auf, sondern investieren. Und schaffen somit die Basis fuer eine erneuerte und moeglichst effektivere Wirtschaft. das ist durchaus im Interesse aller. Selbstredend ist da ein permanentes Gerangel um die Verteilung des Kuchens angesagt. Mir ging es jetzt vor allem darum, dass ein ausgeschuetteter Gewinn nicht unbedingt ein Schaden fuer die Mitarbeiter ist. Dabei koennen wir sogar unberuecksichtigt lassen, dass viele Investoren solche Namen tragen wie “Lebensversicherung”, “Pensionsfonds”, … « Re: Addition der Unfreiheit – Wirtschaftsministerium distanziert sich … [...]
Pingback by Deine Lebensversicherung » Blog Archive » Viel zu polarisiert - Neue Eskalation im Arbeitskonflikt Telek… — August 24, 2008 @ 6:03 am
Wow, also das nenne ich mal innovativ. Dann kann man ja umgehend, wenn man eine Gefahr erwartet
, noch kurz vorher schnell eine Lebensversicherung abschließen und schon ist man geschützt.
Vielleicht vor der Probefahrt mit dem neuen Mercedes?
Bei spiegel.de und lebenversicherung.ch habe ich gelesen, dass immer mehr Menschen den Abschluss einer Lebensversicherung vergessen oder sie gar auflösen.
Evtl. birgt diese sehr simple Variante ja die Möglichkeit, doch mehr Menschen zu einer Versicherung zu bringen.
Gruß Stefan
Comment by Stefan — October 27, 2008 @ 11:48 am
Die Skepsis ist verständlicherweise groß, aber zumindest in Österreich scheint die rechtliche Situation geklärt zu sein. Dort gibt es seit 2002 eine Unfallversicherung per SMS.
Comment by Patrick — December 17, 2008 @ 12:10 pm
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Hallo,
die SMS als Kommunikationsmittel in diesem Zusammenhang wird sich weiter duchsetzen IMO. Mein Anlagekonto habe ich auch per SMS aktivieren müssen, ging völlig problemlos.
Viele Grüße Peter
Comment by Peter G. — November 18, 2009 @ 4:19 pm
Hallo,
die SMS als Kommunikationsmittel in diesem Zusammenhang wird sich weiter duchsetzen IMO. Mein Anlagekonto habe ich auch per SMS aktivieren müssen, ging völlig problemlos.
Viele Grüße Peter
Comment by Peter G. — November 18, 2009 @ 4:22 pm
Per SMS? Ich weiss nicht…
Comment by Jan — December 18, 2009 @ 1:55 pm