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Kooperieren statt inserieren

Gerhard Schoolmann schreibt in der Einleitung seines Beitrages mit obiger Überschrift Folgendes: „Statt teure Inserate zu schalten, sollten Gastronomen und Hoteliers zusammen mit anderen Ereignisse kreieren, die sich in der Öffentlichkeitsarbeit ausschlachten lassen.“ Besonders gut haben mir die ersten beiden Beispiele gefallen, die Gerhard Schoolmann für erfolgreiche Kooperationen anbringt:

  • Weingut on Tour
    Das Weingut Clauer lädt jedes Jahr seine Kunden zu einer Tour zu einem Gastronombetrieb ein, der ihr Wein führt. Damit bietet das Weingut seinen Kunden ein besonderes Event an und bedankt sich gleichzeitig bei einem guten gastronomischen Kunden. Der Abseits-Blogger beschreibt das Konzept hier ausführlich. Direkte Infos vom Weingut Clauer dazu finden Sie hier.
  • IKEA-Zimmer im Etap-Hotel
    Das Möbelhaus Ikea hat in den deutschen Etap-Hotels jeweils ein Zimmer und eine Ruhe-Oase eingerichtet. Nach der Übernachtung erhalten die Hotelgäste einen Ikea-Gutschein. Ikea-Family-Card-Besitzer bekommen im Hotel ein Gratis-Frühstück. So einfach kann eine gegenseitige Vertriebskooperation mit guten Erfolgschancen aussehen (Quelle: „Co-Branding: gemeinsam sind wir stark“, in: Beratungsletter vom Oktober 2003).

Den Artikel von Gerhard Schoolmann habe ich zum Anlass genommen, um ebenfalls in meinem Archiv zu stöbern, um vertriebsorientierte Kooperationsideen auf Gegenseitigkeit zu finden:

  • Gekoppelte Angebote im Einzelhandel
    Das Deutsche Seminar für Städtebau und Wirtschaft (DSSW) – eine Initiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft – hat untersucht, welche Angebote Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen mittlerweile kombinieren und wie sich die Branchen vermischen. Über 200 Angebote hat es ausfindig gemacht. Umso exotischer die Kooperation ist, z.B. Schuhe und Wein, umso erfolgreiche ist sie. Der Angebotsmix funktioniert nur, wenn die Einzelhändler mit den Angeboten die gleiche Zielgruppe ansprechen und somit die potenzielle Klientel vergrößern.
  • Warum der Q-Faktor bei der Kooperation von Einzelhändlern so wichtig ist
    Jetzt hat auch ein französischer Physiker das nachgewiesen, was Gründungsberater für den Einzelhandel längst schon wussten: Geschäfte mit ergänzendem Angebot in unmittelbarer Umgebung sind eine gute Garantie für gute Umsätze. Deshalb sollte man für die Standortanalyse nicht nur die Zahl der Kunden und Wettbewerber in näherer Umgebung beachten, sondern auch die Zahl der Geschäfte mit Komplementärprodukten.
  • Länderwochen als vernetzte Aktion des Einzelhandels
    Regelmäßig veranstaltet der Kaufhof Galeria auf der Frankfurter Zeil sog. Länderwochen. Dann präsentiert sich z.B. die Toskana kulinarisch von der besten Seite. Man kann leckere Spezialitäten und Weine probieren und fühlt sich für wenige Minuten im Kurzurlaub. Von den Kunden werden diese Events begeistert angenommen. Aus meiner Sicht nutzen viel zu wenige Einzelhändler die Chance, im Verbund solche Länderwochen durchzuführen.
  • Kooperationsmarketing zur Weihnachtszeit – mehr als ein Mitarbeiterincentive
    Der Abseits-Blogger hat vor einiger Zeit einen wichtigen Tipp für Gastronomen veröffentlicht: „Suchen Sie sich einen Kooperationspartner in einer anderen Branche, z.B. eine Friseur-Kette. Der Friseur lädt seine Mitarbeiter zu Ihnen ein und Sie schenken Ihren Mitarbeiter Geschenkgutscheine für einen Friseurbesuch. Beide Unternehmen profitieren nicht nur von geringeren Kosten für die Weihnachtsfreude und motivierten Mitarbeiter, sondern, wenn die Suppe nicht versalzen und die Haare nicht verbrannt sind, von möglichen neuen Kunden.“ Besonders gut funktioniert diese Form von Kooperationsmarketing, wenn die Zielkunden beider Kooperationspartner ähnlich sind, aber es bisher nicht zu viele Überschneidungen schon gibt.
  • Kundenbindung bzw. Mehrumsätze für Fahrschulen durch clevere Kooperationen
    Die Fahrschulen haben es wirklich nicht leicht. Sie müssen Kunden anwerben und nach erfolgreicher Fahrprüfung sind die Kunden meist für immer weg. Somit kommt der Fahrschule die Kundenwerbung sehr teuer, weil ja “Wiederholungstäter‹ innerhalb der Kundschaft eher die Ausnahme sind. Wie könnte man jetzt aber doch aus einen Erstkunden einen langfristigen Bestandskunden machen bzw. clevere Vertriebskooperationen eingehen.
  • Mittelständische Kuriere ganz groß mit GO!
    In den 80er Jahren haben immer mehr lokale Kuriere entdeckt, dass man immer mehr Geschäft verliert, wenn man nicht auch überregional liefern kann. 1984 wurde in Hamburg die “Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kurierdienste‹ (ADK) gegründet. Hier fanden sich Mitglieder aus Deutschland zusammen, die sich schon aus gemeinsamer Zusammenarbeit kannten oder aus dem Mitgliederkreis empfohlen wurden. Im Jahr 1994 wird aus ADK eine echte Marke: General Overnight (GO!). GO! ist ein gutes Beispiel, wie sich mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland zusammenschliessen, sich auf lukrative Marktnischen konzentrieren und ohne großen Verwaltungsapparat erfolgreich werden.
  • Leitfaden und Best-Practice-Beispiele für Kooperationen
    Viele kleine und mittlere Unternehmen haben erkannt, dass man sich spezialisieren muß, um erfolgreich zu werden bzw. zu bleiben. Auf der anderen Seite erwarten immer mehr Kunden ein Full-Service-Angebot. Die Lösung dieses vermeintlichen Dilemmas sind gezielte Kooperationen mit Partnerunternehmen. Wir empfehlen zwei Infobroschühren, die kostenlos zum Download zur Verfügung stehen.

5 Responses to Kooperieren statt inserieren

  1. Sven Lehmann sagt:

    Index Thema Akquise und Kundengewinnung des ersten Business-Blog-Karneval

    Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, eine Auflistung alle Beiträge zum ersten deutschsprachigen Business-Blog-Karneval zu erstellen. Den Index Akquise und Kundengewinnung – der Fundus für Unternehmen im Punkto Kunden gewinnen.

  2. […] Bei dieser Aktion handelt es sich nicht um den ersten Ausflug von IKEA ins Hotel-Business. Wie ich bereits hier im Blog berichtet haben, hat das Möbelhaus Ikea in den deutschen Etap-Hotels jeweils ein Zimmer und eine Ruhe-Oase eingerichtet. Nach der Übernachtung erhalten die Hotelgäste einen Ikea-Einkaufsgutschein. Ikea-Family-Card-Besitzer bekommen im Hotel zusätzlich ein Gratis-Frühstück. Neben dieser Marketingkooperation ist Ikea auch unter die Hoteleigentümer gegangen. Direkt neben dem eigenen Konzeptzentrum im niederländischen Delft baut derzeit die Ikea Systems Holding ein 140 Zimmer großes Hotel. Die Eröffnung des Hauses ist für Ende 2007 geplant. Ausgestattet wird das Hotel mit einer Hotelmöbel-Reihe des Einrichtungshauses. Gefunden in ahgz.de « Online-Buchhändler mit Mehrwert   […]

  3. […] * Mit richtiger Positionierung wie von selbst verkaufen Best-Practice-Business: Kooperieren statt inserieren: Vertriebsorientierte Kooperationsideen auf Gegenseitigkeit Best-Practice-Business: Einseitige Vertriebskonzepte: Beispiele für Vertriebskooperationen Meipor: […]

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