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Berliner Zahnarztpraxis macht aus dem Wartezimmer eine Buchhandlung

Den Gang zum Zahnarzt vergleichen viele mit einem Horrortrip. Deshalb versuchen viele Zahnarztpraxen, die Schwellenangst zu reduzieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zahnarztpraxis KU64 in Berlin, über die ich schon im Jahr 2006 hier im Blog berichtet habe. Das Interieur erinnert eher an eine Wellnessoase als an eine Zahnarztpraxis. Und jetzt bin ich wieder auf eine Zahnartzpraxis in Berlin aufmerksam geworden, die durch eine besondere Idee für viel mediale Aufmerksamkeit sorgt. Es handelt sich um die Leipziger-14 Zahnarztpraxis die sich am Leipziger Platz 14 in Berlin befindet.

Wenn man diese Zahnarztpraxis betritt, hat man eher den Eindruck, sich in einer Hotellobby zu befinden. Nach dem Eingangsbereich folgt der Wartebereich, in dem sich ein großes Bücherregal befindet. Hier hat der Patient die Qual der Wahl. Mehr als 500 Bücher stehen zur Auswahl, in den Kategorien Berlin, Kinderbücher, Essen & Trinken, Reisen, Heim & Garten. Und auch die aktuellen Spiegel-Bestseller sind ähnlich wie in einer Buchhandlung ausgestellt. Und das ist kein Zufall.

Das Wartezimmer ist gleichzeitig eine Buchhandlung. Wer ein Buch angelesen hat und es gerne zu Hause zu ende lesen will, kann das Buch an der Rezeption „kaufen“. Wenige Tage später erhält der Patient eine Rechnung vom KulturKaufhaus, das von der Firma Dussmann betrieben wird. Das KulturKaufhaus bestückt das Bücherregal in der Zahnartzpraxis im Wochenrythmus, damit das Angebot immer aktuell ist. Damit hat das KulturKaufhaus einen weiteren Verkaufsraum dazu gewonnen.

Die Idee dazu hatten die Zahnärzte der Leipziger-14-Praxis. Das größte Kompliment für sie ist, wenn der Patient nach der Behandlung zurück in den Wartebereich geht, um das Buch zu ende zu lesen. Langfristig wird aber das KulturKaufhaus nur „an der Stange bleiben“, wenn sich der Aufwand auch lohnt. Sollte das der Fall sein, könnten die Zahnärzte einen neuen Trend ausgelöst haben. Grundsätzlich sollte sich jeder Hersteller oder Händler Gedanken darüber machen, welche Vertriebspartner er dazu gewinnen kann, um Umsätze und Gewinne zu steigern.

Gefunden bei bz-berlin und buchreport

2 Responses to Berliner Zahnarztpraxis macht aus dem Wartezimmer eine Buchhandlung

  1. Samuel sagt:

    Eine verrückte Idee – Bücher in einer Zahnarztpraxis zu vertreiben. Aber warum eigentlich nicht? Wer ein Buch einmal zu lesen angefangen hat, will es natürlich gerne weiterlesen. Da liegt es nahe, ihm das Buch gleich zu verkaufen.
    Wiederum ein Beispiel, wie sich mit ein wenig Phantasie eine gut Geschäftsidee realisieren lässt.

  2. […] ist, was das Leserinteresse angeht, wurde gleich ein “Vogel abgeschossen”. Der Artikel Berliner Zahnarztpraxis macht aus dem Wartezimmer eine Buchhandlung wurde so oft via Social Media weiterempfohlen wie kein anderer meiner Blogartikel zuvor. Und auch […]

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