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Warum Robert Basic eine einmalige Chance verpasst hat

Ja, der Robby ist immer für eine Überraschung gut. Da hat er doch tatsächlich vor wenigen Tagen aus dem Nichts heraus vermeldet, sein basicthinking-Blog verkaufen, besser gesagt auf Ebay versteigern zu wollen. Die anschliessenden Reaktionen und Spekulationen waren so vielfältig, wie die Blogosphäre nun mal ist. Es wurde viel spekuliert, kommentiert und prognostiziert. Wer allerdings Robby etwas länger kennt, der weiss, dass er es genauso meint, wie er es sagt. Deshalb kann ich über viele Mutmaßungen mittlerweile nur noch lächeln.

Einige Anmerkungen zum Vorgehen finde ich allerdings ganz spannend. So hat Lars Wichert in seinem Blog laut darüber nachgedacht, dass es Robby den ganzen Hauseigentümern hätte nachmachen können, die ihr Haus verlosen. Damit generieren diese „Verloser“ meist deutlich höhere Summen, als wenn sie das Haus an eine Person verkaufen würden und ermöglichen jedem, der vielleicht nur ein paar Dollar übrig hat, sich ein Haus zu leisten, ohne sich hoch zu verschulden. Ich habe vor einigen Tagen hier im Blog über diese Hausverlosungen berichtet und bin nach der ersten Verkündung von Robby, sein Blog zu verkaufen, auch genau auf diese Idee gekommen.

Robby ist in einem seiner Postings auch auf die Idee eingegangen und hat sie wie folgt kommentiert: „Die Idee ist ja mal wirklich geil:)) Dennoch werde ich das so nicht durchziehen, da man sonst kaum noch eine Kontrolle hätte, wer das Blog weiterführt. Und die Annahme steht im Raum, dass Käufer mit ernsthaften Angeboten genug Professionalität besitzen, so ein Baby weiter aufzupeppeln. Einfach so gebe ich mein Blog nicht irgendjemanden in die Hände, der es zu einem 08/15-Blog verkommen ließe. So mein Wunsch… na ja…“

Lieber Robby, da muss ich Dir widersprechen. Wer sagt denn Dir, dass jemand, der viel Geld auf den Tisch legt, den Blog eher in Deinem Sinne verfolgt als jemand, der vielleicht wenig Geld hat und trotzdem voll bei der Sache ist. Hey, wo ist Deine Robin-Hood-Philosophie geblieben? Warum hätte man nicht einen Contest a la DSDS machen können, indem sich einzelne Blogger oder Bloggerteams bewerben können, Deinen Blog zu übernehmen. Die Eintrittskarte für die Bewerbung hätte z.B. 99 EUR betragen können. Dann hätte man eine nette Jury einsetzen können und natürlich auch alle Leser bei der Wahl mit einbinden können. Was hätte das für einen Effekt gehabt?

Du hättest damit die erste und genialste Blog-Battle der deutschen Geschichte initiieren können. Du hättest wahrscheinlich mehr verdient, als Du jetzt bei Deiner Auktion bekommst. Du hättest im Rahmen der Battle vielen gerade jungen Bloggern eine spannende Bühne verschaffen können, die jedem 99 EUR Wert gewesen wäre, selbst wenn er nicht den Jack-Pot geknackt hätte. Schade, dass Du einen anderen Weg gegangen bist und Deine Idee nicht von Blogsphäre hast weiterentwickeln lassen. Wir hätten bereit gestanden, wenn Du uns nur frühzeitig eingebunden und anschliessend etwas Luft und Zeit zum Atmen gegeben hättest. Umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr trauere ich der verpassten Chance nach. Schade, schade, schade, adé, adé, adé..

22 Responses to Warum Robert Basic eine einmalige Chance verpasst hat

  1. Lars sagt:

    Das wäre natürlich auch eine absolut gute Sache für die Blogosphäre gewesen 😉

  2. […] Wenn ich mir allerdings den Beitrag von Burkhard Schneider heute ansehe, dann gebe ich ihm recht. Rob hätte wahrscheinlich noch viel mehr herausholen […]

  3. carsten sagt:

    Also die Verlosungsaktion fände ich auch eine super Idee, allerdings, wären 99 euro etwas hoch….ich weiss nicht ob 1000(0) Leute zusammenkämen…die ernsthaft in der Lage wären so einen Blog mit dem Engagement weiter zu führen…müsste man mal probieren…reizvoller wäre doch ein ganzens Unternehmen so zu verlosen, oder wie Du sagst eine Art Contest draus zu machen…das fände ich spannend…aber wo liegt das Potenzial an Leuten die sich dafür interessieren…und was wäre jemand bereit zu zahlen…Ich würde am liebsten noch einen anderen Weg gehen, Verkauf eines Unternehmens analog dem deinfussballclub prinzip…Führung eines Unternehmens durch eine Masse an Menschen, die alle ein Interesse haben und sich einbringen können, da sehe ich sehr grosse Möglichkeiten. Was hälst Du davon?

  4. Hallo Carsten,

    das Crowdfunding-Konzept von deinfussballclub wäre auf jeden Fall auch eine denkbare Alternative, allerdings würde es bedingen, dass es einen Leitwolf geben würde, der den Hut auf hat.

    Gruss

    Burkhard

  5. Birgit sagt:

    Interessante Ideen – allerdings hätte dies für Robert bedeutet, sich noch sehr viel länger mit seinem Blog zu beschäftigen. Ich habe den Eindruck, er will einen Cut machen, und das möglichst schnell und unaufwendig (relativ betrachtet).

  6. Hallo Birgit,

    da ich Robby seit sechs Jahr persönlich gut kenne, teile ich Deine Einschätzung zu 100 %.

    Wenn man allerdings bedenkt, wieviel Zeit er in seinen Blog investiert hat, dann hätte er bei seiner Exit-Strategie schon ein paar Stunden mehr Zeit investieren können.

    Gruss

    Burkhard

  7. Hallo zusammen,

    ich denke es ist in Deutschland verboten etwas zu verlosen. Das dürfen nur die staatlichen Lotterien. So meinte es zumindest ein Anwalt in den Nachrichten, die über die Hausversteigerung berichtet hatten. Eine Mindestversteigerung hingegen wäre in Deutschland möglich gewesen. Wer das niedrigste, alleinstehende Gebot abgibt, bekommt den Zuschlag. Ein Gebot könnte dann 0,50 EUR kosten. Da wäre auch ein Haufen Geld abgesprungen und eine sensationelle Meldung für die Blogsphäre: „Wahnsinn: basicthinking.de für 200 EUR versteigert!“

    Aber in Ebay ist auch OK 🙂

    Christian

  8. Der Ansatz und die ‚Kritik‘ gefällt und ist nachvollziehbar. Gerade als ‚marktführendes‘ Blog Deutschlands (darf man das sagen?) wäre ein origineller sowie ausgefallener Verkaufsweg wünschenswert gewesen. Vermutlich hätte zwar die Old Economy gesagt: Jetzt drehen die Blogger durch. Aber das hätte die Blogosphäre durchaus ertragen… Oder?

    Es gibt eigentlich nur zwei Wege, ein Business zu veräußern: verkaufen oder nicht verkaufen. Kontrolle gibt man damit ab, das ist eben so.

    Vielleicht hätte er sich weiterhin als Gastkommentator gewisse Kontrollfunktion verschaffen können… Das hätte man in dem Verkaufstext einbringen können. Aber will ein Käufer das Blog dann noch? Hm…

  9. Holger sagt:

    Im Idealfall wird meiner Meinung nach Basic Thinking von einem Verlag oder einer journalistischen Online-Publikation gekauft und inhaltlich dann weitgehend unverändert fortgeführt. Interessant ist für mich vor allem auch die Frage, was der in Deutschland meist gelesene Blog dem Käufer wert ist. In den USA könnte man in solchem Fall wohl mit wirklich enorm hohen Summen rechnen, aber Blogs sind leider in Deutschland noch nicht so akzeptiert und verbreitet als in den Staaten. Wie es weiter geht bleibt nun abzuwarten. Warum Robert den Blog überhaupt verkauft, obwohl dieser ihm ja ein durchaus gutes Einkommen beschert ist mir allerdings ein Rätsel.

  10. Andi sagt:

    Ich finde den Ansatz mit der Verlosung sehr, sehr spannend!

    Bei der Immobilienverlosung gab es ja allerdings ein Problem mit den Gesetzen zum Glücksspiel. Hat jemand eine Ahnung, wie es juristisch in Deutschland zu beurteilen wäre, wenn ein Blog verlost wird und sich jeder hierzu Lose kaufen kann? Oder wenn man 10.000 Lose hierzu gar versteigert?

    Im weitesten Sinne macht z.B. Swoopo ja auch nichts anderes, wenn man jedes Gebot als Los betrachten will, da ja auch Glück dazu gehört. Wie würdet Ihr das beurteilen?

  11. Aaron Heinz sagt:

    Eine solche „Verlosung“ (=Gewinnspiel) mit Geldeinsatz von Privat ist in Deutschland illegal! Bitte besser informieren.

  12. Hallo Christian, Aaron und Andy,

    um nicht falsch verstanden zu werden. Ich hätte keine Verlosung oder amerikanische Versteigerung gemacht, sondern eine Battle a´la DSDS. Die Verlosungshysterie um die Häuser hat mich dabei nur auf die Idee gebracht, die ich weitergespinnt habe.

    Ich hätte einen Wettbewerb veranstaltet, an dem jeder, der sich beteiligt, einen Beitrag zu zahlen hat. Das ist super legal. Zudem hätte ich Sponsoren in die ganze Battle eingebunden, also noch ganz andere Einnahmequelle angezapft.

    Gruss

    Burkhard Schneider

  13. jke sagt:

    Die ganze A(u)ktion ist eigentlich genauso salopp und locker mal eben runtergeschrieben wie die Blogbeiträge beim Robert. Insofern passt es dann wieder zum Stil. Oder?

    Allerdings verstehe ich noch nicht, was ein potentieller Käufer mit dem Blog anfangen möchte, wenn von vornherein bestimmte Kunden ausgeschlossen werden. Seinem Auktionstext „Leser lesen Inhalte, die wenigsten lesen mich.“ kann ich auch nicht zustimmen, weil ich eben genau seinetwegen das Blog im feedreader abonniert hatte und bei den wenigsten Blogs diese Themenvielfalt vorhanden ist.

    Irgendwie ist „über eBay verkaufen“ so schrecklich 2005.

  14. […] bei der Versteigerung gewaltig an. Schon über 22.000 EUR sind geboten worden. Während Burkhard Schneider in der Versteigerungsform eine verpasste Verkaufschance erkennt, hat sich Robert Mayer mal die […]

  15. carsten sagt:

    @burkhard: ja den leitwolf, der entscheidungen vorbereitet und weiterhin aktiv ist, es wäre wie eine AG wo der leitwolf halt GF ist… glaubst du es hätte eine echte chance so etwas wirklich zu realisieren?…ich habe mal recherchiert und bin aber nur auf ganz neue firmengründungen in dieser form gestoßen…problematisch sehe ich das thema vertrauen gegenüber den bestehenden kunden, dass das unternehmen nicht zum spielball avanciert…

  16. Andi sagt:

    @Aaron: So ganz illegal können derartige Verlosungen ja nicht sein. Schau Dir z.B. http://www.tombo24.de/ an, welche angeblich legal sind.

    Ich definier privat jetzt mal als „nicht-staatlich“ organisiert. Dann würde ich behaupten, dass die Verlosungen genehmigungspflichtig sind, allerdings keinesfalls von vorneweg illegal!

  17. Jan Theofel sagt:

    Das wäre dann zumindest vom Titel her meiner uralten Idee Germany’s next A-Blogger sehr nahe gekommen. Nur die Battle hätte ich mir anders vorgestellt.

  18. Hallo Jan,

    Dein Konzept wäre tatsächlich anders gewesen, ja auch mit einer anderen Intention und Hintergrund.

    Ich bin überzeugt, wenn vier bis fünf Topblogger ihre Köpfe zusammengesteckt hätten, hätte man eine geniale Battle mit gutem Einnahmepotenzial initiieren können.

    Es wird sicherlich wieder eine Gelegenheit kommen.

  19. […] sich mal Gedanken über den Preis gemacht und auch gleich eine Umfrage erstellt. Dagegen spricht Burkhard Schneider über eine verpasste Chance von Robert und Peer Wandiger schreibt über den Preis eines Blog´s und […]

  20. chicks sagt:

    könnte es nicht einfach eine große Werbekampagne für Ebay sein? Ebay klagt doch seit Monaten wegen der schlechten Zahlen in Europa. Ebay bekommt superviele Zugriffe und ein super virales Marketing durch die Medienpresenz Roberts (Der Verkauf ist doch überall mittlerweile, selbst im TV) Dafür spricht auch ein nicht umstimmbarer Robert, der jede andere Idee um jeden Preis ausschlägt. Ich glaub Robert nicht mehr.

  21. […] mal Gedanken über den Preis gemacht und auch gleich eine Umfrage erstellt. Dagegen spricht Burkhard Schneider über eine verpasste Chance von Robert und Peer Wandiger schreibt über den Preis eines […]

  22. […] mal Gedanken über den Preis gemacht und auch gleich eine Umfrage erstellt. Dagegen spricht Burkhard Schneider über eine verpasste Chance von Robert und Peer Wandiger schreibt über den Preis eines […]

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