In V - Buchbesprechung

Buchbesprechung: „DNS der Weltmarktführer“

Die Aussagen des Buches beruhen auf die Umfrage „Unternehmertum Deutschland“, innerhalb derer 700 deutsche Mittelstandsunternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 Mio. und 3 Mrd. EUR befragt wurden. Die Antworten des im Jahr 2007 erschienen Buches mit dem Titel DNS der Weltmarktführer. Erfolgsformeln aus dem Mittelstand (McKinsey-Perspektiven): „Erfolgsformeln aus dem Mittelstand sind erwartungsgemäß: „Der Erfolgscode besteht aus fünf Elementen: Strategie, Innovation, Internationalisierung, kostenoptimierte Wertschöpfung und professionelle Führung. Kompetenzen ausbauen, profitabel wachsen, sicher entscheiden – der Schlüssel liegt in den Händen des Managements.“

Im Buch werden vier Strategietypen des deutschen Mittelstandes unterschieden. Der Kompetenzführer (26 %) zeichnet sich sowohl durch einen hohen Innovationsgrad als auch durch einen Umsatz von mind. 200 Mio. EUR aus. Der Innovationschampion (33 %) ist innovativ, aber eher klein (gemessen am Umsatz). Der Spezialisier (24 %) fühlt sich wie der Innovationschampion in der kleinen Marktnische wohl, ist aber ohne einen Innovationsfokus erfolgreich. Und der Kostenführer (17 %) setzt auf Masse und Kostendegression. Fast 60 % der befragten Unternehmen haben sich für Innovation bzw. Nischenstrategie entschieden.

Und wie sehen die Ergebnisse der vier Strategietypen aus? Der Innovationschampion ist mit einer Umsatzrendite von 5,8 % doppelt so rentabel wie der Kostenführer mit 2,8 %. Die Komeptenzführer und Spezialisierer sind mit 5 % bzw. 5,2 % fast gleichauf. Hinsichtlich der Wachstumsrate wächst der Spezalisierer mit 7,1 % p.a. am stärksten, was allerdings aufgrund der kleinen Umsatzbasis weniger verwunderlich ist. Die Kompetenzführer wachsen mit 6,0 % dagegen noch stärker als der Innovationschampion. Und auch der Kostenführer liegt hier mit 4,2 % p.a. weit hinten.

Folgende Erkenntnisse sind noch wichtig: Es hängt von der Branchenzugehörigkeit ab, mit welchem Strategietyp ich erfolgreich bin. Spezialisier haben demnach im Automobil- und Maschinenbau sowie in der Konsumgüter- und High-tech-Branche gute Chancen. Im Pharmabereich und Gesundheitswesen sind Spezialisierer meist nicht so erfolgreich. Hinsichtlich der Unternehmensgröße ist die Strategie bei kleinen Unternehmen nicht ganz so entscheidend, bei größeren Unternehmen führt der Kompetenzführer deutlich (was im Hochlohnland Deutschland nicht ganz überraschend ist). Auf dem Weg zum Kompetenzführer hat der Spezialist zwei Möglichkeiten, nämich als Kostenführer oder Innovationschampion zur Spitze zu gelangen. Beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile.

Besonders interessant fand ich anschliessend noch die Auflistung, welche sechs Faktoren für den Erfolg innerhalb des Innovationsprozesses entscheidend sind:

  • ausreichendes Budget
  • ehrgeizige Ziele
  • kontinuierliches Prozess mit Milestoneplanung
  • Kooperationen mit Hochschulen, Zulieferern und Kunden
  • Wissenstransfer aus anderen Feldern
  • Innovationskultur, die von ganz oben vorgelebt wird

Das Buch besticht dadurch, dass die Umfrageergebnisse kurz und anschaulich erläutert werden. Es gibt viele Graphiken und Tabellen, die die Erkenntnisse veranschaulichen. Das ist nicht verwunderlich, sind die Autoren doch Berater bei Mc Kinsey. Das Ganze wird mit Checklisten, Best-Practice-Beispielen und Interviews kurzweilig abgerundet. Ingesamt kommt das Buch mit etwas mehr als 200 Seiten aus, um die wichtigsten Aussagen zu treffen. Aus meiner Sicht ist das Buch „Hidden Champions des 21. Jahrhunderts“ von Hermann Simon die unerreichte Benchmark. Allerdings fällt das hier besprochene Buch auch nicht deutlich ab und ist für den Schnellleser auf jeden Fall ein guter Einstieg.