In Crowdfunding

Crowdfunding-Projekt „Hartz IV Möbelbuch“ bricht Rekorde

Wie schon im letzten Artikel über die Crowdinvestingplattform GründerPlus erwähnt, wird das Thema Crowdinvesting derzeit in Deutschland gehypt (mit gutem Grund) und das Thema Crowdfunding (Geld ohne Beteiligung oder Rückzahlungsanspruch) weniger stark beleuchtet. Gibt es etwa schon Ermüdungserscheinungen, weil die Crowdfundingplattformen schon seit Jahren ihr Glück versuchen und trotzdem bisher nur wenige spektakuläre Erfolge zu verzeichnen haben? Ist das Thema Fundsraising nicht so hipp wie das Thema VC oder StartUp-Finanzierung? Wollen die Crowds am Erfolg beteiligt werden und nicht hinten anstehen, wenn sich der Erfolg doch einstellen sollte? Ich tendiere zu meiner ersten These. Erfolgsstories sind wie die „Luft zum Atmen“ für solche Plattformen. Kickstarter beweist das immer wieder auf eindrucksvoller Art und Weise.

Insofern stellt das Erfolgsprojekt „Hartz IV Möbelbuch“ von Prime Le Van Bo, das auf der Crowdfunding-Plattform startnext eingestellt wurde, mehr als eine frische Brise dar. Im Startnext-Blog wird der Erfolg wie folgt gewürdigt: „Soeben hat Prime auch diverse Startnext Rekorde gebrochen. Die höchste Anzahl von Fans und Unterstützern hat er erreicht und löst damit den Barden Ranarion ab, der bisher mit 345 Unterstützern das Ranking anführte. Le Van Bo’s Projekt ist bis zum heutigen Tage mit 260% das am höchsten überfinanzierte Projekt auf Startnext.“ Inklusive ausstehender Zahlungen konnte der Initiator auf startnext fast 15.000 EUR einsammeln, obwohl das Ziel war, 5.000 EUR zu generieren.

Weiter hinten im Blogartikel zu diesem Erfolgsprojekt wird dann auch DAS Erfolgsgeheimnis verraten: „350 Unterstützer! Das ist eine verdammt große Zahl. Wenn man bedenkt, dass Konversationsraten im Internet-Commerce bei 1 bis 3 Prozent liegen, würde dies bedeuten, dass Le Van Bo ca. 17.000 Menschen mit seiner Kampagne erreichen musste, damit diese Anzahl „Buchkäufer und Unterstützer“ zusammenkommen. Es ist davon auszugehen, dass die Konversationsrate bei seinen Fans höher liegt, vermutlich zwischen 5 und 7 Prozent. Dennoch hat er ein beachtliches Publikum erreicht.“ Noch gibt es in Deutschland keine Crowdfunding-Hype. Das bedeutet, es braucht Macher wie Prime, um ihre Projekte zu pushen. Oder anders formuliert: Von nix kommt nix.

Prime ist kein Unbekannter. Er hat über startnext schon ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und zwar anlässlich der Präsentation Hartz IV Musterwohnung während Internationalen Designfestivals DMY vom 1. bis 5. Juni 2011 in der Open Design City (betahaus) in Berlin. Auf seiner Webseite kann man sehen, dass Prime seit Jahren die „Werbetrommel rührt“. Fernseh- und Zeitungsberichte gehören fast genauso zum Alltag wie Aktionen vor Ort oder VHS-Möbelbaukurse. Und genau das ist das Erfolgsgeheimnis für startnext & Co: Findet diese Influencer, macht Sie zu „Serientäter“ und infiziert damit die große Masse. Es ist schon faszinierend, welche Kooperationen Prime bereits eingegangen ist und welche Fahrt das Projekt mittlerweile aufnimmt. Das ist viel Rückenwind für die Crowdfunding-Welle in Deutschland, die hoffentlich bald kommt.

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