In Crowdfunding

Crowdinvesting Weekly KW 32/2012: Seedmatch feiert, Innovestment droht Debakel

Seit mittlerweile mehr als einem Jahr können StartUps via Crowdfundingplattform Seedmatch (= First Mover) Crowdkapital einsammeln. Dieses Jubiläum hat Seedmatch zum Anlass genommen und am 1.8.2012 erste Zwischenbilanz gezogen: „Im ersten Jahr konnten 17 Startups erfolgreich durch die Crowd finanziert werden. Insgesamt wurden 1.640.750 Euro für Startups zusammengetragen. Bisher ist die Zahl der registrierten Investoren auf Seedmatch auf 7.848 gestiegen. Das durchschnittliche Investment betrug 577 Euro.“ Ich gratuliere vor allem zu der (noch) sauberen Weste. Alle Fundings wurden erfolgreich abgeschlossen. Das ist erwähnenswert. Allerdings prognostizieren wir, dass ab Herbst ein spannender Wettbewerb zwischen drei bis fünf Crowdinvestingplattformen in Deutschland herrschen wird. Dann kommt die wahre Bewährungsprobe für alle.

Seedmatch

Rankseller

Online-Marktplatz für Blog Reviews

mind. 50 TEUR, derzeit 200 % Funding (max. 200%)

Funding wurde frühzeitig (ca. nach 50 % der Fundinglaufzeit) erfolgreich abgeschlossen

Musiklogistics

Direktvermarktung von Musikdownloads

mind. 50 TEUR, derzeit 164 % Funding (max. 200%)

Fundinglaufzeit: max. noch 39 Tage

MADDOG COMICS (Velastudios)

Deutsche E-Comic-App

mind. 50 TEUR, derzeit 60 % Funding (max. 200%)

Fundinglaufzeit: max. noch 47 Tage

LEASERAD

Finanzierungs-, Beratungs- und Servicelösungen für die nachhaltige Mobilität

mind. 50 TEUR, derzeit 172 % Funding (max. 200%)

Fundinglaufzeit: max. noch 53 Tage

Innovestment
sopen GmbH

Cloud-ERP/CRM für Werbeagenturen+Verbände

mind. 50 TEUR, 168 % (max. 200%)

bis max. 12.08.2012

Paper C

„Spotify für Fachbücher“

mind. 50 TEUR, derzeit 148 % Funding (max. 200%)

bis max. 12.08.2012

Monomer

Designschmuck hergestellt mit Rapid-Prototyping-Verfahren

mind. 79,9 TEUR, derzeit 25 % Funding (max. 125%)

bis max. 15.08.2012

blogads

Marktplatz für Werbetreibende und Websitebetreiber

mind. 50 TEUR, derzeit 4 % Funding (max. 200%)

bis max. 19.08.2012

Baxterboard

Kombination aus Laptoptasche und Tischsystem

mind. 40 TEUR, derzeit 10 % Funding (max. 250%)

bis max. 19.08.2012

Posted Planet

digitales Zeitungsformat für mobile Leser und Lesegeräte

mind. 50 TEUR, derzeit 6 % Funding (max. 200%)

bis max. 26.08.2012

Activity Internet GmbH (sunbonoo)

Deutschlands 1. Online-Guide für Ausflüge und Aktivitäten mit sofort kaufbaren Ticket

mind. 50 TEUR, derzeit 6 % Funding (max. 200%)

bis max. 09.09.2012

TopFachhandel

baut systematisch suchmaschinenoptimierte Nischenshops

mind. 52 TEUR, derzeit 22 % Funding (max. 192%)

bis max. 09.09.2012

swabr

Onlinetool, das die Kommunikation zwischen Mitarbeitern verbessert

mind. 50 TEUR, derzeit 20 % Funding (max. 200%)

bis max. 09.09.2012

beECO GmbH

entwickelt und vertreibt ein System zur Optimierung des Betriebsprofils von Blockheizkraftwerken

mind. 70 TEUR, derzeit 14 % Funding (max. 142 %)

bis max. 12.09.2012

gigmit

Matchingplattform für Musikkünstler und Veranstalter

Funding startet am 12.8.2002

Companisto
Companisto

Crowdinvestingplattform

mind. 25 TEUR, 388 % (max. 400%)

noch max. 29 Tage (Fundinglaufzeit wurde nachträglich um 30 Tage verlängert)

Doxter

Onlinebuchung von Arztterminen

mind. 25 TEUR, 277 % (max. 400%)

Noch max 29 Tage (Fundinglaufzeit wurde nachträglich um 30 Tage verlängert)

Group Capital

Bei Group Capital hat weiterhin mit Free Days ein StartUp erfolgreich die Ratingphase beendet. Bei Group Capital läuft noch die Ratingphase, bei zwei StartUps wurde die Ratingphase verlängert und ein StartUp startet ab 15.8. mit der Ratingphase.

Fazit der Woche

Innovestment läuft derzeit auf ein nicht zu unterschätzendes Debakel zu. Wir haben hier im Weekly schon mehrfach kritisiert, dass Innovestment momentan zu viele Fundings gleichzeitig laufen lässt. Das scheint sich gerade jetzt in der Sommerflaute enorm zu rächen. Von den 10 offenen Fundings haben bisher nur zwei ihre Mindest-Fundingsumme erreicht. Die anderen vier Fundings, die offiziell diesen Monat auslaufen werden, können bisher nur Fundinguoten zwischen 4 und 25 % verzeichnen. Für die Fundings, die im September auslaufen werden, sieht es nicht viel besser (bisher) aus.

Das könnte für Innovestment mehr als einen herben Rückschlag bedeuten. Denn der Engpass scheint weiterhin die Qualität (wie schon öfters von mir prognostiziert) der StartUps zu sein, die auf den Plattformen Geld suchen. Und diese StartUps sind sehr wählerisch, auf welcher Plattform sie Geld einsammeln. Denn ein gescheitertes Funding könnte ihren Ruf schädigen, bevor sie richtig durchgestartet sind. Und wer will auf einer Plattform Geld suchen, auf der eine kritische Zahl von StartUps gescheitert ist?. Noch kann Innovestment gegensteuern, aber es bleibt wenig Zeit, ein kleines Fiasko zu verhindern. Jetzt zeigt sich, wie gut die Macher von Innovestment Krisen handeln können.

Hinweis in eigener Sache: Mir wurde bisher vereinzelt von Vertretern der Crowdinvestingbranche vorgeworfen, dass ich Seedmatch „in den Himmel loben würde“ und die anderen Plattformen zu kritisch beleuchten würde. Meine Aussage dazu: Das mache ich nicht, weil ich parteiisch bin. Ich bin aus Gründen der Neutralität an keiner der hier beschriebenen Plattformen beteiligt, noch habe ich mich bisher an einem der Fundings beteiligt. Ich kritisiere und lobe, wenn es die Fakten zulassen und sonst aus keinem Grund. Basta! Mir liegt die Crowdinvestingszene in Deutschland sehr am Herzen. Aber ich will auch vermeiden, dass StartUps blind entscheiden, ob und auf welcher Plattform sie ihr Geld einsammeln wollen.

Warnhinweis:
Selbstverständlich handelt es sich hier nicht um Beteiligungsempfehlungen, sondern nur um einen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Haftung für Fehlinvestments.

19 Responses to Crowdinvesting Weekly KW 32/2012: Seedmatch feiert, Innovestment droht Debakel

  1. Das Innovestment in ein Debakel hereinläuft finde ich zu pessimistisch gesehen Herr Schneider. Ich finde eher das man den Mut von dem Team loben muss, auch mal ein Funding scheitern zu lassen, so es den passiert. Diese 100% jeder wird vollständig gefundet Mentalität ist doch künstlich erzeugt. Scheitern muss möglich sein ohne das gleich der Ruf der Plattform in Gefahr ist. Bei Crowdfunding-Plattformen wir Kickstarter, Indiegogo oder auch startnext sind Erfolgsquoten von 20-40% üblich und realistisch für einen Marktplatz.

  2. Hallo Herr Porger,

    es geht nicht darum, dass ein Funding nicht erfolgreich abgeschlossen wird. Derzeit sind bei Innovestment acht von zehn Fundings gefährdet. Wenn die nächsten acht Fundings scheitern würden, würde ich das tatsächlich ein Debakel nennen oder wie würden Sie das bezeichnen?

    Sehen wir es mal aus Sicht eines StartUps. Wo würde ich lieber Geld einsammeln, auf einer Plattform, auf der bis jetzt alle StartUps Geld bekommen haben und auf einer Plattform, auf der vielleicht nur 60 % der StartUps erfolgreich funden konnten?

    Um nicht falsch verstanden zu werden: Noch kann gegen das Debakel gegengesteuert werden. Und selbstverständlich gönne ich es Innovestment auch nicht. Aber wenn es passiert, dann müssten sich die Betreiber an die eigene Nase fassen und nicht so tun, als ob das ein Naturereignis wäre, bei dem man selber keine Schuld hat.

    Ich erwarte jetzt eine professionelle Krisenkommunikation und ein professionelles Krisenmanagement. Bis jetzt sehe ich davon noch nichts. Aber vielleicht trägt ja mein Artikel dazu bei, alle aufzurütteln.

  3. Mark Oliver Skirde sagt:

    Ich muss Herrn Porger beipflichten.

    Eine Fundingquote von 40% ist als realistisch zu betrachten. Ins besondere wenn auch Geschäftsideen finanziert werden sollen die nicht zwangsläufig im Hightech angesiedelt sind. Bei der Gründung einer Buchhandlung oder einer Landschaftsgärtnerei kommt es nicht darauf an wie viele Projekte auf der Plattform finanziert wurden. Sondern wie gut meine Präsentation ist. Wie überzeugend die Darstellung meiner Idee. Und natürlich wie konsequent ich als Gründer alle Tools des viralen Marketings nutze.

    Crowdfunding steckt noch in den Kinderschuhen. Davon ausgehend dass, von 100.000’Gründungen mit wirtschaftlicher Relevanz jährlich, 2/3 der Gründer über Finanzierungsprobleme klagen kommt auf uns Anbieter von Crowdfinanzierungslösungen eine Welle von mindestens 10.000 Gründern zu, welche sich für diesen Versuch entscheiden werden. Da 2/3 der Gründungen das dritte Jahr nicht erleben, weil vorher liquidiert wird halte ich es aus Gründersicht für besser, von der Crowd von einer nicht so erfolgversprechenden Gründung abgehalten zu werden.

  4. JU sagt:

    Hey Adrian, willst du damit zum Ausdruck bringen, dass ihr ähnliche Erfolgsquoten wie die Reward based Crowdfunding-Plattformen anstrebt? 🙂

  5. Oliver sagt:

    Spannend wäre mal zu hören, wie sich einzelne Unternehmen, die via Crowdfunding Geld eingesammelt haben, tatsächlich geschäftlich entwickelt haben. Ich erinnere mich z.B. an Cosmopol, einem der ersten Unternehmen bei seedmatch. Zuletzt habe ich mal gelesen, dass die Gründer ein Ladenlokal eröffnet haben.

  6. Hallo Herr Porger,

    jetzt mal ganz ehrlich. Wenn Ihr ein StartUp wäret und zwischen einer Crowdinvestingplattform mit derzeit 100 % und einer anderen mit derzeit 50 % Fundingserfolgsquote wählen könntet, welche würdet Ihr dann auswählen, um Euch dort zu bewerben?

    Bei Crowdfunding steht ein Projekt zur Auswahl, bei Crowdinvesting das ganze Unternehmen. Insofern sehe ich zwischen beiden Plattformen schon Unterschiede.

    Hallo Oliver,

    tatsächlich wird man erst in einen Jahren sehen, wie gut die Crowds die Erfolgsaussichten eines StartUps einschätzen können und wie hoch die Erfolgsquoten je Plattform sind.

  7. Hallo Herr Schneider,
    natürlich mach es Sinn sich bei der 100% Erfolgsquoten Plattform zu „bewerben“, aber aus dieser Perspektive müsste man dann auch konsequent die div. Angels, VCs und Inkubatoren in seine Bewerbungssliste mitaufnehmen. Der Punkt an dem sich glaube ich die Geister scheiden ist die Frage ob man Boutique oder Marktplatz sein will. Unser Fokus auf innovative KMU Unternehmen verfolgt hier eher den Marktplatzgedanken. Da ist es dann auch nur konsequent und eben kein Beinbruch, wenn der Markt entscheidet, dass ein Unternehmen nicht gefundet wird.

  8. Klaus Kramer sagt:

    Natuerlich ist der gewollte “Quantitaets Testlauf“ von Innovestment ein Debakel, im Fall das 8 von 10 Startups nicht erfolgreich Geld einsammeln koennen. Aus meiner Sicht geht dieser Versuch, so viele wie moeglich durch das Funding durchzuschleusen, auf Kosten der Startups, es sei denn man verlaengert das Funding. Keine der zur Zeit aktiven Crowdinvesting Plattformen kann eine Garantie geben das jedes Projekt erfolgreich durch den Prozess laeuft. Ich erinnere an den Fehlschlag von DEVEXO,…die eingestellten Projekte sind jetzt auf der eigenen Suche nach Investoren. Aus vielerlei Gruenden lohnt es sich zur Zeit nicht maximale Mengen an Startups durchzupushen.

  9. Hallo,

    noch einmal für alle: Aus meiner Sicht wäre es mehr als ein Rückschlag für Innovestment, wenn die nächsten acht Fundings, die noch nicht das Mindestziel erreicht haben, alle scheitern sollten. Es geht hier nicht um potentiell ein, zwei oder drei gescheiterte Fundings sondern um acht hintereinander. Davor habe ich gewarnt und hoffe für Innovestment, deren Preis-Auktions-Innovation ich sehr schätze, dass das nicht nicht passiert.

    Warum wäre es mehr als ein Rückschlag? Weil Wettbewerb um die besten StartUps besteht und ich als StartUp einen Marktplatzansatz viel weniger spannend fände als einen Ansatz mit strenger Vorauswahl. Dadurch könnte nämlich die Gefahr entstehen, dass ich als Marktplatz immer häufiger nur Anfragen von StartUps bekomme, die woanders schon abgelehnt wurden und damit ich in das Dilemma der Negativspirale komme.

    In meinem BWL-Studium Anfang der 90er hat Prof. Engels uns Studenten eine eindrucksvolle Story erzählt. Damals gab es eine Bank, die auch Privatkunden ohne Schufa-Auskunft einen Kredit geben wollte. Dafür waren die Zinsen natürlich höher, weil ja auch das Kreditausfallrisiko höher war. Was passierte. Bei dieser Bank fragten fast nur Kunden mit negativer Schufa-Auskunft nach Krediten nach, weil die anderen woanders ja Kredite zu günstigeren Konditionen bekamen. Das Ergebnis: Die Bank scheiterte mit diesem Angebot.

    Seht Ihr denn nicht, dass ich mit meinen Hinweisen im Crowdinvesting-Weekly Innovestment davor schützen will, in eine „Sackgasse“ hineinzulaufen, aus der die Macher evtl. nur sehr schwer wieder herauskommen? Mir liegt es am Herzen, dass drei bis fünf Crowdinvestingplattformen langfristig am Markt bleiben, damit genug Wettbewerb herrscht. Mir liegt aber auch eine gute Vorauswahl an Herzen, weil sonst das Crowdinvesting in Deutschland schnell in Verruf geraten könnte (nicht muss!!!) und dann die ganze Branche darunter leiden könnte!!!!!

    Natürlich könnte ich mir das Spektakel wie andere Blogger nur anschauen und warten, bis das „Kind ins Brunnen gefallen ist“ und dann draufschlagen. Das ist aber nicht mein Stil. Wenn ich erkenne, dass hier eine Fehlentwicklung entstehen könnte, dann melde ich mich mit meinem Einfluss frühzeitig. Auch wenn es weh tut. Denkt Ihr, mir macht es Spass, junge Mensche zu kritisierne, die Teil einer sehr positiven Revolution sind?

  10. Tomas Ehmann sagt:

    Unabhängig von den Startups – deren Erfolg bestimmt nicht die Crowdplattform – das Beispiel mit den Schufa freien Krediten hinkt gewaltig – Es gibt einen Unterscheid zwischen einem Autokauf auf Pump (Konsum) bei keinem oder zu geringem Einkommen ( geht auch mit Immobilien :-), – siehe diverse „Blasen“ )und einem Startup. Die sind in der Regel gut begründet. Die Crowdplattform sollten nicht „Bank“ spielen – Xing,Linkeddin, Microsoft, Google, Mc Donalds usw… wären so niemals entstanden – sondern eines nicht tun – nämlich das:

    >
    ……damit das Start-Up Ihnen Detailinformationen (z.B. Businessplan) freigeben kann und Sie für die Auktion freigeschaltet werden. Die Freigabe erfolgt gewöhnlich innerhalb weniger Stunden.<<<<<<

    Nachdem man sich als Investor registriert hat und einen Brief mit Freischaltcode erhalten hat – will man keinen Antrag zum Antrag auf den Antrag mehr erleben!

    Das machen andere deutlich besser als Innovestement. Just my 50 cent :-)!

  11. Jens sagt:

    Ich stimme zu, dass die Innovestment-Plattform nicht besonders schön und Investorenfreundlich gestaltet ist. Das hat man bei Seedmatch deutlich besser gemacht.

    Die bei Innovestment gescheiterten (bspw. Monomer) bzw. wahrscheinlich scheiternden (Baxterboard, Blogads etc.) Start-Ups werden aber aufgrund mangelhafter sowie nicht tragfähiger Konzepte bzw. Businesspläne ihre Fundingsumme nicht einsammeln. Aus meiner Sicht wohl auch zu Recht.

    Sehr spannend wird es sein, wie sich die beim Funding erfolgreichen Start-Ups in den nächsten Monaten und Jahren weiter entwickeln werden. Ich denke hier werden viele private Seed-Ivestoren große Enttäuschungen erleben. Ich kenne keine belastbaren Zahlen oder Studien, aber vermutlich werden wohl ca. 2/3 der Start-Ups mittelfristig scheitern? Das wird auch bei Seedmatch & Co. nicht viel anders sein.

    Gerüchten nach sollen einige Seedmatch Start-Ups bereits mehr als enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt haben. Bei Umsätzen von -90% gegenüber Plan muss man sich natürlich fragen welche Qualität die vorgelegten Business-/Finanzpläne sowie die daraus resultierenden Unternehmensbewertungen hatten.

    Eine gewisse Verantwortung der Seeding-Plattformen dafür, dass mit realistischen Business-/Finanzplänen sowie Unternehmensbewertungen gearbeitet wird, sollte man schon erwarten dürfen. Andernfalls wird dies über kurz oder lang negativ auf die Seeding-Plattformen zurückfallen.

    Und das ist dann schlimmer als eine technisch schlecht gemachte Plattform oder ein paar zu Recht gescheiterten Fundings.

  12. Tomas Ehmann sagt:

    2/3 finde ich optimistisch 🙂 Das liegt aber nicht an den Plattformen, die Seedkapital einsammeln „wollen“. Das Resulat wäre auch bei einer „realistischen“ Prüfung das gleiche. Denn die Frage ist: Was ist realistisch? :-).

    Vor einigen Jahren bekam ein Startup wie „Luupo“ sogar einen Innovationspreis – auf meine Nachfrage, beim Refernten des zuständigen Staatsekretärs, stellte sich heraus – die Staatsekräterin wußte nicht was und wer da einen Preis bekommt. Immerhin 20 000 Euronen Steuergeld. Die Preisverleiher gingen bei Luupo von einem System aus, dass so garnicht existierte. Nehmen wir Intershop – Jeder Bänker hätte mit ein bisschen Sachverstand erkennen können, dass ein Shopsystem mit Unterhaltskosten im vierstelligen Bereich + einmaligen Systemkosten im fünfstelligen Bereich, – für keinen Kunden des Systems ein Deckungsbeitrag rauskommt, weil die Clickkosten nicht gerechnet wurden und die Zahlungsakzeptanz über 50 Euro nicht da war.Die Aktie bei 120 DM noch auf Verkaufsempfehlung laufen zu lassen – war realitätsfremd .-) aber gut für die Bank.

    Facebook „realistisch“ erleben wir gerade .-)! Realistisch in die Zukunft prognostizieren – Wie war das noch Google ? versus Alta Vista? 🙂

    Die Investoren die sich mit 100 oder 500 Euronen als Seed „beteiligen“, werden in der Regel weder den Businessplan ( sagt eigentlich eh NIX aus ) noch das Geschäftsmodell ansich verstehen. Sparbuch ist auch nicht das wahre – Aktien zu kompliziert – warum nicht mal Seed Casino spielen – könnte ja klappen. Showtime und die Show machen die, die Kapital suchen – die Pattformen sind nur die Bühne 🙂 und könnten helfen, unbegabten Darstellern die richtige Beleuchtung zu liefern. Die Beleuchtung heißt VERKAUFEN! Gründer die nicht verkaufen können, sollten nicht gründen! Die meißten der 2/3 scheitern nicht an der Geschäfstidee oder am Kapital – sie scheitern an der Unfähigkeit zu VERKAUFEN. In den BS steht viel von WAS, aber fast nichts von WIE. WARUM wird das WIE zum WAS? Just my 50 Cent 🙂

    Companisto hat da schon ganz gute andere Ansätze :-).

  13. Hallo,

    danke für die Beiträge.

    Wie schon öfters erwähnt, wird es aus meiner Sicht die größte Herausforderung für Crowdinvesting-Plattformen darin bestehen, Top-StartUps zu gewinnen, die dort funden wollen. Eine Crowdinvestingplattform mit einer sehr hohen Funding-Erfolgsquote kombiniert mit einer großen Zahl aktiver Investoren wird nach meiner Ansicht die besten Karten haben.

    Hinsichtlich der Ausfallwahrscheinlichkeiten will ich keine Prognose abgeben, gehe aber auch von +50 % aus. Daraus ergeben sich Herausforderung für die gesamte Szene, auf die ich in einem Artikel in naher Zukunft näher eingehen werde.

    Achtung: Für mich ist die Anlage in Aktien interessante als in stille Beteiligungen mit befristeter Laufzeit. Insofern sind für mich Investitionen in StartUps via Crowdinvestingplattformen und via stiller Beteiligung eher eine Unterstützungsmaßnahme für die StartUp-Szene als eine lukrative Anlageform, schon allein weil es derzeit noch keinen Zweitmarkt für solche Anteile gibt.

    Gruss

    Burkhard Schneider

  14. […] relativ ruhig geblieben. Die Diskussion zum Thema wird dafür weiterhin intensiv geführt, wie die vielen Kommentare in meinem Weekly vor zwei Wochen […]

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