In Crowdfunding

Crowdfundingplattform Sciencestarter ist seit einer Woche online

Im September habe ich hier im Blog angekündigt, dass Sciencestarter, die deutsche Crowdfunding-Plattform für wissenschaftliche Projekte, im November online gehen würde. Und tatsächlich ist die Plattform vor knapp einer Woche online gegangen und kann schon einige interessante Projekte vorstellen. Wissenschaft im Dialog hat mit Unterstützung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft die erste deutschsprachige Crowdfunding-Plattform für die Wissenschaft initiiert. Die Intention dahinter ist, eine neue Geldquelle gerade für kleinere Projekte zu erschließen, für die es zu zeitaufwendig und kompliziert ist, einen offiziellen Förderantrag zu stellen.

Gemeinsam finanzieren können Wissenschaftsbegeisterte so beispielsweise einen Zuschuss in Höhe von 1.600 Euro zu einer Recherchereise des Immunologen Christian Stern vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung oder auch den Aufbau einer Versuchsanlage zur Trennung von Pferdemist für die Energiegewinnung. Dafür sucht die Energie- und Umwelttechnikerin Saskia Oldenburg von der Technischen Universität Hamburg-Harburg Unterstützer, die gemeinsam 10.000 Euro stemmen. Felix Büsching sucht für die Entwicklung eines drahtlosen medizinischen Open-Source-Sensorknoten eine Summe von 20.000 EUR. Insgesamt sind bisher acht Projekte eingestellt worden. Das Prinzip von Sciencestarter ist einfach:

Eine junge Maschinenbau-Ingenieurin etwa stellt ihre Projektidee auf die Crowdfunding-Website, beschreibt die Idee mit Texten, Bildern und einem Kurzvideo, definiert das benötigte Budget und legt einen Finanzierungszeitraum fest. Sie aktiviert ein Netzwerk, sammelt Fans und Feedback und verbessert im Austausch mit möglichen Geldgebern ihre Projektbeschreibung. Ist eine bestimmte Anzahl von Fans erreicht, gelangt das Projekt in die Finanzierungsphase. Ist die Finanzierung geglückt, erhalten die Supporter ein – je nach Unterstützungssumme – festgelegtes Dankeschön. Wird das Budgetziel nicht erreicht, geht das eingeworbene Geld, wie beim Crowdfunding üblich, wieder an die jeweiligen Unterstützer zurück.

„Sciencestarter ist für Wissenschaft im Dialog vor allem deshalb spannend, weil damit die direkte Kommunikation zwischen Forschern und Förderern über das Web 2.0 gefördert wird “, sagt Markus Weißkopf, Geschäftsführer der Wissenschaft im Dialog gGmbH. „Die Öffentlichkeit hat mit der Plattform die Möglichkeit, schon vor dem Start des Projekts über Social Media Feedback zu geben und Fragen zu stellen. Und meist kann man dann durch die Dankeschöns der Forscher noch einen ganz exklusiven Blick hinter die Kulissen der Wissenschaft werfen.“ Ähnlichkeiten mit startnext sind nicht auszuschließen, da die technische Umsetzung durch die Startnext Network GmbH erfolgt. Ein interessantes Interview mit einem Wissenschaftler, der Geld auf Sciencestarter einsammeln will, findet Ihr hier.

Kurz zum Hintergrund: Die Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) bringt die Öffentlichkeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch. Sie wurde im Jahr 1999 auf Initiative des Stifterverbandes mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von den großen deutschen Wissenschaftsorganisationen gegründet. Auf der Webseite von WiD erfahrt ihr mehr über die Mitglieder und Partner sowie Gründung und Geschichte von WiD. Es ist immer wieder spannend, wie viele interessante Initiativen es gibt, über die man erst im Rahmen solcher Projkete wie Sciencestarter mehr erfährt. Solche Projekte erschließen nicht nur neue Geldquellen, sondern erhöhen auch die Akzeptanz von Wissenschaft in der Gesellschaft. Wissenschaft kann quasi „angefasst werden“. Mehr davon bitte.

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