In Crowdsourcing

Wenn mit dem bring.buddy jeder Paketbote werden kann

Im Rahmen von vielen Crowdsourcingprojekten wird immer wieder aufgezeigt, dass der Normalbürger viel mehr Aufgaben übernehmen kann, als man bisher glauben mochte. Im Rahmen des bring.buddy Projektes des HPI-Instituts soll z.B. ausprobiert werden, ob nicht jeder Postbote werden kann. Wie das konkret funktionieren kann, wird in einem Welt.de-Artikel beschrieben: „Thomas geht morgens immer an derselben Postfiliale am Bahnhof vorbei. Danach trinkt er meist bei Starbucks neben seinem Büro den ersten Kaffee. Die Mitarbeiter dort kennt er mit Namen – und weiß dank Facebook einiges über sie. Seit kurzem bringt Thomas seinen „Freunden“ morgens hin und wieder Pakete mit in den Kaffeeladen. Die Angestellten lassen sich ihre Internetbestellungen einfach von ihrem Stammkunden aus der Bahnhofs-Postfiliale mitbringen.“

Im obigen Video ist ausführlich erläutert, wie das Projekt funktionieren soll. Entstanden ist das innovative Konzept aus der Fragestellung: „Wie könnte die Konsumgüter-Lieferkette in den Innenstädten der Zukunft verbessert werden?“, mit der das DHL Innovation Center 2009 an die HPI School of Design Thinking herantrat. Ziel der Deutschen Post DHL ist es, seine selbstgesetzten Klimaschutzziele zu erreichen. Dies beinhaltet, dass pro verschickten Brief und Paket, pro transportierten Container und pro genutzten Quadratmeter Fläche die CO2-Emissionen des Konzerns bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent reduziert werden sollen (im Vergleich zu 2007). Mittlerweile hat das bring.buddy-Projekt schon einige Berühmtheit erlangt. So wurde das Projekt im deutschen Pavillon der Expo 2010 in China vorgestellt. Und selbst Ditsche hat das Projekt aufgegriffen, nachdem die Bild-Zeitung darüber berichtet hat (siehe Video unten).

Wie so häufig bei solchen neuen, innovativen Projekten melden sich schnell die Kritiker und glauben nicht, dass dieses Projekt aus Datenschutzgründen umsetzbar ist. Dabei vergisst man, dass heute schon zahlreiche unabhängige Partner, wie Schreibwarengeschäfte und unabhängige Logistikunternehmen bei der Post- und Paketzustellung mithelfen. Ich verstehe z.B. bis heute nicht, warum an einem Tag vier oder fünf Paketdienste ein und dieselbe Adresse beliefern. Wenn man hier gemeinsam ansetzen könnte, könnte schon viel erreicht werden. Insgesamt wird es immer wichtiger, dass die Lieferströme genau analysiert werden und über ein zentrales Portal die Lieferungen besser als bisher gesteuert werden. Diesbezüglich kann bring.buddy einen wichtigen Beitrag leisten. Die Profiteure werden wohl insbesonders in den aktuellen und zukünftigen Mega-Citys liegen, wie der Welt.de-Artikel anschaulich aufzeigt. Deshalb ist es wohl kein Wunder, dass neben einem bring.buddy-Pilotprojekt in Berlin auch eines in Bangalore (Indien) durchgeführt werden soll.

5 Responses to Wenn mit dem bring.buddy jeder Paketbote werden kann

  1. […] Wenn mit dem bring.buddy jeder Paketbote werden kann […]

  2. […] einigen Tagen habe ich hier im Blog über das Pilotprojekt bing.buddy von DHL berichtet. Im Rahmen dieses Projektes soll jeder die […]

  3. […] in den letzten Wochen habe ich hier zwei gute Beispiele für Design Thinking Projekte präsentiert. Kurze Nachhilfe gewünscht? Dann lassen wir […]

  4. […] mehr als zwei Jahren haben wir hier über bring.buddy berichtet. Dabei handelt es sich um ein Konzept, jeden Bürger als Kurierfahrer bzw. Paketboten […]

  5. […] die jeden Nutzer dafür einsetzen wollen, als Paketbote aktiv zu werden. Erstmals habe ich hier im Blog im November 2010 über solch eine Idee mit dem Projektnamen “bring buddy” berichtet. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.