In Crowdsourcing

Crowdsourcingplattform Lebensmittelklarheit.de setzt neue Standards

Zahlreiche Lebensmittelprodukte glänzen eher durch ihre Verpackung, als durch ihre Inhaltsstoffe. Foodwatch prangert dies schon seit Jahren an und verleiht z.B. jährlich den goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge. Auf der eigens dafür errichteten Webplattform abgespeist.de kann man sich erkundigen, welche Firmen aus der Sicht von Foodwatch besonders dreist sind. Konsumenten können auch „verdächtige“ Produkte melden. Aber alles erscheint doch sehr statisch. Jetzt kommt allerdings mächtige Konkurrenz mit der Plattform Lebensmittelklarheit.de, finanziert durch das Bundesverbraucherministerium. Für Furore sorgten zuerst die Serverausfälle aufgrund des Ansturmes, aber dabei wird es nicht bleiben. Auf ntv wird die Funktionweise erläutert:

„Die eingegangenen Beschwerden werden von einer Redaktion geprüft. Ob ein Produkt geschmacklich und sensorisch in Ordnung ist, fällt dabei nicht ins Gewicht, klare lebensmittelrechtliche Verstöße werden aber an die Lebensmittelüberwachung weitergeleitet. Aufgabe der Redaktion ist es, zu bewerten, ob die Produktbezeichnung tatsächlich irreführend ist. Bei begründetem Verdacht wird die Beschwerde an den Hersteller weitergeleitet. Der hat dann sieben Tage Zeit, Stellung zu beziehen. Erst danach wird die Beschwerde mitsamt der Stellungnahme und dem Kommentar der Verbraucherschützer auf dem Portal veröffentlicht.“

Matias Roskos schreibt dazu in seinem Blog: „Es ist genau richtig, dass man die Einsendungen der Nutzer nicht sofort freigibt, sondern eine Redaktion alles gegen checkt. Das ist verdammt viel Arbeit. Aber bei guten Community- und Crowdsourcing-Plattformen ist es unerlässlich, dass ein starkes und gut ausgebildetes Community Management Team im Hintergrund arbeitet. Anders geht es nicht. Anders würde eine solche Plattform schnell zu einer nervigen Meckerbude verkommen. Community Management ist unerlässlich! Und sollte quantitativ wie auch qualitativ nicht zu leichtgewichtig angegangen werden.“

Es ist nicht verwunderlich, dass einige Vertreter der Lebensmittelindustrie nicht begeistert darüber sind, dass auf diesem Portal „Ross und Reiter“ genannt werden und nicht nur allgemeingültige Informationen auf dem Portal veröffentlicht werden. Denen ist vielleicht noch nicht aufgefallen, dass das Internet eine Transparenz geschaffen hat, gegen die es sich nicht lohnt, anzukämpfen. Vielmehr solle man wie o.g. Plattform versuchen, alles in passende Bahnen zu leiten und alle Seiten fair zu behandeln. Natürlich hat es in Zukunft mehr Gewicht, wenn Lebensmittelklarheit.de bei den Herstellern anfragt und mit der 7-Tagesfrist auch nicht mehr die Chance gibt, Probleme auszusitzen. Ich sage: Mehr davon“

2 Responses to Crowdsourcingplattform Lebensmittelklarheit.de setzt neue Standards

  1. Jan Theofel sagt:

    Ich vermisse noch irgendwie den Link zur Webseite von Lebensmittelklarheit. Auch wenn dir URL klar ist. 😉

  2. Neues Internetportal über Kennzeichnung von Lebensmitteln: Lebensmittelklarheit.de…

    Am 20.7.2011 wurde die Plattform Lebensmittelklarheit.de gestartet, die es Verbrauchen ermöglicht irreführende Kennzeichnung oder Werbung für Lebensmittel zu melden….

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