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Wann entdecken (mehr) Städte und Kommunen Crowdfundingplattformen für sich?

Fast so lange, wie es diesen Blog gibt, berichte ich über das Projekt Bürgerhaushalt, das mittlerweile den Einzug in vielen Städten gefunden hat. Idee war ursprünglich, dass die Bürger Einsparpotenziale in einer Stadt aufzeigen, um mehr Geld für sinnvolle Projekte zur Verfügung zu haben. Allerdings zieht langsam Ernüchterung ein. Viel zu wenige Menschen beteiligen sich an den Projekten, es gibt viel zu wenige sinnvolle Einsparvorschläge und viel zu häufig werden gute Vorschläge von den politischen Entscheidungsträgern nicht weiter verfolgt. Ich würde die Idee noch nicht für gescheitert erklären, aber als großen Erfolg kann man das Projekt bisher nicht bezeichnen.

Gibt es andere Ansätze in anderen Ländern? In den USA gibt es Crowdfundingplattformen wie z.B. Neighbor.ly und Citizinvestor, auf der von Bürgern Geld für öffentliche Projekte eingesammelt wird, wie z.B. für die Renovierung von Kinderspielplätzen, der Bau von Fahrradparkplätzen oder die Renaturierung eines Parks. Hier nehmen die Bürger selbst Geld in die Hand, um ihre Nachbarschaft wohnlicher zu gestalten. Klassisch amerikanisch, würden jetzt einige sagen. Aber auch in den USA betrachten viele Verantwortliche in den Städten diese Crowdfundingplattformen skeptisch, weil es als ihr „Hoheitsgebiet“ ansehen.

Deshalb bieten die Macher der Crowdfundingplattform Citizinvestor jetzt eine White Label Lösung an, damit die Städte selbst solch eine Crowdfunding Plattform initiieren und betreiben können. Ziel soll sein, dass die Bürger Projekte vorschlagen können, damit die Stadtverantwortlichen anschließend diejenigen auswählen können, die für eine Crowdfundingaktion geeignet sind, um sie anschließend frei zu schalten. Andere Projekte, die direkt in die Zuständigkeit der Stadt fallen, können mit öffentlichen Mitteln umgesetzt werden. Somit hätten wir zusätzlich noch eine „Bürgerhaushalt“-Komponente.

Und warum sollten sich daraus nicht auch Co-Funding-Plattformen entwickeln? Würden z.B. Projekte mit einem Mindestbetrag von den Bürgern unterstützt werden, könnte die Stadt den Rest beisteuern. So etwas gelingt natürlich nur mit o.g. White-Label-Lösungen, sprich wenn die Stadtverantwortlichen frühzeitig eingebunden werden würden. Und warum sollten dabei nicht auch Sachspenden in Form von freiwilliger Arbeit mit berücksichtigt werden? Diesbezüglich könnten auch Firmen mit eingebunden werden, wie wir das z.B. hier präsentiert haben.

Ich will nicht verkennen, dass einzelne Städte oder öffentliche Einrichtungen mit Hilfe von startnext schon solche White-Label-Lösungen nutzen. Aber bis jetzt können auf solchen Plattformen meist nur ganz bestimmte Projekte gefundet werden und zudem ist die Bekanntheit solcher Plattformen noch sehr beschränkt. Ich suche nach DER einen großen Lösung. Sicherlich werden sich jetzt viele Bedenkenträger finden, die genau erklären können, was gegen solch eine Lösung spricht. Aber bei den klammen Kassen vieler Kommunen kann man sich jetzt keine Bedenken mehr leisten, sondern nur noch Vorschläge, wie es funktionieren kann. Basta!

8 Responses to Wann entdecken (mehr) Städte und Kommunen Crowdfundingplattformen für sich?

  1. Richter sagt:

    Auch unsere gemeinnützige Einrichtung beißt sich seit 30 Jahren die Zähne aus mit dem Versuch, die Lebens-Qualität insbesondere für Kinder mit ganz kleinen Budegts zu verbessern. Aber auch wir geben die Hoffnung nicht auf, wie ein Besuch auf unserer Seite zeigt.

  2. place2help schließt die Lücke, die hier ausgemacht wird!

    Für unser Konzept für regionales Crowdfunding wurden wir mit dem Label der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit (BMUB) ausgezeichnet und haben den Sozialunternehmerpreis des enorm-Wirtschaftsmagazins gewonnen.

    Bald starten wir mit einer Pilotplattform in München.

    Mehr Informationen: http://www.place2help.org

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