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Klaus Kobjoll – 5 Video-Botschaften eines Vollblutunternehmers

Der Hotelier, Unternehmer und Top-Speaker Klaus Kobjoll hat sich mit 22 Jahren und 4.000 DM das erste Mal selbständig gemacht und zwischenzeitlich mehr als zehn Firmengründungen gemeistert. Dabei war er elfmal „Unternehmer zweiter Klasse“, weil ihm die Gebäude jeweils nicht gehörten, in denen er seine gastronomischen Betriebe unterhielt. Umso erfolgreicher er wurde, umso mehr „bestraften ihn seine Vermieter“, indem sie die Pacht entsprechend erhöhten. Er selber war nicht Profiteur, sondern Opfer des Wertzuwachses der Immobilie eines Dritten.

Erst mit „seinem“ Schindlerhof wurde er „Unternehmer erster Klasse“. Seitdem schreibt er eine unglaubliche Erfolgsstory. Mit seinem Tagungshotel hat er viele Auszeichnungen eingeheimst, einschließlich des European Quality Awards. Was mich besonders begeistert ist die Tatsache, dass Klaus Kobjoll so viele Jahre in einem sehr fixkostengetriebenen Business als Erstgründer (nicht Nachfolger) Erfolg hat. Ich habe anlässlich der Key Note Speach von Klaus Kobjoll auf der AUFSCHWUNG 2011 viele seiner Erfolgsgeheimnisse hier im Blog zusammengefasst. Leider haben noch viel zu wenige seinen Youtube-Kanal entdeckt. Gerne stelle ich hier einige der Videobotschaften von Klaus Kobjoll vor.

Unternehmer sein heißt frei sein. Klaus Kobjoll wäre lieber selbständiger Schuhputzer in Rio de Janeiro als Banker in Deutschland, weil der Bankdirektor nie eine Entscheidung selber treffen kann. Wollen Sie Hammer sein oder Nagel? Das ist eine der wichtigsten Weggabelungen im Leben eines Menschen. In diesen Fällen sollten Sie sich selbständig machen oder Intrapreneur in einem Unternehmen werden. Dafür braucht es aber Unternehmen wie den Schindlerhof, in dem die Mitarbeiter viele Entscheidungen eigenständig treffen dürfen.

Klaus Kobjoll ist ein großer Anhänger von KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess), die Japaner nennen es Kaizen (Verbesserung in kleinen und kleinsten Schritten). Vom 60 köpfigen Team im Schindlerhof erhält Kobjoll jedes Jahr zwischen 600 und 800 schriftliche Verbesserungsvorschläge. Zwischen 65 und 82 % beträgt die Umsetzungsquote, was fast japanischen Verhältnissen entspricht. Machen Sie es im Team zur Pflicht, dass jedes Mitglied mindestens einen Vorschlag pro Monat bzw. Quartal einreicht. Ganz ohne Druck gerät der „Ideenmotor“ schnell ins Stottern.

Wie entsteht Stolzkultur in einem Unternehmen, dass alle Mitarbeiter auch nach Jahren noch eine Gänsehaut bekommen, wenn sie zur Arbeit kommen. Eine von vielen Möglichkeiten ist es, Preise und Auszeichnungen zu gewinnen. Das Motto von Kobjoll lautet: „Winning the Princess“. Die Vorgehensweise ist immer die Gleiche. Zuerst ist es eine Vision, die klar definiert kommuniziert wird. Dann wird den Mitarbeitern vermittelt, dass es keinen Zweifel gibt, dass wir den Preis gewinnen. Niemals Zweiter werden. Und dann den Mitarbeitern klarmachen, dass es nur mit ihnen geht.

Wir kennen alle das deutsche Sprichwort „Ohne Fleiß kein Preis“. Schon zur Gründung des Schindlerhofes im Jahr 1984 hat Klaus Kobjoll das Sprichwort umgedreht: „Ohne Preis kein Fleiß“. Leistung kostet einfach Geld. Und der Schindlerhof bietet seit Beginn eine Preisgarantie. Im Schindlerhof zahlt jeder Gast den gleichen Preis. Es gibt keinerlei Sonderpreise. Für Kobjoll ist Rabat(t) eine Stadt in Marokko. Warum ist solch eine Preisgarantie so wichtig? Wenn Sie das Geld in Form von Rabatten den Kunden vorher zurückgeben, laufen Sie in folgende Falle: „Wenn Sie Ihre Mitarbeiter mit Erdnüssen bezahlen, sind sie bald von Schimpansen umgeben.“

Treppen steigen ist anstrengend aber wesentlich weniger gefährlich, als linear hoch zu laufen. Wenn ihr Unternehmen linear wächst, also bei einer guten Geschäftsidee zu schnell wächst, sinkt Ihre Eigenkapitalquote zu schnell ab. Denken Sie immer an ein Treppenhaus. Wachstum ja, aber dann wieder eine Konsolidierungsphase (Eigenkapital bilden, Sondertilgungen machen) einlegen. Mit dieser Treppensteigmethode bleiben Sie Herr im eigenen Haus. Unternehmer sein, heißt frei sein. Konsolidieren ist wichtig, aber Wachstum ist danach noch wichtiger: Wachstum bleibt reiner Sauerstoff für das Unternehmen.

Auf den Geschmack gekommen? Knapp 30 Videobotschaften hat Klaus Kobjoll in seinem Videokanal schon veröffentlicht. Die jüngste Video-Botschaft ist zwei Monate alt, die älteste mehr als drei Jahre. Und trotzdem sind alle Aussagen so aktuell, als ob sie erst gestern veröffentlicht worden wären. Aus den Worten von Klaus Kobjoll sprechen mehr als 40 Jahre Unternehmererfahrung. Das merkt man fast an jedem Satz. Sehr authentisch. Und an markigen Sprüchen fehlt es auch nicht. Da kommt der Speaker in Klaus Kobjoll heraus.

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