In V - Existenzgründung

Wer zu Hause gründet, hat die besten Überlebenschancen



Fotograf: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com

Es gibt bestimmte Paradigmen, mit den wächst man auf. So habe ich früh gelernt, dass Gründer in Großstädten bessere Chancen haben als Gründer, die auf dem Land starten. Die Begründung war immer, dass man in den Großstädten mehr kaufkräftige Kunden finden würde und man zudem mehr Gleichgesinnte trifft, mit denen man sich austauschen und neue Kontakte knüpfen kann. Zudem sei alles dynamischer und es gebe auch viel mehr Veranstaltungen, auf denen man know How und Kontakte sammeln könnte. Und wenn man ein Web-StartUp gründen wolle, käme man ja eigentlich gar nicht an Berlin vorbei, nach Aussagen viele die „WebStartUp-Hauptstadt der Welt“. Aber wie es immer mit Paradigmen ist. Da kommt auf einmal jemand und stellt alles in Frage, so vor kurzem geschehen. Zwei Wisschenschaftler aus Dänemark behaupten nach Erstellung einer Studie, dass man dort die besten Chancen als Gründer hat, wo man aufgewachsen ist. Die Zeit fasst die Aussagen der Wissenschaftler wie folgt zusammen:

„Wer zu Hause gründet, hat die größeren Chancen auf Gewinne und auf das Überleben seiner Firma. Zu diesem Ergebnis sind Michael Dahl (Universität Aalborg) und Olav Sorenson (Universität Yale) gekommen, nachdem sie 13166 dänische Start-ups untersucht haben. Restaurants, Steuerberatungsbüros, Architekturfirmen, Softwareschmieden, Medizintechniker und so weiter. Dieses etwas unerwartete Ergebnis hielt auch stand, wenn die Heimat eines Gründers auf dem Land lag – und das wirtschaftliche Umfeld für eine junge Firma damit schlechter zu sein schien als in einer Industrieregion.“ Im ersten Moment könnte man sich beruhigen und sich denken: „Glaube keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast. Aber ganz so einfach kann man die Ergebnisse nicht wegwischen, den die beiden Dänen begründen ihre Ergebnisse eindrucksvoll:

„Die beiden Forscher begründen den Zusammenhang zwischen Heimat und Erfolg mit einer besonderen Art von Vermögen, das Gründer in ihrer Region besitzen: dem sozialen Kapital. Dazu gehört, die Region gut zu kennen und auch die Lebensweisen und Vorlieben der Menschen dort. Der Begriff soziales Kapital beschreibt das Netz von Beziehungen, das ein Mensch in seiner Heimat pflegt und das ihm einen Vorteil gegenüber Ortsfremden bringt – weil er sich Verbindungen nicht erst mühsam neu aufbauen muss: »Vitamin B«. Soziales Kapital schafft damit für Gründer ein günstigeres wirtschaftliches Umfeld. Familie und Freunde treten für die Gründer ein, wenn sie beispielsweise Probleme haben, bei der Bank einen Kredit zu bekommen.“

Das ist nicht das einzige Ergebnis o.g. Studie. So ist das Vermögen der Eltern ein wichtiger Erfolgsfaktor für Gründer. Denn häufig werden erfolgreiche StartUps zu Beginn von Family und Friends finanziert. Zudem helfen häufig Familienmitglieder und Freunde ehrenamtlich mit, um das Unternehmen aufzubauen, ohne dass eine Personalkostenexplosion das jähe Ende des Unternehmens bedeutet. Und nun? Die Quintessenz ist, dass die Welt eben komplexer und bunter ist, als uns viele glauben machen. Man sollte sich zu Beginn sehr genau klarmachen, welche Erfolgsfaktoren am wichtigsten sind, um ein Unternehmen aufzubauen. Und dann erst sollte man überlegen, ob man das macht, was alle machen, oder ob man etwas anders macht. Letztlich ist auch alles eine Frage des Timings. Nicht immer ist der Standort zu Beginn auch langfristig der Beste. Also bitte selber nachdenken!

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