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Syngenta steigert Umsätze in Entwicklungsländern durch ein innovatives Lieferantenkreditmodell


Foto: Syngenta

Der Schweizer Pflanzenschutz- und Saatguthersteller Syngenta kommt derzeit relativ gut durch die Krise, denn das Wachstum der Weltbevölkerung sorgt für eine stetig steigende Nachfrage von Lebensmitteln und damit auch für einen wachsenden Absatz von Pflanzenschutzmitteln und speziell gezüchteten Saatgut. Jedoch gibt es mit Monsanto, DuPont und Bayer drei schlagkräftige Konkurrenten. Deshalb muss sich Syngenta im Rahmen der weltweiten Expansionsstrategie ständig neue Ideen einfallen lassen, wie die WiWo aktuell berichtet:

„Weil es in der Finanzkrise vor allem für Bauern in Schwellenländern schwierig wird, den Einkauf von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut bei ihrer Bank vorzufinanzieren, hat Syngenta ein innovatives Modell entwickelt: Bauern erhalten Produkte und treten dafür einen Teil der zukünftigen Ernte ab, den die Schweizer an den Warenbörsen auf Termin verkaufen.“

Risikolos ist diese Absatzsteigerungsstrategie natürlich nicht, denn bei Missernten schaut auch Synganto „dumm aus der Wäsche“. Dieses Risiko kann allerdings abgefedert werden, indem die Gewinnbeteiligung bei planmäßiger Ernte deutlich höher als der Verkaufspreis ist, man in verschiedenen Regionen „investiert“ und man evtl. auch Versicherungen gegen Missernten abschliesst. Auf jeden Fall handelt es sich um eine clevere Markteintrittsstrategie mit der Hoffnung, bei entsprechendem Erfolg der Kunden diese ans Unternehmen zu binden.

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2 Responses to Syngenta steigert Umsätze in Entwicklungsländern durch ein innovatives Lieferantenkreditmodell

  1. Ich denke, wir können davon ausgehen, dass bei Mißernten die Bauern in den Schwellenländern diejenigen sind, die am „dümmsten aus der Wäsche“ schauen.

    * Bei normalen Ernten ist die „Erfolgsbeteiligung“ über dem Verkaufspreis -> Der Pharmakonzern gewinnt.

    * Bei schlechten Ernten verdient der Pharmakonzern seinen normalen Verkaufspreis -> Was bleibt dem Bauern?

    * Bei Mißernten -> Der Pharmakonzern hat „Versicherung“, der Bauer nichts zu beissen.

    „Best Practice“, sicher. Aber nur aus Sicht des Pharmakonzerns. Oder sehe ich das zu skeptisch?

  2. Hallo Stefan,

    tatsächlich schaut der Bauer bei einer Missernte von allen Beteiligten am Dümmsten aus der Wäsche, das hat aber nichts mit dem Angebot von Syngenta zu tun. Vielmehr ist Syngenta ein Partner, der am Risiko mitbeteiligt ist. Wünschenswert wäre natürlich, wenn weitere Partner Risikosharing machen würden.

    Aus meiner Sicht besteht die Chance, dass der Bauer mit Syngenta einen starken Partner an der Seite hat, der jetzt nicht nur Interesse hat, ihm Saatgut und Pflanzenschutzmittel zu verkaufen, sondern dass die Ernte erfolgreich wird, weil Syngenta dann am meisten profitiert.

    Tatsächlich ergeben sich dadurch aus meiner Sicht ganz neue Chancen. Wie wäre es, wenn Syngenta alle Kunden in eine Genossenschaft packt, die dann höhrer Verkaufspreise erzielen können? Auch könnte Syngenta Wetteranalysen an die Bauern weitergeben und konkrete Empfehlungen abgeben…..

    Aber Achtung: Ein Unternehmen kann nicht die Welt retten! Deshalb finde ich es einen guten Ideenansatz, der jetzt noch weiter ausgebaut werden kann.

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