In Finanzen

Wenn die Bank StartUps vor neuen Konkurrenten schützt



Bildquellenangabe: Cornerstone / pixelio.de

Wer eine neue Geschäftsidee hat, sollte u.a. prüfen, welche Markteintrittsbarrieren bestehen oder aufgebaut werden können, um sich vor weiteren unliebsamen Konkurrenten zu schützen bzw. die Zahl so klein wie möglich zu halten. Ein typisches Beispiel dafür sind Patente. Wobei sich immer mehr Experten nicht sicher sind, ob Patente vielleicht gar nicht lange schützen und eher eine Anleitung zum Nachbauen sind, siehe hier. Eine andere Möglichkeit sind Exklusivverträge mit Lieferanten, die ein einzigartiges Produkt anbieten. Diese Möglichkeiten sind bestimmt schon bekannt. Aber wusstet Ihr auch, dass Banken vor zu vielen unliebsamen Konkurrenten schützen können?

I tell you a story: Vor kurzem war ich bei einer Betriebsbesichtigung der Klassikstadt in Frankfurt. Das Angebot ist mit dem der Meilenwerke zu vergleichen. Sprich: Oldtimer-Freunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Solch ein edles Umfeld ist dafür prädestiniert, Events zu veranstalten. Allerdings ist es schon aus versicherungstechnischen Gründen schwierig, ein Event dort zu veranstalten, wo ungeschützt die Autos stehen und z.B. schnell verkratzt werden können. Deshalb gibt es angrenzend zu den Showrooms einen Event-Room, in dem edle Events veranstaltet werden können und man trotzdem Blick auf die schicke Kulisse hat.

Natürlich wollten die Macher der Klassikstadt den Kauf dieser Räumlichkeiten und die Umbauarbeiten zu einem großen Teil von ihrer Hausbank finanzieren lassen. Die sagte allerdings nein, denn es gäbe schließlich keinen solventen Mieter mit einem langfristigen Mietvertrag. Deshalb müsse die Bank die Kreditanfrage leider ablehnen. Dank der Investoren, die auch die anderen Räumlichkeiten mitfinanzierten, konnte die Eventlocation in der Klassikstadt doch finanziert und errichtet werden. Mittlerweile gehören diese Räumlichkeiten zu den höchst rentabelsten im gesamten Gebäude. Aber leider gelten bei der Kreditvergabe andere Kriterien, die schwerer wiegen.

Und was ist an dieser Story besonders lustig: Fast jede namhafte Bank in Frankfurt hat schon ein Event in der Klassikstadt gefeiert. Die Moral von der Geschichte: Banken taugen immer seltener als Finanzierungspartner, dafür aber immer noch als Kunden und Markteintrittsbarrieren. Deshalb schimpft nicht zu viel auf die Banken, denn Sie haben noch wichtige Funktionen 🙂 Und letztlich werden in einigen Jahren wir Crowds via p2p-lendingPlattformen das Finanzierungsgeschäft selber übernehmen, nachdem auch viele Genossenschaftsbanken nicht mehr die Aufgaben erfüllen, die man von Genossen erwarten könnte.

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