richtigdickefischeangeln

In Finanzen, V - Buchbesprechung

Buchbesprechung „Richtig dicke Fische angeln“ von Sven von Loh

Gemeinsam mit seinem Team aus Innovations- und Technologie-Experten unterstützt Sven von Loh als Berater Business Angels, Seed-Fonds, Family sowie Mittelständler und Konzerne bei ihrer Auswahl passender Investments. Sein Wissen will er mit seinem in diesem Jahr erschienenen Buch Richtig dicke Fische angeln: Der Bewertungs- und Finanzierungsleitfaden für Investoren & Startups weiter geben. Sven von Loh richtet sich mit seinem Buch sowohl an Gründer als auch Investoren.

Gründer sollen mit diesem Buch erfahren, welche Faktoren den Erfolg beeinflussen, wie sie ihr Vorhaben finanzierungsfähig machen und den passenden Investor finden. Er zeigt ihnen, wie Investoren „ticken“. Das gilt nicht nur für die Verhandlungs- und Einstiegsphase, sondern auch für den Exit. Damit sollen falsche Erwartungen und Hoffnungen gleich im Keim erstickt werden. Umgekehrt sollen Investoren mit diesem Buch einen StartUp-Bewertungsleitfaden erhalten. Entsprechend zeigt der Autor im ersten Abschnitt, wie StartUps Werte schaffen, Kunden gewinnen, sich laufend neu erfinden und Märkte revolutionieren können. Im zweiten Abschnitt beschreibt er den gesamten Prozess von Kapital- und Investorensuche bis zum Einstieg in den Ausstieg.

Ich persönlich finde gerade den zweiten Abschnitt des Buches sehr spannend, weil hier die Kernkompetenz des Autors zur Geltung kommt. Er erläutet z.B. sehr anschaulich, welche fünf Anbahnungsfehler StartUps machen, wenn Sie Investoren ansprechen:

  • Mangel an Professionalität und Auftreten
  • Der Investor bzw. Investmentmanager weiß mehr über den Markt als die Gründer
  • Gründer verwenden die rosarote Brille und kennen nicht ihr potenziellen Wettbeweber
  • Das Geschäftmodell ist nicht belastbar und nachhaltig und enthält Fehler oder Lücken
  • Die Gründer sind nicht mit den Erwartungen der Investoren vertraut

Gerade bei der Sendung „Die Höhle der Löwen“ kann man immer wieder sehen, dass die Gründer die o.g. Fehler immer wieder machen. Ebenso sind längst nicht alle Gründer mit den üblichen Bewertungsmethoden der Investoren vertraut. Deshalb klaffen hier zwischen Wunsch und Wirklichkeit häufig enorme Lücken. Sven von Loh geht in einem Kapitel sehr ausführlich auf diese Problematik ein. Folgende Bereiche werden bei der Bewertung überprüft:

  • Wertversprechen-Check
  • Markt-Check
  • Gründer-Check
  • Geschäftsmodell-Check
  • Innovationsfähigkeits-Check
  • Disruptions-Check
  • Skalierbarkeits-Check
  • Go-To-Market-Check

Jeder Gründer, der Investoren für sein StartUp-Vorhaben sucht, aber nicht mit allen o.g. Punkten etwas anfangen kann, sollte sich dieses hier besprochene Buch näher Anschauen. Vielleicht auch nur, um festzustellen, wann es nicht sinnvoll ist, Investoren anzusprechen. Und jeder Investor, der bei der Bewertung bisher vorwiegend intuitiv vorgegangen ist, sollte mit Hilfe dieses Buches Weiterbildung betreiben. Aber letztlich kann das natürlich nur die Basis bilden. Es ersetzt nicht den persönlichen Austauschen mit StartUps und Investoren. Denn gerade in persönlichen Gesprächen werden Geheimnisse verraten, die auch Sven von Loh (vielleicht aus guten Gründen) nicht lüftet.

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