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Vespa feiert 60. Geburtstag – erfolgreich durch Querdenker

Die Vespa ist seit 60 Jahren eine Erfolgsstory. Mittlerweile wurden 17 Millionen Motoroller mit der Wespentaille verkauft. Und vielmehr ist sie ein Kultobjekt geworden. Die Zahl der Vespa-Clubs ist beneidenswert. Wie fing alles an? Enrico Piaggio hatte ein schwieriges Erbe seines Vaters, der 1938 starb, zu übernehmen. Da die Piaggio-Werke während des 2. Weltkrieges Kriegsflugzeuge herstellten, wurde das Werk am Ende des 2. Weltkrieges fast vollständig von den Amerikanern zerstört. Enrico Piaggio hatte die Idee, die Schwäche der italienischen Automobilindustrie nach dem Krieg zu nutzen, indem ein kostengünstiges Motorrad den Massen angeboten werden sollten.

Der erste Prototyp dieses Motorrades, der vom Piaggo-Ingenieur Renzo Spolti entwickelt wurde, gefiel Enrico Piaggio aufgrund der herkömmlichen Bauweise nicht. Deshalb beauftragte er seinen fähigsten Ingenieur Corradino d’Ascanio, der sich vorher mit der Konstruktion von Hubschraubern und Flugzeugen beschäftigt hatte, mit der Entwicklung des zweiten Prototypen. Und genau dieser Querdenker entwickelte dieses einzigartige Fahrzeug. Im Gegensatz zum üblichen Motorrad platzierte er den Motor am Hinterrad und ermöglichte dadurch in der Mitte einen tiefgezogenen Einschnitt. Die selbsttragende Karosserie wurde aus Stahlblech gepresst und war damit wesentlich stabiler als die üblichen Rohrrahmen der Motorräder und durch ein Blechschild wurde der Fahrer vor Schmutz und Spritzwasser geschützt. Damit war das Fahrzeug auch frauen- und familientauglich.

Der Prototyp mit der internen Bezeichnung „MP 6“ wurde im Oktober 1945 fertiggestellt. Aufgrund seiner Form (Wespentaille) und der Motorisierung (98 ccm) wurde das Fahrzeug von Enrico Piaggion „Motoscooter 98 Vespa“ getauft. Im April 1946 wurden die ersten 15 Fahrzeuge ausgeliefert. Durch geschickte Werbung gelang es dem Hersteller Piaggio bereits vor der Auslieferung des ersten Exemplars die gesamte Jahresproduktion im vorhinein zu verkaufen. Bis 1949 konnten bereits 35.000 Vespas verkauft werden. In den 50ern wurden die Vespas z.B. auch in Spanien und Deutschland zum Exportschlager.

Und lange vor Pirelli legte Piaggio in den 50ern den erotischen Vespa-Kalender mit Pin-Up-Girls auf. Die Auflage erreichte schon damals schnell eine Zahl von 275.000 Kalendern im Jahr. Sex sells war schon damals ein Verkaufsgeheimnis. Schliesslich machte 1953 der Film „Ein Herz und eine Krone“, indem die Vespa neben Gregory Peck und Audrey Hepburn eine „Hauptrolle“ hatte, die Vespa weltberühmt. Ob man hier schon von Product Placement reden kann, weiss ich nicht, aber positive Effekt war erkennbar. Infquelle: Vespa, Handelsblatt und germanscooter-wiki.

Fazit: Mit einem einmaligen Produkt, das eine neue Fahrzeugklasse definiert hat und durch einen Querdenker entwickelt wurde, hat Piaggio die Basis für einen Verkaufshit gelegt. Mit cleverer Werbung wurde dann die Vespa weltbekannt und zum Verkaufsschlager.

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