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Kundenbindung bzw. Mehrumsätze für Fahrschulen

Vor kurzem habe ich hier im Blog ein Beispiel gebracht, wie eine Fahrschule durch ungewollte Mundpropaganda viele neue Kunden gewinnt und unter den Jugendlichen fast einen Kultstatus einnimmt. Dieser Artikel hat mich dazu veranlasst, etwas länger über das Geschäftsmodell und die Einnahmenquellen einer Fahrschule nachzudenken:

Die Fahrschulen haben es wirklich nicht leicht. Sie müssen Kunden anwerben und nach erfolgreicher Fahrprüfung sind die Kunden meist für immer weg. Somit kommt der Fahrschule die Kundenwerbung sehr teuer, weil ja „Wiederholungstäter“ innerhalb der Kundschaft eher die Ausnahme sind. Wie könnte man jetzt aber doch aus einen Erstkunden einen langfristigen Bestandskunden machen? Einige Ideen sind mir spontan eingefallen:

  • Fahrertraining anbieten
    Viele junge als auch ältere Fahrer reagieren falsch, wenn Sie plötzlich und unerwartet in eine schwierige Verkehrssituation geraten, wie z.B. Aquaplaning, Rehe auf der Fahrbahn, schnell bremsender LKW etc. Deshalb werden vom ADAC und vielen Autoherstellern spezielle Fahrertrainings angeboten. Warum sollten nicht auch Fahrschulen so etwas können und regelmäßig ihren ehemaligen Fahrschülern aber auch Firmen solche Events anbieten.
  • Trainings mit Fahrzeugsimulator anbieten
    Gerade an diesem Wochenende war ich auf einem Stadtteilfest in Frankfurt unterwegs. Innerhalb dieses Festes war auch eine kleine Gewerbeschau integriert. Und genau ein Stand war die ganze Zeit belagert, nämlich der einer Fahrschule. Warum? Hier konnten die Kleinen und Großen im Videospiel ihre Fahrkünste ausprobieren. Warum schafft sich eine Fahrschule eigentlich nicht einen Fahrsimulator an und trainiert damit die Kunden. So könnte z.B. den Kunden spielerisch beigebracht werden, worauf man achten sollte, wenn man ins Schleudern gerät.
  • Techniktrainingskurse anbieten (Von Ölwechsel bis kleine Inspektion)
    Auch hier bietet der ADAC seit Jahren Technikkurse für Anfänger an. Warum sollte die Fahrschule hier nicht auch entsprechende Kurse anbieten. Denn dem Autobesitzer stellen sich viele Fragen: Worauf muss man bei einem Ölwechsel achten. Wie kann man schnell und unk9mpliziert die Scheibenwischer wechseln. Kann man die kleine Inspektion evtl. selber durchführen? Wie kann man durch eine Stichprobe prüfen, oder die Fachwerkstatt die Inspektion oder Reparatur ordnungsgemäß durchgeführt hat.
  • Eventreisen zu Formel 1 und DTM organisieren
    Die Zahl der Formel 1 Fans ist seit den Erfolgen von Schumi rasant gestiegen. Warum organsiert eine pfiffige Fahrschule nicht regelmäßig Reisen zu Formel 1 Rennen. Es könnten auch Gutscheine für Erlebniswochenenden verkauf werden, innerhalb derer man einen Formel 3 Rennwagen selber fährt oder als Beifahrer eines Ralleyfahrers Platz nimmt. Ich kenne genug, die so etwas einmaliges einmal erleben wollen.
  • Verleih von und Kurse für Funfahrzeuge
    Mittlerweile findet man auf den Straßen immer mehr exotische Fahrzeuge, wie z.B. Trikes, Quads, Karts mit Strassenzulassung etc. Warum bietet die Fahrschule nicht spezielle Fahrtraingings für diese speziellen Fahrzeuge an und verleiht anschliessend (evtl. in Kooperation mit Spezialverleihern) diese Fahrzeuge. Wenn mich meine alte Fahrschule zu einem Quad-Erlebniswochenende einladen würde und der Preis akzeptabel wäre, würde ich bestimmt kommen. Es ist doch manchmal so einfach, Kunden eine kleine Freude zu machen und damit noch Geld zu verdienen.
  • Vertriebskooperation mit Autohaus
    Warum gibt es eigentlich in den wenigsten Fahrschulen ein Sonderangebot für den Kauf eines Neuwagens oder Gebrauchten? Hier würde doch evtl. die Vertriebskooperation mit einem Autohaus Sinn machen. So könnten z.B. die Kunden der Fahrschule zu exklusiven Fahrzeugeneueinführungen oder Probefahrten eingeladen werden. Umgekehrt könnte man ja vielleicht nach Feierabend oder am Wochenende die Reparaturwerkstatt nutzen, um o.g. Kurse anzubieten.
  • Branchenfremde Weiterbildungskurse anbieten
    Man könnte aber noch ein bißchen mehr querdenken. Wie wäre es z.B. damit, die Kursräume der Fahrschule auch tagsüber auszulasten? Dann werden sie ja meistens nicht genutzt. Man könnte ja z.B. zielgruppenspezifische, aber fachfremde Kurse anbieten. Wie wäre es z.B. mit Bewerbungstrainings, schließlich stehen die meisten jungen Fahrschüler auch kurz vor den ersten Bewerbungen. Wenn man etwas länger nachdenken würden, würde einem sicherlich noch mehr dazu einfallen.

Diese Liste ist sicherlich noch nicht vollständig, aber für den Anfang sicherlich eine gute Denkhilfe, um mehr aus seinen Möglichkeiten als Fahrschule herauszuholen. Und eins sollte man dabei nicht vergessen. Umso mehr Kundenkontakte man hat, umso größer ist auch die Chance, weiterempfohlen zu werden. Kostenlose Mundpropaganda also noch inklusive. Zudem muss man ja auch nicht alle Angebote selber realisieren. Häufig macht auch die Kooperation mit einem Spezialanbieter Sinn.

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13 Responses to Kundenbindung bzw. Mehrumsätze für Fahrschulen

  1. eine weitere Idee: Training für Linksverkehrfahrten. Ist z.B. eine Reise in ein Linksverkehr-Land wie z.B. Südafrika oder Australien geplant ist häufig der Linksverkehr eine Hürde bei der Idee sich einen Mietwagen zu leihen.
    Warum nicht hier ein Training anbieten eventuell sogar in einem Linksverkehrland um die Ecke wie z.B. England a la Traing und Wochenentrip in London

  2. Hallo Christopher,

    die Idee gefällt mir gut. Man könnte solch einen Fahrerkurs für Linksverkehr z.B. am Tag des Abfluges in das Linksfahrerland anbieten. So könnte z.B. die Fahrschule die Gruppe am Flughafen abholen, sie den Tag trainieren und dann rechtzeitig vor dem Abflug wieder zum Flughafen bringen. Solch einen Triningskurs könnte man über die Fluggesellschaften oder Reisebüros vertreiben und pr-technisch gut vermarkten.

  3. […] Gekoppelte Angebote im Einzelhandel Das Deutsche Seminar für Städtebau und Wirtschaft (DSSW) – eine Initiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft – hat untersucht, welche Angebote Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen mittlerweile kombinieren und wie sich die Branchen vermischen. Über 200 Angebote hat es ausfindig gemacht. Umso exotischer die Kooperation ist, z.B. Schuhe und Wein, umso erfolgreiche ist sie. Der Angebotsmix funktioniert nur, wenn die Einzelhändler mit den Angeboten die gleiche Zielgruppe ansprechen und somit die potenzielle Klientel vergrößern. Warum der Q-Faktor bei der Kooperation von Einzelhändlern so wichtig ist Jetzt hat auch ein französischer Physiker das nachgewiesen, was Gründungsberater für den Einzelhandel längst schon wussten: Geschäfte mit ergänzendem Angebot in unmittelbarer Umgebung sind eine gute Garantie für gute Umsätze. Deshalb sollte man für die Standortanalyse nicht nur die Zahl der Kunden und Wettbewerber in näherer Umgebung beachten, sondern auch die Zahl der Geschäfte mit Komplementärprodukten. Länderwochen als vernetzte Aktion des Einzelhandels Regelmäßig veranstaltet der Kaufhof Galeria auf der Frankfurter Zeil sog. Länderwochen. Dann präsentiert sich z.B. die Toskana kulinarisch von der besten Seite. Man kann leckere Spezialitäten und Weine probieren und fühlt sich für wenige Minuten im Kurzurlaub. Von den Kunden werden diese Events begeistert angenommen. Aus meiner Sicht nutzen viel zu wenige Einzelhändler die Chance, im Verbund solche Länderwochen durchzuführen. Kooperationsmarketing zur Weihnachtszeit – mehr als ein Mitarbeiterincentive Der Abseits-Blogger hat vor einiger Zeit einen wichtigen Tipp für Gastronomen veröffentlicht: “Suchen Sie sich einen Kooperationspartner in einer anderen Branche, z.B. eine Friseur-Kette. Der Friseur lädt seine Mitarbeiter zu Ihnen ein und Sie schenken Ihren Mitarbeiter Geschenkgutscheine für einen Friseurbesuch. Beide Unternehmen profitieren nicht nur von geringeren Kosten für die Weihnachtsfreude und motivierten Mitarbeiter, sondern, wenn die Suppe nicht versalzen und die Haare nicht verbrannt sind, von möglichen neuen Kunden.” Besonders gut funktioniert diese Form von Kooperationsmarketing, wenn die Zielkunden beider Kooperationspartner ähnlich sind, aber es bisher nicht zu viele Überschneidungen schon gibt. Kundenbindung bzw. Mehrumsätze für Fahrschulen durch clevere Kooperationen Die Fahrschulen haben es wirklich nicht leicht. Sie müssen Kunden anwerben und nach erfolgreicher Fahrprüfung sind die Kunden meist für immer weg. Somit kommt der Fahrschule die Kundenwerbung sehr teuer, weil ja “Wiederholungstäter” innerhalb der Kundschaft eher die Ausnahme sind. Wie könnte man jetzt aber doch aus einen Erstkunden einen langfristigen Bestandskunden machen bzw. clevere Vertriebskooperationen eingehen. Mittelständische Kuriere ganz groß mit GO! In den 80er Jahren haben immer mehr lokale Kuriere entdeckt, dass man immer mehr Geschäft verliert, wenn man nicht auch überregional liefern kann. 1984 wurde in Hamburg die “Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kurierdienste” (ADK) gegründet. Hier fanden sich Mitglieder aus Deutschland zusammen, die sich schon aus gemeinsamer Zusammenarbeit kannten oder aus dem Mitgliederkreis empfohlen wurden. Im Jahr 1994 wird aus ADK eine echte Marke: General Overnight (GO!). GO! ist ein gutes Beispiel, wie sich mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland zusammenschliessen, sich auf lukrative Marktnischen konzentrieren und ohne großen Verwaltungsapparat erfolgreich werden. Leitfaden und Best-Practice-Beispiele für Kooperationen Viele kleine und mittlere Unternehmen haben erkannt, dass man sich spezialisieren muß, um erfolgreich zu werden bzw. zu bleiben. Auf der anderen Seite erwarten immer mehr Kunden ein Full-Service-Angebot. Die Lösung dieses vermeintlichen Dilemmas sind gezielte Kooperationen mit Partnerunternehmen. Wir empfehlen zwei Infobroschühren, die kostenlos zum Download zur Verfügung stehen. « YouTube: nicht klagen sondern beteiligen   Transavia – Fotos auf dem Urlaubsflieger » […]

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