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Dyson: Lieber Geld für neue Innovationen als für ein hohes Marketingbudget ausgeben

Im Rahmen der FAZ-Serie „Starke Marken“ wurde jetzt die Firma Dyson vorgestellt. Weltberühmt wurde der Erfinder James Dyson mit seiner gleichnamigen Firma durch den beutellosen Staubsauger, der herrkömmliche Staubsauger unter Aspekten der Saugleistung alt aussehen lässt. Der Weg bis dahin war sehr steinig. 15 Jahren Entwicklungszeit und 5127 Prototypen später war es endlich soweit: Unter dem Namen „Dual Cyclone“ führte Dyson 1993 seinen tütenlosen Staubsauger ein. Mittlerweile ist er in USA und Australien Marktführer.

Was sind jetzt die Erfolgsfaktoren dieses Unternehmens? Die Firma investiert 10 % ihres Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung und nur 2 % in Marketingausgaben. Die Konkurrenten machen es genau umgekehrt. Nach Aussagen von Dyson ist seine Strategie langfristig erfolgreicher. Denn nur mit coolem Aussehen und pfiffigen Vermarktungsideen verdient man nicht nachhaltig Geld, sondern nur mit patentierbaren Produkten, die alltagstauglich sind und ein spezifisches Problem des Kunden löst. Wenn man bedenkt, dass die herrkömmlichen Staubsauer auf der Basis einer Erfindung aus dem Jahr 1901 basierten, dann war eine Neuerfindung mehr als nötig.

Jedoch ist ein pffifiges Design für den erfolgreiche Markteinstieg nicht hinderlich. So hat Dyson nicht nur einen Staubsauger mit einer revolutionären Technologie eingeführt, sondern auch mit enem rassigen Design. Dank seines unverwechselbaren Äußeren avancierte der Dyson-Staubsauger zu einem Statussymbol für den umwelt- und hygienebewußten Single-Haushalt. Mehr als 40 % der Kunden sollen Männer sein. Somit hat Dyson nicht nur ein neues Produkt, sondern auch eine neue Kundengruppe erobert.

Letztlich hat Dyson auch einen Sinn für clevere Vermarktung. So ist der 58 jährige Tüftler Hauptfigur in seinen Werbespots und Verkaufsfoldern. Ähnlich wie sein Landsmann Branson vermarktet er seine Person zum Wohle des Unternehmens. So hat er ein Buch über seine Erfolgsstory veröffentlicht und auch auf seiner Webseite gibt es viele Infos über die persönliche Successtory Dyson. Auch cleveres Product Placement half ihm, die atemberaubenden Verkaufserfolge zu erzielen. David Schwimmer, Hauptdarsteller der Fernsehserie „Friends“ und begeisterter Dyson-Kunde, überzeugte die Produzenten davon, dem Dyson-Staubsauger „eine Nebenrolle“ in der Serie zu geben.

Auf diese Erfolge ruht sich Dyson allerdings nicht aus. Schliesslich kopieren immer mehr Konkurrenten seinen Staubsauger, um auch einen Stück vom lukrativen Kuchen abzubekommen. Als nächstes will er den Markt für Waschmaschinen aufmischen. Seit 2001 bietet er die Waschmaschine „Contrarotator“ an, die mit zwei gegenläufig rotierenden Trommeln schneller und kostensparender arbeitet als vergleichbare Produkte. Vor kurzem hat er den neu entwickelten Handtrockner „Airblade“ vorgestellt, der die herkömmlichen Heizgeräte in Waschräumen und Toiletten ersetzen soll. Wie Gizmodo herausgefunden hat, ähnelt der neue Airblade aber sehr einem Gerät von Mitsubishi, das es seit zehn Jahren auf dem Markt gibt. So muss auch Dyson die Erfahrung sammeln, dass nicht jeder Erfindung neu und einzigartig ist.

Weitere Hintergundinfos gibt es auch in einem Artikel bei business-wissen.

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8 Responses to Dyson: Lieber Geld für neue Innovationen als für ein hohes Marketingbudget ausgeben

  1. Ich hatte das Buch von Dyson gelesen und noch vor Erreichen der letzten Seite mir sofort einen Sauger bestellt. Nun steht er in der Ecke, ist zwar mega-stylish und wird von jedem männlichen Besucher ausführlich besucht, aber weder meine Putzfrau noch jemand anderes nimmt ihn gerne in die Hand – schon gar nicht um ihn zu leeren. Ich wünsche mir meinen Beutelstaubsauger zurück, ehrlich.

    Aber zwischen dem Lesen des Buchs und den ersten ernüchternden Erfahrungen mit dem Produkt war ich ja noch ganz heiß auf Dyson. Wollte mir sogar die im Buch noch beschriebe Dyson-Waschmaschine kaufen (brauchte eh gerade eine neue). Still und heimlich war sie aus dem Programm genommen worden. Nach ein wenig Googeln wusste ich, dass sie nie richtig funktioniert haben soll.

    Mein Resumee: Dyson versteht es sich selbst als Held zu verkaufen. Und mit diesem Trick eine Menge schicker Produkte. Die Waschmaschine konnte ich nie beurteilen, der Staubsauger ist aber leider nicht praxistauglich (zu schwer, zu kompliziert). Und mein Held Dyson ist leider keiner mehr…

  2. […] Nun lese ich hier, dass James Dyson wieder etwas Neues neu erfunden hat – das Händetrocknen. […]

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  5. […] Deshalb gratuliere ich der Firma Dyson, die endlich! ein neuartiges Gerät entwickelt hat. “Airblade” bringt es auf nur 10 Sekunden und die Hände sind trocken, ganz ohne Einsatz von Hitze. Die Luft wird über einen digitalen Motor auf bis zu 650 km/h beschleunigt und trocknet über kleinste Düsen die Hände.  Ist doch innovativ und dafür hat Dyson jetzt den Gastro Innovations-Preis 2008 erhalten. (Einen guten Bericht über Innovationen  […]

  6. […] hat Landmaschinenhersteller Lemken – Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland als Vorbild Dyson: Lieber Geld für neue Innovationen als für ein hohes Marketingbudget ausgeben WiWo-Interview mit dem Querdenker Götz […]

  7. […] Philips Power Pro, Staubsauger · Produkttests | RSS 2.0 | Respond | Trackback … Dyson: Lieber Geld für neue Innovationen als für ein hohes … 14. Okt. 2006 … Weltberühmt wurde der Erfinder James Dyson mit seiner gleichnamigen […]

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