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Nächster Anlauf für die Doc Morris Apotheke in Deutschland

Im Juli 2006 haben wir hier im Blog darüber berichtet, dass Doc Morris eine Apotheke in Saarbrücken erworben und danach unter ihrem Label eröffnet hat. Schnell haben Standesvertreter dagegen geklagt und bisher Recht bekommen. Begründung: Nach deutschem Standsrecht dürfte an einer Apotheke in Deutschland nur ein Apotheker beteiligt sein und keine Kapitalgesellschaft. Doc Morris ist dagegen in Berufung gegangen, hat aber in der Zwischenzeit nach anderen Lösungen gesucht.

Jetzt hat der findige Vorstandsvorsitzende Ralf Däinghaus mit seinem Team eine neue Idee. Ab heute öffnet im saarländischen St. Wendel eine Apotheke unter seinem DocMorris-Logo. Die Apotheke ist nach wie vor Inhabergeführt. Die Inhaberin zahlt jedoch eine Lizenzgebühr dafür, ihre Pillen künftig unter dem DocMorris-Logo zu verkaufen. Das Ganze klingt also ähnlich wie ein Franchisesystem. Nicht verwunderlich, dass laut Spiegel-Online in den nächsten Jahren 500 Doc Morris Filialen in Deutschland geplant sind. Denn das Wachstum a la Franchise ist längst nicht so kapitalintensiv.

Lohnt sich dieser Weg für alle Beteiligten? Es scheint so. Doc Morris wird zwar weniger verdienen, als wenn es Inhaber der Apotheken wäre, kann aber auch durch oben beschriebenes Konzept schneller wachsen. Zudem entsteht dadurch ein schöner Cross-Selling-Effekt zwischen Online- und Offline-Vertriebskanal. Mal schauen, ob dieser Weg rechtlich unangreifbar ist. Die Lizenznehmer werden neben dem guten Logistikkonzept insbesondere von dem Image als preisgünstiger Anbieter profitieren. Wie wertvoll das sein kann, beweist derzeit das Aldiangebot, Reisen zu verkaufen. Die Server brechen wegen der hohen Nachfrage zusammen, obwohl die Reisen gar nicht so unschlagbar günstig sind. Image ist halt fast alles.

Ich vermute, dass clevere Ratgeber schon vorher die Idee haten, mit einem Lizenzsystem zu starten. Allerdings war es natürlich unter PR-Gesichtspunkten effektiver (wenn es auch vielleicht nicht geplant war), erst einmal den streitbaren Weg zu gehen. Insgesamt ist das Konzept, günstige nicht verscheibungspflichtige Medikamte zu verkaufen, gar nicht mehr so einmalig in Deutschland. Wir haben z.B. hier im Blog schon über ein ähnliches Konzept berichtet.

Dass Ralf Däinghaus in vielen Bereichen neue Weg geht, zeigt sich daran, dass er als einer der wenigen einen CEO-Blog betreibt. Nach vielen Artikeln folgen nahezu Schimpftriaden von Kommentatoren, die sich meistens nicht zu erkennen geben. Diese Kommentatoren merken anscheinend nicht, dass Sie mit Ihren Meinungsbekundungen (vom Wortstil meist unter der Gürtellinie) sich selber mehr und mehr ins Abseits stellen.

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6 Responses to Nächster Anlauf für die Doc Morris Apotheke in Deutschland

  1. […] Doc Morris ist nicht der erste Anbieter, der auf die Idee gekommen ist, nicht verschreibungspflichtige Medikamente zum Discount anzubieten. Wir haben hier im Blog bereits über ein anderes Konzept berichtet. Trotzdem scheint das Angebot von Doc Morris, unter derem Label gegen Lizengebühr zu agieren, auf eine enorme Nachfrage bei den Apothekern zu stoßen. […]

  2. […] Zwischen den Zeilen kann man ganz deutlich lesen, dass Celesio damit den direkten Weg zum Kunden gesucht hat und sich von anderen Discountern, wie z.B. Schlecker, nicht abhängig machen will, die wohl auch mit großer Kraft ins Apotheken-Endkundengeschäft (als Produktsortimentserweiterung) drängen. Doc Morris war nicht so sehr wegen dem Online-Vertriebskanal so eine schöne Braut, sondern wegen dem Markennamen und der First-Mover-Aktion, ein Lizenzkonzept in Deutschland umzusetzen. Wir haben darüber bereits hier und hier darüber berichtet: Seit 2007 kooperiert DocMorris bundesweit mit Vor-Ort-Apotheken. Bis April haben bereits 20 Apotheken aus sieben Bundesländern Markenpartnerschaft geschlossen. DocMorris plant in den nächsten fünf Jahren 500 Apotheken als Kooperationspartner zu gewinnen. […]

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