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elolly.de – social lending light

Durch einen kurzen Sendebeitrag in RTL 2 hat elolly.de viel Aufmerksamkeit erlangt. Gibt es nun also nach Zopa und Prosper auch in Deutschland die erste Online-Vermittlungsplattform für private Kredite? Nicht ganz, da Elolly nach eigenen Angaben nur als Betreiber einer Homepage auftreten will, die lediglich Kontakte herstellt. Eine Kreditvermittlung soll nicht erfolgen, da diese Tätigkeit der vorherigen Genehmigung der Bafin unterliege. Deshalb wird auch nur eine einmalige Einstellgebühr von 9,5 EUR verlangt und keine Vermittlungsgebühr. Das erinnert mich an das Geschäftsmodell von 2tezahnarztmeinung.

Zur rechtlichen Beurteilung des Konzeptes schreibt die ftd folgendes: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kennt das Konzept, weitere Anbieter würden mit ähnlichen Modellen starten wollen. „Wir schauen uns in diesen Fällen an, ob die Nutzer einer solchen Plattform darauf erlaubnispflichtige Bankgeschäfte betreiben“, sagt ein Sprecher. Das wäre der Fall, wenn Privatpersonen oder Unternehmen auf dem Internetportal regelmäßig Geld verleihen, um daran zu verdienen. „Die BaFin kann sowohl gegen diese Personen einschreiten als auch gegen Unternehmen, die etwa in die Anbahnung oder die Abwicklung dieser Geschäfte einbezogen sind.“

Wenn man dem Artikel der FTD glauben darf, ist die Namensfindung besonders trollig gewesen: „Dirk Morina will es den Banken heimzahlen. Einst schickten sie ihn mit leeren Händen heim, als er um Startkapital für eine „wirklich gute Geschäftsidee“ bat. „Ihr Lutscher“, dachte er sich da, „euch zeig‘ ich es eines Tages!“ Vor gut einer Woche war es so weit: Morina ging mit dem ersten deutschen Internetportal für Kredite von privat an privat an den Start – unter dem Namen Elolly. Das englische „Lolly“ heißt Lutscher, das „E“ steht fürs Internet.“

Mir fehlen neben der Seriosität, die ich von solch einer Plattform erwarten würde, allerdings wichtige Elemente, die ich von einer Social Lending Plattform erwarten würde. So gibt es nach erster Durchsicht keine Kooperation mit einem Rating- und einem Inkassounternehmen. Um das Risiko weiter zu reduzieren, sollte das Pooling von Beträgen angeboten werden, um bei Ausfall eines Kreditnehmer keinen Totalausfall erleiden zu müssen (Diversifikationsprinzip). Weiterhin fehlt eine Versteigerungsfunktion, um den möglichst niedrigsten Zinssatz zu generieren. Zudem müsste natürlich in den AGB´s garantiert werden, dass die Daten nicht an Dritte ohne Genehmigung des Kreditnehmers weitergegeben werden dürfen. Ansonsten kommt eher das Gefühl auf, die Plattform gibt es nur, um Daten von potentiellen Kreditnehmern teuer verkaufen zu wollen. Gefunden bei basicthinking

Fazit: Nach erster Durchsicht müssen die Unternehmen, die hier in Deutschland eine Vermittlungsplattform nach dem Vorbild von Zopa oder Prosper vorbereiten, nicht zittern, dass Ihnen hier ein First Mover die Butter vom Brot nimmt. Dafür handelt es sich bei elolly zum einen eher um eine Social Lending Plattform light und zum anderen steht wohl kein finanzstarker Partner (Einzelunternehmer David Morina) dahinter, der vertrauenswürdig ist und eine schnelle Marktdurchdringung gewährleisten kann. Wenn man bedenkt, dass eine Plattform wie Zopa jährlich 0,5 Prozentpunkte vom Kreditnehmer erhält, dann weiß man, welche Einnahmepower hinter dem Geschäftsmodell einer „echten“ Vermittlungsplattform liegt. Diese Power, besser gesagt Geld, kann eingesetzt werden, um das Konzept schnell bekannt zu machen und damit die Zahl der Vermittlungen schnell zu erhöhen. Denn was bringt es, wenn ich eine geringe Einstellgebühr bezahle aber keinen Kredit erhalte. Deshalb wird die Zukunft einer Social Lending Plattform (Vollversion) gehören.

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9 Responses to elolly.de – social lending light

  1. Peter sagt:

    Aus den AGB:

    “Die Mitglieder erklären sich ferner damit einverstanden, dass die Daten gegen Entgeld an verschiedene Institutionen weitergegeben werden dürfen. ‹

  2. Danke Peter für den Hinweis. Deshalb habe ich ja auch in meinem Artikel folgendes geschrieben: „Ansonsten kommt eher das Gefühl auf, die Plattform gibt es nur, um Daten von potentiellen Kreditnehmern teuer verkaufen zu wollen.“

  3. […] Sehr schnell kam die Frage auf, ob Peer to Peer Kredite in Deutschland bankenrechtlich zulässig sind. Dazu hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, in der aktuellen Ausgabe ihres “BaFin Journals” nun öffentlich Stellung genommen. Ergebnis: “Für die reine Vermittlung von Krediten ist dabei keine Bankerlaubnis erforderlich. Kreditvermittlungsplattformen stehen demnach für sich genommen grundsätzlich nicht unter der Aufsicht der BaFin.” […]

  4. olafjust sagt:

    Die Webseite hat angeblich Wartungsarbeiten und das glaube ich nicht,daher werde ich gegen das Unternehmen Anzeige erstatten.
    Ich sehe nicht ein,das viele dubiosen Geschäftemacher hier im Internet auf ihre finanziellen Kosten und mit den ehrlichen Geldleihern hier ihr Unwesen treiben.
    Weiterhin wird sich die Verbraucherzentrale damit befassen.Die bereits bezahlten Mitgliedschaften müßen sofort zurück erstattet werden.Notfalls per Gericht.
    Mit freundlichen Grüßen
    Just

  5. monilo.de sagt:

    Liebe Blogger,

    …ein Rückblick: Vor ca 2 Jahren haben wir ebenfalls überlegt, eine Social Lending Plattform ins Leben zu rufen. Aufgrund technischer Details wurde es allerdings aufgeschoben bis heute. In wenigen Tagen wird auch unsere Plattform für private Kreditgeber und Kreditnehmer online gehen. Natürlich möchte ich nicht zuviel verraten bevor es nicht wirklich so weit ist. Nur soviel: Es findet weder ein blindes Anmelden statt, noch muss jemand bangen dass er die Registrierungsgebühr zum Fenster hinauswirft und keinen geeigneten Partner findet. Auch haben wir sehr darauf hin gearbeitet um wirklich beiden Parteien einen sicheren und angenehmen Ablauf möglich zu machen. Wir haben verbessert, was andere Anbieter unserer Meinung nach nicht angemessen gelöst haben.

    Gegen Adressenhandel! Jeder User der seine Daten zur Verfügung stellen möchte damit diese Weiterverwendet werden können kann dies FREIWILLIG tun! Es ist keine Voraussetzung für eine Anmeldung..

    Transparenz! Jeder User der sich anmelden möchte, kann vorab nachschauen ob ein Kreditgeber dabei ist der zu ihm passt.

    Schnelligkeit! Unser Abgleich erfolgt nach der erfolgreichen Registrierung innerhalb weniger Minuten. Wer möchte schon 24 Stunden warten?

    Seriösität! Bei uns finden Sie keine automatisierten Anmeldeprozesse die nur Ihr Geld verschlingen und nur eine einzige Person bereichern!

    http://www.monilo.de einfach. fair. leihen

    Wir finden die Idee einfach super und möchten uns von anderen Anbietern abgrenzen die keine Kundenfreundlichkeit haben oder sich einfach nur bereichern wollen.

    Noch kurz zu Herrn Morina: Ich bin mir sicher, Sie werden bald ebenfalls einige Dinge die Sie bei uns finden in “Elolly‹ verbessern. Wir sehen dies als Lob für unsere Arbeit.

    Mit freundlichem Gruß,

    Keno Hirsch
    Geschäftsführer http://www.monilo.de
    info@monilo.de

    PS: Jeder der Fragen hat ist herzlichst dazu eingeladen mir persönlich eine Email zu schreiben! Sagen Sie mir Ihre Meinung! Es würde mich freuen, Sie in wenigen Tagen beim Start von monilo.de begrüßen zu dürfen!

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  6. monilo sagt:

    Hallo liebe Blogger!

    Es freut mich euch mitteilen zu können dass die Social Lending Plattform Monilo.de nun fertiggestellt und online ist. Ich hoffe dass jeder den passenden Kreditpartner findet und stehe für Fragen gern zur Verfügung!

    info@monilo.de

    Mit freundlichem Gruß,

    Keno Hirsch
    Geschäftsführer
    http://www.monilo.de
    info@monilo.de

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