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FamilyCar: Zielgruppenfokussierung statt Herstellerabhängigkeit

Viele Unternehmer versuchen sich durch die Fokussierung auf eine bestimmte Zielgruppe einmalig zu positionieren und den Bedürfnissen der Kunden voll gerecht zu werden. Im Automobilhandel war das für viele Jahrzehnte nicht möglich, da sich der Händler fast immer exklusiv an einen Hersteller binden musste. Eine der geringen Ausnahmen war das Autohaus Becker, das Luxusautos verschiedener Marken an die Gutbetuchten verkauft hatte und damit lange erfolgreich war. Jetzt versuchen Autohändler auch andere Zielgruppen zu erobern. Ein Beispiel ist das Autohaus Family Cars, das im Mai 2006 in der Nähe von Münster die Toren öffnete und mittlerweile mehr als 15 verschiedene Automarken anbieten kann. Der no-big-deal-Blogger Georg Blum schreibt folgendes zu diesem Geschäftskonzept:

„Die Idee, bei einem Führungskräfte-Meeting entstanden, wurde mit einer 2,5 Mio. Euro Investition umgesetzt. Das Logo haben Kinderhände gemalt. Alles sehr authentisch und durchdacht. Kinderbetreuung von ausgebildeten Erzieherinnen. Reisen Sie aus Süddeutschland an, bucht man für sie ein Hotel. Zulassung und Versicherung werden für Sie organisiert. Die Übernahme des Neuen findet bei ihnen vor der Haustür statt. Das Auto ist bei Übernahme voll getankt. Geld-Zurück-Garantie ist obligatorisch. Verschiedene Zusatzgarantien runden das Angebot ab. Das Einzige, was noch fehlt, aber bis jetzt von keinem Kunden vermisst wird: eine Werkstatt. Von Zuhause aus können Sie schon mal im Internet über einfache Suchabfragen aus ca. 250 – 300 Autos auswählen und ein Finanzierungsangebot zu ihrem Traumwagen kalkulieren lassen.“

Das Potenzial ist enorm. Im Einzugsgebiet von Münster leben mehr als 600.000 Familien. Und nicht alle wollen einen Mercedes oder Toyota (die bisherigen Marken des Autohauses) erwerben. Jetzt wird der Autohändler quasi zum Automakler für Familien und kann mehr auf die Wünsche der Kunden eingehen. Ich bin mir sicher, dass es auch den Verkäufern mehr Spaß macht, beratend tätig zu werden. Ob die Werktstattmeister auch so begeistert sind, sich in 15 verschiedene Automarken einzuarbeiten, ist nicht bekannt 🙂

4 Responses to FamilyCar: Zielgruppenfokussierung statt Herstellerabhängigkeit

  1. […] Jahr 2007 habe ich hier im Blog über das Autohaus “FamilyCars” aus Münster berichtet, das sich darauf spezialisiert […]

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