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Wenn der Tischler zum Händler wird

In einem aktuellen impulse-Artikel lese ich über den Bonner Tischlermeister Josef Kolb, bei dem viele Kunden neben maßgefertigten Innenausbauten auch hochwertige Büromöbel, Sofas und Leuchten kaufen wollten. Jedoch war kein Hersteller interessiert, ihm Möbel zwecks Weiterverkauf zu liefern. Daraufhin initiierte er die Gründung der Einkaufsgemeinschaft CREATIS im Jahr 2005, die aus einem Zusammenschluss des Fachverbandes des Tischlerhandwerks Nordrhein-Westfalen und der MHK Verbundgruppe aus Dreieich (führende europäische Verbundgruppen für den Möbelhandel mit mehr als 1.500 Gesellschaftern und einem Jahresumsatz von 2 mehr als Milliarden Euro) entstand. Schon im ersten Jahr machte allein Schreinermeister Kolb damit rund 200.000 Euro zusätzlichen Umsatz.

Diesem Einkaufsverbund sind auch viele Tischler beigetreten, die schon lange im Cross Selling erfolgreich waren. Ein Beispiel dafür ist der Tischlermeister Dirk Böckstiegel aus Detmold. Er betreibt mittlerweile seit 12 Jahren mit erheblichem Erfolg neben der Tischlerei auch ein Möbelstudio. Dort zeigt er Produkte namhafter nationaler und internationaler Hersteller, ein Viertel der Ausstellung machen Kastenmöbel aus eigener Fertigung aus. Gerade diese Kombination verschafft ihm am Markt eine einzigartige Position. Die Kunden schätzen besonders die Produkttiefe. Angefangen von der Planung bis hin zur Fensterdekoration kann der Kunde bei Böckstiegel alles aus einer Hand bekommen.

Die Mitglieder können über die CREATIS-Einkaufsgemeinschaft Polstermöbel, Stühle, Kleinmöbel, Beleuchtung und Küchenelektrogeräte beziehen. Es gibt keine Mindestabnahmemengen oder Mindestumsätze bzw. exklusive Verpflichtung zum Einkauf über CREATIS. Das Leistungspaket umfasst noch eine ganze Reihe zusätzlicher Dienstleistungen. So nehmen alle CREATIS-Partner an der Zentralregulierung der Industrie- und Handels-Treuhand GmbH (IHT) teil. Dabei übernimmt die IHT für alle Partner das Delkredere. Das „Standing“ der Tischlerbetriebe gegenüber den Lieferanten werde dadurch erheblich erhöht. Über die MHK-eigene Cronbank AG existiert zudem Zugriff auf innovative Finanzdienstleistungen. Instrumente von der Ausstellungsfinanzierung über die Unterstützung bei Hausbank-Gesprächen bis hin zur Warenfinanzierung beim Kunden können in Anspruch genommen werden. Partner von CREATIS wird man als Kommanditist der Gesellschaft mit einer Einlage von 2.000 Euro. Eine unabdingbare Voraussetzung ist die Innungsmitgliedschaft.

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One Response to Wenn der Tischler zum Händler wird

  1. Matthias sagt:

    Klar, warum nicht, das kommt doch imemr häufiger vor. Habe dazu auch schon einen Artikel gelesen auf online-handwerker.de und lies mich davon inspirieren 🙂

    Matthias

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