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Wird der Hausarzt ohne Praxis bald keine Ausnahme mehr sein?

Ein Arzt, der bloggt, ist zumindestens in den USA nicht außergewöhnlich. Ein Arzt, der Hausbesuche durchführt, schon gar nicht. Aber ein Arzt, der keine Artzpraxis hat und seine Patienten nur per Web und vor Ort berät, das ist noch die absolute Ausnahme. Aber es gibt ihn. Er heißt Jay Parkinson und lebt in Williamsburg (Brooklyn). Jörg Weisner beschreibt das Angebot von Jay Parkinson wie folgt:

„Wer sich bei ihm als Patient registrieren lassen will, muß 500 Dollar im Jahr zahlen, als Grundpauschale. Dafür bekommt er dann aber auch sehr gute Konditionen bei möglichen Krankheitsfällen. Ausgewählte Beispiele werden auf der umfangreichen Website des Arztes vorgestellt. Sein erklärtes Ziel ist es, auch den unversicherten Patienten eine kostengünstige Behandlung zukommen zu lassen. Neben einer großen Liste von Fachkollegen hat er sich auch eine Datenbank mit preiswerten Medikamenten aufgebaut, von der seine Patienten profitieren können. Daneben nutzt Dr. Parkinson alle Möglichkeiten des modernen Internets. Er kommuniziert mit seinen Patienten per E-mail und Video-Chat. Er verwendet ausgefeilte Fragebögen, die die Patienten ausfüllen, bevor er mit Ihnen direkt spricht.“

Aber nicht nur das Preismodell ist ungewöhnlich. Vielmehr spezialisiert sich Jay Parkinson auf Kunden in einem Alter zwischen 18 und 39 Jahren. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass diese Patienten sehr offen im Umgang mit modernen Medien sind und zudem auch auf den „Dollar achten müssen“. Und sicherlich wird er mit seinen Patienten „alt werden“ und sie nicht mit ihrem 40. Geburtstag aus seiner Kundendatei löschen, wie Jörg Weisner schon befürchtet. Denn mit seinen jungen Patienten kann Parkinson alt werden und muss nicht ständig neue Patienten akquirieren. Obwohl ihm das bei seinem einzigartigen Geschäftsmodell und der Mundpropaganda, die sicherlich entstehen wird, nicht schwer fallen wird.

Zwei Dinge sind jetzt schon sicher: Die Presse greift diese Story gerne auf und die anderen Ärzte laufen gegen das Geschäftsmodell Sturm. Kein Wunder! Sollte dieses Geschäftskonzept „Schule machen“, dann könnte der Preiskampf bei Ärzte erst noch beginnen und die Gewinnmargen weiter sinken. Jörg Weisner denkt sogar noch einen Schritt weiter: „Mit gefällt dieser Ansatz, er erinnert mich an die alte chinesische Vorgehensweise, in der ein Arzt bezahlt wurde, solange es dem Patienten gut geht. Quasi ein Abonnement auf Gesundheit.“

Jay Parkinson ist sich bewusst, dass er eine Revolution auslösen könnte. Deshalb nimmt er in seinm Blog Stellung zu den verschiedenen Statements, mit denen er konfrontiert wird. Wie habe ich hier im Blog vorgestern geschrieben: Wenn Du die Welt verändern willst, musst Du mit Ihr reden. Diesen Grundsatz verfolgt wohl auch Jay Parkinson mit seinem Blog. Gefunden bei Jörg Weisner via Hannes Treichl

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21 Responses to Wird der Hausarzt ohne Praxis bald keine Ausnahme mehr sein?

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  6. David3101 sagt:

    Nicht immer muss es gleich eine ärztliche Behandlung oder die chemische Keule sein. Häufig reichen auch schon bewährte Hausmittel zur Linderung von Beschwerden.

  7. So etwas kann ich gar nicht unterstützen. Ich habe lieber einen Menschen direkt vor mir sitzen, der mich auch anfassen kann und direkt mit mir reden kann. Von einer Webcam Diagnose halte ich nichts.

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