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Lukrative Nischen findet man auch in Lücken

Im Rahmen der Buchbesprechung „Erfolgreich durch Spezialisierung“ habe ich vom Krefelder Bauunternehmer Heinz Hambloch berichtet, der sich auf Baulücken spezialisiert hat. Dafür braucht man nicht nur Spezialgeräte, sondern auch ganz besonderes Know, denn bei der Bebauung können die Nachbarhäuser beschädigt werden. Doch schnell können Lerngewinne erzielt werden, so dass die Risiken von Projekt zu Projekt abnehmen. Durch diese Spezialisierung gerät man nur selten in einen Preiskampf, weil es nur wenige Wettbewerber gibt. Und der Kunde vertraut selbst bei einem höheren Preis eher dem Spezialisten.

In genau diese Marklücke wollen sich auch die Hamburger Architekten Babis Tekeoglou und das Maklerunternehmen Kilsgaard Immobilien vorwagen, wie ich gerade in Welt-Online lese. Bereits 350 Baulücken haben sie inventarisiert. Das daraus entstehende Bauvolumen entspricht einem Milliardenbetrag. Marktlücken können eben ganz schön groß sein. Das liegt daran, dass Baulücken auch in der Höhe entstehen können. Wenn z.B. neben einem zweigeschössigen Bau sechgeschössige Häuser stehen, kann das kleine Haus ebenfalls aufgestockt werden. Es wäre zwar noch lukrativer, das Gebäude abzureissen, aber davor schrecken viele Hausbesitzer zurück. Ein Anbau in die Höhe dagegen kommt eher in Frage und könnte den Wert des Gebäudes nach Abzug der Baukosten deutlich erhöhen.

Im Welt-Online-Artikel wird eine Beispielrechnung aufgezeigt: „Ein zweistöckiger Altbau mit einer Fläche von gut 400 Quadratmetern und einer Jahresmiete von 39 000 Euro hätte einen Verkaufswert von knapp 570 000 Euro. Eine Aufstockung des Hauses auf sechs Etagen plus Staffel würde die Nutzfläche auf rund 920 Quadratmeter, die Jahresmiete auf 110 000 und den Verkaufswert auf 2,9 Millionen Euro erhöhen. Bei einem kompletten Neubau mit sechs Geschossen plus Staffel, 1100 Quadratmeter Nutzfläche und einer Jahresmiete von rund 165 000 Euro würde der Verkaufswert bei 3,9 Millionen Euro liegen.“

Dieses Beispiel zeigt mir einmal mehr, dass man öfters die Welt um 90 Grad drehen sollte, um neue Perspektiven zu erhalten. Denn ich habe eigentlich nur an Baulücken in der Breite und nicht in der Höhe gedacht. Aber genau durch diesen Denkfehler kann man den vielleicht viel größeren potentiellen Markt übersehen. Und zudem braucht es noch einen größeren Grad an know-how und Spezialisierung, sowohl neben sich als auch unter sich bestehende Gebäude stehen zu haben.

2 Responses to Lukrative Nischen findet man auch in Lücken

  1. Das ist wirklich eine gute Idee. Ich kann Marktlücken als prima Geschäftsidee nur empfehlen, ich selbst habe mich vor 15 Jahren ausschließlich auf das Vermakeln von Garagen und Tiefgaragenstellplätzen spezialisiert und bin damit erfolgreich geworden.

    Ich finde, man muss sich auf eine Lücke spezialisieren, darin individuelle Fähigkeiten entwickeln und dann wird man zwangsläufig erfolgreich. Zudem ist man der Konkurrenz in diesem Gebiet einiges voraus.

  2. Tolle Idee, toller Blog, weiter so….
    Mfg Coaching Ausbildung Lehrtrainer

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