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Mit Wurstpralinen zum Weltruhm

Viele Handwerksbetriebe zeichnen sich dadurch aus, dass Sie die Traditionen der Vorgänger übernehmen. Selten kommen sie auf die Idee, etwas Neues auzuprobieren. Ganz anders die Inhaber der Feinkostfleischerei Schumann aus Hannoversch Münden. Vor vielen Jahren entstand die Idee, Wurstpralinen zu kreieren. Die Hülle der Pralinen sollten aus dunkler Schokolade und die Füllung aus Blutwurst oder Leberwurstparfait bestehen. Mehr als 1,5 Jahre Entwicklungszeit dauerte es, um sich damit auch blicken lassen zu können.

Der Weg zur Wurstpraline war lang und steinig, wie auf der Webseite berichtet wird: „Die zu überwindenden Hürden lauteten: Wie kommen Blutwurst und Schokolade oder Champagner-Leberparfait und Schokolade mit einer Ummantelung in eine Einheit, ohne dass sie miteinander oder ineinander verschmelzen und sich zu einem „Brei“ verbinden? Wie müssen Konsistenz und Temperatur der Blutwurst oder der Leberparfaitmasse beschaffen sein, damit man sie zu einer Praline in verschiedenen Mustern formen kann und die Schokolade außen herum hält?“

Mittlerweile kennt die Kreationenvielfalt fast keine Grenzen. Für 15 EUR kann man im Onlineshop die Original Mündener Wurstpralinenmischung erwerben. Sie wird im Internet wie folgt angepriesen: Eine Auswahl von 12 köstlichen Wurstpralinen in drei verschiedenen Sorten, verpackt in hochwertiger Geschenkschachtel: 4 x Rotwurst gefüllt mit Blaubeere, ummantelt mit Zartbitterschokolade, garniert mit kandierten Essfeilchen. 4 x Leberparfait, verfeinert mit einem Schuss Rosenlikör, gefüllt mit Himbeere, ummantelt mit Zartbitterschokolade, garniert mit kandierten Rosenblättern. 4 x Champagner-Leberpaté, getrüffelt, ummantelt mit dreierlei Zartbitterschokolade und Schokoraspeln.

Mittlerweile heimstern die innovativen Fleischer eine Auszeichnung nach der anderen ein. Zudem ist die Sammlung an Zeitungs- und Fernsehberichten beeindruckend. Das Ergebnis ist, dass Neugierige aus ganz Deutschland den Fleischerladen in Hannoversch Münden besuchen. Das ist aber gar nicht nötig, da die Wurstpralinenkreationen ja auch via Onlineshop bestellt und verschickt werden können. Bei einem Blick in das Sortiment fällt einem dann schnell auf, dass es in der Fleischerei Schumann noch viel mehr Köstlichkeiten gibt, die nicht ganz so exotisch, aber trotzdem genaus preisgekrönt sind. Gefunden im ideentower-Blog.

Was können wir aus diesem Erfolgsbeispiel lernen? Zuerst einmal die Erkenntnis, dass die Geschmäcker verschieden sind. Deshalb sollte man auch ruhig den Mut haben, exotisch anmutende Geschmackserlebnisse anzubieten, die vorher noch nie angeboten wurden. Über das Internet erreicht man heute schnell und günstig die Zielgruppe, die für solche Genüsse offen und eben auch experimentierfreudig ist. Allerdings können solche Food-Innovationen viel mehr sein, als ein schnöder Umsatzbringer. Viel mehr kommt man dadurch in Zeitung und Fernsehen, bekommt Auszeichnungen für innovative Kreationen und lockt damit viele Menschen in sein Geschäft. Den Hauptumsatz macht man dann eher mit „Hausmannskost“.

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2 Responses to Mit Wurstpralinen zum Weltruhm

  1. Prof. Wurst sagt:

    Dieser Bericht macht neugierig! Obwohl man mit Sicherheit sagen kann, dass diese Pralinen nicht den Geschmack der Masse treffen werden. Aber um die Masse geht’s ja gar nicht, sondern um Wurstliebhaber, die gegenüber Neuem aufgeschlossen sind und neue Geschmackserlebnisse zulassen.

    Ich denke, ich werde mir die Pralinen bestellen und einen Bericht darüber schreiben… Danke für diesen Bericht Burkhard!

  2. […] kommen. Schliesslich hat eine Feinkostfleischerei in Hannoversch-Gmünden vorgemacht, wie man mit Wurstpralinen weit über die Grenzen der Stadt bekannt werden kann. Ich bin gespannt, was bald noch kommt. […]

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