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cavi.tv – Verschmelzung von Online-Videos und E-Commerce

Im Rahmen von Productplacementstrategien erhalten viele Musikkünstler kostenlos Klamotten, um sie in Musikvideos zu tragen. Bisher war es allerdings für die Fans meist nicht leicht, herauszufinden, wo man genau die Klamotten und Accessoires kaufen kann, die der Lieblingsstar im aktuellen Musikvideo trägt. Das soll anders werden, wenn es nach den Vorstellungen von Dominik Reisig und seinem Team von CAVI geht. „CAVI“ steht für „click after view“. Der Name ist Programm. Konkret ermöglicht die CAVI-Technologie Produkte und andere Angebote in Online-Videos zu integrieren, so dass Filme zum virtuellen Shopping-Spots werden. Deshalb wird in diesem Zusammenhang von In-Video-Shopping gesprochen.

Das klingt für Euch zu theoretisch? Dann schaut Euch einfach mal den aktuellen Musikvideoclip von den Monroes auf myvideo.de an. Wenn Ihr das Video abspielen lasst, erscheint in der Kopfleiste das Logo von Cavi und der Texthinweis „Kaufe in diesem Video die Produkte Deines Stars“. Anschliessend erscheinen in der Kopfleiste verschiedene Kleidungsstücke und Accessoires, die die Stars im Musikvideo tragen. Wenn Ihr auf eines der Produkte klickt, erhaltet ihr darüber nähere Informationen (Preis, Beschreibung) und könnt mit dem Klick auf den „Bestellen“-Button einen Kauf tätigen. Dafür erscheint ein Pop-Up-Fenster, in dem ihr den Bestellprozess durchführen könnt.

Derzeit konzentriert sich CAVI darauf, diesen Service in hochfrequentierten Musikvideos einzubinden. Aktuell laufen zahlreiche Verhandlungen mit den großen Musiklabels und Videoplattformen, um dieses Angebot in möglichst vielen Musikvideos einzubinden. Damit können wichtige Markteintrittsbarrieren für mögliche Copy Cats aufgebaut werden. Jetzt wird eben der Markt verteilt. Deshalb ist Dominik, wie er gestern in einem Video-Interview im Rahmen des Junior-Expert-Services der Wirtschaftsjunioren Frankfurt verraten hat, extrem beschäftigt und freut sich auf jeden neuen Tag. Dank seiner Investoren, die er über eine persönliche Empfehlung von Investmentmanagern des High-Tech-Gründerfonds empfohlen bekommen hat, hat er ein sehr gutes Team zusammengestellt bekommen, um jetzt das Eisen zu schmieden.

Das Betätigungsfeld für CAVI ist momentan sehr breit. Neben Produkten sollen in naher Zukunft in den Musikvideos auch ein Musikdownloadshop und ein Ticketshop integriert werden. Zudem wird in der Umsetzung auf zwei Alternativen gesetzt. Zum einen will man mit ausgewählten Onlineshops zusammenarbeiten, über die der gesamte Kaufprozess gesteuert werden soll. Zum anderen soll bei besonders lukrativen Projekten ein eigenes Shopsystem aufgebaut werden, um höhere Margen erzielen zu können. Neben Musikvideos sollen bald auch andere Formate folgen. Und da derzeit der Markt verteilt wird, soll schnell eine europa- und sogar weltweite Expansion erfolgen. Jetzt heisst es, kühlen Kopf zu bewahren, um sich nicht zu verzetteln. Das wird bei dem guten Managementteam und aufgrund des Standortes in Hamburg, wo ja meist Shit-Wetter vorherrscht, sicherlich gut gelingen, wenn es auch nicht einfach sein wird.

Für die Musikindustrie kann das In-Video-Shopping eine ganz wichtige Einnahmequelle für die Zukunft werden, nachdem die Einnahmen aus dem Verkauf von CD´s und Musikdownloads immer mehr bröckeln. Insofern könnte sich des In-Video-Shopping sogar zu einem wesentlichen Hoffnungsträger der kriselnden Musikindustrie entwickeln. Aber nicht nur CAVI will davon einen großen Stück des Kuchens abbekommen. Die Firma Tailgate Technologies mit Büros in Los Angeles und London ist schon auf breiter Front unterwegs und bietet schon ein breites Spektrum für In-Video-Shopping und passenden Widget-Lösungen. Noch ist der Markt groß genug, dass sich mehrere Player erfolgreich positionieren können und auch die Technologieführerschaft ist noch nicht vergeben. Gut ist, dass eine deutsche Company vorne dabei ist.

Wenn Euch das Thema interessiert, dem empfehle ich den regelmäßigen Besuch des Videoshoppingdays-Blogs aus dem „Exciting-E-Commerce-Krisch-Imperium“. Ergänzende Infos und viele passende Links findet Ihr in einem aktuellen Exciting-E-Commerce-Artikel. Leider hat Dominik noch keinen Blog gelauncht (richtig untypisch), aber er hat dafür Twitter entdeckt. Bis jetzt hat er zwar erst ein Update und sechs Follower (inklusive mehr), aber das wird sich jetzt sicherlich bald ändern.

Update 10.4.2009: Die BBC berichtet aktuell über eine Studie zum Konsumentenverhalten bezüglich Musikvideos auf YouTube. Untersucht wurden 1500 Menschen in Großbritannien im März 2009. Nach Anblick eines Musikvideos kaufen 36 % eine CD, 15 % ein Musikdownload und 7 % Konzert-Tickets. Einen guten Kommentar gibt es im netzwertig-Blog. Mal schau´n, welche Zahlen Cavi hinsichtlich des Kaufverhaltens von Modeartikeln nachweisen kann.

7 Responses to cavi.tv – Verschmelzung von Online-Videos und E-Commerce

  1. […] Woche haben wir Euch hier im Blog die In-Video-Shoppingtechnologie von Cavi vorgestellt. “CAVI‹ steht für “click after […]

  2. […] Woche haben wir Euch hier im Blog die In-Video-Shoppingtechnologie von Cavi vorgestellt. “CAVI‹ steht für “click after […]

  3. […] vorstellen zu können, habe ich ein Video embedded, in dem die Idee visuell vorgestelt wird. Update zu cavi.tv, dem innvoativen In-Video-Shoppingdienst aus Hamburg Die BBC berichtet aktuell über eine Studie zum Konsumentenverhalten bezüglich Musikvideos auf […]

  4. […] Geschäftsidee von Cavi.tv habe ich vor kurzem hier im Blog wie folgt beschrieben: “Bisher war es allerdings für die Fans meist nicht leicht, […]

  5. […] nachdem die Verhandlungen mit Bazukas Herrchen erfolgreich abgeschlossen wurden. Und die Jungs von Cavi.tv sollten sich nicht nur auf Musikstars “einschiessen”, sondern auch solche […]

  6. […] – Wenn das Bild zum Onlineshop wird cavi.tv – Verschmelzung von Online-Videos und E-Commerce Paper C – Kostenloser Content, kostenpflichtige Kopie Modesuchmaschine stylight: Noch nie war die […]

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