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Wie Leaserad als First Mover den Markt erschließen will

Vor wenigen Tagen habe ich über die Gewinner des 1. Karma Konsum Gründerawards hier im Blog berichtet. Den mit 30 TEUR dotierten Hauptpreis konnte Ulrich Prediger, Gründer der Leasrad GmbH, nach Hause nehmen. Die Firma vermittelt Leasingverträge für Fahrräder und versteht sich als Full-Service-Dienstleister: Von der Beschaffung der fabrikneuen Fahrräder aus deutscher Produktion, Vorbereitung und Vermittlung der Leasingverträge, Bereitstellung und Einrichtung vor Ort, bis zur Reparatur und der regelmäßigen Wartung reicht das Leistungsspektrum. Der Vorteil für die Kunden ist, dass Sie für einen Fixbetrag pro Monat, der i.d.R. unter 44 EUR liegt und damit ein steuerfreier Sachkostenzuschuß ist, alles aus einer Hand erhalten. Ulrich Prediger sieht sein Alleinstellungsmerkmal darin, dass er herstellerunabhängig alles aus einer Hand anbieten kann und auch viele individuelle Wünsche, wie z.B. Fahrräder im Corporate Design des Auftraggebers zu designen, erfüllen kann. Als First Mover hat er jetzt die Chance, sich nachhaltig in einem sehr großen Markt zu positionieren.

Im Rahmen eines E-Mail-Interviews wollte ich mehr über die Geschäftsidee erfahren. Als erste habe ich Ulrich gefragt, wie er auf die Geschäftsidee gekommen ist. Seine Antwort: „Ganz pragmatisch aus eigenem Bedarf. Mein Geschäftswagen, den ich nach der 1% Regelung als geldwerten Vorteil versteuern mußte, stand viel zu viel rum da ich fast immer mein Fahrrad für den Arbeitsweg nutzte. Also kam bei mir die Frage auf, ob ich anstatt eines geleasten Firmenwagens nicht auch ein geleastes Firmenfahrrad von meinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommen könnte. Nach einigen Recherchen stellte sich sehr schnell heraus, daß man in Deutschland nirgendwo ein Fahrrad leasen kann. Die Geschäftsidee LeaseRad war geboren.“

Bisher hat Ulrich Prediger schon Hotels und Pensionen aus seiner Gegend (Raum Freiburg), eine Ökodruckerei aus Hessen und die Stadt Stuttgart als Kunden gewinnen können (siehe Referenzliste). Folgende Zielgruppen will er systematisch ansprechen und „bearbeiten“:

  1. Fahrradverleih/Radreiseveranstalter: Alternative, bilanzschonende Finanzierungsform, besserer Fokus auf Kerngeschäft.
  2. Fahrradeinzelhändler/Fahrradhersteller mit Direktvertrieb: Leasing als vertriebsunter­stützende Maßnahme.
  3. (Fahrrad-)Kurierdienste, mobile Pflegedienste, etc.: Kostengünstigere und häufig schnel­lere Alternative zum PKW.
  4. Unternehmen: „Geschäftsfahrrad“ führt zu geringeren krankheitsbedingten Fehlzeiten und vermindertem Bedarf an Pkw-Parkplätzen und positiver Außendarstellung.
  5. Kommunen, Behörden, Polizei, Touristikregionen: Müssen sich Expertise zum Fahrrad extern einkaufen; alternative, bilanzschonende Finanzierungsform
  6. Erholungs-, Urlaubs- und Freizeiteinrichtungen: Attraktives Zusatzangebot lockt mehr Gäste.
  7. Krankenkassen: Kosteneinsparungen durch gesündere Versicherte, Marketing.
  8. Grundschulen: Integration des Radfahrens im Sportunterricht.

Sehr ausgeklügelt scheint auch schon das Serviceangebot vor Ort zu sein, wie mir Ulrich Prediger berichtet: „Wir arbeiten einerseits mit sogenannten „mobilen Fahrradreparaturdiensten“ zusammen, die in den meisten Ballungsgebieten bereits existieren und die Reparatur beim Kunden vor Ort ausführen. Andererseits gibt es in jedem kleinen Ort mindestens einen oder mehrere Fahrrad-Fachhändler, die wir mittelfristig über spezielle Technologien (z.B. RFID-Chips zur maschinellen Identifikation der Räder) effizient an unsere Infrastruktur „anschließen“ wollen.“ Allerdings sehen Ihnen noch einige Fahrradhändler als Konkurrenten. Allerdings spricht Ulrich Prediger institutionelle Kunden an, die Fahrrad-Fachhändler nur in ganz wenigen Ausnahmen bedienen. Sie machen im deutschlandweiten Durchschnitt ca. 98% ihres Umsatzes im reinen Endkunden-Geschäft. Deshalb bietet Prediger seinen Kooperationspartnern die Erschließung eines neuen Marktes an.

Im Verhältnis zum Marktpotential erscheinen die Ziele von Ulrich Prediger sehr bescheiden: „Wir möchten bis 2012 ca. 2000-3000 Räder bei ca. 100-150 Kunden im Markt platzieren, das sind ca. 0,5‰ des jährlichen deutschen Fahrradabsatzes. Um unser Dienstleistungs-Konzept effizient umsetzten zu können, müssen wir dafür auch einige Technologien wie bereits erwähnt auf das Fahrrad skalieren oder evtl. auch ganz neu entwickeln. Hierbei denken wir vor allen Dingen elektronische aber auch normale Fahrrad-Komponenten, die weniger verschleißanfällig und/oder kostengünstiger zu reparieren sind.“ Genau durch solche Lösungen kann sich Prediger auch in Zukunft abgrenzen, wenn die ersten Copy Cats auf den Markt drängen. Denn spätestens wenn Leaserad die ersten großten Vermittlungserfolge vermelden kann, werden andere Anbieter auf den Markt drängen. Dass jedoch genug Platz für mehrere Anbieter da ist, zeigt o.g. Potenzialanalyse.

17 Responses to Wie Leaserad als First Mover den Markt erschließen will

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  5. So ein Angebot würde ich auch gerne in Anspruch nehmen. Das würde einige Städte sauberer machen.

    Auch gefällt mir die Unterstützung der Kinder im Grundschulalter.

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