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Webwill – Dein letzter Wille geschehe (im Internet)

Webwill – in english! from Lisa Granberg on Vimeo.

Die schwedische Studentin Lisa Granberg hat lange darüber nachgedacht, wass mit unseren ganzen Webprofilen bei Facebook, myspace & Co. passiert, wenn wir einmal versterben sollten. Das hat sie zum Anlass genommen, um im Rahmen einer Studienarbeit das Konzept von Webwill zu entwickeln. Dabei handelt es sich um einen Service, der Nachrichten von gerade verstorbenen Personen in deren Namen an Freunde schicken oder in Sozialen Netzwerken veröffentlichen soll. Noch handelt es sich um eine Idee, aber wenn sich die passenden Partner oder Investoren gefunden haben, will Sie diese Idee verwirklichen.

In einem Online-Interview gibt Lisa ein Beispiel für den Einsatz von Webwill: „Manche wollen einfach sofort alle Konten löschen. Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten: Wenn man einen Blog hat, könnte man beispielsweise einen Abschiedseintrag vorformulieren. Oder man stellt nach dem Tod ein Album mit den schönsten Erinnerungsfotos online. Einige wollen eine Rundmail oder eine Twitternachricht an ihre Freunde schicken. Wer bei Facebook ist, kann eine Statuszeile festlegen, die erscheint, wenn man gestorben ist.“

Auf die Frage, ob nicht auch Freunde oder Verwandte diese Funktion übernehmen könnten, hat Lisa folgende Antwort: „Man könnte natürlich einem guten Freund alle Logins hinterlassen. Aber das will man vielleicht nicht unbedingt. Derjenige kann ja dann alles durchstöbern und lesen, was man so im Internet hinterlassen hat. Außerdem ist es ja auch sehr schmerzhaft für diese Person, alle Accounts zu löschen oder zu ändern. Meistens ist es allerdings so, dass gar nichts geregelt ist und keiner die Passwörter kennt… Eine Frau wollte unbedingt, dass das Myspace-Profil ihres Freundes online bleibt, als Erinnerung an ihn. Doch das Konto wurde nach ein paar Wochen wegen Inaktivität gelöscht – da hat man keine Chance.“

Wir Deutsche sind bei solchen Angeboten sofort kritisch, ob solch ein Service nicht auch missbraucht werden könnte. Auch darüber hat sich Lisa Gedanken gemacht. Der Service soll auf einem elektronischen Identifikationssystem basieren, welches derzeit bei den meisten schwedischen Banken und Behörden eingesetzt wird. Webwill will die Datenbank des Einwohnermeldeamtes jeden Tag abfragen und wenn eine Person als verstorben gemeldet wird, wird Webwill automatisch die gewünschten Aktionen in die Wege leiten.

Update 27.07.2009: Im basicthinking-blog lese ich gerade, dass es in England einen vergleichbaren Service schon gibt: www.lastmessagesclub.co.uk

One Response to Webwill – Dein letzter Wille geschehe (im Internet)

  1. […] der Best Practice Blog schreibt, soll der Service ein würdevolles „Sterben“ im Netz ermöglichen. Dazu […]

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