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mybeans läßt hinter die Kulissen schauen

Gestern hat mir der iloveweb 2.0-Blogger Marcel Schler den Tipp gegeben, das Angebot von mybeans näher unter die Lupe zu nehmen. Auf mybeans kann man sich zu Preisen ab 19.00 EUR pro kg aus verschiedenen Kaffeesorten seinen Lieblingskaffee mischen lassen. Wirklich neu ist die Idee nicht, schliesslich gibt es schon länger sonntagmorgen. Die Preislage ist nahezu identisch. Zudem fände ich das Einkaufserlebnis tausendmal schöner, wenn ich vor Ort in einer Kaffeerösterei verschiedene Kaffeesorten probieren könnte.

Ehrlich gesagt wollte ich schon wieder wegklicken. Dann sind mir allerdings die nett designten Verpackungen aufgefallen und die Tatsache, dass fünf Mischungen mit lustigen Namen wie „nachteule“, „morgenmuffel“, „bean me up“ etc. auf der Startseite angeboten wurden. Nee, das hätte auch noch nicht für einen Artikel gereicht. Also bin ich wie ein Trüffelschwein weiter auf die Suche gegangen. Super enttäuscht war ich über die Presse- und Über-mich-Seite. Das können andere auch viel besser. Dann wollte ich nach Recherche die Coffee-Shop-Kette der Macher hinter mybeans besuchen, die leider offline ist. Irgendwie solte es nicht sein und nachdem ich gesehen habe, dass die üblichen Verdächtigen einen 0815-Pressetext in ihren Blogs verfasst haben, war ich dann ganz weg. Aber nur fast. Denn dann bin ich über folgende Zeilen gestolpert:

„Wir wollen, dass die Menschen in den Kaffeeländern genug Geld verdienen, um ihr Leben selbst optimal einrichten zu können. Spenden schaden unserer Meinung nach langfristig mehr, als sie kurzfristig Nutzen bringen. Damit die Menschen im Kaffeeursprung über ein angemessenes Einkommen verfügen können, wehren wir uns gegen all die Billigkaffees auf dem Markt. Folgende einfache Rechnung sollte jeder von uns nachvollziehen können: Ein Kilo Kaffee kostet 7,00 €. In diesem Preis enthalten sind: 0,46 € Mehrwertsteuer, 2,19 € Kaffeesteuer, außerdem Kosten für Transport, Verpackung, Rösten. Der Kaffeefarmer am Beginn dieser Kette wird mit ein paar lächerlichen Cent abgespeist und wenn nicht die ganze Familie einschließlich der Kinder arbeiten geht, bleibt den Erzeugern nichts zum Leben.“

Jetzt keimte wieder Hoffnung auf. Denn mit diesen Zeilen wurde mir, wenn dies auch nicht ganz neu ist, vermittelt, dass ich ein guter Mensch bin, wenn ich teuren Kaffee kaufe, weil damit auch die Kaffeebauern ihren verdienten Lohn sicher erhalten. Meine Hoffnung war, dass sich diese Transparenz fortsetzen würde. Tatsächlich werden die einzelnen Kaffeebauern, von denen der Kaffee bezogen wird, ausführlich vorgestellt. Es kommt alles noch etwas statisch daher und es gibt auch keine Möglichkeiten, mit den Kaffeebauern in Kontakt zu treten oder via Twitter, Facebook und Co. mehr zu erfahren. Aber die ersten Gehversuche machen Hoffnung auf mehr.

Doch dabei bleibt es. Warum stellt Ihr nicht bei jeder Kaffeesorte ganz transparent Eure Kostenrechnung online? Nachdem Ihr mich weiter oben schon neugierig gemacht habt, würde ich jetzt gerne auf erfahren, wieviel Geld Eure Kaffebauern verdienen. Und ich würde mich freuen, wenn ich selber entscheiden könnte, mehr zu bezahlen, wenn das zu 100 % den Kaffeebauern zu Gute käme. Und klasse wäre auch, wenn Ihr verschiedenen Verpackungsformen, wie z.B. auch Kaffeepads anbieten würdet. Dann hättet Ihr vielleicht einen Fan gewonnen. So werde ich zumindesten Eure Seite nach einigen Monaten wieder besuchen, um zu schauen, ob Ihr Euch genau in diese Richtung weiterentwickelt habt. Die Hoffnung stirbt zuletzt 🙂

4 Responses to mybeans läßt hinter die Kulissen schauen

  1. Marcel sagt:

    Hallo Burkhard,

    danke für die Verlinkung. Kleiner Tipp: Schler nur mit einem e. 🙂

    Grüße
    Marcel

  2. Hallo Marcel,

    bin guter Hoffnung, das noch zu lernen. Gib mir sechs Monate 🙂

  3. Manni sagt:

    Der Macher dieser Website ist bereits als Geschäftsführer der genannten Coffee-Shop-Kette gescheitert. Alles was dahinter steckt ist ein abfüllen bzw. umfüllen in der heimischen Garage von Kaffeebohnen aus Dosen in wirklich gut designten Tüten. Und alles andere, das weiß ich aus Erfahrung, ist mehr „Schein als Sein“…

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