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Neue Banker bekommt das Land

Und sie zocken wieder, Banker in der ganzen Welt. Ganz so, als ob nichts passiert wäre. Nicht nur Journalisten fragen sich, ob die so gar nix gelernt haben. Auf der anderen Seite schauen immer mehr Gründer und Kleinunternehmer aus der Wäsche. Banker werfen Nebelkerzen und präsentieren Statistiken, um dies zu negieren. Tatsächlich ist das Volumen der Neukreditvergabe nicht wesentlich zurückgegangen. Dabei verkennt man allerdings, dass Kleinstkredite nicht volumenrelevant sind und Kredite an Kleinstunternehmer schon vor der Krise nur sehr restriktiv vergeben wurden. Deshalb steht eins fest: Neue Banker braucht das Land!

Es gibt tatsächlich Lichtblicke. So versucht Alexander Artope mit Smava, das Peer-to-Peer-Lending in Deutschland hoffähig zu machen, ganz nach dem Motto: „Wir sind die Bank“. Zudem drängen immer mehr nachhaltige Banken auf den deutschen Markt, wie Triodos und Co. Und einige Banker, wie der ehemalige DAB-Vorstand Mathias Kröner, versuchen sogar die Bank 2.0 aus dem Boden zu stampfen. Fidor will sich als Mitverdien-, Mitbestimm- und Mitbesitzbank positionieren und neue Standards setzen. Und jetzt tritt ein weiterer Macher an, der die Bankenwelt verändern will. Es handelt sich um Francois Jozic, dem Gründer der noa-Bank in Frankfurt.

Als ich das erste Mal das Foto von Francois Jozic gesehen habe, dachte ich, ein Model, Modeschöpfer oder Werber vor mir zu sehen. Er will nicht nur vieles anders machen als seine Bankerkollegen, sondern sieht auch anders aus. Das hilft ihm natürlich bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Denn Journalisten und Leser lieben Paradiesvögel. Dabei kennt sich der karismatische Gründer im Kreditgeschäft gut aus, obwohl er ein Quereinsteiger ist. Als Consultant hat er 1994 damit begonnen, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Belgien finanzielle Hilfestellung zu leisten. Im Jahr 2004 hat er mit einem Geschäftspartner das Factoring-Unternehmen Quorum AG gegründet, das heute allein 500 KMU´s in Deutschland betreut.

Die Investoren und das Team um Francois Jozic haben für Ihr neues Vorhaben keine neue Bank gegründet, sondern am 25. Juni 2009 das Bankhaus Zwirn GmbH & Co. KG von der Investmentfirma Ivesco übernommen. Es war 1984 ursprünglich von Liechtensteiner Bankern als LTG-Bank in Deutschland gegründet worden und gehörte zwischenzeitlich dem amerikanischen Investmentfond-Unternehmen Invesco. Das Bankhaus Zwirn GmbH & Co. KG war zum Zeitpunkt des Erwerbes eine Bank ohne Depots, ohne laufende Kredite und ohne Personal. Nur so ist ein Neuanfang ohne Vorbelastungen und Verpflichtungen möglich, ohne eine lange Anlaufphase einplanen zu müssen.

Was macht nun die noa-Bank anders als die anderen? Sie konzentriert sich auf das Wesentliche: attraktive Zinsen für Anleger, Kredite für Unternehmen. Es sollen nicht nur mittelständische Unternehmen wieder den Zugang zu Bankkrediten bekommmen, sondern die Sparer sollen hohe Zinsen erhalten. So will die Noa Bank immer zu den ersten zehn Tagesgeldanbietern in Deutschland gehören. Hinzu kommen ein gebührenfreies Girokonto. 50 % der Gewinne sollen im Verhältnis zur Höhe der Einlagen an die Kunden ausgeschüttet werden. Auch bei der Verwendung der Einlagen sollen die Kunden mitsprechen können: Sie dürfen dürfen zwischen den vier Themenkonten „Region“ (Unternehmen aus der Gegend), „Planet“ (Erneuerbare Energien, Bio-Landwirtschaft, ökologische Bauwirtschaft), „Leben“ (Gesundheit, Pflege) und „Kultur“ (Kulturindustrie) wählen.

Durch diesen Paradigmenwechsel will die noa-Bank schnell wachsen und bald ein ernstzunehmender Konkurrent der anderen nachhaltigen Banken, Sparkassen und Volksbanken werden. Welt-Online bemerkt dazu kritisch: „Das alles sind viele Versprechen für einen Neuling. Kaum weniger ambitioniert klingen die Ziele: 500 000 Kunden sollen es in fünf Jahren sein. Die drei genannten sozial-ethischen Banken kommen nach vielen Jahren am deutschen Markt nicht einmal auf 200 000. Schon 2011 will Jozic in der Gewinnzone sein. 50 Mio. Euro an Einlagen reichten dafür. Was viele Privatanleger auch noch interessieren dürfte: Die Noa Bank bietet über den gesetzlichen Rahmen von bis zu 50 000 Euro hinaus keine weitere freiwillige Einlagensicherung.“ Ich bin hinsichtlich der Ziele auch skeptisch, ob sie erreicht werden. Aber ich finde es elementar wichtig, dass es neue Banker in Deutschland gibt, die mit neuen Ideen und Ansätzen die Bankwelt verändern wollen. Mehr bitte davon.

4 Responses to Neue Banker bekommt das Land

  1. es wurde aber auch zeit… die ist mehr als reif für neue banker ! best wishes for best practice @noabank !

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  4. Sebastian sagt:

    Was soll man sagen, eine neue Banken-Pleite mit ganz eigener Geschichte:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,713816,00.html

    Ärgerlich für die Anteilseigner und Kunden die mehr als 50.000 Euro dort angelegt haben …

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