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Groupon-Klone made in Germany blasen zur Jagd

Im Dezember 2008 habe ich hier im Blog über Groupon berichtet: „Dabei handelt es sich um ein nettes Wortspiel zwischen “group‹ (Gruppe) und “coupon‹ (Rabattschein). Auf dieser Webplattform wird täglich ein Angebot aus Chicago für Vergnügungssüchtige angeboten, wie z.B. heute eine IMAX-Eintrittskarte. Wenn in diesem Fall mindestens 15 Personen diese Eintrittskarte bestellen, gibt es 47 % Rabatt und man muss “nur‹ 8 USD Eintritt zahlen. Wenn die kritische Zahl an Käufer nicht zusammenkommt, kommt der Deal nicht zustande.“

Mein Fazit war im Rahmen der damaligen Berichterstattung kurz und prägnant: „Mir persönlich gefällt diese gelungene Mischung aus Woot.com (Ein Produkt pro Tag), Couponheften und letsbuyit.com. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Konzept auch in Deutschland gut ankommen könnte.“ Ehrlich gesagt hätte ich schon im Sommer 2009 mit deutschen Klonen gerechnet. Mehr als ein Jahr nach meiner Berichterstattung über Groupon musste ich warten, bis jetzt Heimatpreis in und für München an den Start gegangen ist. Mal wieder sind wir hier in Deutschland Spätstarter. Weltweit gibt es nach Schätzungen von Jochen Krisch bereits mehr als 50 Groupon-Klone. Doch jetzt wollen die Deutschen richtig loslegen. Als nächstes steht mycitydeal aus dem Hause Samwer am Start.

Eigentlich müsste es nur eine Frage von Wochen sein, bis auch ein von Lukas Gadowski unterstütztes StartUp-Klon loslegen würde. Weit gefehlt. Er hält das Geschäftsmodell für Europa für nicht besonders attraktiv und begründet das ausführlich in einem Blogpost. Ich kann seiner Argumentation nicht folgen. Sind wir doch die unangefochtenen Schnäppchenjäger hier in Deutschland. Entscheidend wird aus meiner Sicht sein, ob Qype und Co. als Kooperationspartner zur Verfügung stehen und somit schnell ein fliegender Start hingelegt werden kann. Dann könnten die Glücklichen Klonweltmeister auch hier in Deutschland sehr erfolgreich werden.

Eine Anmerkung von mir (05.01.2010):
Ich lese an zahlreichen Stellen, dass die Gründer der Groupon-Klone sehr viel Zeit und Geld investiert haben, um jetzt an den Start zu gehen. Das macht mich stutzig. Den Reiz an der Groupon-Idee fand ich gerade, dass man mit wenig Zeitvorlauf und Geldeinsatz loslegen kann. Kauft Euch einfach die Coupon-Hefte vor Ort, sprecht die Inserenten in den Heften an und legt mit einer einfach gestrickten Homepage für eine Stadt los. Mit dem Konzept hätte man schon vor einem halben Jahr starten können und den Boden für Kooperationen mit starken Partnern bereiten können, die eine hohe Markteintrittshürde für Kopierer dargestellt hätte.

Update 30.12.2009: Bei Jochen lese ich gerade, dass CoupoMania aus Hamburg am 1. Dezember an den Start gegangen ist. Und DailyDeal aus Berlin ist gestern online gegangen. Jetzt geht es also Schlag auf Schlag. Lukas prognostiziert ja allein für Deutschland 5 – 10 Groupon-Klone. Jochen will die Top 3 auf den nächsten Live-Shopping-Days in Berlin im Januar vorstellen.

Update 05.01.2010: Alexander Hüsing stellt in deutschestartups die vier Groupon-Klone vor, die bisher auf dem deutschen Markt angetreten sind.

Update 21.01.2010: Gerhard Schoolmann beurteilt die Angebote der Groupon-Klone aus Anbietersicht (Coupon-Anbieter). Er zeigt auf, für wen solche Aktionen sinnvoll sind und für wen nicht. Er benennt auch die Vorteile gegenüber Couponheften. Absolut lesenswert!

Update 21.01.2010: Wer auf einem Blick die Angebote aller Groupon-Klone in Deutschland tagesaktuell sehen will, dem empfehle ich die Webseite www.couponteria.de.

Update 01.03.2010: Um die Übersicht zu behalten, gibt es hier die Übersicht aller Groupon-Klone in Deutschland, die unregelmäßig aktualisiert wird:

5 Responses to Groupon-Klone made in Germany blasen zur Jagd

  1. Rene sagt:

    Ich kann die Einschätzung nicht ganz teilen. Die Deutschen als Sparmeister zu bezeichnen ist im Hinblick auf die Konsumausgaben und den Erfolg von Discount Konzepten zwar richtig, vergisst aber das Couponing in Deutschland NIE funktioniert hat und seit Jahren auf seinen Durchbruch wartet. Wenn wir uns die Adaption von AdWords bei lokalen Unternehmen ansehen, ist der Erfolg sehr wohl strittig.

    Der Erfolg des Konzeptes könnte aber viel mehr auf das Neuentdecken oder Ausprobieren von Dienstleistungen in seiner Umgebung beruhen. Wie du richtig den Zusammenhang darstellst, geht es viel mehr um das Live Shopping Gefühl, um die zeitweise Aufmerksamkeit für ein bestimmtes Produkt und die Chance, die nur in diesem Moment besteht.

    Deutschland wird für dieses Konzept eine Herausforderung darstellen. Das es im Couponing Rauschland Amerika und England funktioniert war klar, ob es sich in Deutschland durchsetzt, wird die Zeit zeigen, weil Konsumenten und Unternehmen eher zurückhaltend bei diesem Thema sind.

  2. […] gestern habe ich mich gewundert, warum es mehr als ein Jahr gedauert hat, bis es nach meiner Berichterstattung deutsche Copy Cats […]

  3. […] den eCommerce-Head-of bei WOOT! oder global agierende VCs. Des Weiteren wird natürlich die Groupon-Mania ein bestimmendes Thema auf den Days […]

  4. […] brauchte, dass die New Economy Hype zurückgeschwappt ist, dann ist es die Hysterie rund um die Groupon-Klone hier in Deutschland. Anstatt mit guten Konzepten und deren Umsetzung zu überzeugen, liefern sich […]

  5. […] die Groupon-Klon-Welle kurz vor ihrem Höhepunkt in Deutschland stand, habe ich hier im Blog folgende Aussage im Hinbilick auf die ÜberlebenschanceN von Klon-Nachzüglern getroffen: […]

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