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Im ersten deutschen Autohaus von Frauen für Frauen sind auch Männer willkommen

Im Jahr 2007 habe ich hier im Blog über das Autohaus „FamilyCars“ aus Münster berichtet, das sich darauf spezialisiert hat, den Zielkunden die richtige „Familienkutsche“ aus mehr als 15 Automarken anzubieten. Im Jahr 2008 fiel mir die erste Autowerkstatt von Frauen für Frauen ins Auge. Und seit wenigen Monaten gibt es in Berlin nach eigenen Angaben das erste bundesweite Seat Autohaus von Frauen für Frauen mit dem wohlklingenden Namen „Senorita Maria“.

Auf der schick designten Webseite wird vollmundig verkündet: „Früher haben Männer Autos für Männer gebaut und Männer haben Autos für Frauen gekauft. Wir befinden uns im Wandel – der Bedarf ist heute ein anderer.“ Frauen sollen nicht nur um Verkaufsgespräch, sondern auch in der Werkstatt ernst genommen werden. Kleine Annehmlichkeiten sollen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten, die die TAZ passend anmerkt: „Eine modern-gemütliche Einrichtung, Spielmöglichkeiten für Kinder. Auf der Damentoilette Haarspray, Handcreme und Tampons.“

Besonders viel Wert wird auch darauf gelegt, dass sich die ausschliesslich weiblichen Mitarbeiter im Unternehmen pudelwohl fühlen. Folgende Maßnahmen sollen dazu beitragen:

  • Familienorientierter demokratischer Führungsstil der Geschäftsführung durch Einbindung aller Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess
  • flexible Arbeitszeitmodelle mit dem Angebot der Kinderbetreuung insbesondere für alleinerziehende Mütter
  • Aus-, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmodelle speziell für weibliche Mitarbeiter
  • Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten für Frauen
  • kostenfreie Unterbringung für weibliche Auszubildende direkt am Ausbildungsort durch das Unternehmen finanzierten Wohngemeinschaften
  • kostenfreie Angebote für Nachhilfeunterricht
  • berufsschulbegleitend Angebot von dualen Studiengängen mit fachlicher Betreuung
  • schrittweise Integration von bisher nicht Berufstätigen in das Berufsleben
  • gleiche Löhne für Frauen

Es ist bezeichnend, dass die Inhaberin des Autohauses, Maria Erkner, erst 23 Jahre alt ist. Ihr Vater hat fünf Autohäuser, so dass sie das Benzin schon mit der Muttermilch aufsaugen konnte. Und der Papa hat natürlich auch beim Start und der Finanzierung geholfen. Das ist nicht der einzige Mann, der im „Frauenautohaus“ eine wichtige Rolle spielen soll. Denn auch männliche Kunden sind herzlichst willkommen. Und die sind gar nicht so selten anzutreffen, denn die Neugier treibt sie in die Verkaufsräume.

Ich persönlich bin gespannt, wann die Marketingverantwortlichen von Seat vorbeischauen, um die Erfahrungen der Verkäuferinnen zu nutzen, um zielgruppenspezifische Angebote für Frauen zu entwickeln. Etwas schade finde ich, dass es sich bei „Senorita Maria“ um einen Ein-Marken-Autohersteller handelt. Denn wenn man sich schon auf eine Zielgruppe besonders spezialisiert, sollte aus meiner Sicht das Angebot entsprechend vielfältig sein, weil man ansonsten viel Potential verschenkt. Das hat „FamilyCars“ aus meiner Sicht besser gelöst.

Gefunden in taz via Querdenk-Magazin von consulteria

7 Responses to Im ersten deutschen Autohaus von Frauen für Frauen sind auch Männer willkommen

  1. […] wie z.B. Maria Erkner, die vor einigen Monaten das erste Seat Autohaus von Frauen für Frauen “Senorita Maria” eröffnet […]

  2. […] spezialisiert? Finanzberatung für Schwule und Lesben oder nur für Frauen. Heute habe ich beim Burkhard das erste Autohaus von Frauen für Frauen […]

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