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Warum Alexander Brenninkmeijer mit seinem Modelabel Clemens en August gut durch die Krise kommt

Alexander Brenninkmeijer entstammt dem Brenninkmeijer-Clan, der durch die Modekaufhauskette „C&A“ zu Ansehen und Wohlstand gekommen ist. Bei C&A gibt es strenge Regeln und trotzdem flüchten nur wenige aus dem „warmen Nest“. Alexander Brenninkmeijer hat diesen Schritt 1997 gewagt und zusammen mit einer Designerin und KostasMurkudis ein Label unter seinem Namen gegründet. In dieser Zeit sammelte er die Erfahrung, wie schwierig es ist, ohne großes Marketingbudget und bekannte Marke sowie fehlender Marktmacht ein Modeunternehmen im Luxussegment zum Erfolg zu führen. Um diese Erfahrungen reicher gründete er 2004 sein eigenes Modelabel „Clemens en August“. Das sollte nicht ohne Probleme bleiben, da es sich hierbei um die Vornamen der beiden C&A-Gründer und Brüder Clemens Brenninkmeijer und August Brenninkmeijer handelte. Im Rechtsstreit mit dem Brenninkmeijer-Clan konnte Alexander Brenninkmeijer eine Einigung erzielen, wie man hier ausführlich nachlesen kann. Heute spielt der Jungunternehmer diese Vorkommnisse runter, was wohl auch besser ist.

Nachdem dieser Stolperstein aus dem Weg geräumt werden konnte, stand die größte Herausforderung noch vor ihm. Wie sollte er ohne großes Startkapital mit einer unbekannten Modemarke in die Phalanx der Topmarken im Hochpreissegment eindringen? Die Lösung war nicht neu, aber in ihrer Umsetzung doch einzigartig: Er organisiert neben dem Onlineverkauf zweimal im Jahr eine Welttournee, um vor Ort seine Mode präsentieren und verkaufen zu können. Als Lokalitäten sucht er sich spezielle Räumlichkeiten aus, wie Museen, Galerien und Co. Innen sieht es dann aber eher wie beim Werksverkauf aus. Hemden liegen wild übereinander gestapelt auf einem Tisch, alles andere hängt auf bloßen Kleiderstangen, meist gibt es nur große Sammelumkleidekabinen, so dass sich wildfremde Menschen in Unterwäsche gegenüberstehen, während sie die Kleidung anprobieren.

Das Konzept kommt an, denn Alexander Brenninkmeijer muss keinen handelsüblichen Aufschlag von 280 % verlangen, um seinen Mode in Topqualität zu verkaufen. Um das allen Kunden deutlich zu machen, zeichnet er seine Kleidungstücke gleich zweimal aus, einmal mit dem handelsüblichen und einmal mit seinem Verkaufspreis. Das kommt gut an, nicht nur in Deutschland. Deshalb ist der Einbruch in der Krise bei ihm nicht so groß wie branchenüblich. Zudem gleicht sich im Rahmen seiner Welttournee alles aus. Während es in Berlin und New York nicht mehr so gut läuft, legen andere Städte deutlich zu. Das ist eben der Vorteil, dass er keine eigenen Verkaufsläden in wenigen ausgewählten Städten hat. Dadurch, dass er nur zweimal im Jahr vor Ort ist, macht er sich auch rar, was die Kauffreude der Kunden und das Image erhöht. Das zeigt einmal mehr, dass man sich von anderen Unternehmen und Branchen inspirieren lassen kann und damit ohne großes Startkapital auskommt und dazu noch viel krisenrestenter ist. Ich liebe solche Story´s.

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