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Auf der Suche nach der Lizenz, Geld zu drucken



Foto: URBAS | KEHRBERG GmbH

Anlässlich der Fußball WM 2006 im eigenen Land verdiente ein findiger Unternehmer sehr viel Geld, indem er Deutschlandfahnen verkaufte, die ins Autofenster geklemmt werden konnten. Heute ist dieses Fanutensil wieder überall auf den Straßen sichtbar. Dieser Erfolg macht natürlich Lust auf mehr. Frank Urbas und Gerd Kehrberg, Geschäftsführer der Urbas Kehrberg GmbH, waren ebenfalls auf der Suche nach der Lizenz, Geld zu drucken. Spätestens nach dem Confed-Cup im letzten Jahr in Süd-Afrika war ihnen klar, dass die Vuvuzela-Tröten auch in Deutschland ein Renner werden könnten. Deshalb haben sie die Markenrechte sowie das Recht zur Produktion und zum Vertrieb der eingetragenen Marke „Vuvuzela®“ für alle Länder der europäischen Union vom südafrikanischen Markeninhaber Masincedane Sport CC aus Kapstadt erworben.

Die Lizenznehmer haben schnell antizipiert, dass die Tröte schnell zur Lärmbelästigung werden könnte. Deshalb wurde die Vuvuzela für den europäischen Markt weiterentwickelt. Die Vuvuzela für den europäischen Markt wurde mit einem Schalldämpfer ausgestattet, um die Grenzwerte zu unterschreiten. Der TÜV Rheinland wurde mit der Überprüfung beauftragt und bestätigte einen maximalen Schallwert, der 9,5 dB unter dem von der Bezirksregierung Düsseldorf geforderten Grenzwert von 135 dB liegt. Vielen Veranstaltern ist auch die „europäisierte“ Vuvuzela zu laut und wird z.B. beim Public Viewing im Dortmunder Westfalenstadium verboten. Das juckt die Lizenznehmer nicht mehr besonders, denn die „Ernte ist längst eingefahren“.

Frank Urbas und Gerd Kehrberg haben gleich nach der Erteilung der europäischen Vermarktungsrechte Kontakte mit Großabnehmern gesucht. Den Durchbruch schafften Sie, als Shell alleine 1 Mio. Stück bestellt hatte, um die Vuvuzela zum Schnäppchenpreis an den Tankstellen zu verkaufen. Andere Einzelhandelsriesen wie Edeka und Metro folgten als Großabnehmer. Und Paulaner legte die Tröte den Bierkästen als Verkaufshilfe bei. Mit diesen Großaufträgen im Rücken wurden bei zwei Herstellern in Deutschland bis zu 60.000 Stück pro Tag produziert, um der erwarteten großen Nachfrage gerecht zu werden. Ohne die Großaufträge wäre das finanzielle Risiko allerdings zu groß gewesen, in Vorleistung zu gehen.

Im Gegensatz zum südafrikanischen Vorbild bestehen die Vuvuzelas hier in Europa aus drei Teilen. Somit kann die Vuvuzela hier in Deutschland in schwarz-rot-gold ausgeliefert werden, in Holland ganz in orange u.s.w.. Zudem können die Raumkapazitäten für Lieferung und Lagerung minimiert werden. Und laut Lizenznehmer können die Tröten auch nicht als Schlagstöcke verwendet werden, weil sie beim Schlag auseinanderfallen würden. Alle diese Verbesserungen sowie die Vertriebsstrategie sind mit dafür verantwortlich, dass die Lizenznehmer der Vuvuzela wirtschaftlich einen großen Erfolg erzielen konnten. Das zeigt, dass es meist nicht reicht, eine Lizenz zu erwerben, sondern man muss das Angebot auch entsprechend auf die einzelnen Märkte anpassen, um Erfolg zu haben. Mal schau´n, ob Schadensersatzklagen die hohe Gewinne noch schmälern 🙂

5 Responses to Auf der Suche nach der Lizenz, Geld zu drucken

  1. Bisher habe ich zu „meinem Vuvuzela-Model“ noch nicht den Knopf zum Geld drucken gefunden, aber geschmackvoll ist sie alle mal… 🙂
    Vuvuzela-Knacker

  2. Dave Clark sagt:

    Hallo,

    Sehr interessant Post hat die Vuvuzela erregte einiges seit der WM rühren!

    Ich mag die Farben und denke, dies könnte ein großer Hit für die Lizenznehmer werden.

    Good Luck!

    Regards,

    Dave Clark

  3. Stefan sagt:

    …und ich habe schon eine!
    Edeka sei dank! 😉

  4. Die Vuvuzela ist wohl die „Innovation“ dieser WM. Aber wo sind die Innovationen für das Spiel selbst? Diesmal sind es nicht die Deutschen (die unter Klinsmann die Trainingsmethoden modernisierten) aber die Holländer…
    http://quatschtronauten.wordpress.com/wm-special/

  5. […] während in Deutschland viel über die Vuvuzela und ihr Erfolg geschrieben wird, ist das hier kaum ein Thema. Tja, hier ist einfach mehr Begeisterung bei den Kindern zu […]

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