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Smarte Ideen haben es nicht immer leicht

Der Carsharing-Markt kommt immer mehr in Bewegung. Nachdem zuerst unabhängige Genossenschaften mehr oder weniger erfolgreich ihr Glück versucht haben und die Deutsche Bahn auch einen Stück vom Kuchen abbekommen wollte, haben im Jahr 2008 große Autovermieter wie Hertz und Sixt bekanntgegeben, ebenfalls in diesem Zukunftsmarkt mitmischen zu wollen. Da wollten Autohersteller wie Daimler Benz nicht zurückstehen und haben z.B. mit car2go in Ulm den ersten Testmarkt ab Ende 2008 beackert. Jetzt folgt mit Hamburg die erste Großstadt.

Damit kommen auch andere Branchen, wie z.B. das Taxigewerbe, immer mehr unter Druck. Friedhelm Schwarz, Taxi-Unternehmer aus dem münsterländischen Ibbenbüren, wollte sich mit seinem Sohn in diesem „Mini-Segment“ nicht kampflos ergeben. In zahlreichreichen Bundesländern bat er die zuständigen Landesbehörden um eine Ausnahmegenehmigung, weil eine bundesweite Verordnung für Taxis schon für die Beifahrerseite der Autos mindestens zwei Türen vorschreibt. Im August 2009 wurde für den Taxiunternehmer Schwarz die erste Ausnahmegenehmigung vom Land Schleswig-Holstein erteilt.

Mit der Ausnahmegenehmigung vom Land Schleswig-Holstein wurden daraufhin alle Gemeinden in Schleswig-Holstein angeschrieben, um die lokalen, notwendigen Taxi-Konzessionen zu erhalten. Am 16.10.2009 wurde für durch die Stadt Heide die erste Taxikonzession für einen Zweisitzer in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen. Auf dieser Konzession folgten bisher noch drei weitere Konzessionen in der Stadt Heide, zwei in der Stadt Husum und ein Taxi-Mietwagen auf Sylt, in denen jetzt jeweils ein SmaTax herumfährt.

Es gibt allerdings einen großen Haken: Bis jetzt wurde von den zuständigen Gemeinden keine Konzession mit einem günstigeren Tarif genehmigt. Das ist allerdings wichtig, damit nicht nur Klimaschützer sondern auch Sparfüchse dieses Zweisitzer-Taxi bestellen. Sollte dies gelingen, dann könnte das Lizenzkonzept von Schwarz boomen. Das macht Konkurrenten hellhörig. Deshalb hat Hamburgs größte Taxizentrale Taxi Hamburg jetzt verkündet, ab 2011 auch zweitürige Taxen der Modelle Smart, Twingo und Co. fahren lassen zu wollen. Konkurrenz belebt eben das Geschäft und bringt endlich Bewegung in die starren Strukturen.

Wolfgang Flatten aus Frankfurt hat die „Smart-Beförderungslücke“ längst schon entdeckt und geschlossen. Er bietet seinen Smart-Fahrdienst schon seit mehr als einem Jahr als Chaffeurservice in Frankfurt und Umgebung an. Damit hat er eine Lücke entdeckt, die ihn davor bewahrt, sich lange mit Behörden und dem Taxigewerbe „rumschlagen“ zu müssen. Er kann dadurch nicht nur deutlich günstigere Konditionen als die konkurrierenden Taxifahrer anbieten, sondern sogar Festpreise anbieten. So kostet eine Fahrt von der Frankfurter Innenstadt zum Flughafen nur ca. 50 % dessen, was Taxifahrer verlangen. Dieser günstige Preis ist immer noch das schlagendste Argument. Man muss halt nur smart sein.

One Response to Smarte Ideen haben es nicht immer leicht

  1. […] “Steine in den Weg legen”. Über genau solch ein Beispiel haben wir heute Morgen berichtet. Es reicht einfach nicht mehr, dass sich viele Städte und Kommunen als gründer- oder […]

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